Nackenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, von dem Schätzungen zufolge etwa jeder zweite Mensch mindestens einmal im Leben betroffen ist. Oftmals sind harmlose Muskelverspannungen die Ursache, die durch ungünstiges Schlafen, langes Sitzen am Computer oder Stress entstehen können. In vielen Fällen können solche Nackenschmerzen durch Wärme, leichte Schmerzmittel, Entspannungs- und physiotherapeutische Übungen sowie mehr Bewegung gelindert werden. Allerdings können Nackenschmerzen auch ernstere Ursachen haben, wie Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule, rheumatische Erkrankungen oder Arthrose der Wirbelgelenke. In solchen Fällen ist eine gezielte orthopädische Behandlung wichtig.
Ursachen von Nackenschmerzen
Nackenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Die Halswirbelsäule ist sehr beweglich, aber auch empfindlich. Muskeln und Bindegewebe im Nackenbereich benötigen eine gute Durchblutung und Wärme, um optimal zu arbeiten.
Häufige Ursachen
- Muskuläre Verspannungen: Muskelverspannungen sind die häufigste Ursache für Nackenschmerzen. Sie können durch einseitige Belastung, ungünstige Sportarten oder -techniken entstehen. Auch Stress erhöht die Muskelspannung und kann Nackenverspannungen verstärken oder allein auslösen.
- Fehlhaltungen: Eine ungünstige Haltung des Halses und/oder Kopfes begünstigt Nackenschmerzen, so auch bei einer schlechten Schlafposition oder einer häufigen Nutzung des Smartphones mit gebeugtem Kopf. Die Nutzung eines Smartphones verlangt unserem Nacken Höchstleistungen ab. Wenn wir auf das Handy schauen, ist unser Kopf um etwa 60 Grad nach unten geneigt. Dieser extreme Winkel lässt die fünffachen Kräfte auf die Halswirbelsäule wirken: Während der Kopf eines durchschnittlichen Erwachsenen bei aufrechter Haltung mit 6 Kilogramm Gewicht auf der Nackenwirbelsäule aufliegt, wirken aufgrund des Winkels nunmehr 30 Kilogramm auf Wirbel und Bandscheiben. Eine häufige und lange Nutzungsdauer des Smartphones bedeutet somit für die Wirbel, Bandscheiben und Muskeln in diesem Bereich eine enorme Belastung. Muskelverspannungen und Schmerzen - umgangssprachlich „Handy-Nacken“- bis hin zum Bandscheibenvorfall können die Folge sein.
- Stress: Stress erhöht die Muskelspannung und kann Nackenverspannungen verstärken oder allein auslösen. Psychische Anspannungen zeigen sich schnell in verhärteten Muskeln. Wer sich bewusst Zeit zum Entspannen nimmt, kann aktiv dagegenwirken, etwa mit Progressiver Muskelentspannung. Diese Entspannungstechnik wurde in den 1920er Jahre von dem Arzt Edmund Jacobson entwickelt. Dabei werden einzelne Muskelgruppen von Kopf bis Fuß angespannt und wieder lockergelassen. Dadurch kommt man immer mehr innerlich zur Ruhe.
- Falsches Liegen: Um nachts zu regenerieren und erholt aufzuwachen, sollten Matratze und Kissen individuell angepasst sein. Seitenlage: Für Menschen mit Nacken- oder Rückenschmerzen ist die Seitenlage meist die beste Position, weil die Wirbelkörper entlastet werden. Bauchlage: Weniger empfehlenswert, da der Kopf dauerhaft zur Seite gedreht wird. Unabhängig von der Rückengesundheit spielt es eine Rolle, ob man auf der linken oder rechten Seite schläft. Auf der rechten Seite ist der Druck auf Herz und Lunge etwas größer, Sodbrennen kann häufiger auftreten. Wichtig ist außerdem: Der Körper bewegt sich nachts von Natur aus. Alle 10 bis 20 Minuten wechseln wir unbewusst die Position. Diese Bewegungen sind wichtig für Durchblutung, Gelenkbeweglichkeit und Bandscheibenregeneration. Wer leicht friert, kommt häufig mit einer Kaltschaummatratze gut zurecht. Federkernmatratzen leiten Wärme besser ab und eignen sich für Menschen, die schnell schwitzen. Für Paare empfiehlt Dr. Seitenschläfer: Die Schulter sollte tief in die Matratze einsinken können, der Kopf darf nicht nach unten abknicken. Ideal sind schmalere Kissen (z. B. 40 × 60 cm oder 40 × 80 cm), die den Abstand zwischen Schulter und Kopf ausfüllen. Bauchschläfer: Hier sollte möglichst kein hohes Kopfkissen verwendet werden.
- Zugluft: Schon ein kalter Luftzug kann Nackenschmerzen auslösen. Wer weiß, dass er empfindlich reagiert, sollte auch im Sommer den Halsbereich mit einem leichten Tuch schützen.
Spezifische Ursachen
Spezifische Nackenschmerzen haben eine klar identifizierbare Ursache. Dazu gehören:
Verletzungen der Halswirbelsäule: z. B. Schleudertrauma durch Autounfälle. Durch einen heftigen Aufprall wird der Kopf rasch vor und zurückgeschleudert. Die Folge sind kleine Verletzungen im Muskel- und Bindegewebe, schmerzhafte Verspannungen und eingeschränkte Beweglichkeit für einige Tage. In den meisten Fällen bilden sich die Symptome zeitnah wieder vollständig zurück.
Fehlstellungen der Wirbelsäule: z. B. Skoliose.
Lesen Sie auch: Wie man Nacken-Hinterkopf-Neuralgie behandelt
Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule: z. B. an den Wirbelgelenken oder Bandscheiben. Im Laufe des Lebens treten an der Wirbelsäule normale Verschleißerscheinungen auf. Die Bandscheiben werden dünner und es können sich kleine Zacken an den Rändern der Wirbelkörper bilden, was als Osteochondrose bezeichnet wird. Eine Arthrose an den Wirbelgelenken bezeichnet man als Spondylarthrose. Durch diese Veränderungen kann die Beweglichkeit der Halswirbelsäule abnehmen, weshalb Nackenschmerzen besonders im Alter zunehmen. Auch Übergewicht führt zu einer starken mechanischen Belastung der Halswirbelsäule.
Bandscheibenvorfall: Wenn der Wirbelkanal verengt ist oder vorgewölbtes bzw. ausgetretenes Bandscheibengewebe auf eine Nervenwurzel drückt, kann es zu Nackenschmerzen kommen, die in Schulter oder Arm ausstrahlen. Ein Bandscheibenvorfall kann, muss aber nicht zu Beschwerden führen. Bei einer Bandscheibenprotrusion wölbt sich der Gallertkern der Bandscheibe in den Wirbelkanal vor. Der feste Faserring ist noch intakt, aber aufgrund von Verschleißprozessen geschädigt. Bei einem Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) durchbricht der Gallertkern den Faserring und tritt nach außen. Durch das Bandscheibenmaterial kann ein Spinalnerv oder das Rückenmark eingeengt werden. Am häufigsten von einem HWS-Bandscheibenvorfall sind die Halswirbelkörper C5 und C6 bzw. C6 und C7 betroffen.
Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose): Für den verringerten Durchmesser können ein Bandscheibenvorfall oder knöcherne Anbauten (Spondylophyten) verantwortlich sein. Die Verengung sorgt für eine Kompression des Rückenmarks oder des Spinalnerven, letztere meist einseitig.
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen: z. B. Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew.
Infektionen: z.B. Meningitis (Gehirnhautentzündung).
Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei eingeklemmtem Nerv im Nacken
Osteoporose: Bei einem instabilen Wirbelkörper aufgrund von Osteoporose können harmlose Alltagssituationen zu einem Wirbelkörperbruch führen. Brüche (Frakturen) im Bereich der Halswirbel entstehen entweder durch Unfälle, Gewalteinwirkung oder durch eine Erkrankung, die die Knochensubstanz schädigt. Dazu zählen Knochenschwund (Osteoporose), Knochentumore und -metastasen. Aufgrund der Nähe zum Rückenmark sind Wirbelbrüche immer ein medizinischer Notfall und bedürfen sofort einer ärztlichen Untersuchung.
Tumore: Tumore der Schilddrüse, Wirbel oder Lymphknoten.
Fibromyalgie-Syndrom
Zähneknirschen (Bruxismus): Zähneknirschen wirkt sich unmittelbar negativ auf die Nackenmuskulatur aus. In solchen Fällen empfiehlt sich eine Aufbiss-Schiene, die Störkontakte zwischen den Zähnen ausgleicht und damit Zähneknirschen und -pressen verhindert.
Gelenkblockaden
Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei Nervenentzündung im Nacken
Fehlstellungen der Füße oder Hüfte
Symptome von Nackenschmerzen
Nackenschmerzen können sich mit unterschiedlichen Beschwerden bemerkbar machen. Die Schmerzen können auf den Nacken beschränkt bleiben oder auf die Schulter übergehen und in den Hinterkopf oder die Arme ausstrahlen. Dies ist der Fall, wenn Nervenwurzeln zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall gereizt sind. Dann können auch Empfindungsstörungen wie Taubheitsgefühle, „Ameisenlaufen“ und Kribbeln sowie eine eingeschränkte Muskelkraft in den Händen und Fingern auftreten. In manchen Fällen gehen die Nackenbeschwerden auch mit Ohrensausen (Tinnitus) einher. All diese Beschwerden, die ihren Ursprung in der Halswirbelsäule haben, werden unter dem Begriff HWS-Syndrom (Halswirbelsäulen-Syndrom) zusammengefasst. Andere Begriffe für Nackenschmerzen sind „Zervikalsyndrom“, „Zervikalgie“ oder „steifer Hals“.
- Schmerzen: Die Schmerzen können sich als leichtes Ziehen bis zu starken, ausstrahlenden Schmerzen äußern. Sie können stechend, pochend sein oder mit Knacken einhergehen.
- Verspannungskopfschmerzen: Sind Muskeln im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich stark verspannt, klagen viele Betroffene über deutliche Spannungs-Kopfschmerzen. Verspannte und verhärtete Muskeln im Nacken können Nerven im Kopfbereich beeinträchtigen und auf Blutgefäße einwirken, die den Kopf versorgen. Unter Umständen vernehmen Betroffene dadurch ein Rauschen, Pfeifen oder Klingeln im Ohr. Somit ist es nicht ungewöhnlich, wenn zu verspannungsbedingten Nackenschmerzen ein Tinnitus hinzukommt.
- Ausstrahlung in Arme und Schultern: Strahlen Nackenschmerzen in Schulter, Arm oder Hand aus, deutet dies häufig auf Probleme im mittleren oder unteren Bereich der Halswirbelsäule hin. Nackenschmerzen aufgrund von eingeklemmten Nerven können in die Schulter und in den Arm ausstrahlen.
- Bewegungseinschränkungen: Ein steifer Hals kann die Beweglichkeit des Kopfes einschränken. Einige Betroffene können den Kopf nur eingeschränkt nach links, rechts, oben und unten drehen oder verspüren dabei zusätzliche Schmerzen.
- Neurologische Symptome: In extremeren Fällen kann das HWS-Syndrom auch zu Taubheitsgefühlen in Armen und Händen führen, vor allem Daumen und Zeigefinger können betroffen sein.
Diagnose von Nackenschmerzen
Leiden Sie jedoch unter starken, wiederkehrenden oder länger anhaltenden Nackenschmerzen, ist eine orthopädische Abklärung sinnvoll. Bei starken oder anhaltenden Nackenschmerzen ist ein Arztbesuch für eine exakte Diagnosestellung notwendig. Dabei stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung, die je nach Art und Ausprägung der Beschwerden zum Einsatz kommen können.
- Anamnese: In einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung ermittelt der Arzt zunächst die Ursache Ihrer Beschwerden. Zu Beginn der Diagnose steht das Anamnese-Gespräch, bei dem sich der Arzt ein umfassendes Bild über die individuellen Beschwerden des Patienten macht.
- Wann haben die Schmerzen begonnen und wie haben sie sich im Laufe der Zeit entwickelt?
- Wo sind die Nackenschmerzen lokalisiert und strahlen die Schmerzen auch auf andere Bereiche aus?
- Wie würden Sie die Art des Schmerzes beschreiben?
- Bestehen weitere Beschwerden wie z. B. Fieber, Gewichtsverlust oder Nachtschweiß?
- Haben Sie Taubheitsgefühle oder Kraftverlust beobachtet?
- Leiden Sie derzeit unter privatem oder beruflichem Stress und verspüren Sie innere Anspannung?
- Haben Sie selbst bestimmte Auslöser der Beschwerden in Verdacht?
- Klinische Untersuchung: Auf Basis des Gesprächs zur Krankheitsgeschichte erfolgt in der Regel eine körperliche Untersuchung. Der Arzt nimmt dabei die Körperhaltung in Augenschein, tastet die Halswirbelsäule ab und prüft die Beweglichkeit. Zudem testet er Reflexe und inspiziert die Kopfhaltung, ggf. Asymmetrien des Gesichts und die Wirbelsäule. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Nacken abgetastet und die Beweglichkeit von Kopf, Hals und Schultern geprüft. Zudem werden Muskelkraft, Sensibilität sowie Reflexe geprüft.
- Bildgebende Verfahren: In manchen Fällen können sogenannte bildgebende Diagnoseverfahren bei Nackenschmerzen sinnvoll sein. Dazu zählen:
- Röntgenuntersuchung
- Computertomographie (CT)
- Magnetresonanztomographie (MRT)
- Laboruntersuchung: Besteht der Verdacht auf eine Grunderkrankung, wird dem Patienten Blut zum Zwecke der Laboruntersuchung entnommen.
Behandlung von Nackenschmerzen
Die Behandlung von Nackenschmerzen richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Akut auftretende Nackenschmerzen verschwinden meist von allein. Um Nackenschmerzen am Schreibtisch zu vermeiden, ist die richtige Ergonomie entscheidend. Stuhleinstellung: Füße stehen flach auf dem Boden oder einer Fußstütze. Knie leicht tiefer als die Hüfte. Bei akuten Nackenschmerzen und anderen Beschwerden, die auf ein HWS-Syndrom zurückgeführt werden können, ist es ratsam, die Halswirbelsäule wieder zu mobilisieren und die Schmerzen zu reduzieren, sodass Sie schnell aus einer Schonhaltung herauskommen. Dabei helfen Dehnübungen, Übungen aus der Rückenschule und ein gezieltes Training der Nackenmuskulatur unter ärztlicher oder physiotherapeutischer Aufsicht. Achten Sie darauf, stets mit kontrollierten, langsamen Bewegungen zu trainieren und abrupte Drehungen des Kopfes zu vermeiden. Geeignete Übungen sind hier z. B. isometrische und kräftigende Übungen für den Nackenbereich, bei der die Halswirbelsäule sanft gedehnt, gekräftigt und mobilisiert wird oder Halteübungen wie der Unterarmstütz. Spazierengehen, Rückenschwimmen und Rudern am Kabelzug tragen ebenfalls dazu bei, die Nackenmuskulatur zu trainieren und zu lockern.Weniger geeignet sind sportliche Aktivitäten, die die Halswirbelsäule belasten, wie Crunches, Sit-ups, Klimmzüge oder Brustschwimmen sowie ein Training, bei dem der Nackenbereich plötzlich bewegt oder erschüttert wird, wie z. B.
Konservative Behandlung
- Wärme: Wärmflasche, Kirschkernkissen oder warme Duschen lockern die Muskulatur. Rotlicht, durchblutungsfördernde Salben, Kirschkernkissen oder Wärme-Pflaster können bei schmerzhaften Muskelverspannungen hilfreich sein und Schmerzen lindern. Auch ein warmes Bad entspannt die Muskeln.
- Bewegung statt Schonhaltung: Vermeiden Sie längere Ruhigstellung des Nackens. Bewegung ist das A und O gegen Nacken-Schulter-Verspannungen. Schon mit einfachen Übungen kann bereits viel erreicht werden. Regelmäßige Bewegung fördert eine allgemeine Muskelkräftigung und beugt muskulären Ungleichgewichten vor - die letztlich zu Verspannungen führen.
- Schmerzmittel: Kurzfristig können entzündungshemmende Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen oder Diclofenac) Entlastung bringen. Bei akuten Nackenschmerzen wird Paracetamol empfohlen. Bei ungenügender Wirkung können Acetylsalicylsäure (ASS) und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie z.B. Ibuprofen oder Diclofenac eingesetzt werden. Bei länger anhaltenden Schmerzen kann der Arzt weitere Medikamente zur Schmerzbehandlung verordnen.
- Physiotherapie: Physiotherapeutische Maßnahmen, Akupunktur oder Manuelle Therapie können zum Einsatz kommen. Im Rahmen der physikalischen Therapie könntest du beispielsweise Schulter-Arm-Wickel, heiße Bäder und Saunagänge setzen. Elektrotherapeutisch vertrauen einige Patienten auf Rotlicht, Ultraschall, NSM (Neurostimulation = die Stimulation von Nerven mittels Stromimpulsen) oder Iontophorese (die Aufnahme von Arzneimitteln durch die Haut unter Anwendung eines schwachen elektronischen Gleichstroms).
- Entspannungstechniken: Bei stressbedingten Nackenproblemen sind Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training hilfreich. Wenn psychische Belastungen die Ursache der Nackenschmerzen sind, können Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung sowie eine Psychotherapie angebracht sein.
- Massagen: Ein:e Physiotherapeut:in kann Verspannungen und Nackenschmerzen wegmassieren. Sanfter oder stärkerer Druck auf die Muskulatur und schmerzhafte Trigger-Punkte im Gewebe können die Durchblutung anregen und oberflächliche Verspannungen lösen. Gönnen Sie sich regelmäßig Massagen und absolvieren Sie einen Haltungskurs bzw. Die Triggerpunktakupunktur hilft dabei Verspannungen im Körper zu lösen, die Durchblutung zu fördern und unterstützt mitunter die eigenen Selbstheilungsprozesse. Eine Behandlung der bei Nackenschmerzen auftretenden Beschwerden mithilfe von Triggerpunktakupunktur ist eine bewährte Therapiemethode.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Achten Sie bei Ihrem Büro-Arbeitsplatz auf ergonomisches Arbeiten: Die Position von Stuhl, Tisch, Monitor, Tastatur und Maus sollten ein rückengesundes Arbeiten ermöglichen. Beispielsweise sollte der Monitor auf Augenhöhe oder leicht darunter sein. Vergessen Sie regelmäßige Entspannungs- und Bewegungspausen nicht. Wenn Sie viel telefonieren müssen, sollten Sie besser ein Headset statt Telefon benutzen. So können Sie den Kopf aufrecht halten und haben außerdem die Hände frei.
Übungen zur Linderung von Nackenschmerzen
- Dehnübungen: Lassen Sie sich ggf. im Rahmen einer Physiotherapie Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Nacken- und Rückenmuskulatur zeigen.
- Seitneigung: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Neigen Sie den Kopf langsam zur rechten Seite, das rechte Ohr bewegt sich Richtung rechte Schulter. Halten Sie die Position ca. 20 Sekunden. Wiederholen Sie die Übung auf der linken Seite.
- Vorbeugen: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Senken Sie den Kopf langsam nach vorne, bis das Kinn in Richtung Brust zeigt. Halten Sie die Position ca. 20 Sekunden.
- Drehung: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Drehen Sie den Kopf langsam nach rechts, bis das Kinn über die rechte Schulter zeigt. Halten Sie die Position ca. 20 Sekunden. Wiederholen Sie die Übung auf der linken Seite.
- Rückneigung: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Neigen Sie den Kopf langsam nach hinten, das Kinn zeigt Richtung Decke. Halten Sie die Position ca. 20 Sekunden.
- Kräftigungsübungen:
- Isometrische Übung: Setzen Sie sich aufrecht hin und legen Sie die Handflächen auf die Stirn. Drücken Sie den Kopf sanft gegen die Hände, ohne dass sich der Kopf bewegt. Halten Sie die Spannung für ca. 10 Sekunden.
- Schulterheben: Stehen Sie aufrecht mit den Armen seitlich am Körper. Heben Sie beide Schultern langsam Richtung Ohren und lassen Sie sie anschließend wieder sinken. Wiederholen Sie die Übung 10-15 Mal.
- Weitere Übungen:
- Heben Sie beim Einatmen die Schultern und lassen Sie sie beim Ausatmen wieder fallen.
- Stellen Sie sich hüftbreit hin und schwingen Sie mit den Armen nach rechts und links. Bewegen Sie die Schultern oder den Oberkörper dabei nicht mit.
- Stellen Sie sich aufrecht hin und beugen Sie den Kopf vorsichtig nach links, während die rechte Hand nach unten streckt, bis Sie eine Dehnung im Hals spüren. Position für etwa zehn Sekunden halten.
- Lockern Sie die verspannte Schulter-Muskulatur, indem Sie die Schultern kreisen lassen.
Operative Behandlung
Je nach Ursache der Nackenschmerzen werden in einigen Fällen auch operative Eingriffe durchgeführt. Bei Nackenschmerzen, die durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst wurden, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Bei dem Eingriff an der Wirbelsäule entfernt ein Operateur die zerstörte Bandscheibe direkt oder er ersetzt sie durch ein Implantat. Der Eingriff birgt allerdings eine Reihe von Risiken wie bspw. Verletzungen des umliegenden Gewebes im Halsbereich. Auch die Nähe zum Rückenmark birgt ein Risiko. Wird dieses verletzt, können Nervenbahnen zerstört werden, wodurch die Reizleitung vom Gehirn zu den Organen und Gliedmaßen nicht mehr funktionieren würde. In der Folge kommt es zu kurzfristigen oder dauerhaften motorischen Funktionsstörungen und Lähmungen sowie zu Problemen bei der Sinneswahrnehmung oder einer eingeschränkten Organversorgung. Ein weiteres Risiko der Operation besteht darin, dass die Wunde nicht sauber verheilt und sich Narbengewebe bildet. Dies ist nicht nur aus ästhetischer Perspektive unerfreulich, sondern kann ebenso wie die entfernte Bandscheibe auf die Nerven drücken. Somit wären die erhofften Verbesserungen hinfällig. Nur wer länger als drei Monate oder immer wieder zwischendurch unter unerträglichen Nackenschmerzen leidet und keinen Erfolg durch konservative oder alternative Therapien erzielt, sollte eine Operation an den Bandscheiben erwägen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Bitte begeben Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung, wenn Sie
- vor dem Auftreten der Nackenschmerzen eine Verletzung oder einen Unfall hatten
- die Schmerzen in die Schulter oder den Arm ausstrahlen
- Sie „Ameisenlaufen“, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Händen spüren
- Ihre Arme oder Beine plötzlich kraftlos sind, wenn Sie z. B. Gegenstände auf einmal schlecht greifen können oder fallen lassen
- Sie plötzlich Lähmungserscheinungen haben oder beim Gehen hinken
- Sie Ihre Blase oder den Darm nicht mehr kontrollieren können (Inkontinenz oder auch Harnverhalt, d. h. Verkrampfungen,
Halten die Schmerzen länger als drei Wochen an oder treten neurologische Ausfälle auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Nach Unfällen oder Stürzen sollte immer eine medizinische Abklärung erfolgen, um strukturelle Verletzungen auszuschließen. Plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen unterscheiden sich deutlich vom üblichen Verlauf beim HWS-Syndrom. Fieber in Kombination mit Nackenschmerzen sollten Sie ebenfalls zeitnah medizinisch abklären lassen. Selbiges gilt bei neu auftretenden, neurologischen Symptomen wie Taubheitsgefühlen oder Kribbeln. Diese können auf eine Beteiligung von Nervenstrukturen hinweisen. Die Hausarztpraxis ist dabei meist die erste Anlaufstelle. Bei Bedarf erfolgt eine Überweisung zu Fachärzten für Orthopädie oder Neurologie.
Vorbeugung von Nackenschmerzen
Am wirksamsten ist es, Nackenschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen.
- Ergonomie am Arbeitsplatz: Wer viel sitzt - am Schreibtisch oder im Auto -, sollte bewusst Mikropausen einbauen: aufstehen, ein paar Schritte gehen und einfache Dehn- und Lockerungsübungen für den Nacken durchführen. Um Nackenschmerzen am Schreibtisch zu vermeiden, ist die richtige Ergonomie entscheidend.
- Stressmanagement: Bei stressbedingten Nackenproblemen sind Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training hilfreich. Stress reduzieren, z. B. durch Yoga, Meditation oder Spaziergänge in der Natur.
- Richtige Schlafposition: Um nachts zu regenerieren und erholt aufzuwachen, sollten Matratze und Kissen individuell angepasst sein.
- Regelmäßige Bewegung: Sorgen Sie für ausreichend Bewegung und stärken Sie Ihre Schulter- und Nackenmuskulatur, z. B. durch Spazierengehen, Schwimmen oder gezielte Übungen. Regelmäßige Bewegung fördert eine allgemeine Muskelkräftigung und beugt muskulären Ungleichgewichten vor - die letztlich zu Verspannungen führen.
- Vermeidung von Zugluft: Schon ein kalter Luftzug kann Nackenschmerzen auslösen. Wer weiß, dass er empfindlich reagiert, sollte auch im Sommer den Halsbereich mit einem leichten Tuch schützen.
tags: #nacken #nerv #entzundet #kaltegefuhle