Die Gemmotherapie, auch Knospentherapie genannt, ist ein spezieller Teilbereich der Pflanzenheilkunde, der sich die Lebenskraft und das Potenzial von Pflanzenknospen zunutze macht. Der Begriff "Gemmo" leitet sich vom lateinischen Wort "gemma" ab, was übersetzt "Knospe" bedeutet. Diese Therapieform, die auf den Forschungen des belgischen Arztes Dr. Pol Henry basiert, sieht die Knospe als Quelle konzentrierter Wirkstoffe, die das Wachstum, die Regeneration und die Verjüngung der Pflanze ermöglichen. In der Gemmotherapie wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der darauf abzielt, die Gesundheit auf allen Ebenen - Körper, Geist und Seele - zu fördern.
Ursprünge und Geschichte der Gemmotherapie
Die Gemmotherapie geht auf den belgischen Arzt Dr. Pol Henry (1918-1988) zurück, der in den 1950er-Jahren erstmals die Heilkraft von Knospen erforschte und seine Methode „Phyto-Embryotherapie“ nannte. Seine Studien zeigten, dass Knospenmazerate das Immunsystem regulieren und Entgiftungsprozesse anregen können. Später prägte der französische Arzt Dr. Max Tétau (1927-2012) den Begriff „Gemmo-Therapie“ und trug, ebenso wie der Italiener Dr.
Historisch gesehen gab es schon lange Vorläufer der Gemmotherapie. So wurden in der Antike und im Mittelalter aus Trieben und Sprossen Elixiere hergestellt, die sich aber als nicht haltbar herausstellten und daher in Vergessenheit gerieten. Pol Henry, 1918 in Brüssel geboren, betrieb in den 50er-Jahren Grundlagenforschungen zur Gemmotherapie, wobei er sich vor allem für diese leicht verderblichen, pflanzlichen Substanzen interessierte, die einen hohen Proteinanteil aufwiesen. Durch seine Arbeiten im Bereich der Galenik, durch ein Mazerationsverfahren mit Glyzerin (s.u.), konnte Pol Henry diese Probleme lösen und die Gemmotherapie wieder praktikabel machen.
Die Besonderheit der Knospen: Konzentrierte Lebenskraft
Knospen sind wahre Kraftpakete - sie enthalten das gesamte genetische Potenzial der Pflanze und eine einzigartige Fülle an Wachstumsfaktoren, Enzymen, Vitaminen und Mineralstoffen, die in dieser Dichte nur einmal im Jahr, zur Zeit des Austriebs, vorhanden sind. In den Knospen entfaltet sich die Essenz des Lebens und der Vitalität in konzentrierter Weise. Besonders bemerkenswert: Knospen bestehen aus Meristemgewebe, dem ursprünglichen, noch undifferenzierten Gewebe der Pflanze - vergleichbar mit Stammzellen. Aus diesen „pflanzlichen Stammzellen“ entwickeln sich später Blätter, Blüten und Zweige. Tatsächlich enthalten frische Pflanzenknospen im Frühling andere Inhaltsstoffe als die Wurzeln und Triebe der Pflanze im Sommer und Herbst. Zu Beginn der Vegetationsperiode, dem Zeitpunkt der Ernte, sind besonders viele sekundäre Inhaltsstoffe enthalten. Die Konzentration der Wachstumshormone (Cytokinine, Auxine und Gibberelline) ist im Frühjahr am höchsten und nimmt im Laufe des Jahres ab. Weitere Inhaltsstoffe der Knospen sind Isoflavone, Polyphenole, Abscisinsäure und verschiedene Enzyme, daneben Mineral- und Eiweißstoffe. Sie sind reich an konzentrierten Wirkstoffen wie Phytohormonen, sekundären Pflanzenstoffen, Vitalstoffen, Enzymen, Mineralien, Spurenelementen, Aminosäuren, Vitaminen und ätherischen Ölen.
Die Herstellung von Gemmomazeraten
Nach der Ernte erfolgt die Mazeration der zerkleinerten Knospen mit einem Wasser-Glycerol-Alkohol-Gemisch, das die Inhaltsstoffe so vollständig wie möglich extrahiert. Danach verdünnt man den Extrakt mit einer Mischung aus Glycerol und Alkohol im Verhältnis 1:10, was einer homöopathischen Potenz D1 entspricht.
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Zunächst werden die pflanzlichen Rohstoffe zur richtigen Zeit geerntet, d. h. Nachdem das gesammelte Material gründlich gereinigt wurde, wird es zerrieben, um die Extraktion durch das Lösungsmittel zu erleichtern. Anschließend erfolgt die Mazeration in einem Gemisch aus Wasser, Alkohol und Glyzerin, dessen Menge so berechnet wird, dass ein konstantes Verhältnis von Droge zu Lösungsmittel von 1:20, bezogen auf das Trockengewicht des verwendeten Pflanzenteils, erreicht wird. Die Alkohol-Wasser-Glycerin-Lösung ist in der Lage, alle in den Knospen oder embryonalen Geweben enthaltenen Eigenschaften und Wirkstoffe zu extrahieren. Die Mazeration in dieser Lösung dauert drei Wochen, danach wird das Produkt gefiltert, um das Basis-Glycerin-Mazerat zu erhalten.
Nature Sense: Hochwertige Gemmomazerate aus der Natur
In Nature Sense Durchblutung stecken 100 % frisch geerntete und naturreine Knospen, Kräuter und Pflanzenteile in Bio-Qualität aus den Alpen, Sardinien, Sizilien und weiteren italienischen Regionen. Alle wichtigen Wirkstoffe stecken in hochkonzentrierter Form in den Knospen. Und daher ist ihr optimaler Erntezeitpunkt besonders wichtig: Wenn sich eine kleine grüne Spitze zeigt, ist der ideale Erntezeitpunkt erreicht. Diese Grundsätze werden bei der Produktion der Komplexmittel von Nature Sense streng befolgt. Denn eine nachhaltige Ernte zahlt sich aus. Um ein natürliches Gleichgewicht nicht zu stören, werden von drei vorhandenen Knospen zwei an der Pflanze belassen und nur eine geerntet. Insgesamt sollten niemals mehr als zehn Prozent aller Knospen geerntet werden, damit die nächste Ernte nicht in Gefahr gerät. Hergestellt werden die Knospen-Auszüge (Mazerate) für Nature Sense Durchblutung mit dem Verfahren der Mazeration. Diese Methode löst leichtflüchtige Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Rohstoffen. Dieser Auszug muss bei Zimmertemperatur ein paar Wochen lagern und regelmäßig bewegt werden. Bei Nature Sense kommen zum Abfüllen ausschließlich Violettglasflaschen zu Einsatz, um die wertvollen Inhaltsstoffe und Pflanzenenergien bestmöglich zu bewahren.
DMSO Gemmo-Konzentrate: Ein innovatives Herstellungsverfahren
Für die Herstellung des DMSO Gemmo-Konzentrats wurde eigens dafür ein zweistufiges Auszugsverfahren der Knospen entwickelt. Durch dieses zweistufige Auszugsverfahren kann garantiert werden, dass die wertvollen Inhaltsstoffe der Knospen optimal extrahiert und gleichzeitig konserviert werden. Jede Minute zählt, da die Pflanzenteile unmittelbar nach der Ernte beginnen, die wertvollen Inhaltsstoffe abzubauen. Die Kombination und Abfolge der Auszugsmittel, Ethanol, Glycerin und DMSO, spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Ergebnis sind hochkonzentrierte DMSO Gemmo-Konzentrate, deren Inhaltsstoffe aufgrund der besonderen Lösungseigenschaften der drei Auszugsmittel und dem zweistufigen Auszugsverfahren dem herkömmlichen Gemmo-Mazerat deutlich überlegen sind.
DMSO als Auszugsmittel hat viele Vorteile. DMSO kann ein breiteres Spektrum an Inhaltsstoffen lösen als Alkohol. Zudem löst es Inhaltsstoffe vollständiger. Die Anzahl und die Konzentration an Inhaltsstoffen im Extrakt ist also höher als beim alkoholischen Auszug.
Die Rolle der Gemmotherapie für das Gehirn und den Körper
Die Gemmotherapie wird traditionell zur Unterstützung verschiedener Körperfunktionen eingesetzt. Einige Gemmoextrakte beanspruchen Indikationsgebiete, die in der Phytotherapie nicht belegt sind, so beispielsweise die anregende Wirkung der Eiche bei Erschöpfungszuständen, die vitalisierende Kraft des Mammutbaumes oder die Anregung des Lymphflusses durch die Esskastanie. Weinrebe soll die Gelenke unterstützen, Silberlinde seelisch ausgleichend wirken, Haselnuss das Gewebe von Leber und Lunge kräftigen, Schwarze Johannisbeere Allergien lindern.
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Die Indikationsgebiete für die Gemmoextrakte entsprechen in einigen Fällen denen der Phytotherapie, so unterstützt Birkenextrakt die Ausscheidung, regt Wacholder die Nierenfunktion an und wirkt Preiselbeerextrakt stabilisierend auf die Harnwege. Gemmoextrakte werden aus Bäumen, Sträuchern und einigen ausdauernden Kräutern gewonnen. Dabei ist es nach Ansicht von Henry entscheidend, für die Therapie Extrakte aus Pflanzen zu kombinieren, die auch in der Natur in einem gemeinsamen Biotop wachsen, also zum Beispiel Waldbewohner wie Esche, Heckenrose und Heidelbeere. Dabei steht der Baum an der Spitze des Therapieregimes, gefolgt von den Sträuchern und zuletzt den Kräutern. Die Gemmotherapie postuliert vier Biotope, deren Leitpflanzen Esche und Birke, Eiche, Rotbuche sowie die Besenheide sind.
Beispiele für Gemmotherapeutika und ihre Anwendungsgebiete
- Weißdorn: Stärkt die Herzmuskulatur und Durchblutung, reguliert den Blutdruck und beruhigt das Nervensystem.
- Rosmarin: Aktiviert den Kreislauf und den Stoffwechsel, regt Leber und Galle an und wirkt wärmend und aufhellend.
- Olive: Senkt Blutdruck und Blutfette, schützt Gefäße und wirkt stark antioxidativ.
- Linde: Beruhigt das Nervensystem, wirkt angstlösend und schlaffördernd.
- Brombeere: Fördert die Geweberegeneration und den Aufbau von Knochen und Knorpel.
- Himbeere: Reguliert das weibliche Hormonsystem, wirkt krampflösend und entspannend auf die Gebärmutter.
- Schwarzpappel: Reich an Salicylaten und wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und antibakteriell.
- Walnuss: Wirkt antimikrobiell, pilzhemmend und entzündungsregulierend.
- Sanddorn: Stärkt das Immunsystem, wirkt antioxidativ und regenerierend.
- Schwarze Johannisbeere: Wirkt cortisonähnlich, entzündungshemmend und antiallergisch.
- Roter Hartriegel: Verbessert die Mikrozirkulation und schützt Gefäße. Er wirkt gefäßregulierend, antioxidativ und blutverdünnend.
- Moorbirke: Aktiviert sanft Leber und Niere, fördert die Ausleitung von Stoffwechselresten und wirkt entzündungshemmend. Sie unterstützt die Entgiftung, stärkt das Immunsystem und hilft, Stoffwechselstörungen auszugleichen.
- Feige (Ficus carica L.): Die Knospen von F. Sie erweisen sich als nützlich in allen Fällen von Magenbeschwerden, die auf nervöse und ängstliche Zustände zurückzuführen sind.
Walnuss: Ein besonderes Gemmomittel für das Gehirn
Paracelsus erkannte bereits die heilende Wirkung der Walnuss auf das Gehirn. Die Form der Walnuss erinnert sogar an das menschliche Gehirn, was die faszinierende Verbindung unterstreicht. Walnüsse sind reich an verschiedenen Inhaltsstoffen wie Salicylaten, Vitaminen (vor allem B-Vitaminen), Mineralstoffen wie Magnesium und Kupfer sowie antioxidativen Vitaminen wie C und E. Diese Nährstoffe sind nicht nur gut für das Gehirn, sondern auch für Herz und Nerven.
Die Anwendung von Walnuss Knospenextrakten kann bei einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen hilfreich sein, u.a. bei Hautproblemen, Geschwüren und zur Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte. Insbesondere bei chronischen Hautentzündungen oder offenen Geschwüren kann die Behandlung mit verdünntem Walnussextrakt positive Ergebnisse erzielen. Die Kombination aus Walnuss- und Wacholderknospenextrakten kann den Stoffwechsel anregen und den Körper bei der Entgiftung unterstützen. Dies ist besonders wichtig für Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Gemmotherapie und die ganzheitliche Sichtweise
Die Gemmotherapie ist eine komplementärmedizinische Methode, die sowohl mit pflanzlichen als auch mineralischen Heilmitteln arbeitet. Das Außergewöhnliche an diesem Verfahren ist, dass ausschließlich Teile von Pflanzen im Stadium der Proliferation verwendet werden, woraus sich eine besondere Wirkung ableitet. In der Gemmotherapie werden daher Triebspitzen, junge Schösslinge, Knospen, wachsende Wurzeln verwendet, Pflanzenanteile, die in hohem Maße dieses teilungsaktive Gewebe enthalten.
Pol Henry prägte den Begriff der Proteinsprache. Damit meinte er ein für Pflanzen und Säugetiere gemeinsames Kommunikationsmedium, das im Krankheitsfall eine Rolle spielt. In einer Zeit vor den Erkenntnissen der modernen Molekularbiologie beschrieb er damit den Zusammenhang von Genom und Proteom, von der im Zellkern gespeicherten Information zur Reaktion auf einen krank machenden Faktor und der daraus folgenden Bildung von Eiweißen, die zur entsprechenden Pathologie am Erfolgsorgan führt. In diesen gebildeten Proteinen spiegelt sich also die Krankheit wider, ihre Beurteilung hat einen hohen diagnostischen Wert.
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