Kurkuma und Migräne: Aktuelle Studien und Erkenntnisse

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Migräne ist ein anfallsartiger Kopfschmerz, der in unregelmäßigen Abständen wiederkehrt. Der Kopfschmerz wird als pulsierend, pochend oder stechend empfunden. Er tritt häufig einseitig an einer Kopfhälfte auf, kann sich jedoch auf die andere Kopfseite ausdehnen. Migräne ist eine Erkrankung mit entzündlichen Prozessen an Nerven und Nervenzellen. Eine Migräne stellt eine starke Belastung im Alltag von Betroffenen dar - die WHO stuft eine Migräne sogar als eine der am stärksten belastenden Erkrankungen ein. In Deutschland und Österreich leiden ca. 10 % der Bevölkerung an einer Migräne. Frauen erkranken dabei etwas häufiger als Männer. Es gibt verschiedene Theorien: Unter anderem wird vermutet, dass Entzündungen im Hirn hierbei einen Rolle spielen könnten. Eine andere Theorie wiederum vermutet, dass eine Störung des Energiestoffwechsels in den Mitochondrien vorliegen könnte. Zu unterscheiden von Ursachen einer Migräne sind die Auslöser einer Migräne-Attacke. Die genannten Auslöser, wie Stress, führen dazu, dass sich die Blutgefäße in unserem Gehirn erweitern. Es wird vermutet, dass daraufhin im Gehirn Entzündungsreize an den Hypothalamus gesendet werden.

Immer mehr Menschen suchen nach natürlichen Wegen, um Migräne zu lindern und vorzubeugen. Dabei rücken traditionelle Heilmittel und Ernährungsumstellungen in den Fokus. In diesem Zusammenhang werden Gewürze wie Kurkuma, Safran und Ingwer seit Jahrtausenden als Medizin eingesetzt - gegen Entzündungen oder Kopfschmerzen. Mediziner und Wissenschaftler untersuchen immer wieder, wie genau die Stoffe auf den Körper wirken.

Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirkung von Kurkuma, insbesondere des darin enthaltenen Curcumins, auf Migräne. Dabei werden Studienergebnisse, Wirkmechanismen und Anwendungsmöglichkeiten betrachtet, um ein umfassendes Bild der potenziellen Vorteile von Kurkuma bei Migräne zu vermitteln.

Die Rolle von Entzündungen bei Migräne

Es gibt bereits verschiedene Hinweise darauf, dass auch entzündliche Prozesse eine Rolle bei der Migräne spielen. Migräne ist eine Erkrankung mit entzündlichen Prozessen an Nerven und Nervenzellen. Der TNF, kurz für Tumornekrosefaktor, ein Signalstoff des körpereigenen Abwehrsystems, spielt mit seinen zahlreichen regulierenden Funktionen auch bei den Entzündungen bei der Migräne eine Rolle, wie verschiedene Studien bereits zeigen konnten. Der TNF steigert beispielsweise die Reizbarkeit von Nervenzellen und die Aktivierung von Schmerzrezeptoren, den sogenannten Nozizeptoren. All diese Elemente führen in der Folge zu Nervenentzündung und Kopfschmerz. Beispielsweise ist das Interleukin IL-1β vermutlich relevant für neuroimmunologische Aspekte der Pathologie. Die Auslöser einer Migräne sind nicht in muskulären oder faszialen Spannungen zu suchen, wie z.B. beim Spannungskopfschmerz, sondern haben vielfach neurologische Ursachen.

Curcumin: Ein entzündungshemmender Wirkstoff in Kurkuma

Die Forscher interessieren sich für den im Kurkuma enthaltenen Wirkstoff Kurkumin. Curcumin ist der Hauptwirkstoff in Kurkuma, der hauptsächlich für die Wirkung der Wurzel verantwortlich sein soll. Der Gehalt in Kurkuma ist allerdings recht gering, er macht durchschnittlich nur ca. Daher wird der Stoff oft isoliert und konzentriert angewendet. Denn Kurkuma enthält noch viele weitere Pflanzenstoffe. Diese können ebenfalls eine positive Wirkung haben und außerdem die Wirkung von Curcumin verstärken. Curcuminoide sind eine Gruppe von Pflanzenstoffen aus Kurkuma, von denen Curcumin das Hauptcurcuminoid darstellt. Curcumin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der zu den Polyphenolen gehört. Aus diesem Grund ist der gelbe Stoff als Nahrungsergänzungsmittel sehr beliebt und weit verbreitet.

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Seit 5000 Jahren setzt man ihn in der ayurvedischen Medizin gegen Entzündungen ein. Und weil Entzündungen vermutlich auch bei Krebserkrankungen eine Rolle spielen, gilt Kurkumin als krebshemmend. Auch die Bildung von Metastasen, Tochtergeschwülsten eines Tumors, kann man mit Kurkumin möglicherweise bremsen. Das zumindest legen experimentelle Untersuchungen nahe. Die wirksame Bekämpfung von Entzündungen bringt oft auch eine Schmerzlinderung für den Betroffenen mit sich. Positive Effekte von Kurkumin lassen sich zum Beispiel bei Patienten mit Knie-Arthrose beobachten.

Curcumin und TNF-α

Eine solche Substanz ist das Curcumin, das im Gewürz Kurkuma vorkommt und vor allem aus der Gewürzmischung Curry bekannt ist. Beide Substanzen gelten als nervenzellschützend (neuroprotektiv) und entzündungshemmend. Ihre Wirkung erreichen sie mittels verschiedener Mechanismen, darunter auch einer Hemmung der körpereigenen Produktion von TNF. Die Konzentration dieses Aufwieglers unter den Signalstoffen soll also mit Hilfe von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren gesenkt werden.

Ernährungswissenschaftler und Neurologen der Tehran University of Medical Sciences im Iran unter Leitung von Dr. Djalali untersuchten nun die entzündungslindernden Effekte von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren auf die Häufigkeit von Migräneattacken und die Konzentration des Biomarkers für entzündliche Prozesse, dem TNF. Dazu erhielten 74 Patienten mit episodischer Migräne über 2 Monate unterschiedliche Wirkstoffzusammensetzungen. Curcumin wurde in einer Nano-Zubereitung gegeben. Die Patienten wurden in 4 Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt beide Wirkstoffe, je eine Gruppe erhielt entweder Fischöl oder Curcumin alleine, und eine Gruppe erhielt nur Placebo. Die Forscher fanden, dass eine Kombination von Omega-3-Fettsäuren und Curcumin die Herstellung von TNF im Körper deutlich senkte. Diese Wirkung war stärker, als sie sich aufgrund der Wirkung von Curcumin und Fettsäuren allein hätte erwarten lassen. Die beiden Substanzen wirkten also stärker gemeinsam, mit einem sogenannten Synergie-Effekt. Die Blutkonzentration von TNF war nach Einnahme der einzelnen Wirkstoffe sogar unverändert im Vergleich zum Vorbehandlungsmesspunkt. Aber hatte der synergistische Effekt von Omega-3 und Curcumin auch einen Einfluss auf die Kopfschmerzen der Patienten? Tatsächlich war die Attackenhäufigkeit mit der Kombination der Wirkstoffe messbar reduziert.

Weitere entzündungshemmende Eigenschaften von Curcumin

Curcumin hat eine gute entzündungshemmende Wirkung. Curcumin kann beispielsweise bei älteren Probanden Entzündungsmarker besser senken als bei jüngeren. Die Autoren führen das darauf zurück, dass Entzündungsprozesse mit dem Alter zunehmen. Überraschende Ergebnisse gab es bei der Dosis. Denn mehr ist nicht immer besser. Allerdings könnte hier die Bioverfügbarkeit auch einen Einfluss haben. Dies wurde in der Untersuchung nicht berücksichtigt. Eine andere Studie kam aber zu dem Schluss, dass die entzündungshemmende Wirkung besser ist, wenn die Bioverfügbarkeit erhöht wird. Curcumin erhöht die Aktivität antioxidativer Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD) und Katalase (CAT) und fördert so den Abbau schädlicher freier Radikale. Dies ist ein weiterer Mechanismus, mit dem der Pflanzenstoff Entzündungen entgegenwirkt. Entzündungsfördernde Immunzellen setzen freie Radikale frei. Eine Studie mit 60 stark übergewichtigen jungen Mädchen konnte das gut zeigen. Nach den 10 Wochen war die gesamte antioxidative Kapazität (TAC) erhöht. Sie definiert die Fähigkeit des Körpers, reaktive Sauerstoffradikale (ROS) zu neutralisieren.

Studienlage zu Kurkuma und Migräne

Ob Curcuma oder Kurkuma - die optisch dem Ingwer ähnliche, aber im Inneren sehr intensiv gelblich gefärbte Knolle kennt beide Schreibweisen. Für eine mögliche Wirkung von Curcuma gegen Migräne und hier vor allem in der Migränevorbeugung untersuchen Forschende den Inhaltsstoff Curcumin. Eine Analyse experimenteller und klinischer Studien zu bestimmten Curcumin-Formen kam zu dem Zwischenfazit, dass Curcumin ein „vielversprechender Kandidat in der Vorbeugung und Kontrolle der Migräne“ sei - unter anderem wegen seiner antientzündlichen und schmerzlindernden Eigenschaften.

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In einer Studie nahmen z. B. 44 Frauen mit Migräne entweder 2-mal täglich je 500 mg Curcumin oder ein Placebo ein. Außerdem sank die Migränedauer von ursprünglich 21,8 Stunden auf 11,5 Stunden. Für die Bestimmung der Intensität wurde die VAS-Skala genutzt. Die Skala geht von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (Schmerzen höchster Intensität). Die Intensität sank von ursprünglich 7,6 auf 3,6 (28).

Synergieeffekte von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren und Curcumin sind neuromodulatorisch und antiinflammatorisch aktiv. Dies geschieht vermutlich über verschiedene Pfade, darunter auch die Suppression der IL-1β-Genexpression und damit eines wichtigen inflammatorischen Pfads.

Eine aktuelle Studie demonstrierte nun erneut, weshalb. Es gibt bereits verschiedene Hinweise darauf, dass auch entzündliche Prozesse eine Rolle bei der Migräne spielen. Beispielsweise ist das Interleukin IL-1β vermutlich relevant für neuroimmunologische Aspekte der Pathologie. Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen damit die Annahme, dass Omega-3-Fettsäuren und Curcumin als gemeinsame Nahrungsergänzung inflammatorische Prozesse effektiver beeinflussen können als die beiden Ergänzungen jeweils einzeln.

In einer Einzelstudie - allerdings in einer Kombination mit Curcumin - wurden noch überzeugendere Effekte erzielt. In dieser 4-armigen Studie erhielten die Teilnehmer Placebo, 1800 mg EPA/DHA, Nano-Curcumin oder beides. Der Entzündungsbotenstoff TNF-α sank unter Placebo um 9 %, unter Curcumin um 11 %, unter Omega-3 um 14 % und unter der Kombination um 47 %, was synergistische Effekte beider antiinflammatorischer Agenzien belegt. Auch die klinische Wirksamkeit war beeindruckend: Die Anzahl der Migräneattacken in den 4 Gruppen sanken von durchschnittlich 2,7-2,8 pro Woche unter Placebo um etwa einen halben, unter Curcumin um knapp einen, unter Omega-3 um etwas mehr als einen und unter der Kombination um mehr als 2 Tage [7].

Studiendesign und Ergebnisse einer Kombinationsstudie

DGP - Dem Interleukin IL-1β wird eine Rolle bei neuroimmunologischen Aspekten der Migränepathologie zugesprochen. Ziel einer neuen Studie im randomisierten Doppelblind-Verfahren war es, die synergistische Beziehung zwischen Omega-3-Fettsäuren und Nano-Curcumin bei der IL-1β-Genexpression und der Serumkonzentrationen von IL-1β bei Migränepatienten zu untersuchen.

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Die Studie wurde im randomisierten Doppelblind-Verfahren durchgeführt und war Placebo-kontrolliert. Patienten mit episodischer Migräne wurden in 4 Gruppen eingeteilt. Die Kombinationsgruppe erhielt Omega-3-Fettsäuren und Curcumin kombiniert, die Omega-3-Gruppe erhielt ausschließlich die Fettsäuren, die Curcumin-Gruppe erhielt ausschließlich Curcumin in der Nanoform, und die Placebogruppe erhielt Omega-3-Fettsäuren kombiniert mit einem Curcumin-Placebo. Insgesamt 80 Patienten mit episodischer Migräne nahmen an der Studie teil. Die Studiendauer betrug zwei Monate. Die Zahl der Migräneattacken reduzierte sich in der Kombinationsgruppe signifikant (p < 0,001). Die Konzentration von IL-1β im Serum reduzierte sich ebenfalls signifikant mehr bei den Teilnehmern der Kombinationsgruppe als bei den übrigen Teilnehmern, deren Konzentrationsdifferenzen keine statistische Signifikanz erreichten. Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen damit die Annahme, dass Omega-3-Fettsäuren und Curcumin als gemeinsame Nahrungsergänzung inflammatorische Prozesse effektiver beeinflussen können als die beiden Ergänzungen jeweils einzeln.

Weitere potenzielle Vorteile von Kurkuma

Wer von den positiven Effekten der gelben Wurzel profitieren will, muss aber nicht schwer krank sein. Kurkuma regt die Gallenproduktion an, das hilft bei der Verdauung fettreicher Speisen. Ein mit Kurkuma gewürztes Essen ist deshalb besser bekömmlich.

Auch bei Diabetes Typ 2 ist der Pflanzenstoff vielversprechend. Denn er kann die Blutzuckerregulation verbessern. Dies ist auch teilweise auf die entzündungshemmende Wirkung zurückzuführen. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 umfasste 18 Studien mit insgesamt 1.382 Diabetespatienten. Eine der 18 Studien umfasste beispielsweise 100 Diabetespatienten, die täglich entweder 500 mg Curcumin plus 5 mg Piperin oder ein Placebo einnahmen. Nach drei Monaten war in der Pflanzenstoffgruppe der Nüchternblutzucker im Schnitt um 9 mg/dl gesunken und der HbA1c um 0,9 %.

Der gelbe Stoff kann sich auch positiv auf die Cholesterinwerte auswirken. In der Untersuchung fand man zudem heraus, dass die Wirkung bei Stoffwechselerkrankungen, insbesondere Diabetes Typ 2, am größten ist.

Eine Studie konnte auch die gefäßschützende Wirkung des gelben Stoffs bestätigen. Eine Untersuchung überprüfte die bisherige Studienlage und kam zum Ergebnis, dass der Stoff in jedem Falle ein gewisses Potenzial besitze, die zu Alzheimer führenden krankhaften Prozesse zu verhindern oder wenigstens zu lindern (21). Der Pflanzenstoff wirkt dabei als Schalter spezieller Transkriptionsfaktoren. Diese Transkriptionsfaktoren regulieren Gene, die für eine Tumorbildung benötigt werden.

Curcumin konnte einer häufigen Nebenwirkung von Chemo- und Strahlentherapien entgegenwirken (24), der oralen Mukositis (Entzündung der Mundschleimhaut). In einer Studie nahmen 61 Krebspatienten während der Bestrahlung entweder 3-mal täglich 500 mg Kurkumaextrakt nach dem Essen ein oder ein Placebo. In der Kurkumaextrakt-Gruppe hingegen wiesen 86,7 % nur eine Mukositis Grad 1 auf, nur 10 % Grad 2 und kein Patient Grad 3 oder höher. Nach 6 Wochen Chemotherapie hatten die beiden Kurkumaextrakt-Gruppen signifikant weniger Gewicht verloren als die Placebogruppe. In der Placebogruppe hatten 75 % mehr als 3 kg Gewicht verloren. Der geringere Gewichtsverlust wird zumindest teilweise auf die mildere Mukositis in den beiden Kurkumaextrakt-Gruppen zurückzuführen sein.

Chronische Entzündungen stehen mit Depressionen in Verbindung. Eine Meta-Analyse zeigte, dass der Stoff als Begleittherapie Depressionen und Angstzustände zu lindern scheint. In einer der Studien nahmen 56 Probanden mit mittelschweren Depressionen entweder 2-mal täglich je 500 mg oder ein Placebo.

In einer Meta-Analyse (26 Studien, darunter 7 Humanstudien) zeigte sich, dass Curcumin entweder allein oder als Begleittherapie bei Patienten mit Psoriasis hilfreich sein kann.

Bioverfügbarkeit von Curcumin

Curcumin hat eine sehr schlechte Bioverfügbarkeit. Das bedeutet, dass beim Verzehr nur sehr geringe Mengen ins Blut gelangen, ca. 1 %. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Stoff auch nur in sehr geringen Mengen über die Darmwand aufgenommen wird. Piperin, ein sekundärer Pflanzenstoff aus schwarzem Pfeffer, kann die Bioverfügbarkeit um ca. das 20-Fache erhöhen. Allerdings erhöht Piperin auch die Bioverfügbarkeit von vielen anderen Stoffen, auch von Medikamenten. Da Curcumin fettlöslich ist, wird es in Verbindung mit Fett im Darm besser aufgenommen, was die Bioverfügbarkeit erhöht. Auch Erhitzen kann die Aufnahme von Curcumin verbessern.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, die Bioverfügbarkeit zu erhöhen. Bei mizellarem Curcumin wird der Pflanzenstoff in kleine Kügelchen verpackt, sogenannte Mizellen. In Mizellen verpackt kann der Pflanzenstoff im Darm besser aufgenommen werden, wodurch die Bioverfügbarkeit ca. Ein Problem ist aber, dass mizellares Curcumin meist den Emulgator und Konservierungsstoff Polysorbat 80 enthält, der den Darm schädigen kann. Dort kommt er allerdings nur in geringen Mengen vor und ist daher weitestgehend unbedenklich. Bei mizellarem Curcumin macht der Konservierungsstoff aber einen Großteil des Produkts aus. Hier ist das Prinzip ähnlich wie bei mizellaren Präparaten: Das Curcumin wird in wasserlösliche Kügelchen verpackt, was die Bioverfügbarkeit erhöht.

Curcumin-Phospholipid-Komplexe haben eine 29-fache höhere Bioverfügbarkeit als ungebundenes Curcumin (4). Auch hier wird der Pflanzenstoff wieder so verpackt, dass es wasserlöslich wird.

Da der Pflanzenstoff so eine geringe Bioverfügbarkeit hat, wird seine Wirkung oft angezweifelt. Viele Studien werden auch an isolierten Zellen durchgeführt. Insbesondere aus Tierstudien weiß man, dass er die Darmflora positiv beeinflussen kann (6). Der Darm wirkt auf den ganzen Körper und ein kranker Darm erhöht das Risiko für chronische Erkrankungen. Man sollte sich also nicht zu stark auf die Bioverfügbarkeit fokussieren. Sie ist vermutlich gar nicht so relevant.

Dosierung und Anwendung von Kurkuma

Wenn man nun als Patient nicht auf neue Wirkstoffe warten mag und auch eher der Tablettenform von Kurkumin und Fischöl abgeneigt ist, bleibt die Aufnahme mit der Nahrung. Die Dosierung von Kurkuma ist nicht ganz einfach, da Curcumin nur ein Bestandteil des Gewürzes ist. Außerdem lässt sich die Nano-Form des hier den Patienten gegebenen Curcumins in seiner Wirksamkeit nur schwer mit klassischen Pulverformen vergleichen. Folgt man verschiedenen Nahrungs- und Gesundheitsseiten, sollten aber theoretisch 1-3 Teelöffel Gewürzpulver am Tag in der Nahrung gut untergebracht werden können und ungefähr einer niedrigen, aber wirksamen Menge von Curcumin entsprechen. Diese Menge sollte auch gut verträglich sein und kann daher zum Testen durchaus sinnvoll sein. Besonders gut kann das Curcumin mit schwarzem Pfeffer und in Fett erhitzt aufgenommen werden.

Üblich sind Dosierungen von ca. Denn in Studien verursacht Curcumin selbst bei der Einnahme von mehreren Gramm täglich nur sehr selten Nebenwirkungen. Auch wenn der Pflanzenstoff kurzfristig sehr sicher zu sein scheint, gibt es kaum Daten zur langfristigen Sicherheit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht 3 mg Curcumin pro kg Körpergewicht täglich langfristig als sicher an (34). Dies beinhaltet aber alle Quellen, also nicht nur Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch Gewürze (Curry) oder Fertigprodukte. Insbesondere bei der Einnahme von Medikamenten ist es ratsam, Curcumin vorsichtig zu dosieren, da der Pflanzenstoff mit vielen Medikamenten wechselwirken kann. Da der Pflanzenstoff fettlöslich ist, sollten Sie ihn mit einer fetthaltigen Mahlzeit einnehmen. Bei höherer Dosierung (über 500 mg täglich), empfiehlt es sich, die tägliche Menge auf kleinere Dosen aufzuteilen. Die Verträglichkeit ist im Allgemeinen sehr gut. Der Pflanzenstoff sollte nicht bei Gallensteinen und anderen Gallenproblemen genommen werden. Denn er regt die Produktion von Gallensäuren an. Curcumin kann mit einigen Medikamenten wechselwirken. Außerdem kann er den Blutzuckerspiegel senken. Dass Curcumin mit Medikamenten wechselwirkt, bedeutet nicht, dass es nicht mit diesen Medikamenten kombiniert werden kann.

Kurkuma-Präparate

Beim Kauf des passenden Präparats haben Sie die Qual der Wahl. Es gibt unzählige Präparate auf dem Markt, wobei es sich nicht sagen lässt, welches nun das beste ist. Hierbei handelt es sich um annähernd reines Curcumin, das oft keine weiteren Kurkumabestandteile enthält. Entweder liegt es ungebunden vor oder ist in Mizellen, Phospholiden oder Cyclodextrinen „verpackt“. Kurkuma-Extrakte enthalten Curcuminoide in konzentrierter Form. Der Gehalt dieses Wirkstoffkomplexes liegt meist bei ca. Außerdem enthalten Kurkuma-Extrakte noch weitere Bestandteile der Kurkumawurzel wie ätherische Öle und weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Kurkuma-Pulver enthält nur einen kleinen Teil Curcumin. Wie bereits weiter oben erwähnt, bedeutet dies aber nicht zwangsläufig, dass das Pulver weniger gut wirkt, da die Wurzel noch viele weitere Pflanzenstoffe enthält. Es handelt sich um Grunde um "normales" Kurkuma, das es auch als Gewürz zu kaufen gibt, aber mit Piperin versetzt ist. Häufig findet man Komplexpräparate, die sowohl Kurkuma-Extrakt als auch Kurkuma-Pulver enthalten. Die Kombination ist durchaus sinnvoll: Sie liefert einerseits isoliertes Curcumin und noch weitere nützliche Inhaltsstoffe von Kurkuma.

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