Gereizte Nerven im Rücken: Ursachen und Behandlung

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen im Laufe ihres Lebens betrifft. Die Ursachen können vielfältig sein, von Muskelverspannungen bis hin zu ernsthafteren Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Nervenreizungen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen gereizter Nerven im Rücken und stellt verschiedene Behandlungsansätze vor.

Einführung

Plötzlich auftretende, stechende Schmerzen oder schleichende Rückenschmerzen können auf gereizte Nerven im Rücken hindeuten. Diese Schmerzen können von weiteren Symptomen wie Schwäche, Taubheitsgefühlen oder Berührungsempfindlichkeit begleitet sein. Es ist wichtig, die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zu kennen, um die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Ursachen gereizter Nerven im Rücken

Gereizte Nerven im Rücken können verschiedene Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten:

Wirbelblockade

Plötzlich auftretende Schmerzen nach einer ruckartigen Bewegung oder auch schleichende Rückenschmerzen können Symptome für eine Wirbelblockade sein. Betroffene leiden häufig an starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, aber auch an Atemproblemen, Kopf- oder Nackenschmerzen. Die Symptome hängen davon ab, an welcher Stelle der Wirbelsäule die Blockade auftritt. Eine Wirbelblockade bezeichnet eine vorübergehende, eingeschränkte Beweglichkeit oder Verschiebung in einem Wirbelgelenk, die oft mit Schmerzen einhergeht. Auch die Begriffe Wirbelblockierung, Wirbelgelenkblockade, segmentale Dysfunktion oder reversible hypomobile artikuläre Dysfunktion sind gebräuchlich. Der Begriff stammt aus der sogenannten manuellen Medizin, die sich mit alternativen und komplementären Behandlungsmethoden beschäftigt. Bisher liegen kaum wissenschaftliche Studien zu dieser Erkrankung vor, weshalb deren Existenz in der Medizin derzeit umstritten und nicht allgemein anerkannt wird. Die Wirbelsäule wird durch Sehnen, Muskeln, Knorpel und Bänder bewegt und an ihrem Platz gehalten. Fehlbelastungen, Verschleißerscheinungen, Verspannungen in den Muskeln oder zu schwache Muskeln können beispielsweise Gründe für Rückenschmerzen sein. Frühere Theorien gingen von einem Verhaken der Wirbelkörper aus, die auf Unfälle oder das falsche Heben von schweren Gegenständen zurückzuführen seien. Derzeit dominiert die Vermutung, durch ruckartige Bewegungen, Verspannungen, Fehlbelastungen, krankhaften Veränderungen der Gelenkflächen oder gar Verletzungen in inneren Organen würde ein Schmerzreiz ausgelöst, der wiederum zu Verspannungen in den Muskeln bis hin zum Muskelkrampf führe. Die Auswirkungen einer Wirbelblockade hängen davon ab, wo diese auftritt. Beispielsweise sind ein steifer Nacken, Kopfschmerzen, Atemprobleme sowie in die Beine ausstrahlende Schmerzen möglich. Im Allgemeinen werden die Schmerzen bei einer Blockade des Wirbels als stechend beschrieben. Aufgrund der Schmerzen nehmen viele Patientinnen und Patienten eine Schonhaltung ein, was zwar kurzfristig zu geringeren Schmerzen beitragen kann, allerdings auf Dauer zu weiteren Verspannungen und Schmerzen führt.

Muskelverspannungen

Muskelverspannungen im Rücken sind eine häufige Ursache für Rückenschmerzen. Muskeln sind wahre Alleskönner: Mit ihrer Hilfe können wir uns bewegen und Kraft aufwenden. Sie ermöglichen die aufrechte Körperhaltung, schützen unsere Organe und erzeugen Wärme. Von den rund 650 Muskeln des Körpers sitzen etwa 300 allein am Rücken. Ein aktiver Muskel hat gut zu tun: Indem seine einzelnen Eiweißfasern im Inneren ineinander- und auseinandergleiten, ziehen sie den Muskel zusammen (kontrahieren) und lassen ihn anschließend wieder erschlaffen (relaxieren). Dabei ändert sich die Muskelspannung permanent, um die Muskulatur stets einsatzbereit zu halten. Ein gesunder Muskel kann deshalb die unterschiedlichsten Bewegungen ohne Widerstand oder Schmerzen ausführen. Muskeln müssen bewegt werden, um gesund zu bleiben. Die Nacken - und die Schultermuskulatur sind am häufigsten von Muskelverspannungen betroffen. Dann ist der Muskeltonus dauerhaft erhöht. Die verkrampfte Muskulatur arbeitet also die ganze Zeit, wird aber nur unzureichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Von Muskelverspannungen betroffen sind sehr oft Menschen, die überwiegend sitzend tätig sind. Und das sind viele: In Deutschland sitzen die Menschen mittlerweile durchschnittlich 9,2 Stunden am Tag und damit noch einmal eine halbe Stunde mehr als während der Pandemie (2021: 8,7). Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar mehr als 10 Stunden. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Befragung der Deutschen Sporthochschule Köln und der DKV Deutsche Krankenversicherung. Zunehmender Bewegungsmangel und Fehlhaltungen am Arbeitsplatz können Rückenbeschwerden begünstigen. Lassen Sie es nicht so weit kommen!

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Bandscheibenvorfall

Der Bandscheibenvorfall kann unterschiedliche Symptome hervorrufen: von Schmerzen bis hin zu Kribbeln oder Taubheitsgefühlen bis hin zu Lähmungen in den Extremitäten, je nachdem, welcher Teil der Wirbelsäule betroffen ist. Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe an Personen, die zwar einen diagnostizierten Bandscheibenvorfall haben, aber keinerlei Beschwerden zeigen. Die Bandscheibe dient als Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln und besteht aus einem Faserring und einem inneren Gallertkern. Mit zunehmendem Alter verliert die Bandscheibe Wasser und damit auch einen Teil ihrer Stoßdämpferfunktion. Sie kann sich vorwölben oder sogar verrutschen. In diesen Fällen kann die Bandscheibe auf die Nervenwurzeln in der Wirbelsäule drücken, was Schmerzen oder sogar Lähmungserscheinungen zur Folge haben kann. Ein brennender Schmerz im Rücken, der von Betroffenen als „extrem stark“ bezeichnet und sehr hoch in der Schmerzskala eingestuft wird, ist die Folge eines Bandscheibenvorfalls mit Druck auf die Nervenwurzeln. Weiterhin können die Nervenschmerzen vom Rücken bis in die Beine oder Arme ausstrahlen. Die Wirbelsäule des Menschen besitzt 23 Bandscheiben. Diese sitzen zwischen den Wirbelkörpern. Ihre Stärke nimmt von oben nach unten zu: Im Bereich der Halswirbelsäule sind sie ungefähr drei Millimeter dick. In der Region der Brustwirbelsäule beträgt ihre Stärke rund fünf Millimeter. In der Lendenwirbelsäule sind es etwa sieben Millimeter. Die Aufgabe der Bandscheiben besteht darin, den Druck zwischen den Wirbelkörpern abzufedern. Bei einem Bandscheibenvorfall wird bestimmtes Gewebe der Bandscheibe zwischen den Wirbelkörpern nach außen gedrückt. Beschwerden treten erst auf, wenn dieses Gewebe auf einen Nerv oder eine Nervenwurzel drückt. Je stärker dieser Druck ausfällt, desto intensiver können die Rückenschmerzen werden. Die meisten Bandscheibenvorfälle (70 bis 80 Prozent) treten im unteren Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Deutlich weniger (10 bis 25 Prozent) betreffen die Halswirbelsäule beziehungsweise den Nacken. In der Brustwirbelsäule sind Bandscheibenvorfälle mit ein bis zwei Prozent sehr selten.

Ischialgie

Bei der Ischialgie handelt es sich um eine durch Reizung entstandene Entzündung des Ischiasnervs. Dieser Nerv entspringt aus der Lendenwirbelsäule über den Oberschenkel bis in den Fußbereich. Als längster peripherer Nerv mit einem Durchmesser von durchschnittlich einem Zentimeter hat der Ischias wichtige motorische und sensorische Aufgaben. Die häufigste Ursache einer Ischialgie stellen Bandscheibenvorwölbungen oder -vorfälle dar, die in diesem Bereich der Wirbelsäule auf die Nervenwurzeln des Ischias drücken. Allerdings können auch andere Erkrankungen wie Wirbelkörperverletzungen, Rheuma, Blutergüsse oder sogar Gürtelrose die Ursache einer Ischialgie sein. In jedem Fall sollte die Ursache ärztlich geklärt werden, um einen optimalen Therapieverlauf zu erhalten.

Gürtelrose

Die Gürtelrose ist eine Erkrankung, die durch reaktivierte Windpockenviren verursacht wird. Beispielsweise durch ein geschwächtes Immunsystem oder Stress kann die Krankheit auftreten. Typische Symptome während der akuten Krankheitsphase sind der bläschenartige Ausschlag im „Gürtelbereich“ des Körpers - also im Bauch- und unteren Rückenbereich - sowie Schmerzen in dieser Zone (Zoster-Neuralgie). Manche Patienten bleiben von den Schmerzen selbst nach Abklingen des Ausschlags für mehrere Tage oder Wochen nicht verschont. Sie zeigen sich als kurze, bohrende Schmerzattacken und können durch die kleinste Berührung ausgelöst oder verstärkt werden. Begleitsymptome der starken Nervenschmerzen sind Gefühlsstörungen im betroffenen Bereich.

Facettensyndrom (Facettenarthrose)

Ein möglicher Auslöser von Rückenschmerzen sind gereizte Nerven in den Facettengelenken (Wirbelgelenken) aufgrund altersbedingter Veränderungen an der Wirbelsäule. Ob die Beschwerden wirklich von den Facettengelenken ausgehen, ist jedoch schwer festzustellen. Die Schmerzen werden vor allem mit Bewegung, Kräftigungsübungen und bei Bedarf mit Schmerzmitteln gelindert. Manchmal werden die schmerzleitenden Nerven verödet (Facettendenervation). Viele Menschen haben hin und wieder Rückenschmerzen. Meist lässt sich die Ursache nicht genau bestimmen. Manchmal steckt ein Facettensyndrom (Facettenarthrose) dahinter. Die Facettengelenke (Wirbelgelenke) verbinden die Wirbel der Wirbelsäule miteinander. Bei einem Facettensyndrom sind die Nerven im Gelenk aufgrund altersbedingter Veränderungen an der Wirbelsäule gereizt. Das kann zu Schmerzen führen - meist im Bereich der Lendenwirbelsäule, manchmal auch in Gesäß, Hüfte, Leisten oder Oberschenkeln. Zur Linderung der Schmerzen wird vor allem Bewegung empfohlen - insbesondere gezielte Physiotherapie zur Stärkung und Stabilisierung der Rumpfmuskulatur. Es gibt keine Beschwerden, die eindeutig auf ein Facettensyndrom schließen lassen. Möglich sind ein- oder beidseitige Rückenschmerzen im Bereich des betroffenen Gelenks. Manchmal tut der Rücken besonders morgens beim Aufstehen oder nach längerem Liegen oder Sitzen weh. Er kann sich auch steif anfühlen. Beim Zurückbeugen oder beim Drehen der Wirbelsäule können die Schmerzen zunehmen. Sie sind in der Regel mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Zu Gefühlsstörungen oder Taubheitsgefühlen kommt es meist nicht, da bei einem Facettensyndrom keine Spinalnerven eingeklemmt sind. Dies unterscheidet Facettenschmerzen von den Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall oder einer Spinalkanalstenose. Rückenschmerzen können viele Ursachen haben und von unterschiedlichen Rückenstrukturen ausgehen. Dazu gehören neben den Facettengelenken zum Beispiel Muskeln, Faszien, Bänder und Bandscheiben. Das macht es schwer, eine genaue Ursache zu bestimmen.

Radikulopathie

Bei einer Radikulopathie wird eine Nervenwurzel des Rückenmarks gereizt oder geschädigt. Je nachdem, welche Nervenwurzel betroffen ist, kommt es zu Schmerzen, Missempfindungen oder neurologischen Ausfällen. Radikulopathie gibt es viele. Sie reichen vom Bandscheibenprolaps bis zu Wirbelsäulentumoren. Querschnitt durch einen Wirbel. Rechts und links entspringen dem Rückenmark eine vordere (ventrale) und eine hintere (dorsale) Nervenwurzel, die sich im Wirbelkanal jeweils zum Spinalnerv vereinen. Radikulopathien (von lat. radix „Wurzel“, griech. Spinalnerven betreffen. Diese Nervenwurzeln stammen aus dem Rückenmark, das aus 31 Segmenten besteht. dieser Segmente entspringen rechts und links je eine vordere und eine hintere Nervenwurzel. verbinden sich noch im Wirbelkanal und verlassen diesen als Spinalnerv durch das Zwischenwirbelloch. Einklemmung oder Entzündung können die Nervenwurzel reizen oder schädigen. Je nachdem, welche Nervenwurzeln betroffen sind, kommt es zu Beschwerden. so sind vor allem motorische Störungen die Folge. von der Haut und aus dem Körperinneren zum Gehirn leiten. Taubheitsgefühl oder Missempfindungen. Radikulopathie häufig beide Wurzelanteile gereizt oder bedrängt. Radikuläre Schmerzen entstehen durch Reizung, Druck oder Schädigung von Nervenwurzeln. typischerweise entlang des Versorgungsgebietes (Dermatom) des Spinalnervs aus. elektrisierend, brennend oder scharf. Bewegung und Belastung wie z. B. Die Beschwerden richten sich aber nicht nur danach, ob Hinter- oder Vorderwurzel unter Druck geraten. ist, in welchem Segment des Rückenmarks die Nervenwurzeln bedrängt werden. der Betroffene Probleme im Nacken und in den Armen und Händen. Die Nervenwurzeln reagieren dabei immer gleich, egal welche Ursache sie stört. Rückenspezialist zwar ablesen, in welchem Segment das Problem ungefähr liegt. Im Allgemeinen unterscheidet man die Radikulopathien danach, in welchem Wirbelsäulensegment sie auftreten. Brustwirbelsäule) und eine lumbale Radikulopathie (in der Lendenwirbelsäule). Letztere ist am häufigsten.

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Weitere Ursachen

Weitere Ursachen für Nervenschmerzen im Rücken können Verletzungen an den Nervenwurzeln durch Operationen, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Rheuma sein. Auch ein dauerhaft zu hoher Blutzuckerspiegel bei Diabetikern kann die Nerven schädigen.

Diagnose

Um die Ursache von Nervenschmerzen im Rücken zu ermitteln, ist eine ärztliche Diagnose wichtig. Der Arzt wird zunächst ein Gespräch mit Ihnen führen, bei dem mögliche Vorerkrankungen thematisiert werden. Sie müssen außerdem Fragen rund um die Art Ihres Schmerzes beantworten; beispielsweise:

  • Wann treten die Schmerzen auf?
  • Ist es eher ein bohrender, klopfender oder brennender Schmerz im Rücken?
  • Wie beurteilen Sie die Schmerzintensität auf einer Skala von 1-10?
  • Wie oft sind Sie von den Schmerzen betroffen?
  • Wo sind die Schmerzen lokalisiert?
  • Gibt es weitere Symptome?

Anschließend kann eine neurologische Untersuchung erfolgen. Ein Orthopäde bzw. eine Orthopädin kann eine Wirbelblockade diagnostizieren. Hierfür befragen diese zunächst die Betroffenen zu den vorliegenden Beschwerden, etwa dem Ort der Schmerzen und deren Dauer sowie einen möglichen Auslöser wie eine ruckartige Bewegung auf die Wirbel. Zusätzlich zum Anamnesegespräch und der Untersuchung können Ärztinnen und Ärzte bildgebende Verfahren wie ein Röntgenbild oder die Magnetresonanztomografie (MRT) beauftragen, um andere Gründe für die vorhandenen Rückenschmerzen auszuschließen.

Bei Verdacht auf eine Radikulopathie werden Sensibilität und Reflexe geprüft, um die Höhe der Nervenwurzelreizung festzustellen. Mithilfe der Bildgebung wird versucht, die Ursache und die genaue Lokalisation für die Nervenreizung zu finden. In der Regel reicht dazu eine MRT oder CT des betroffenen Areals. Manchmal bleibt trotz bildgebender Diagnostik die Ursache einer Radikulopathie im Dunkeln. In diesem Fall kann eine Liquorpunktion durchgeführt und die entnommene Hirnflüssigkeit untersucht werden.

Behandlung

Die Behandlung gereizter Nerven im Rücken richtet sich nach der Ursache und der Schmerzintensität. Es gibt verschiedene konservative und invasive Behandlungsmethoden.

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Konservative Behandlung

  • Schmerzmittel: Zu Beginn der Behandlung einer Wirbelblockade können Schmerzmittel nötig werden, um die Übungen zum Lockern ausführen zu können. Sobald sich die Wirbelblockade und ihre Symptome bessern, können diese abgesetzt werden. Bei einer Radikulopathie gehört die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten, z. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac, zu den konservativen Verfahren. Bei starken Schmerzen verordnen die Ärzte vorübergehend auch Opioide.
  • Muskelentspannung: Die Muskelentspannung und damit Lockerung kann zusätzlich mit Wärmeanwendungen und sogenannten Muskelrelaxanzien gelöst werden. Letztere sorgen dafür, dass die Muskeln entspannen. Wärme ist eine bewährte Methode, um Muskelverspannungen im Rücken selbst zu lindern. Sie fördert die Durchblutung der betroffenen Stelle, wodurch diese wieder besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Dies unterstützt den Abtransport von Stoffwechselprodukten und trägt dazu bei, dass sich die Muskeln entspannen. Wärmepflaster, die je nach Hersteller bis zu zwölf Stunden auf der Haut bleiben können, sind ebenfalls hilfreich.
  • Physiotherapie: Ist die Ursache einer Wirbelblockade eine verspannte Muskulatur, so lässt sich diese durch Bewegungsübungen lösen. Patientinnen und Patienten haben mit solchen Übungen innerhalb einer Physiotherapie positive Erfahrungen bei der Behandlung einer Wirbelblockade gemacht. Die Physiotherapie löst Verspannungen in der Muskulatur und damit eine Wirbelblockade mithilfe auf den Patienten beziehungsweise die Patientin angepasste Bewegungsübungen. Nachdem diese verinnerlicht wurden, können die Betroffenen diese zuhause weiterführen und zukünftigen Verspannungen vorbeugen. Ein Physiotherapeut oder eine Physiotherapeutin können zusätzlich Massagen anwenden, um die Muskulatur zu lockern. Bei einer Radikulopathie können physiotherapeutische Behandlungen helfen, z. B. mit Kälte oder Wärme. Krankengymnastik dehnt und stärkt die Muskulatur und lindert dadurch die Schmerzen.
  • Chirotherapie: Auch eine Chirotherapie als Teil der manuellen Medizin kommt als Behandlungsmethode in Betracht. Die Chirotherapie nutzt Praktiken aus der Osteopathie und Chiropraktik, die zur manuellen Therapie bzw. alternativen und komplementären Medizin gehören. Ihr Ziel ist es, eine Wirbelblockade mit sanften Bewegungen und kurzen, ruckartigen Manipulationen zu lösen. Bei Entzündungen, psychischen Erkrankungen oder einer schweren Osteoporose sollte von einer Chirotherapie abgesehen werden. Darüber hinaus erkennen die Landesärztekammern die Ausbildungen im Bereich der Osteopathie und Chiropraktik zwar an, dennoch bleiben deren Methoden in der Wissenschaft umstritten.
  • Entspannungstechniken: Starke Emotionen wie Stress oder Angst können ebenfalls Muskelverspannungen verursachen, weil sie den Körper in Alarmzustand versetzen. Dabei spannen sich die Muskeln unbewusst an, vor allem im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich. Bei stressbedingten Muskelverspannungen sollte daher zunächst dringend für Entspannung gesorgt werden. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder Atemübungen helfen, die Anspannung zu reduzieren.
  • Bewegung und Sport: Während viele Fachleute bei Rückenschmerzen früher empfohlen haben, sich zu schonen, ist inzwischen klar: Sport ist die beste Therapie. Denn dehnende Bewegungen lösen Verspannungen und stärken die Rumpfmuskulatur. Die Muskulatur wird besser mit Sauerstoff versorgt und Abbauprodukte können besser abtransportiert werden. Auf diese Weise verbessert Sport die Haltung und beugt muskulären Dysbalancen vor.

Invasive Behandlung

  • Interventionelle Schmerztherapie: Manchmal sind die Schmerzen so stark, dass eine konservative Therapie nichts ausrichten kann. In diesen Fällen empfehlen die Rückenspezialisten dann die interventionelle Schmerztherapie. Dabei wird z. B. ein Gemisch aus Kortison und Betäubungsmittel an die schmerzende Nervenwurzel gespritzt. Dies kann vorübergehend Linderung verschaffen.
  • Operation: In etwa 20 % der Radikulopathien muss die - meist mechanische - Ursache operativ beseitigt werden. Häufig liegt ein Bandscheibenvorfall zugrunde, manchmal auch eine Spinalkanalstenose. Ziel der Operation ist die Dekompression der beengten Nervenwurzel. Dazu gibt es verschiedene Verfahren. Bei der mikrochirurgischen Dekompression wird durch die Entfernung von störendem Gewebe den Druck von der komprimierten Nervenwurzel genommen. Der Operateur verwendet ein spezielles Mikroskop und feinste Instrumente über einen kleinen Zugang in den Wirbelkanal ein. In manchen Fällen reicht das Abtragen von störenden Strukturen nicht aus, um die Nervenwurzel zu befreien. Dann kann der Operateur sogenannte Cages als Platzhalter in das Bandscheibenfach zwischen zwei Wirbelkörpern einsetzen. Dies hilft, zwischen den Wirbelkörpern einen ausreichenden Abstand und den Druck vom Nervengewebe zu halten. In einigen Kliniken wird zur Dekompression auch die Nukleoplastie eingesetzt.

Hausmittel und alternative Therapien

  • Kräuterwickel: Ein selbst gemachter Kräuterwickel kann bei Nervenschmerzen im Rücken helfen. Dafür nähen Sie sich ein kleines Stoffsäckchen, in das Sie Kümmel-Samen füllen. Legen Sie das fertige Kräutersäckchen auf die von Nervenschmerzen betroffene Stelle. Wenn Sie Wärme mögen, können Sie zusätzlich ein Wärmekissen auflegen.
  • (Kräuter-)Tee: Ein leckerer (Kräuter-)Tee kann von innen heraus seine Wirkung gegen Nervenschmerzen entfalten. Zu den geeigneten Hausmitteln bei Nervenentzündung und Nervenschmerzen gehören der Brennnessel-Tee oder der allseits beliebte Ingwer-Tee mit jeweils entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkung. Wenn mit den Nervenschmerzen Übelkeit einhergeht (wie es beispielsweise bei einer den Halsnerv betreffenden Zervikalneuralgie der Fall ist), hilft Ingwer zusätzlich gegen dieses Symptom. Weiterhin kann Grüner Tee das Allgemeinbefinden durch einen positiven Einfluss auf den Blutdruck, das Herz und den Zuckerstoffwechsel stärken. Durch diese Faktoren verbessern sich bei manchen Patienten auch die Nervenschmerzen. Ebenfalls hat sich Weidenrinde-Tee bewährt. Der Grund: Einer der in der Weidenrinde enthaltenen Wirkstoffe wird vom menschlichen Körper in den Grundstoff der Acetylsalicylsäure umgewandelt.
  • Massage: Eine Massage mit Johanniskrautöl kann Entspannung verschaffen, Pfefferminzöl wirkt kühlend und beruhigend. Die Massage selbst kann die Durchblutung anregen und Verspannungen lösen.
  • Homöopathie: Die Kombination der Nervennährstoffe Uridin, Cytidin, Folsäure und Vitamin B12 kann Nervenzellen und -geweben Bausteine für die Regeneration geschädigter Nervenfasern liefern, wie sie bei Wirbelsäulensyndromen vorkommen.

Vorbeugung

Um die Wirbelsäule zu stabilisieren und einer Wirbelblockade vorzubeugen, sind zunächst ausreichend trainierte Rückenmuskeln nötig. Positiv wirken sich auf Bewegung, eine aufrechte Körperhaltung sowie das richtige Heben von schweren Gegenständen aus der Hocke auf die Rückengesundheit aus. Wer öfter Rückenschmerzen hat oder bereits eine Wirbelblockade hatte, sollte deshalb häufiger aufstehen und sich bewegen. Auch sanfte Dehnübungen können helfen, ebenso Sportarten wie Yoga oder Qi Gong, die nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Bänder, Faszien und Sehen stärken. Viele Krankenkassen bietet zudem Rückenschulen an, die ganz oder teilweise von diesen finanziert werden.

Auch im Alltag lassen sich Maßnahmen ergreifen, um gereizten Nerven im Rücken vorzubeugen:

  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes hilft, eingeklemmten Nerven vorzubeugen. Bei sitzenden Tätigkeiten im Büro sind eine aufrechte Haltung, passende Stühle und Tische sowie Hilfsmittel wie Handauflagen sinnvoll. Wer überwiegend steht, profitiert von gut gedämpften Schuhen und regelmäßigen Pausen zur Entlastung der Gelenke. Beim Heben schwerer Lasten sollte die Kraft aus den Beinen kommen, um den Rücken zu schonen.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität beugt Verspannungen vor und stärkt die Muskulatur.
  • Stressmanagement: Muskelverspannungen können durch Stress begünstigt werden.
  • Übergewicht reduzieren: Ein gesundes Körpergewicht entlastet die Wirbelsäule und verhindert zusätzlichen Druck auf Nerven.
  • Kraftsport: Übungen wie der Unterarmstütz („Plank“) stärken die gesamte Rumpfmuskulatur, einschließlich der Rücken- und Bauchmuskeln, und verbessern die Stabilität der Wirbelsäule.

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