Gehirngerechtes Lernen mit Birkenbihl-Methoden: Ein umfassender Leitfaden

Einführung

Das menschliche Gehirn ist ein komplexes Organ, das ständig lernt und sich anpasst. Die Art und Weise, wie wir lernen, kann jedoch einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie effektiv und nachhaltig dieses Lernen ist. Gehirngerechtes Lernen, insbesondere mit den Methoden von Vera F. Birkenbihl, zielt darauf ab, Lernprozesse an die natürlichen Funktionsweisen des Gehirns anzupassen, um so den Lernerfolg zu maximieren. Dieser Artikel beleuchtet die Grundlagen des gehirngerechten Lernens, stellt die Birkenbihl-Methode vor und zeigt auf, wie diese im Bildungsbereich eingesetzt werden kann.

Die Grundlagen des gehirngerechten Lernens

Das Lernen ist ein natürlicher Prozess, der dem Gehirn ein echtes Bedürfnis ist. Es arbeitet ganz von selbst, wenn wir es nur lassen. Wir stören es im Lernprozess, wenn wir endlos Vokabeln pauken und uns dann vom geringen Lernerfolg frustrieren lassen. Die neurobiologischen Grundlagen des Lernens spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ein gehirngerechter Ansatz berücksichtigt, wie das Gehirn Informationen aufnimmt, verarbeitet und speichert. Wichtige Aspekte sind dabei:

  • Assoziatives Denken: Das Gehirn lernt am besten, wenn neue Informationen mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft werden.
  • Emotionen: Positive Emotionen fördern das Lernen, während Stress und Angst es behindern können.
  • Wiederholung: Regelmäßige Wiederholung festigt das Gelernte im Langzeitgedächtnis.
  • Pausen: Ausreichend Pausen ermöglichen dem Gehirn, Informationen zu verarbeiten und zu konsolidieren.
  • Feedback: Sofortiges Feedback ist essenziell für die Korrektur und Festigung des Gelernten.

Karin Holenstein erklärt gut verständlich die neurobiologischen Grundlagen des Lernens. Die Darstellung dieser neurologischen Hintergründe zum gehirngerechten Lernen werden unseren neurologischen Funktionen gerecht, weil der methodische Aufbau des Buches sowie die dezent gewählten Abbildungen mit wenig kognitivem Overload das Gehirn nicht überfordern, sondern gezielt fördern.

Die Birkenbihl-Methode

Vera F. Birkenbihl entwickelte eine Reihe von Lernmethoden, die auf den Prinzipien des gehirngerechten Lernens basieren. Diese Methoden zielen darauf ab, das Lernen effizienter, nachhaltiger und angenehmer zu gestalten. Zu den bekanntesten Birkenbihl-Methoden gehören:

  • Dekodieren: Hierbei wird ein Text in seine Bestandteile zerlegt und analysiert, um ihn besser zu verstehen.
  • Passives Hören: Durch wiederholtes Hören von Audioaufnahmen prägt sich die Aussprache und der Klang einer Sprache ein.
  • Aktives Abrufen: Das aktive Abrufen von Informationen aus dem Gedächtnis festigt das Gelernte.
  • Visualisierung: Das Erstellen von mentalen Bildern hilft, sich Informationen besser zu merken.

Die Birkenbihl-Methode im Sprachunterricht

Die Birkenbihl-Methode eignet sich besonders gut für das Sprachenlernen. Anstatt Vokabeln und Grammatikregeln stupide auswendig zu lernen, werden die Lernenden dazu angehalten, die Sprache auf natürliche Weise zu entdecken. Dies geschieht beispielsweise durch das Dekodieren von Texten, das passive Hören von Audiodateien und das aktive Anwenden der Sprache in realen Situationen. Lernen wir eine Sprache hingegen gehirn-gerecht, ist dies viel wirkungsvoller und nachhaltiger. Sprachenlernen kann Freude bereiten, auch in der Schule. Erfahren Sie in diesem Buch, wie das geht. Es wird gezeigt, wie die Methode im Fremdsprachenunterricht einfach eingesetzt werden kann, wie sie in Kombination mit jedem Sprachlehrmittel funktioniert und dadurch allen Lernenden zu Erfolgserlebnissen verhilft.

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Neuro-Mechanismen und Lernwerkzeuge

Inspiriert durch die bildlich dargestellte, exponentiell verlaufende Lernkurve, das symbolische Lernhaus unter Vereinigung von Wissen - Können - Kompetenz und den mir noch unbekannten Lernpythagoras fokussierte ich mich auf die verschiedenen Neuro- Mechanismen, welche viele der eigens angewandten Lehr- und Lernmethoden aus neurobiologischer und neurowissenschaftlicher Sicht validiert werden.

Der Buchabschnitt Toolbox mit Werkzeugen für erfolgreiches Lernen bestätigten mir die Wichtigkeit der Methodenvielfalt im Unterricht. Von der Mäntylä- oder ABC-Listen, über das Teekesselspiel oder der KaWas-Erstellung lernte ich verschiedene neue Begriffe kennen, die in meiner Methodensprache auch dem Erarbeiten einer Mindmap, der Wort-Assoziation oder der Priming Methode entsprechen.

Anwendung im Bildungsbereich

Die Birkenbihl-Methode kann in verschiedenen Bildungskontexten eingesetzt werden, von der Grundschule bis zur Erwachsenenbildung. Sie eignet sich sowohl für den traditionellen Unterricht als auch für das selbstständige Lernen.

Vorteile für Lehrpersonen

Lehrpersonen können von der Birkenbihl-Methode profitieren, indem sie ihren Unterricht gehirngerechter gestalten und so die Motivation und den Lernerfolg ihrer Schüler steigern. Die Methode bietet eine Vielzahl von Werkzeugen und Techniken, die im Unterricht eingesetzt werden können, wie z.B. das Dekodieren von Texten, das Erstellen von Mindmaps und das Durchführen von Lernspielen. Im anschliessenden Kapitel Praxis werden übersichtlich konkrete Unterrichtssituationen aus dem Bildungsumfeld beleuchtet, mit methodisch passenden Lektionenplanungen, welche mir speziell für Novizen in der Lehre als sehr hilfreich und lehrreich erscheinen.

Vorteile für Lernende

Lernende, die die Birkenbihl-Methode anwenden, können ihre Lernfähigkeiten verbessern und ihre Lernziele schneller und effektiver erreichen. Die Methode hilft ihnen, das Lernen als etwas Positives und Angenehmes zu erleben und ihre Motivation und ihr Selbstvertrauen zu stärken.

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Kritik und Kontroversen

Obwohl die Birkenbihl-Methode viele Anhänger hat, gibt es auch Kritik und Kontroversen. Einige Kritiker bemängeln, dass die Methode nicht ausreichend wissenschaftlich fundiert sei und dass sie zu stark auf Vereinfachungen und Pauschalisierungen beruhe. Andere weisen darauf hin, dass die Methode nicht für alle Lernenden und Lerninhalte geeignet sei. Gleichzeitig haderte ich noch ein bisschen mit dem Untertitel dieser Lektüre zum genialen Lernen und Lehren mit Birkenbihl-Methoden, weil ich mich im Rahmen der Neurodiversität in der Bildung nicht gerne auf Konzepte und Methoden einlasse, welche allgemeingültig sein sollen. Denn unsere neurologische Vielfalt postuliert gerade auch, dass jeder individuell lernt und lehrt und somit keine Pauschallösungen in der Bildung möglich sind.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Birkenbihl-Methode nicht als Allheilmittel für alle Lernprobleme betrachtet werden sollte. Sie ist vielmehr als eine von vielen möglichen Methoden zu sehen, die je nach Lernziel, Lernstil und individuellen Bedürfnissen eingesetzt werden kann.

Karin Holenstein: Expertin für gehirngerechtes Lernen

Karin Holenstein ist Lehrerin, zertifizierte Birkenbihl-Trainerin® und Inhaberin der Firma «protalk». Sie ist die Ansprechperson für gehirn-gerechtes Lernen und Lehren mit Birkenbihl-Methoden. Karin Holenstein begleitet seit vielen Jahren Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Fächern und wendet dabei Birkenbihl-Methoden konsequent an. Sie ist Beraterin, Coach und Referentin für gehirn-gerechtes Lernen und Lehren. Karin Holenstein will Schülerinnen und Schülern ein erfolgreiches und nachhaltiges Lernen ermöglichen.

Holenstein hat ein Buch über die Birkenbihl-Methode im Sprachunterricht geschrieben, das im hep Verlag erschienen ist. Dieses Buch richtet sich an Sprachlehrpersonen jeder Schulstufe und an Jugendliche wie Erwachsene, die ihre Fremdsprachenkenntnisse selbstständig verbessern oder eine Sprache neu lernen möchten.

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