Funktionen des Nervenschmerzes: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Nervenschmerzen, auch bekannt als neuropathische Schmerzen, sind eine komplexe und oft schwer zu behandelnde Schmerzerkrankung. Im Gegensatz zu anderen Schmerzarten, die durch Gewebeschäden verursacht werden, entstehen Nervenschmerzen durch eine Schädigung oder Funktionsstörung des Nervensystems selbst. Dies kann verschiedene Ursachen haben und sich in vielfältigen Symptomen äußern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Nervenschmerzen, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

Was sind Nervenschmerzen?

Der Nervenschmerz, auch neuropathischer Schmerz genannt, ist definiert als Schmerz, der im Rahmen einer Erkrankung oder Läsion von Nervenstrukturen auftritt. Im Gegensatz zu nozizeptiven Schmerzen, die durch die Schädigung von Gewebe entstehen (z.B. durch einen Tumor), resultieren Nervenschmerzen direkt aus einer Schädigung des Nervensystems. Circa 6 % der deutschen Bevölkerung berichten über Nervenschmerzen. Damit unterscheidet sich der Nervenschmerz von anderen Schmerzarten wie Rückenschmerzen. Diesen können zum Beispiel auch Muskelverkrampfungen zu Grunde liegen. Der Nervenschmerz jedoch ist die direkte Folge der Schädigung eines zum Nervensystem gehörenden Gewebes.

Das Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk, das Informationen über unsere Umwelt und unseren Körper liefert. Es ermöglicht uns zu sehen, zu riechen, zu schmecken und zu fühlen. Es besteht aus dem zentralen Nervensystem (ZNS), das Gehirn und Rückenmark umfasst, und dem peripheren Nervensystem, das die Nerven außerhalb des ZNS umfasst. Schädigungen an jeder Stelle dieses Systems können zu Nervenschmerzen führen.

Ursachen von Nervenschmerzen

Die Schädigung eines Nerven oder einer zum Nervensystem gehörenden Struktur kann verschiedene Ursachen haben. Nervenschmerzen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter:

  • Verletzungen: Mechanische Einwirkungen in Form von Schnittverletzungen oder Druck, wie zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall, können Nerven schädigen. Es kommt nicht nach einem Bandscheibenvorfall zu Nervenschmerzen, es kommt durch und im Rahmen des Bandscheibenvorfalls zu Nervenschmerzen. Warum? Weil Nervenstrukturen eingeengt werden durch das Vorfallen der Bandscheibe, die im Bereich der Austrittskanäle der Wirbelsäule liegen.
  • Infektionen: Entzündliche Prozesse, wie bei der Gürtelrose (Herpes Zoster), können Nervenschmerzen verursachen. Am häufigsten sind zweifelsohne Nervenschmerzen im Rahmen eines Herpes Zoster bzw. „Welche Menschen sind besonders gefährdet, eine Herpes-Zoster-Infektion zu bekommen?“, werden Sie sich vielleicht fragen. Das sind vor allem alte Menschen und Menschen mit Tumorerkrankungen. Und warum ist das so?
  • Metabolische Erkrankungen: Stoffwechselstörungen, wie die Stoffwechselstörung Diabetes mellitus, können zu Nervenschäden führen. Bei der diabetischen Neuropathie kommt es durch den erhöhten Blutzuckerspiegel zu Veränderungen im Bereich der Nervenfasern, die Schmerzen auslösen können. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte bei Diabetes können die Nerven schädigen, vor allem in den Beinen. Die diabetische Polyneuropathie entwickelt sich meist sehr langsam und zeigt zu Beginn schwach ausgeprägte Anzeichen: „Erste Symptome sind […] oft ein Brennen oder schmerzhafte Missempfindungen in beiden Füßen sowie auch Taubheits- oder Pelzigkeitsgefühle“. Diabetes-Patienten sollten deswegen stets ihren Blutzucker optimal einstellen. Dies beugt einer diabetischen Neuropathie vor und hemmt das Fortschreiten einer bestehenden Nervenschädigung.
  • Toxische Substanzen: Durch toxisch wirkende chemische Verätzungen oder Strahlung können Nerven durch äußere Einflüsse geschädigt werden. Unter den sogenannten Neurotoxinen finden sich Schwermetalle wie Blei, zyklische Kohlenwasserstoffe, Alkohol, aber auch einige Medikamente. Im Rahmen von Alkoholismus kommt es in sehr, sehr vielen Fällen zum Auftreten von Nervenschmerzen. Typisch ist wieder die beidseitige Symptomatik, vor allem im Bereich der Beine, der Füße. Typisch sind brennende Schmerzen. Es gibt Nervenschmerzen, die auftreten können im Rahmen von medikamentösen Therapien.
  • Genetische Faktoren: Es ist möglich, dass es zu Nervenschmerzen kommt bei genetisch bedingten Erkrankungen. Weiter sind Patienten gefährdet, die erblich bedingte Erkrankungen haben.
  • Tumore: Erst wenn der Tumor wächst und durch dieses Wachstum Nervenfasern bzw. Nervenstrukturen komprimiert, dann kann es zu einem Nervenschmerz kommen. Im Rahmen von Bestrahlungen kommt es zu Bindegewebsneubildungen.
  • Operationen: Nach einer OP kann es zu Nervenschmerzen kommen. Diese gilt es unbedingt schnellstmöglich zu behandeln, da sich Schmerzen negativ auf den Heilungsverlauf auswirken können. Postoperative Schmerzen können entweder durch direkte Schädigung des Nervs oder durch eine den Nerv belastende Ursache hervorgerufen werden.
  • Mangelernährung: Störungen des Stoffwechsels der Nervenzellen oder der Myelinscheiden können neben einem Diabetes mellitus auch durch Erkrankungen des Darms und dadurch resultierende schlechtere Aufnahmen (Malsabsorption) von Vitaminen wie Thiamin ausgelöst werden. Was können Sie jetzt tun, dass es hier zu keinen Mangelerscheinungen, verbunden mit möglichen Nervenschmerzen, kommt? Wo findet sich beispielsweise Vitamin E? Vitamin D wird, wie Sie sicherlich wissen, von unserem Körper selbst produziert. Dazu ist es aber notwendig, dass er eine gewisse Sonneneinstrahlung bekommt. D.h.: Problematisch sind die Wintermonate, wo es definitiv zu einem Vitamin-D-Mangel kommen kann. Und bei einem ausgeprägten Vitamin-D-Mangel ist es leider dann erforderlich, dass Sie medikamentös das Vitamin D ersetzt bekommen. Vitamin D in der Nahrung selbst findet sich nicht so zahlreich. Das sind fettreiche, tierische Produkte. Anders schaut es aus bei Vitamin B. Vitamin B ist ein gesamter Komplex. Die B-Vitamine finden sich vorwiegend in tierischen Produkten. Hier ist vor allem das Vitamin B12 zu nennen. Was bedeutet das für Sie? Wenn Sie sich entschlossen haben, sich vegan oder vegetarisch zu ernähren, kommt es natürlich durch das Fehlen dieser tierischen Produkte zum Auftreten von Vitamin-B-Mangel und vor allem hier von Vitamin B12. Das bedeutet für Sie, dass Sie regelmäßig Ihren Vitamin-B-Spiegel, vor allem den Vitamin-B12-Spiegel, kontrollieren lassen müssen und erfahrungsgemäß auch ersetzen müssen. Wie gesagt: Tierische Produkte, Eier, Innereien enthalten vorwiegend die Vitamin-B-Komplexe, aber auch zahlreiche Früchte.

Symptome von Nervenschmerzen

Nervenschmerzen können sich auf vielfältige Weise äußern. Neben brennenden und elektrisierenden Schmerzen oder Ameisenlaufen können Nervenschmerzen auch viele andere Symptome hervorrufen. Die Symptome können je nach Ursache und betroffenem Nerv variieren. Einige häufige Symptome sind:

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  • Schmerzqualität: Patienten beschreiben den Schmerz oft als brennend, stechend, elektrisierend oder einschießend. Andererseits können auch blitzartig elektrisierende, stechend brennende Schmerzen auftreten.
  • Sensibilitätsstörungen: Taubheitsgefühl, Kribbeln (Parästhesien) oder ein Gefühl von Nadelstichen sind häufige Begleiterscheinungen. ein Taubheitsgefühl, das ja eigentlich keinen Schmerz darstellt, sondern nur sehr unangenehm ist, ein Taubheitsgefühl im Bereich der Füße.
  • Allodynie: Schmerzen, die durch normalerweise nicht schmerzhafte Reize ausgelöst werden, wie z.B. leichte Berührung oder Kälte. So wird das schon das Tragen von Kleidung auf der Haut als unangenehm empfunden.
  • Hyperalgesie: Erhöhte Schmerzempfindlichkeit gegenüber schmerzhaften Reizen. Das heißt Schmerzreize werden stärker wahrgenommen. Aber auch Berührung wird stärker wahrgenommen.
  • Spontanschmerzen: Schmerzen, die ohne erkennbaren Auslöser auftreten.
  • Evozierte Schmerzen: Hier können durch Reize, die unter normalen Umständen keine Schmerzen verursachen würden, ebenfalls Schmerzen ausgelöst werden (eine sogenannte Allodynie).
  • Vegetative Symptome: Übermäßiges Schwitzen, Hautrötung oder Veränderungen der Hauttemperatur im betroffenen Bereich. Dort, wo sich der Nervenschmerz äußert, ist zudem oft eine Überaktivität des Sympathikus zu beobachten. Hier kann es zu übermäßigem Schwitzen und einer Rötung der Haut kommen.
  • Funktionsstörungen: Muskelschwäche, Koordinationsprobleme oder Schwierigkeiten bei der Bewegung des betroffenen Körperteils.
  • Phantomschmerzen: Schmerzen, die nach einer Amputation in dem nicht mehr vorhandenen Körperteil empfunden werden. Das heißt: Wenn Ihnen ein Bein ab dem Knie amputiert wird, dann verspüren Sie diese Schmerzen im Bereich des Unterschenkels oder im Bereich der Füße, im Bereich der Zehen. Ein Amputationsschmerz kann aber auch beispielsweise auftreten bei Frauen, die aufgrund von Krebserkrankungen eine Brust verlieren.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome von Nervenschmerzen sehr individuell sein können und von Patient zu Patient unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Diagnose von Nervenschmerzen

Die Diagnose von Nervenschmerzen erfordert eine sorgfältige Anamnese, eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls zusätzliche diagnostische Tests. Der erste und für mich einer der wichtigsten Punkte in der Diagnostik von Schmerzen und natürlich auch von Nervenschmerzen ist das Anamnesegespräch mit dem Patienten.

Anamnese

Im Rahmen der Anamnese wird der Arzt den Patienten ausführlich nach seinen Schmerzen befragen. Wie ist Nervenschmerz? Aus der Anamnese erfahre ich auch genau, ob Erkrankungen vorliegen, die mir schon einen Hinweis geben, dass ein Nervenschmerz vorhanden sein kann. Ob beispielsweise eine Zoster-Infektion vorgelegen hat, ob Diabetes mellitus vorliegt, ob Alkoholismus vorhanden ist, ob der Patient raucht. All das sind ganz, ganz wichtige Informationen. Oder ob eine erblich bedingte Erkrankung vorhanden ist.

Wichtige Fragen sind:

  • Wie fühlen sich die Schmerzen an (brennend, stechend, elektrisierend)? Diese Angaben sollten einmal beinhalten, wie der Nervenschmerz ist: Ob das ein brennender Schmerz ist, ob das ein elektrisierender, plötzlich auftretender Schmerz ist.
  • Wo genau treten die Schmerzen auf? Als Information für uns ist es sehr wichtig, dass wir wissen, wo der Schmerz im Körper lokalisiert ist. Hier müssen zugänglich sein die Körperteile, die erkrankt sind.
  • Gibt es bestimmte Auslöser oder Faktoren, die die Schmerzen verstärken oder lindern? Sind die Schmerzen abhängig von gewissen sogenannten Triggerfaktoren wie zum Beispiel bei der Trigeminus-Neuralgie das Essen, das Trinken, das Sprechen.
  • Treten die Schmerzen zu bestimmten Tageszeiten verstärkt auf? Und für die Auswahl des Medikamentes ist es auch wichtig, ob die Schmerzen eher tagsüber oder in der Nacht auftreten oder ob hier kein Unterschied besteht. Warum ist das für uns wichtig? Wenn Sie uns sagen, dass die Schmerzen eher tagsüber auftreten, dann werden wir die Medikamente so dosieren und so auswählen, dass Sie eher tagsüber die Medikamente oder die höhere Dosis an Medikamenten bekommen, und in der Nacht die geringere Dosis beziehungsweise gar kein Medikament benötigen.
  • Wie stark sind die Schmerzen auf einer Skala von 0 bis 10? Wichtig ist auch die Information, wie stark Ihr Schmerz ist. Da gibt es eine Skalierung zwischen 0 und 10. 0 bedeutet kein Schmerz, 10 die stärksten Schmerzen, die Sie sich vorstellen können. Das heißt, diese Information ist ganz wichtig, die benötigen wir unbedingt, weil wir eine Ausgangssituation dann haben. Wenn Sie zum Beispiel sagen, Ihr Schmerz liegt durchschnittlich im Bereich 5 und kann maximal, wenn das so plötzlich auftretende Schmerzen sind, auf 8, 9 hinauf gehen, dann wissen wir, wo unsere Ausgangssituation ist.
  • Welche Vorerkrankungen liegen vor?
  • Welche Medikamente werden eingenommen?

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie einen Nervenschmerz haben, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen. Ihr primärer Ansprechpartner ist natürlich Ihr Hausarzt, Ihre Hausärztin, die Sie sehr gut kennen.

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Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung wird der Arzt die Sensibilität, die Reflexe und die Muskelkraft des Patienten überprüfen.

Zusätzliche diagnostische Tests

In einigen Fällen können zusätzliche diagnostische Tests erforderlich sein, um die Ursache der Nervenschmerzen zu ermitteln. Dazu gehören:

  • Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (Elektroneurografie): Eine Elektroneurografie ist eine Untersuchung, bei der die Erregbarkeit des Nerven überprüft wird.
  • Elektromyographie (EMG): Bei der Elektromyografie wird die Funktionalität des Muskels untersucht.
  • Bildgebende Verfahren (MRT, CT): Diese Verfahren können helfen, Nervenkompressionen oder andere strukturelle Veränderungen zu erkennen. Eine hochauflösende Ultraschall-Untersuchung wird beispielsweise oft kombiniert mit einer Elektroneurografie.
  • Nervenbiopsie: Die Nervenbiopsie ist die Standarduntersuchung für das Feststellen einer Erkrankung von dünnen Nervenfasern. Sie ist die Standarddiagnostik für die sogenannte Small-Fiber-Neuropathie.

Schmerztagebuch

Wenn es erforderlich ist, dass Sie Schmerzen protokollieren, dann bieten sich sogenannte Schmerztagebücher an. Was kann man in diesen Schmerztagebüchern eintragen? Das ist vor allem zu Therapiebeginn sehr, sehr wichtig, weil wir natürlich wissen wollen, wie Sie auf die Therapie, sowohl auf die medikamentöse als auch auf die nicht-medikamentöse Therapie, ansprechen. Das heißt, hier ist es wichtig, dass Sie notieren und dokumentieren, ob es zu einer Linderung oder zu einer Verstärkung des Schmerzes kommt, wenn wir Sie behandeln. Indem ich diese Skalierung nehme 0 - kein Schmerz, 10 - ganz starke Schmerzen. Wichtig ist, dass Sie sagen: Wie ist der durchschnittliche Schmerz? Wie kann ich am besten meine Schmerzen protokollieren?

Behandlung von Nervenschmerzen

Die Behandlung von Nervenschmerzen ist oft eine Herausforderung und erfordert einen multidisziplinären Ansatz. Das Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzen zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Funktion des betroffenen Bereichs wiederherzustellen.

Medikamentöse Therapie

Es sind ganz bestimmte Medikamente, die wir bei Nervenschmerzen einsetzen müssen, damit es zur Linderung Ihrer Symptomatik kommt. Und das muss man Ihnen auch erklären.

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  • Antidepressiva: Antidepressiva werden vorrangig in der Behandlung von Depressionen eingesetzt, haben jedoch auch je nach ihrem Wirkmechanismus schmerzlindernde Effekte. Indem sie schmerzleitende Signalstoffe hemmen oder den Abbau schmerzlindernder Botenstoffe verhindern, wird die Übertragung von Schmerzimpulsen gestört.
  • Antikonvulsiva: Antikonvulsiva sind krampflösende Substanzen und vor allem Medikamente zur Behandlung von Epilepsien, die aber auch in der Schmerztherapie eingesetzt werden. Die Wirkstoffe regulieren die Weiterleitung und Übertragung von Impulsen, indem sie an Strukturen binden, die sowohl bei Epilepsien als auch bei Nervenschmerzen übererregt sind.
  • Opioide: Morphine, die ansonsten die wirksamsten Schmerzmittel darstellen, sind bei Nervenschmerzen jedoch weniger Mittel der Wahl.
  • Topische Medikamente: Wenn Sie einen oberflächlichen Nervenschmerz haben, kann es auch durch die Verwendung bestimmter Pflaster zu einer Linderung Ihrer Schmerzsymptomatik kommen.

Nicht-medikamentöse Therapie

  • Physiotherapie: Physiotherapie wird bei Nervenschmerzen in vielen Fällen erfolgbringend eingesetzt.
  • Ergotherapie: In der Ergotherapie wenden wir gestalterische und handwerkliche Techniken an, um die Feinmotorik und das Tastvermögen wieder zu stärken.
  • Psychotherapie: Hier wird den Patienten durch spezifisches Training beigebracht, wie sie selbst mit ihrer Schmerzwahrnehmung umgehen und zum Beispiel durch gezieltes Ablenken zum großen Teil verdrängen können. Wir bieten psychologische Unterstützung in Einzel- oder Gruppentherapie.
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Eine weitere Möglichkeit der Behandlung von Nervenschmerzen ist die elektrische Stimulation, die sogenannte transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), die unter anderem bei Phantomschmerzen und als tiefe Hirnstimulation bei zentralem Schmerz Verwendung findet. Hierbei werden mit Elektroden leichte Reize in Form von Strompulsen erzeugt und auf Nervenfasern übertragen.
  • Akupunktur:
  • Nervenblockaden:
  • Chirurgische Eingriffe: Ist die Ursache mechanischen Ursprungs, zum Beispiel eine durch Druck ausgelöste Durchblutungsstörung infolge einer Verletzung oder wie bei einem Bandscheibenvorfall eine Einengung des Spinalkanals, wird diese meist operativ behandelt. Dies bringt im Allgemeinen eine rasche Linderung mit sich, wobei die individuellen Risiken einer Operation zu berücksichtigen sind. Auch bei anderen Nervenschmerzen, deren Ursache in einer gestörten Verarbeitung und Weiterleitung von Reizen im Nervensystem liegt, können durch operative Maßnahmen die Symptome verbessert werden.

Selbsthilfemaßnahmen

Da kann der einzelne Patient natürlich sehr viel tun. Ganz wesentlich ist, dass der sogenannte Langzeitwert, der HB1-C-Wert im Normbereich liegt bzw.

  • Gesunder Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf können helfen, die Nervenfunktion zu verbessern.
  • Stressmanagement: Stress kann Nervenschmerzen verschlimmern. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können helfen, Stress abzubauen.
  • Vermeidung von Risikofaktoren: Rauchen, Nikotin selbst führt zu keinen Nervenschmerzen. Das Rauchen führt aber dazu, dass es zu Erkrankungen des Gefäßsystems kommt, das heißt, es kommt zu Durchblutungsstörungen. Diese Durchblutungsstörungen führen dann zu Nervenschädigungen, weil der Nerv auch nicht mehr ausreichend durchblutet ist.

Spezielle Formen von Nervenschmerzen

Chronisch-postoperative Schmerzen

Chronisch-postoperative Schmerzen sind per Definition Schmerzen, die länger als drei Monate nach einer Operation anhalten. Was sind die Risikofaktoren für das Auftreten von chronischen Schmerzen nach Operationen? Da wissen wir, dass die Schmerzintensität, die nach einer Operation vor allem am ersten Tag nach der Operation vorhanden ist, offenbar eine ausschlaggebende Rolle spielt.

Engpasssyndrome

Der Name Engpasssyndrom sagt schon, wodurch dieser Nervenschmerz ausgelöst werden kann, nämlich durch die Engstellung im Bereich von anatomischen Strukturen, wo Nervenfasern durchziehen. Das kann durch eine verstärkte Flüssigkeitseinlagerung bedingt sein, wie es typischerweise bei schwangeren Frauen auftritt. Es sind aber auch Personen besonders gefährdet, ein Engpasssyndrom zu entwickeln, die berufsbedingt Handgelenke besonders stark strecken oder beugen müssen, Vibrationsreizen ausgesetzt sind. Das heißt: Das sind beispielsweise Handwerker, Maurer, aber auch Musiker, Masseure.

Nervenschmerzen im Rücken

Nervenschmerzen im Rücken unterscheiden sich deutlich von Rückenschmerzen anderer Herkunft, welche unterschiedlichste Ursachen haben können. Zumeist stellen sich die Nervenschmerzen einseitig dar. In einem von 10 Fällen werden die Rückenschmerzen durch krankhafte Veränderungen der Bandscheiben oder Schädigungen der umliegenden Region hervorgerufen. Nicht nur der klassische Bandscheibenvorfall (Prolaps) spielt hierbei eine wichtige Rolle, sondern auch Verletzungen. Beim Bandscheibenvorfall kommt es nach meist langwierigen Veränderungen zur Hervorwölbung einer Bandscheibe in den Raum des Rückenmarks. Dadurch wird dieses komprimiert und es kann zur Zusammendrückung von Nervenwurzeln kommen (Radikulopathie), die seitlich aus dem Rückenmark austreten. Ein besonderes Krankheitsbild ist hierbei die Lumboischialgie. Bei dieser kommen zwei Syndrome zusammen: die Ischialgie und der Hexenschuss (Lumbago).

Nervenschmerzen im Bein

Nervenschmerzen im Bein sind nicht nur aufgrund der Schmerzen belastende, sondern gehen auch oftmals mit starken Einschränkungen für den Patienten einher. Am häufigsten werden Nervenschmerzen im Bein durch eine Ischialgie hervorgerufen. Dabei strahlt der Schmerz über das Gesäß in das Bein aus und wird durch den Nervus ischiadicus hervorgerufen. Die Beeinträchtigung des Nervs, welche meistens aus einer bestehenden Druckbelastung resultiert, kann durch verschiedene Umstände ausgelöst werden. Muskelverspannungen sind die harmloseste Ursache einer Ischialgie, wobei in vielen Fällen aber auch Wirbelkörperblockaden, Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle eine Rolle spielen. Durch Operationen, welche das Hüftgelenk oder umliegende Strukturen betreffen, kann es zur Schädigung des Nervus ischiadicus kommen.

Verlauf und Prognose

Auch diese Frage ist leider nicht global zu beantworten. Die Nervenschmerzen können sich jetzt ohne Therapie natürlich auch verändern, indem sie stärker, in positiven Fällen auch schwächer werden können. Ansonsten kommt es natürlich, und das wollen wir auch, zu Veränderungen im Rahmen der medikamentösen Therapie und auch der nicht-medikamentösen Therapie. Wie lange diese Erkrankung dauert, das ist eine Frage, die auch oft von Patienten an mich gestellt wird.

Wenn Veränderungen des Nervenschmerzes auftreten, muss der behandelnde Arzt sofort aufgesucht werden. Wenn der Patient das Gefühl hat, dass der Nervenschmerz besser wird, besteht durchaus die Möglichkeit, dass man die Medikamente, die erforderlich sind, um eine Linderung herbeizuführen, wieder reduzieren kann, im besten Fall absetzen kann, was natürlich unheimlich wichtig ist, weil diese Medikamente Nebenwirkungen haben.

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