Die Funktionsweise des logischen Denkens im Gehirn

Unser Gehirn, ein unglaublich komplexes Organ, steuert nahezu alle lebenswichtigen Körperfunktionen. Es ermöglicht uns zu sehen, zu hören, zu denken und zu fühlen. Es besteht aus mehreren Teilen, die jeweils bestimmte Funktionen erfüllen. Das Gehirn kann grob in drei Hauptbereiche unterteilt werden: das Großhirn, das Kleinhirn und den Hirnstamm.

Die zwei Gehirnhälften und ihre Spezialisierungen

Zwar ist unser Gehirn symmetrisch gebaut, doch sind die Aufgaben so auf beide Gehirnhälften verteilt, dass sie sich ergänzen. Die linke Hälfte denkt logisch, abstrakt und analytisch, die rechte bildhaft, gefühlsbetont und schöpferisch. Es gibt natürlich nicht den linken und rechten Gehirntyp in Reinkultur, genauso wenig wie rein auditive oder visuelle Lerntypen. Das Zusammenspiel von rechter und linker Gehirnhälfte ist für uns von großer Bedeutung. Das rechte Zentrum lässt uns erst die volle Bedeutung von Sätzen, nicht nur das Gesagte, sondern das Gemeinte verstehen.

Hier eine Übersicht darüber, wie man sich die Verteilung der Aufgaben vorstellen kann:

Die rechte Hemisphäre ist spezialisiert auf:

  • Gefühlsmäßiges Denken
  • Konkretes Denken
  • Anfassen und Begreifen
  • Bildung von Begriffen
  • Ganzheitliches Arbeiten
  • Integrieren
  • Musik, Geräusche
  • Farben, Gerüche
  • Formen, Bilder, Gestalten
  • Räumliches Nebeneinander
  • Sehen, Fühlen, Deuten und Verstehen
  • Intuition, Kreativität

Die linke Hemisphäre ist spezialisiert auf:

  • Logisches Denken
  • Abstraktes Denken
  • Analytisches Arbeiten
  • Analysieren
  • Buchstaben, Zahlen
  • Schriftbilder
  • Einzelheiten, Fakten
  • Zeitliches Nacheinander
  • Hören, Sprechen, Schreiben und Lesen
  • Befolgung von Regeln und Anweisungen

Das Großhirn, auch bekannt als Cerebrum, ist der größte Teil des Gehirns und besteht aus zwei Hemisphären, der linken und der rechten. Die linke Hemisphäre ist überwiegend für logisches Denken, Sprache und analytische Aufgaben verantwortlich, während die rechte Hemisphäre kreative Prozesse, visuelle Vorstellungen und emotionale Wahrnehmung steuert.

Die Suche nach dem Sitz der Intelligenz

Die Suche nach dem anatomischen Sitz der Intelligenz im Gehirn hat zu vielen verschiedenen Ideen inspiriert. Das Gehirn in seiner Gänze stand genauso unter „Verdacht“ wie der im Laufe der menschlichen Evolution angeblich besonders stark angeschwollene Frontallappen. Zudem nahm man strukturelle Merkmale unter die Lupe, die die Kommunikation zwischen verschiedenen Gehirnregionen verbessern könnten. Die bislang beste Antwort geht inzwischen davon aus, dass all dies ein bisschen stimmt. Bestimmte Gehirnregionen, die vor allem im Frontal- und Parietallappen liegen, aber auch im Temporal- und Okzipitallappen, bilden ein dezentrales Netzwerk der Intelligenz. Besser entwickelte und stärker verknüpfte Strukturen in diesen Bereichen bedeuten in der Regel auch einen höheren IQ.

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Die P-FIT-Theorie

Wie das funktioniert, erklärt ein Modell, das wie ein Fitnessprogramm klingt: P-FIT, die Parieto-Frontale Integrationstheorie. In Teamarbeit bringen die Komponenten dieses Hirnnetzwerks dabei Höchstleistungen bei der gezielten und konzentrierten Verarbeitung und Integration vielfältiger Informationen. Die Auswertung von mehr als 30 bildgebenden Studien weise „in markanter Übereinstimmung“ auf ein dezentrales Netzwerk im Gehirn hin. Dessen strukturelle Ausprägung und Aktivierung ermögliche bei Denkaufgaben eine verlässliche Vorhersage von Intelligenzleistungen. Die P-​FIT-​Komponenten steuern dabei unterschiedliche Zutaten zur Schlauheit bei. Haier und Jung ordnen ihnen zudem mehrere Stufen der „intelligenten“ Informationsverarbeitung zu. Beispielsweise verarbeiten verschiedene Regionen des Netzwerkes auf der ersten Stufe zunächst Sinneseindrücke. Auf den weiteren Stufen werden diese Sinnesinformationen zusammengeführt und ausgewertet. Unter anderem Areale im Frontallappen testen dabei verschiedene Lösungen für das jeweils gerade anstehende Problem. Viele weitere Studien haben P-​FIT seitdem weitgehend unterstützt und noch um einige Komponenten erweitert. Ihre Untersuchungen zeigten, dass Schädigungen in den P-​FIT-​Arealen die Intelligenz besonders beeinträchtigten. Eine wichtige Rolle ergab sich dabei auch für Merkmale, die ein effektives Arbeitsgedächtnis unterstützen. Die Myelinschicht isoliert die Nervenfortsätze und ermöglicht so eine schnellere Signalübertragung und damit bessere Kommunikation zwischen den P-​FIT-​Zentren. Auch eine besonders gut ausgeprägte Verbindung zwischen den Gehirnhälften brachten mehrere Arbeiten mit höherer Intelligenz in Verbindung.

Hirnreifung und Intelligenzentwicklung

Erste Indizien liefert die Hirnreifung im Zeitraffer. 1958 beschrieb der schweizerische Psychologe Jean Piaget (1896−1980), wie sich die Intelligenz in vier Stufen entfaltet: Alles beginnt mit der sensomotorischen Intelligenz im Baby- und Kleinkindalter, die vor allem der Meisterung von Bewegungsabläufen dient. Auf den nächsten Stufen entwickeln die kleinen Erdenbürger zunehmend Sinnes- und Sprachkompetenzen, die Fähigkeit zu komplexeren Denkprozessen und sind endlich im 10. bis 12. Lebensjahr allmählich zu abstrakten Denkleistungen in der Lage. Knapp ein Jahrzehnt später verknüpfte der amerikanische Biophysiker und Hirnforscher Herman T. Epstein (1920−2007) diese Phasen mit Wachstumsschüben im Gehirn, die jeweils eine neue Entwicklungsphase einleiten. So reifen im Alter von drei bis zehn Monaten Motorikzentren, sensorische Zentren folgen im Vorschulalter. Und zwei weitere Wachstumsschübe um das sechste und und zehnte Lebensjahr herum schaffen zunehmend komplexere und intensivere Verbindungen zwischen Gehirnregionen mit unterschiedlichen kognitiven Kompetenzen.

Gehirngröße und Intelligenz

Bei der Suche nach dem Sitz der Intelligenz im ausgereiften Gehirn gilt es zunächst, einige Sackgassen der Forschung auszuleuchten. Die erste besticht durch ihre Schlichtheit: Kann man mehr Intelligenz nicht einfach mit mehr Gehirn erklären? Darwins Cousin und Zeitgenosse Sir Francis Galton (1822−1911) war einer der ersten, der den Suchscheinwerfer auf die Gehirngröße richtete. Er verglich die Schädeldimensionen von über 1000 Studenten mit deren Prüfungsergebnissen. Und siehe da: die Schädel - und somit, so folgerte er, auch die Gehirne - der Studenten mit den besten Noten waren um zwei bis fünf Prozent größer. Doch auch wenn diese Annahme inzwischen widerlegt ist, lässt sich nicht jeglicher Zusammenhang zwischen Gehirngröße und IQ abstreiten. Ungefähr 15 Prozent der Unterschiede im IQ lassen sich tatsächlich anhand der Gehirngröße erklären. Damit kann man aber noch lange nicht von der Schädelgröße oder dem Gehirnvolumen eines Menschen auf seinen IQ schließen. Das zeigt auch der Größenvergleich der Gehirne zweier gleichermaßen klug geschätzer Schriftsteller: So lag das Gehirn des irischen Schriftstellers Jonathan Swift (1667−1745) mit 2000 Kubikzentimetern weit über dem menschlichen Durchschnitt von 1360 Kubikzentimetern. Dagegen wirkte der französische Literaturnobelpreisträger Anatole France (1844−1924) mit nur 1000 Kubikzentimetern geradezu wie ein Schrumpfkopf. Die graue und weiße Masse des Gehirns allein macht also noch nicht schlau.

Der Frontallappen

Einer der ersten Kandidaten für die genauere Betrachtung ist der Frontallappen. Lange glaubte man, dass dieser vordere Teil des Hirns im Zuge der Menschwerdung am meisten gewachsen ist. Das hat sich zwar inzwischen als Trugschluss herausgestellt. Doch in Scans der Positronenemissionstomografie sind Teile des Frontallappens bei zahlreichen Aufgaben, die der Intelligenzmessung dienen, besonders aktiv. Andererseits zeigte schon in den 1930er Jahren der kanadische Psychologe Donald O. Hebb (1904−1985), dass es alleine auf den Frontallappen kaum ankommen kann. Seine Untersuchungen von Patienten, denen größere Teile davon entfernt worden waren, ergaben nämlich, dass der IQ durch diese Verluste unbeeinträchtigt blieb. Der Intelligenz anhand von Gehirnen nachzuspüren, die entweder von Geburt an oder auf Grund von Unfällen von der Norm abweichen, erwies sich allerdings auch bei der weiteren Suche als beliebter Kniff. Der deutsche Neurologe Hans Helmut Kornhuber (1928−2009) folgerte beispielsweise aus Untersuchungen an Kindern mit Schäden in der Großhirnrinde, dass jedes Prozent zerstörtes Gewebe mit einer Minderung um drei bis vier IQ-​Punkte einhergehe. Bemühungen, Auffälligkeiten in der Gehirnstruktur von Betroffenen kognitiven Besonderheiten zuzuordnen, haben allerdings noch kein klares Bild ergeben.

Logisches Denken trainieren

Die geistige Leistungsfähigkeit des Gehirns kann durch Gehirntraining gesteigert werden. Ein gutes Gehirntraining verbessert gezielt und individuell die kognitiven Fähigkeiten der Gehirnareale - darunter die Merkfähigkeit, das Denkvermögen und die Konzentration. Damit trägt ein Gehirntraining dazu bei den Alltag leichter zu bewältigen und berufliche Erfolge zu erzielen.

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Bei der Auswahl eines Trainings ist darauf zu achten, dass es auf wissenschaftlicher Basis erstellt wurde und mit anerkannten Methoden arbeitet. Außerdem sollte das Training personalisiert, motivierend, abwechslungsreich, zielgerichtet und zukunftsorientiert sein. Daher eignet sich am besten ein Gehirntraining, dass anhand von individuellen Schwierigkeitsgraden in den zu absolvierenden Übungen das Gehirn optimal fordert. Werden diese Kriterien erfüllt, sorgt das Gehirntraining ganzheitlich für die Steigerung der kognitiven Fähigkeiten in den Gehirnarealen. Verbesserungen im Alltag werden dann schnell offensichtlich.

NeuroNation als Beispiel für Gehirntraining

Mit dem Gehirntraining von NeuroNation können Sie effektiv ihre Gehirnareale trainieren. In Kooperation mit Professoren, Hirnforschern und Gedächtnistrainern wurden über 60 Übungen aus 5 Kategorien entwickelt. Daher entspricht das Gehirntraining den wissenschaftlichen Standards und führt garantiert zu einer Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten der Gehirnareale im Großhirn. Zu Beginn können sie 14 Übungen unbegrenzt und völlig kostenlos testen. Zum weiteren Training steht Ihnen dann NeuroNation-Premium zur Verfügung.

Praktische Übungen für den Alltag

  • Zahlenreihen und Mustererkennung: Zahlenreihen sind der Klassiker unter den Logik-Übungen. Das Erkennen von Zahlen und das Fortsetzen einer Reihe fördert das logische Denken und die Fähigkeit, Muster zu analysieren.
  • Buchstabenfolgen verstehen: Buchstaben-Reihen trainieren Ihr Gehirn auf andere Weise. Jeder Buchstabe ist ein Teil einer größeren Sequenz und das Erkennen dieser Zusammenhänge fördert das Verständnis für Reihenfolgen.
  • Sudoku und Logik-Rätsel: Rätsel wie Sudoku oder Kreuzworträtsel sind hervorragend geeignet, um logisches Denken zu fördern. Sie zwingen Ihr Gehirn dazu, mehrere Variablen gleichzeitig zu berücksichtigen und systematisch vorzugehen.

Logiktests und Eignungstests

Viele Arbeitgeber nutzen Logiktests im Einstellungstest, um die analytischen Fähigkeiten von Bewerbern zu überprüfen. Diese Tests enthalten typische Aufgabentypen, die immer wieder vorkommen.

  • Matrizen: Fehlende Elemente in einem Muster ergänzen. Diese Aufgaben testen Ihr räumliches Denken und Ihre Fähigkeit, visuelle Zusammenhänge zu erkennen.
  • Analogien: Beziehungen zwischen Begriffen erkennen. Beispiel: Hund verhält sich zu Rudel wie Fisch zu ? (Schwarm)
  • Syllogismen: Aus gegebenen Aussagen logische Schlüsse ziehen. Diese Übungen trainieren Ihr deduktives Denken.

Logisches Denken im digitalen Zeitalter

In unserer digitalisierten Arbeitswelt wird logisches Denken noch wichtiger. Programmierung, Datenanalyse und der Umgang mit künstlicher Intelligenz erfordern strukturiertes Denken.

  • Apps und Online-Plattformen: Nutzen Sie digitale Trainingsprogramme für tägliche Übungen. Diese bieten den Vorteil, dass Sie jederzeit und überall üben können.
  • Programmierung lernen: Coding schult logisches Denken besonders effektiv. Bereits einfache Sprachen wie Python oder JavaScript helfen dabei, strukturiert zu denken.
  • Datenanalyse: Lernen Sie, Muster in großen Datenmengen zu erkennen. Excel oder spezialisierte Software trainieren Ihr analytisches Denkvermögen.

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