Die menschliche Motivation ist ein komplexes Phänomen, das von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, von denen viele tief in unserem Gehirn verwurzelt sind. Dieser Artikel untersucht die psychologischen und neurobiologischen Grundlagen der Motivation und beleuchtet, wie unser Gehirn auf Belohnungen reagiert, wie Gewohnheiten entstehen und wie wir uns selbst motivieren können, unsere Ziele zu erreichen.
Evolutionäre Grundlagen der Motivation
Aus evolutionsbiologischer Sicht dient Motivation zunächst dem Überleben im Hier und Jetzt. Grundlegende Bedürfnisse wie Hunger und Durst treiben uns an, Nahrung und Wasser zu suchen. Wenn diese Bedürfnisse befriedigt werden, schüttet unser Gehirn Dopamin und andere Botenstoffe aus, die eine sofortige Belohnung signalisieren und das Verlangen nach mehr verstärken.
Prof. Dr. Mira Fauth-Bühler erklärt, dass unser Gehirn aus diesem Grund nicht auf langfristige Verhaltensweisen wie Sparen und Investieren ausgerichtet ist, da diese kurzfristige Belohnungen zugunsten langfristiger Ziele aufschieben. Um langfristige Sparziele zu erreichen, müssen wir Impulse unterdrücken, die eine sofortige Belohnung versprechen. Diese Fähigkeit wird vom präfrontalen Kortex gesteuert, einem entwicklungsgeschichtlich jungen Hirnbereich, der erst mit Mitte 20 voll entwickelt ist.
Das Belohnungssystem des Gehirns
Schöne Dinge wie guter Wein oder ein neues Kleid aktivieren unser Belohnungssystem im Gehirn. Bereits die Möglichkeit, eine Belohnung zu erhalten, beispielsweise der Anblick unseres Lieblingsrestaurants, kann die Dopaminausschüttung auslösen. Dies führt zu Verlangen und der Umsetzung von Handlungen, um unsere Wünsche zu erfüllen.
Gleichzeitig muss der Verlust des Geldes gegengerechnet werden. Hier kommt die Inselrinde ins Spiel, ein Hirnbereich, der unter anderem für die Schmerzverarbeitung zuständig ist. Wenn ein Preis als schmerzhaft hoch empfunden wird, ist die Insula aktiv, und die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs sinkt.
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Geschlechtsunterschiede beim Sparen
Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Frauen tendenziell besser sparen können als Männer. Bildgebungsstudien haben gezeigt, dass Frauen einen größeren präfrontalen Kortex besitzen, was ihnen ermöglicht, riskante und impulsive Käufe besser zu unterdrücken und somit Geld zu sparen.
Neuroplastizität und Verhaltenskontrolle
Das Gehirn ist plastisch, und die Vernetzung der Nervenzellen verändert sich ständig entsprechend den Umweltanforderungen. Auch unsere Verhaltenskontrolle können wir trainieren. Andererseits gilt: "Use it or lose it" - Verbindungen zwischen Nervenzellen bilden sich zurück, wenn sie nicht genutzt werden.
Neurobiologisch betrachtet ist es beispielsweise sinnvoll, mit einem klaren Plan einkaufen zu gehen, um die Versuchung von unnötigen Schnäppchenkäufen zu vermeiden. Es ist auch ratsam, nicht einkaufen zu gehen, um negative Emotionen zu regulieren. Stattdessen sollten andere, kostenlose Aktivitäten gefunden werden, die aufmuntern, wie beispielsweise ein Waldspaziergang. Zudem spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle: Wer sich bei der Entscheidung für oder gegen einen Kauf Zeit nimmt, aktiviert den präfrontalen Kortex.
Die Psychologie des Bezahlvorgangs
Wird bargeldlos mit Kreditkarte oder Smartphone eingekauft, entfällt ein Teil des Schmerzempfindens. Generell ist es besser, im Laden einzukaufen als online, da bei letzterem eine größere Gefahr besteht, die Kontrolle über das Einkaufsverhalten zu verlieren. Beim Online-Shopping ist es einfach, Dopaminkicks in kurzen Zeitabständen zu erzeugen, was ein hohes Suchtpotenzial birgt, ähnlich wie bei Glücksspielautomaten.
Veränderungen im Sparverhalten
Das Sparverhalten ist nicht unveränderlich. Die Werte haben sich in der Coronakrise verändert, wobei Sicherheit und Stabilität an Bedeutung gewonnen haben und hedonistische Konsummuster abgenommen haben. Es ist jedoch noch zu früh, um die langfristigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und des Ukraine-Krieges auf unser Sparverhalten zu quantifizieren.
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Neuroplastizität, Aufmerksamkeit und Lernen
Michaela Brohm-Badry betont, dass Aufmerksamkeit, Lernen und Neuroplastizität eng miteinander zusammenhängen. Unser Gehirn entwickelt sich lernend plastisch weiter, wenn es optimale Bedingungen findet: Wir sind aufmerksam für etwas, weil es uns wichtig ist und wir annehmen, die Aufgabe bewältigen zu können.
Neuroplastizität bezieht sich auf die Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns an unsere Erfahrungen. Es gibt zwei Formen: funktionelle Plastizität, die die Effizienz der synaptischen Übertragung zwischen Neuronen verändert, und strukturelle Plastizität, die das Gehirn anatomisch verändert.
Aufmerksamkeit wird als selektive Aufmerksamkeit definiert, die Fähigkeit, sich auf einen bestimmten Aspekt des sensorischen Inputs zu konzentrieren und den Rest zu ignorieren. Im Ruhezustand ist das "Default-Mode-Netzwerk" aktiv, während im Aufmerksamkeitszustand die Aktivität in den Netzwerken zunimmt, die für die spezifische Aktivität benötigt werden. Es werden exogene und endogene Aufmerksamkeit unterschieden, wobei letztere bewusst gesteuert werden kann.
Aufmerksamkeit ist ein wichtiger Schlüssel zur Neuroplastizität, da sie das Arousal erhöht und die Merkfähigkeit stärkt. Judy Willis argumentiert, dass Aufmerksamkeit eine Grundbedingung des Lernens ist. Es ist wichtig, das Interesse der Lernenden zu wecken, damit das Retikuläre Aktivierungssystem (RAS) geöffnet bleibt und Lernen über das limbische System im präfrontalen Kortex reflektiert werden kann.
Um Aufmerksamkeit und Interesse zu wecken, sollten Lerninhalte aufmerksamkeitserregend sein, die Relevanz des Inhalts hoch sein und die Aufgabe nicht zu leicht zu bewältigen sein. Die Aufmerksamkeit kann durch äußere Impulse (exogene Aufmerksamkeit) oder durch bewusste innere Fixierung auf eine Aufgabe (endogene Aufmerksamkeit) erregt werden.
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Motivation: Triebfedern des Tuns
Motivation ist ein zentraler Antrieb, der tief in unserem Gehirn verankert und auch evolutionär begründet ist. Das Belohnungssystem, das durch die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin reguliert, steuert, was wir als angenehm oder weniger angenehm empfinden. Die Funktionsweise des Belohnungszentrums hat jedoch auch eine Schattenseite: die Sucht als Motivation zu schlechten, schädigenden Zielen.
Wenn wir auf Ziele hinarbeiten und unsere Handlungen entsprechend anpassen, spricht man von Motivation. Forschende des Friedrich Miescher Institute for Biomedical Research (FMI) und der Universität Basel haben die Ereignisse im Gehirn einer Maus identifiziert, während sich das Tier auf eine bestimmte Weise verhält, um eine Belohnung zu erhalten. Sie zeigten, dass die Amygdala eine wichtige Rolle bei diesem zielgerichteten Verhalten spielt.
Julien Courtin und Yael Bitterman identifizierten Neuronengruppen in der Amygdala, die an verschiedenen Aspekten dieses zielgerichteten Verhaltens beteiligt sind. Sie zeigten, dass die Amygdala nicht nur die Art der Belohnung, ihre Größe und die Wahrscheinlichkeit, dass sie eintritt, repräsentiert, sondern auch ihren Wert - ein flexibler Parameter, der von vielen Faktoren abhängt.
Andreas Lüthi erklärt, dass die Amygdala Vorhersagen trifft - wenn ich X tue, werde ich Y bekommen - und sie passt diese Vorhersagen entsprechend den Veränderungen an. Diese Fähigkeit, unser Verhalten auf der Grundlage von Vorhersagen anzupassen, ist für uns Menschen von grundlegender Bedeutung.
Appetenz, Aversion und das dopaminerge System
Die Frage, was Menschen motiviert zu handeln, ist nicht nur eine psychologische, sondern vor allem eine neurobiologische. Grundlegend ist das menschliche Verhalten von zwei Tendenzen geprägt: dem Streben nach positiven Zuständen (Appetenz) und dem Vermeiden negativer Zustände (Aversion). Dieses Streben ist eng mit der Aktivität des sogenannten dopaminergen Systems verknüpft, welches eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Motivation spielt, da es Belohnungserwartung signalisiert und zielgerichtetes Verhalten fördert (Roth, 2016).
Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass dopamingetriebene Neuronen ihre Aktivität deutlich steigern, wenn eine Belohnung in Aussicht steht, und zwar nicht erst beim Erhalt der Belohnung selbst, sondern bereits bei ihrer Antizipation. Bleibt eine erwartete Belohnung hingegen aus, werden sogenannte „Enttäuschungsneuronen“ aktiv. In diesen Momenten zeigt sich auch erhöhte Aktivität in Arealen, die mit der Verarbeitung aversiver Reize und Schmerzreize assoziiert sind. Dieses Zusammenspiel bildet das Fundament des unbewussten Belohnungsgedächtnisses, das fortlaufend prüft, ob der tatsächliche Belohnungswert mit der Erwartung übereinstimmt (Roth, 2014).
Bemerkenswert ist, dass nicht das reale Lust- oder Unlusterleben primär handlungsleitend ist, sondern bereits die Vorstellung davon. Das bedeutet, dass Motivation entsteht, wenn das dopaminerge System dem Frontalhirn signalisiert, dass eine lohnenswerte Belohnung bevorsteht. Je höher die erwartete Belohnung und je größer die Unsicherheit, ob sie tatsächlich eintritt, desto stärker die neuronale Aktivierung. Zudem konnte gezeigt werden, dass die Dopaminkonzentration besonders dann ansteigt, wenn eine Handlung über mehrere Zwischenschritte hinweg ausgeführt werden muss, um eine Belohnung zu erhalten.
Innere Antriebskräfte und äußere Reize
Inzwischen besteht wissenschaftlicher Konsens darüber, dass die unterschiedlichsten Motive unser Verhalten lenken. Dazu zählen lebenserhaltende, primäre Antriebe. Sie kommen dann ins Spiel, wenn wir etwas tun, um etwa Hunger oder Schmerzen zu vermeiden oder ein Gefühl der Sicherheit anstreben. Andere Antriebskräfte sind das Ergebnis unserer sozialen Erfahrung, wie etwa das Bedürfnis nach Anerkennung.
Anfang der 1960er-Jahre führte der amerikanische Sozial- und Verhaltenspsychologe David McClelland die „Big Three“ der Motivatoren ein: Erfolg, Macht und Zugehörigkeit. Er wies nach, dass der menschliche Körper positiv auf die Befriedigung dieser Antriebskräfte reagiert. Ferner erkannte McClelland zwei Kategorien von Motivation. Es gibt die extrinsische Motivation, bei der Anreize von außen erfolgen, und die intrinsische Motivation, bei der die Beweggründe für unser Handeln in uns selbst begründet liegen.
Heute geht die Forschung davon aus, dass äußere Anreize vor allem bei sogenannten algorithmischen Aufgaben funktionieren. Bei Aufgaben hingegen, die neuartige kreative Lösungen erfordern, sind nicht extrinsische Motivationsfaktoren zielführend, sondern die intrinsische Motivation. Sie bezieht sich auf „unser angeborenes Bedürfnis, unser Leben selbst zu bestimmen, zu lernen und neue Dinge zu erschaffen sowie uns selbst und unserer Umwelt Gutes zu tun“, sagt Daniel Pink. Demnach haben Menschen mit inneren Antrieben „ein höheres Selbstwertgefühl, bessere soziale Beziehungen, sie lernen schneller, sind kreativer, produktiver und glücklicher.“
Motive sind die eine Seite der Medaille, Ziele die andere. Sobald die angestrebten Ziele nicht mit unseren Bedürfnissen übereinstimmen, wirken sie sich negativ auf die Arbeitsmoral aus. Ziele machen für uns dann am meisten Sinn, wenn sie zu dem passen, was uns ausmacht und antreibt.
Die Psychologen Gabriele Oettingen und Peter Gollwitzer entwickelten „Wenn-dann-Pläne“ und die WOOP-Methode, um Hürden zu überwinden. Ihre Methode verknüpft abstrakte Ziele mit konkreten Schritten in der Gegenwart. Der Hintergrund: Wer von vornherein mit einplant, was zu tun ist, wenn es anstrengend wird, der hält länger durch.
Darüber hinaus steigen die Chancen, dass ein Unternehmen nachhaltig erfolgreich sein wird, wenn sich die Mitarbeiterschaft neben Werten und Strategie auch mit den großen Zielen identifizieren kann. Führungskräfte sind gefragt, die vorangehen und ein „Händchen“ dafür haben, die richtigen Impulse zu setzen. Eine wesentliche Grundbedingung für den Erfolg und die Freude an der Arbeit ist und bleibt, dass Mensch, Job und Teams zueinander passen müssen.
Handlungskrisen und positive Gewohnheiten
Das Problem verschärft sich mit der Frage: Soll ich weitermachen oder nicht? Diese Handlungskrise wird durch Misserfolge und Rückschläge ausgelöst, nicht dadurch, dass das Vorhaben an Attraktivität verloren hätte, sagt die Expertin für Motivationspsychologie Veronika Brandstätter-Morawietz.
Wer positive Gewohnheiten nach einem bestimmten Reiz-Reflex-Schema entwickelt, erhöht die Chance, seine Ziele zu erreichen. Dazu empfiehlt die Psychologin Wendy Wood, „Kontextauslöser“ zu schaffen, damit sich die damit verbundenen Handlungsaufforderungen über neuronale Verknüpfungen im Gehirn dauerhaft verfestigen.
Eine andere Technik ist das, was die Wissenschaftler Richard Thaler und Cass Sunstein „Nudging“ - also anstupsen - nennen. Diese Methode soll sanft und mit einem gewissen „Spaßfaktor“ positiv auf das gewünschte Verhalten einwirken.
Stoische Philosophie und Selbstwirksamkeit
Nelson Mandela überwand seine dunkle Zeit im Gefängnis durch die stoische Philosophie, die ihm half, die Welt gelassen und realistisch zu sehen und die Dinge ins richtige Verhältnis zu setzen.
Grundsätzlich ist ein gesunder Optimismus entscheidend, um ein Ziel zu erreichen. Der kanadische Psychologe Albert Bandura nennt das Self-efficacy Beliefs - Selbstwirksamkeit. Darunter versteht er die Überzeugung, auch schwierige Herausforderungen bewältigen zu können.
Dopaminrezeptoren und Kosten-Nutzen-Analyse
Mithilfe von Positronen-Emissions-Tomographie (PET) konnten Forscher die Aktivität von Dopamin-Rezeptoren im Gehirn von Affen sichtbar machen. Die Forscher um Dr. Yukiko Hori haben sich auf den Neurotransmitter Dopamin konzentriert, der eine zentrale Rolle bei der Auslösung von Motivation und der Regulierung des Verhaltens, basierend auf der Kosten-Nutzen-Analyse, spielt.
Die Analyse zeigt, dass das Treffen von Entscheidungen, basierend auf wahrgenommenem Nutzen und Kosten, die Beteiligung von D1R und D2R beim Anreiz der Motivation, für den die Größe der Belohnung für das Ausführen der Aufgabe entscheidend war, und die Erhöhung der Bevorzugung geringer, aber sofortiger Belohnungen erforderte. Auch reguliert die Dopamin-Übertragung via D1R und D2R den auf Kosten basierenden motivationalen Prozess durch verschiedene neurobiologische Vorgänge für Nutzen und Kosten. Der Vorgang, bei dem der Wert einer Belohnung, basierend auf dem Ausmaß der dafür notwendigen Anstrengung verworfen wurde, stand ausschließlich mit der Beeinflussung von D2R in Verbindung.
Neujahrsvorsätze und die Macht der Gewohnheit
Motivationspsychologen und Neurobiologen forschen seit Jahren zu den biochemischen und unbewussten Widerständen, die uns daran hindern, unsere Neujahrsvorsätze umzusetzen. Mittlerweile haben sie effektive Methoden gefunden, die helfen, uns zu motivieren.
Gerhard Roth erklärt, dass eine Abkehr von Gewohnheiten regelrecht Schmerz, Unlust und Angst auslösen kann. Unser Gehirn liebt Automatisierung, denn sie spart Energie. Um motiviert Ziele umzusetzen, müssen wir daher unser neurochemisches Netz umprogrammieren. Aus Sicht der Neurobiologie dauert es rund 21 Tage, bis ein neues Netz entstanden ist, sich neue Verschaltungen im Gehirn gefestigt und neue Muster die alten Automatismen verdrängt haben.
Therapeuten empfehlen, mit To-do-Karten zu arbeiten, auf denen die wichtigsten Ziele für den nächsten Tag stehen. Zudem helfe es im Sinne der Selbstregulation zu lernen, stimmungsunabhängig zu handeln.
Positive Fantasien und die WOOP-Methode
Die Psychologin Gabriele Oettingen konnte zeigen, dass gnadenlose Optimisten nicht etwa besser ihre Ziele erreichen, sondern schlechter. Sie entwickelte die WOOP-Methode ("Wish-outcome-obstacle-plan"), die hilft, ins Handeln zu kommen und Ängste in Schach zu halten.
Hat man seinen Stolperstein entdeckt, helfe eine simple "Wenn-dann-Regel", ein Plan. Oettingen spricht von "Durchführungsintentionen" nach dem Muster "Wenn Hindernis oder Situation X auftaucht, werde ich mit dem Verhalten Y reagieren." Unser Gehirn wird so entlastet und die Möglichkeit steigt, dass wir unser Ziel trotz Hindernisses umsetzen.
Mikroziele und Auslösereize
Wer trotz aller Selbstmotivationstricks Schwierigkeiten hat, sein Ziel umzusetzen, hat vielleicht die eigene Messlatte zu hochgelegt. Dann sollte man sein Ziel in "Mikroziele" zerlegen. Auch mit beinahe lächerlichen Babyschritten kommt man voran!
Auch simple "Auslösereize" für eine Handlung können helfen. Optische Auslöser können beispielsweise der bereitgestellte Sportschuh oder die gepackte Sporttasche sein, die ich morgens sehe und die mich an die frühe Laufrunde erinnern oder an das Sportstudio nach der Arbeit.
Motivation und Hirnforschung
bild der wissenschaft widmet sich in der Oktober-Ausgabe dem Thema Motivations-Forschung. Der erste Beitrag dreht sich um die grundsätzliche Rolle von Motivation im menschlichen Leben und um die neusten Erkenntnisse der Hirnforschung. Dabei steht im Zentrum, welche Hirnfunktionen uns zu Machern machen - oder eben auch nicht. Es zeichnet sich ab: Wille und Selbstkontrolle entstehen im Stirnhirn und werden durch ein dreiteiliges Nervennetzwerk gesteuert.