Alzheimer Kleeblatt: Ein umfassendes Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Die Diagnose Demenz stellt Betroffene und ihre Familien vor große Herausforderungen. Der Verein Kleeblatt hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu unterstützen und ihnen ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Mit einem breiten Spektrum an Angeboten, von Betreuungsgruppen über Gedächtnistraining bis hin zu Ausflügen mit der Rikscha, bietet der Verein vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung und Teilhabe.

Angebote für Menschen mit Demenz

Betreuungsgruppen und Tagespflege

Das Café Kleeblatt bietet regelmäßig Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz an. Dort wird gemeinsam gesungen, gespielt und sich bewegt. Ziel ist es, den Betroffenen zu zeigen, dass sie in der Gemeinschaft willkommen sind und ihnen Freude und Abwechslung zu bieten.

Auch die Tagespflege ist ein wichtiger Bestandteil des Angebots von Kleeblatt. Hier können Menschen mit Demenz tagsüber betreut werden und einen strukturierten Tagesablauf erleben. Die Tagespflege bietet eine Entlastung für Angehörige und ermöglicht den Betroffenen, soziale Kontakte zu pflegen und ihre Fähigkeiten zu erhalten.

Gedächtnistraining

Um die Gehirnleistung im Alter zu erhalten, bietet Kleeblatt Gedächtnistraining an. Unter der Leitung einer ausgebildeten Gedächtnistrainerin werden Übungen durchgeführt, die die Konzentrations- und Gedächtnisleistung fördern. Ähnlich wie Muskeln kann das Gehirn durch Training seine Leistungsfähigkeit erhalten.

Bewegung und Entspannung

Bewegung ist wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz. Kleeblatt bietet Yoga-Kurse an, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Bewegungseinschränkungen zugeschnitten sind. Die Übungsfolgen führen zu mehr Beweglichkeit und einem positiven Körperbewusstsein.

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Der Verein Kleeblatt ist stolzer Besitzer einer Rikscha, mit der sich mobilitätseingeschränkte Menschen in Kelsterbach und Umgebung in der warmen Jahreszeit spazieren fahren lassen können.

Unterstützung im Alltag

Kleeblatt unterstützt Menschen mit Demenz auch im Alltag. Ehrenamtliche Mitarbeiter begleiten sie zum Einkaufen, zum Arzt oder zu Behörden. Auch bei der Erledigung von Post oder beim Ausfüllen von Formularen wird Hilfe angeboten.

Kranken oder gehbehinderten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, denen der Weg in die Stadt- und Schulbibliothek nicht möglich ist, um sich mit Lektüre oder anderen Medienerzeugnissen zu versorgen, bietet Kleeblatt seit kontinuierlich Hilfe an.

Angebote für Angehörige

Gesprächskreise

Angehörige von Menschen mit Demenz sind oft stark belastet. Der Verein Kleeblatt bietet Gesprächskreise an, in denen sich Angehörige austauschen und gegenseitig unterstützen können. In den Gesprächskreisen können die Angehörigen ihre Sorgen und Ängste teilen und erfahren, dass sie nicht allein sind.

Entlastung

Kleeblatt bietet Angehörigen auch Entlastung an. Ehrenamtliche Mitarbeiter übernehmen die Betreuung von Menschen mit Demenz, damit die Angehörigen eine Auszeit nehmen oder wichtige Termine wahrnehmen können.

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Informationen und Beratung

Kleeblatt bietet Informationen und Beratung zum Thema Demenz an. In Vorträgen und Informationsveranstaltungen können sich Interessierte über die Krankheit informieren und wertvolle Tipps für den Alltag mitnehmen.

Ehrenamtliches Engagement

Der Verein Kleeblatt lebt vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese stehen älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern individuell und kompetent zur Seite. Sie bringen Zeit mit, sie führen Gespräche mit alten Menschen, gehen mit ihnen spazieren, kurz: sie beschäftigen sich auf einer individuellen Basis und ohne Zeitdruck mit den Bewohnern. Auch bei Veranstaltungen der Einrichtung sind die Ehrenamtlichen stets ansprechbar.

Kleeblatt ermöglicht darüber hinaus, dass jeder Ehrenamtliche selbst entscheidet, welche Hilfen er wann und wie lange anbietet.

Demenz in der Öffentlichkeit

Ein weiteres Ziel von Kleeblatt ist es, das Thema Demenz in die Öffentlichkeit zu tragen und so mehr Normalität im Umgang mit demenzkranken Menschen zu bringen. Durch Theaterstücke, Filme und Vorträge wird auf die Krankheit aufmerksam gemacht und Vorurteile abgebaut.

Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz

Das Kompetenzzentrum für Demenz der Kleeblatt-gGmbH in Freudental bietet Menschen mit Demenz ein Zuhause in einer beschützenden Umgebung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kompetenzzentrums sind speziell geschult im Umgang mit Demenzkranken und legen großen Wert auf eine individuelle Betreuung.

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Im Kompetenzzentrum gibt es keinen festen Plan, sondern die Bedürfnisse der Menschen stehen im Mittelpunkt. Die Bewohner entscheiden selbst, wann sie essen wollen und welche Aktivitäten sie unternehmen möchten.

Aktionswoche Demenz

Jedes Jahr findet im Landkreis Ludwigsburg die Aktionswoche Demenz statt. Unter dem Motto "Demenz - verbunden bleiben" bietet die Aktionswoche zahlreiche Veranstaltungen, die sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzen.

Beispiele für Aktivitäten im Rahmen der Aktionswoche:

  • Szenische Lesung "Die Akte Auguste D."
  • Büchertisch mit Büchern und weiteren Medien rund ums Thema Demenz
  • Demenznachmittag "Herbstfest"
  • Kinomobil "Honig im Kopf"
  • Vortrag und Selbsterfahrung "Essen und Trinken - nur eine Notwendigkeit?"
  • Infomarkt mit Vorträgen zum Thema Vorsorge und Pflege
  • Geführter Rundgang "Eindrücke erleben im Kompetenzzentrum"

Herausforderungen in der Pflege

Wie grundsätzlich im gesamten Pflegebereich, gibt es auch im Kompetenzzentrum Probleme, Personal für diesen Bereich zu finden. Allerdings gebe es hier im Freudentaler Kleeblatt eine geringere Fluktuation.

Zur Belastung der Mitarbeiter sagt Zipperer, es sei hier ein anderes Arbeiten als in der Pflege, man müsse viel Freude daran haben, mit Demenzkranken zu arbeiten: „Man muss sich von der Vorstellung lösen, wir haben eine Struktur und die Bewohner müssen sich anpassen. Hier geben die Bewohner die Struktur vor“, sagt sie. Man dürfe nichts persönlich nehmen und man müsse viel Humor haben, ergänzt die Wohnbereichsleiterin. „Wir lachen schon sehr viel hier im Haus“, sagt Zipperer.

Früherkennung von Demenz

Eine normale Zerstreutheit sei zu unterscheiden von ernsthaften Problemen, sich zu organisieren und etwa nicht mehr nach bekannten Rezepten kochen oder Rechnungen bezahlen zu können, teilt die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) in Düsseldorf mit.

Oft können Demente zunächst Orte oder Zeitabstände nicht mehr einordnen, informiert die Alzheimer Forschung Initiative. Betroffene vergäßen zum Beispiel das Jahr und die Jahreszeit, könnten die Uhr nicht mehr lesen oder wüssten in ihrer Straße nicht mehr, wo sie seien und wie sie nach Hause kämen.

Erste Symptome bei Demenz

  • Verlegen von Dingen - was über das „normale“ Maß von Schusseligkeit hinausgeht, etwa das Wiederfinden vom Hausschlüssel im Kühlschrank oder in der Dusche
  • Veränderung in der Stimmung - anhaltende Lustlosigkeit, plötzlich auftretende Angststörungen oder depressive Verstimmungen können auf eine beginnende Demenz hinweisen
  • Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis - ständiges Vergessen von Dingen, die gerade erst passiert sind
  • Probleme, Wörter zu finden - Faden verlieren im Gespräch oder das Fehlen einfacher Bezeichnungen im Alltag (Auto, Tasse, etc.)
  • Probleme, den Alltag zu bewältigen - Schwierigkeiten, sich beim Kochen an das Rezept von Alltagsgerichten zu erinnern oder Schwierigkeiten beim Schreiben des Einkaufszettels

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