Geschlossenes Hämatom im Gehirn: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Ein geschlossenes Hämatom im Gehirn, auch bekannt als intrakranielles Hämatom, ist eine Ansammlung von Blut innerhalb des Schädels, die durch eine Verletzung oder ein anderes Ereignis verursacht wird. Es kann sich an verschiedenen Stellen im Kopf bilden und unterschiedliche Symptome hervorrufen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über geschlossene Hämatome im Gehirn, einschließlich ihrer Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung.

Einführung

Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist eine Kopfverletzung, bei der das Gehirn betroffen ist. Die Verletzungen reichen von leichten Gehirnerschütterungen bis hin zu schweren Schädelbrüchen mit Schädigungen des Gehirns. Ein geschlossenes Hämatom im Gehirn ist eine mögliche Folge eines SHT. Es entsteht, wenn sich Blut im Gewebe des Gehirns oder zwischen den Hirnhäuten ansammelt.

Ursachen

Ein geschlossenes Hämatom im Gehirn entsteht in der Regel durch eine Krafteinwirkung auf den Kopf. Häufige Ursachen sind:

  • Stürze: Stürze sind eine häufige Ursache für Kopfverletzungen, insbesondere bei Kleinkindern und älteren Menschen.
  • Verkehrsunfälle: Auto- und Motorradunfälle können schwere Kopfverletzungen verursachen.
  • Sportunfälle: Kontaktsportarten wie Fußball, Boxen und Eishockey bergen ein Risiko für Kopfverletzungen.
  • Arbeitsunfälle: Arbeitsunfälle, insbesondere in der Bau- und Schwerindustrie, können zu Kopfverletzungen führen.
  • Körperverletzungen: Schläge auf den Kopf können ein Hämatom verursachen.

Risikogruppen für ein SHT sind Kleinkinder, junge Erwachsene (20-30 Jahre) und ältere Personen. Menschen mit Blutungsneigung haben ein höheres Risiko für schwere Schädel-Hirn-Traumata.

Arten von geschlossenen Hämatomen im Gehirn

Nach einem Schädel-Hirn-Trauma kann sich Blut an verschiedenen Stellen im Kopf sammeln. Die Stelle, an der sich das Blut sammelt, bestimmt, welche Symptome auftreten und welche Behandlung nötig ist. Man unterscheidet folgende Arten:

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  • Epidurales Hämatom: Hier fließt Blut zwischen den Schädelknochen und der harten Hirnhaut (Dura mater).
  • Subdurales Hämatom: Das Blut sammelt sich unter der harten Hirnhaut. Es gibt eine akute Form, die sofort Beschwerden macht, und eine chronische Form, die sich langsam entwickelt.
  • Subarachnoidalblutung: Das Blut liegt zwischen zwei weiteren Hirnhäuten, der Arachnoidea und der Pia mater.
  • Intrazerebrales Hämatom: Hier entsteht die Blutung direkt im Gewebe des Gehirns.

Symptome

Die Symptome eines geschlossenen Hämatoms im Gehirn können je nach Art, Größe und Lokalisation des Hämatoms variieren. Einige Symptome treten unmittelbar nach der Verletzung auf, während andere sich erst nach Stunden, Tagen oder sogar Wochen entwickeln können.

Allgemeine Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas sind:

  • Verwirrtheit
  • Gedächtnisstörungen (retrograde Amnesie)
  • Bewusstlosigkeit
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen (von leichter Verwirrtheit bis Stupor)
  • Lähmungen
  • Koordinationsstörungen
  • Sprachprobleme
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Kreislaufstörungen
  • Probleme mit dem Blutdruck
  • Atemstörungen
  • Nierenprobleme

Spezifische Symptome bei verschiedenen Arten von Hämatomen:

  • Gehirnerschütterung: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsprobleme, Benommenheit
  • Epiduralhämatom: Zunehmende Kopfschmerzen, Bewusstseinstrübung bis hin zu Koma, Übelkeit und Erbrechen, Unruhe oder Verwirrtheit, epileptische Anfälle
  • Akutes subdurales Hämatom: Orientierungsstörungen, Bewusstseinsstörungen, Denkstörungen, erhöhter Hirndruck, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Lähmungen, asymmetrische Pupillen, Übelkeit und Erbrechen
  • Chronisches subdurales Hämatom: Kopfschmerzen, Benommenheit und Müdigkeit, Lähmungserscheinungen, neurologische Ausfallerscheinungen (z. B. Sehstörungen, Denkstörungen, Sprachprobleme, Taubheitsgefühle)
  • Intrazerebrales Hämatom und Hirnprellungen: Lähmungen, akute einsetzende Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit und Erbrechen

Ein "luzides Intervall" bezeichnet eine scheinbare Erholungsphase nach einer Kopfverletzung, auf die jedoch bald eine Verschlechterung des Zustands folgt.

Diagnose

Ein Schädel-Hirn-Trauma muss schnellstmöglich diagnostiziert und behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden. Zu den ersten Untersuchungen gehören:

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  • Schnelle Beurteilung der Verletzung
  • Klärung des Bewusstseinszustands
  • Überprüfung von Atmung und Kreislauf
  • Klinische neurologische Untersuchung (Neuro-Status)

Der Schweregrad eines Schädel-Hirn-Traumas wird mit der Glasgow Koma Skala (GCS) geschätzt. Die GCS beurteilt die Bewusstseinslage, die Orientiertheit, das Sprech- und Sprachvermögen und die motorische Reaktion des Verletzten.

Weitere diagnostische Maßnahmen:

  • Wiederholte neurologische Untersuchungen
  • Computertomographie (CT): Auf den CT-Aufnahmen lassen sich Verletzungen der Kopfknochen, Blutungen und bestimmte Schädigungen des Gehirns meist gut erkennen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT stellt Verletzungen des Gehirns detaillierter als die CT dar.
  • Blutuntersuchungen

Behandlung

Die Behandlung eines geschlossenen Hämatoms im Gehirn hängt von der Art, Größe und Lokalisation des Hämatoms sowie vom Zustand des Patienten ab.

Akuttherapie

Die Akuttherapie zielt darauf ab, den Patienten zu stabilisieren, die Verletzung zu versorgen und Komplikationen zu behandeln. Bei leichten Verletzungen genügt es oft, sich für einige Tage zu schonen. Bei mittelschweren und schweren Schädel-Hirn-Traumata werden die Patienten stationär neurologisch überwacht oder intensivmedizinisch betreut. Koma-Patienten müssen z. T. künstlich beatmet und ernährt werden.

Operation

In bestimmten Fällen ist eine Operation erforderlich:

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  • Verletzungen der Knochen von Schädel, Schädelbasis oder Gesicht
  • Blutungen im Kopf, die auf das Gehirn drücken
  • Anstieg des Hirndrucks, der nicht durch andere Maßnahmen gesenkt werden kann

Bei der Operation wird der Schädel geöffnet (Kraniotomie) und das Hämatom ausgeräumt (Hämatomevakuation). Blutende Gefäße werden verschlossen. In einigen Fällen wird ein Katheter oder Shunt gelegt, um Nervenwasser abzuleiten und den Hirndruck zu senken.

Medikamentöse Therapien

Ein Schädel-Hirn-Trauma kann vielfältige neurologische und allgemeinmedizinische Folgen haben, die medikamentös behandelt werden, z. B.:

  • Infektionen
  • Krampfanfälle
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Funktionsstörungen der Nieren
  • Schmerzen

Frührehabilitation und Rehabilitation

Die Frührehabilitation wird bei Menschen mit schweren Hirnverletzungen bereits im Krankenhaus begonnen. Sie umfasst physiotherapeutische, ergotherapeutische und logopädische Maßnahmen.

Nach Abschluss der Akutbehandlungen schließt sich eine neurologische Rehabilitation an. Dort werden die Folgen der Hirnverletzung gezielt behandelt, um Fähigkeiten wieder aufzubauen und den Alltag bestmöglich zu erleichtern. Ziel der neurologischen Rehabilitation ist es, die Folgen der Hirnverletzung bestmöglich auszugleichen und die Selbstständigkeit und Lebensqualität umfassend zu verbessern.

Behandlung von Epiduralhämatomen

Bei Epiduralhämatomen ist meist eine Notoperation nötig. Bei dem neurochirurgischen Eingriff wird der Schädel geöffnet (Kraniotomie). Anschließend wird das Hämatom ausgeräumt (Hämatomevakuation). Außerdem sollen blutende Gefäße verschlossen werden. Danach wird der Schädel, wenn möglich, wieder verschlossen.

Behandlung von Subduralhämatomen

Ein kleines subdurales Hämatom erfordert keinen operativen Eingriff. Handelt es sich allerdings um eine größere subdurale Blutung muss es operativ entfernt werden. Um den Hirndruck zu senken, werden mehrere kleine Löcher in die Schädeldecke gebohrt. In anderen Fällen muss die Schädeldecke geöffnet werden, um das Hämatom zu entfernen.

Komplikationen

Nach einem Schädel-Hirn-Trauma können vielfältige Komplikationen auftreten:

  • Schwellungen des Gehirns
  • Erhöhter Hirndruck
  • Blutungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Mangelhafte Sauerstoffversorgung des Gehirns
  • Entzündungen
  • Epilepsie
  • Lähmungen und Spastik
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Kognitive Störungen
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Wachkoma

Einige Langzeitkomplikationen sind möglich:

  • Postkommotionelles Syndrom (anhaltender Symptomkomplex mit Beschwerden wie Kopfschmerz, Schwindel, Konzentrationsstörungen)
  • Bleibende Lähmungen und andere neurologische Defizite
  • Gedächtnisstörungen
  • Angst
  • Depression
  • Schwindel
  • Epilepsie

Prognose

Die Prognose eines geschlossenen Hämatoms im Gehirn hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter:

  • Schweregrad der Verletzung
  • Art und Lokalisation des Hämatoms
  • Alter und allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten
  • Zeitpunkt der Diagnose und Behandlung

Mit einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung ist die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Genesung groß. Das Risiko für bleibende Schäden ist bei jüngeren Personen geringer.

Vorbeugung

Es gibt einige Faktoren, die Sie positiv beeinflussen können, um einer Hirnblutung vorzubeugen. Zu diesen Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Konsum von Alkohol oder Drogen.

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