Das schwäbische Gehirn: Eine Betrachtung von Eigenschaften, Vorurteilen und wissenschaftlichen Erkenntnissen

Vorurteile sind allgegenwärtig. „Blonde Frauen sind dumm, Schwaben kleinbürgerlich und geizig“ - solche Stereotypen sind tief in unserer Gesellschaft verankert. Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim, betont, dass fast jeder Mensch mehr Vorurteile hat, als er wahrnimmt. Diese unbewussten Vorentscheidungen haben zunächst eine sinnvolle Komponente: Menschen vertrauen der eigenen Gruppe mehr als Fremden. Problematisch wird es, wenn daraus Rassismus entsteht, indem andere Ethnien schlechtgemacht oder angegriffen werden. Im Folgenden werden wir uns mit der Frage auseinandersetzen, ob es spezifische Eigenschaften des "schwäbischen Gehirns" gibt, wie Vorurteile entstehen und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse uns zur Verfügung stehen, um diese zu verstehen.

Die Neurobiologie der Vorurteile

Wie genau sich Vorurteile im Gehirn festsetzen, ist noch unklar. Studien zeigen, dass bereits Vorschulkinder Vorurteile internalisiert haben. Experimente mit Bildern von Menschen verschiedener Ethnien zeigen, dass das Gehirn schneller reagiert, wenn eine Person der eigenen ethnischen Gruppe dargestellt wird. Bei der Betrachtung von Menschen anderer Ethnien wird im Gehirn verstärkt das System aktiviert, das mit Furcht und Flucht verbunden ist - die Amygdala. Der präfrontale Cortex dämpft diese Reaktion jedoch bei Menschen der eigenen ethnischen Gruppe.

Eine Studie mit Kindern mit dem Williams-Beuren-Syndrom, die keine soziale Furcht empfinden, zeigte, dass sie ihre eigene Ethnie nicht bevorzugten. Dies deutet darauf hin, dass unterschiedliche Teile des Gehirns für verschiedene Arten von Vorurteilen zuständig sein könnten.

Franz Joseph Gall und die Schädellehre

Der aus Schwaben stammende Mediziner Franz Joseph Gall (1758-1828) entwickelte im ausgehenden 18. Jahrhundert die Schädellehre (Phrenologie). Gall glaubte, dass man am Schädel eines Menschen dessen Charakter und Fähigkeiten ablesen könne. Er untersuchte die Schädel von Verbrechern, Geisteskranken und anderen Personengruppen, um Zusammenhänge zwischen Schädelform und Persönlichkeitseigenschaften zu finden.

Gall lokalisierte komplexe psychische Funktionen wie Intuition oder Wortwitz in bestimmten Bereichen des Schädels. Seine Theorie, dass der Geist des Menschen allein dem Gehirn entspringt, stieß jedoch auf Widerstand, insbesondere bei religiösen Kreisen.

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Obwohl Galls Schädellehre heute als pseudowissenschaftlich gilt, trug sie dazu bei, das Interesse an der Erforschung des Gehirns zu wecken. Seine Annahme, dass bestimmte Hirnregionen für spezifische Funktionen zuständig sind, erwies sich später als richtig. So entdeckte der Franzose Paul Broca im Jahr 1861 ein Sprachzentrum im Gehirn.

Die Magische 7: Eine Zahl mit besonderer Bedeutung

Die Zahl 7 nimmt seit altersher in vielen Kulturen eine Sonderstellung ein. Dies könnte daran liegen, dass die Menschen sieben Himmelskörper (Sonne, Mond und die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten) als göttliche Wesen deuteten. Auch die Mondphasen, die den natürlichen Rhythmus der Menschen bestimmen, werden von der 7 strukturiert (sieben mal vier ergibt einen Mondmonat).

Die 7 ist die Summe von 3 (das Göttliche) und 4 (das Irdische). Sie findet sich in vielen Bereichen unseres Lebens wieder:

  • Geschichten: Der Wolf und die 7 Geißlein, Schneewittchen und die 7 Zwerge, Die 7 Raben, Die 7 Schwaben, Die 7 Schwäne, 7e auf einen Streich (Das tapfere Schneiderlein), 7 Brüder (Der kleine Däumling), 7-Meilen-Stiefel (Der kleine Däumling, Adalbert von Chamissos "Peter Schlemihl" bekam ebenfalls Siebenmeilenstiefel), 7 Reisen von Sindbad dem Seefahrer (1001 Nacht), Siebenschön (von Ludwig Bechstein), Watzmannsage
  • Natur: 7 Tore zur Welt des Menschen (2 Ohren, 2 Nasenlöcher, 2 Augen und 1 Mund), Sinne des Menschen, Länge eines durchschnittlichen Menschen (7-fache Kopfgröße), Ideales Taillen-Hüftverhältnis bei Frauen (0,7), Länge des menschlichen Darms (ca. 7 Meter), 7 Richtungen, Regenbogenfarben, Siebenschläfer, Siebengebirge, Siebenpunkt (Marienkäfer), Siebengestirn (Plejaden), Pflanzen (Siebenstern), Säugetiere (7 Halswirbel), Katze (7 Leben), Zwiebel (7 Häute), 7 Kontinente, 7 Weltmeere, 7 Klimazonen, 7 Vegetationszonen, 7 Chakren, 7 Himmelskörper der Antike
  • Chemie: 7 Hauptquantenzahlen bei der Elektronenkonfiguration
  • Astronomie: 7-Wellen-Muster im Jetstream, 7 Kernaussagen der Allgemeinen Relativitätstheorie
  • Musik: 7 Töne in unserer Musik
  • Kultur: 7 Tugenden der Samurai, 7 Prinzipien der Huna, 7 emotionale Stimmungen in der chinesischen Philosophie, 7 freie Künste, 7 Weltwunder, Harry Potter (Band 7), 7 Weltmeere im Helgoländer Trachtenrock, G7-Gipfel, 7 Zacken beim Sheriffstern, Überraschungsei (jede 7. Figur), 7 verbotene Gedanken, Buch Das 7. Kreuz von Anna Seghers, Siebenmeter bei Handball, Hallenfußball und Hockey
  • Sprache: Das Wort „sieben“ hat in den indoeuropäischen Sprachen auffälligerweise die gleiche Wurzel., die einzige Ziffer in der deutschen Sprache, die 2 Silben hat, Das Wort "siebzig" hat 7 Buchstaben.
  • Redewendungen: Auf Wolke 7 schweben, Im 7. Himmel sein, Ein Buch mit 7 Siegeln, Ein Gesicht machen wie 7 Tage Regenwetter, Den 7. Sinn haben, Siebensachen

Tuebingosaurus maierfritzorum: Ein schwäbischer Dinosaurier

Im Jahr 2022 wurde in der Tübinger Paläontologischen Sammlung ein neuer Dinosaurier entdeckt und nach der Universitätsstadt Tübingen benannt: Tuebingosaurus maierfritzorum. Die Fossilien, die seit 1922 in der Sammlung lagerten, wurden zunächst für Plateosaurier-Fossilien gehalten. Eine erneute Analyse ergab jedoch, dass es sich um eine bisher unbekannte Dinosauriergattung und -art handelt.

Tuebingosaurus maierfritzorum lebte vor etwa 203 bis 211 Millionen Jahren. Er war wahrscheinlich ein Pflanzenfresser und bewegte sich auf vier Beinen fort. Seine Größe wird auf sechs, sieben oder acht Meter geschätzt, sein Gewicht könnte dem von heutigen Rindern und Elefanten entsprochen haben. Tuebingosaurus maierfritzorum scheint eine Übergangsform zwischen den Plateosauriern und den Sauropoden zu sein.

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Spleens und Marotten: Kleine Helfer im Alltag

Viele Menschen haben kleine Spleens oder seltsame Marotten. Diese Angewohnheiten können im Alltag sehr nützlich sein, da sie uns helfen, unser seelisches Gleichgewicht zu bewahren. Psychologin Dr. Fanny Jimenez erklärt, dass Marotten wie kleine Helferlein sind, die immer dann einspringen, wenn wir sie brauchen. Sie helfen uns, uns zu entspannen und die Welt ein bisschen vorhersehbarer und strukturierter zu erleben.

Einige Spleens drehen sich um Zahlen, da unser Gehirn eine Problemlösemaschine ist und Zahlen liebt. Das Rechnen, Zählen, Teilen oder Addieren in Gedanken erzeugt ein Gefühl von Symmetrie, das unser Gehirn unglaublich liebt.

Die Entwicklung des Gehirns im Laufe des Lebens

Das Gehirn verändert sich über das Leben hinweg. Die Neuropsychologie liefert Erkenntnisse darüber, wann bestimmte Bereiche des Gehirns vollständig entwickelt sind. Das Wachstum des Gehirns, insbesondere der grauen und weißen Substanz, setzt sich bis ins junge Erwachsenenalter fort.

Der präfrontale Kortex, der für Planen, Denken und das Verarbeiten komplexer Informationen zuständig ist, entwickelt sich bis zum Alter von etwa 25 Jahren weiter. Ab einem Alter von 30 Jahren beginnt das Gehirn leicht zu schrumpfen, bleibt aber formbar und lernfähig. Erst ab dem Alter von 70 Jahren beschleunigt sich der Abbau.

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