Erweiterte Pupillen: Ursachen, neurologische Zusammenhänge und Behandlungsmöglichkeiten

Die Augen sind oft als Fenster zur Seele bezeichnet worden und können viel über unsere Gefühle, unseren Gesundheitszustand und unsere Reaktionen auf die Welt um uns herum verraten. Eines der faszinierendsten Merkmale des menschlichen Auges sind die Pupillen - diese winzigen, aber doch so vielsagenden schwarzen Kreise in der Mitte unserer Augen. Weitete Pupillen können tatsächlich viel über unseren Gesundheitszustand, unsere Emotionen und sogar unsere Umgebung verraten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen erweiterter Pupillen und erklärt, was vergrößerte Pupillen über unsere körperliche und emotionale Verfassung aussagen können und gibt einen Einblick in neurologische Ursachen und Behandlungsansätze.

Was sind erweiterte Pupillen (Mydriasis)?

Erweiterte Pupillen, auch als Mydriasis bezeichnet, sind Pupillen, die größer und offener als normal sind. Die Pupille ist die schwarze, zentrale Öffnung in der Mitte der Iris, die die Menge des einfallenden Lichts reguliert, indem sie sich verengt oder erweitert. Normalerweise liegt die Pupillengröße in einem Bereich von etwa 2 bis 4 Millimetern im Durchmesser unter normalen Lichtbedingungen. Pupillen, die außerhalb dieses Bereichs liegen, gelten als erweitert. Es ist wichtig zu beachten, dass die Pupillengröße jedoch variabel ist und von vielen Faktoren abhängt, einschließlich der Lichtverhältnisse und der individuellen Reaktion des Körpers auf verschiedene Stimuli. Daher ist eine genaue Definition dessen, was als "erweitert" betrachtet wird, nicht in allen Situationen eindeutig. In medizinischen Untersuchungen und Diagnosen können Ärzte spezielle Werkzeuge wie Pupillometer verwenden, um die genaue Pupillengröße zu messen und festzustellen, ob sie außerhalb des normalen Bereichs liegt. Wenn Pupillen stark erweitert sind und nicht auf natürliche Faktoren wie Dunkelheit oder emotionale Reaktionen zurückzuführen sind, kann dies auf eine zugrunde liegende medizinische Ursache hinweisen und erfordert in der Regel eine weitere Untersuchung und Diagnose durch einen Arzt.

Ursachen für erweiterte Pupillen

Erweiterte Pupillen können verschiedene Ursachen haben, von physiologischen Reaktionen bis hin zu medizinischen Bedingungen. Hier sind einige Gründe für weite Pupillen:

Natürliche Reaktion auf Licht

Eine der häufigsten Ursachen für weite Pupillen ist die natürliche Reaktion auf unterschiedliche Lichtverhältnisse. Bei geringem Licht, wie in dunklen Räumen oder bei Nacht, erweitern sich die Pupillen, um mehr Licht ins Auge zu lassen und die Sicht in schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern. Bei hellem Licht verengen sich die Pupillen, um die Menge des einfallenden Lichts zu begrenzen.

Emotionale Reaktionen

Starke emotionale Reaktionen, wie Aufregung, Angst oder sexuelle Erregung, können zu vergrößerten Pupillen führen. Dies geschieht als Teil der physiologischen Antwort des autonomen Nervensystems auf emotionale Stimuli.

Lesen Sie auch: Weihnachtslektüre für Demenzpatienten

Drogen und Medikamente

Die Einnahme bestimmter Drogen oder Medikamente kann große Pupillen verursachen. Dazu gehören Drogen wie Amphetamine, MDMA (Ecstasy), Kokain und LSD. Einige verschreibungspflichtige Medikamente, wie beispielsweise Atropin oder Phenylephrin-haltige Augentropfen, werden ebenfalls zur Pupillenerweiterung eingesetzt.

Medizinische Bedingungen

Einige medizinische Probleme, wie Glaukom (eine Augenkrankheit mit erhöhtem Augeninnendruck), Augenverletzungen oder neurologische Störungen, können zu erweiterten Pupillen führen. In solchen Fällen sind weite Pupillen oft ein Anzeichen für ein zugrunde liegendes Gesundheitsproblem.

Chirurgische Eingriffe

Nach bestimmten Augenoperationen, wie einer Katarakt-Operation, können vorübergehend vergrößerte Pupillen auftreten. Dies ist normalerweise eine vorübergehende Reaktion auf die Operation und sollte sich mit der Zeit normalisieren.

Genetische Veranlagung

Bei einigen Menschen können vergrößerte Pupillen auf genetische Veranlagung zurückzuführen sein und ohne spezifischen Grund auftreten.

Weitere medizinische Ursachen

  • Glaukom: Eine Augenerkrankung, bei der der Druck im Auge erhöht ist, kann zu erweiterten Pupillen führen.
  • Augenverletzungen: Verletzungen des Auges können die Pupillenreaktion beeinträchtigen und zu weiten Pupillen führen.
  • Neurologische Erkrankungen: Einige neurologische Erkrankungen, wie eine Hirnverletzung oder ein Schlaganfall, können die Kontrolle über die Pupillen beeinflussen.
  • Adie-Pupille: Dies ist eine seltene neurologische Störung, bei der eine Pupille aufgrund einer gestörten Nervenfunktion dauerhaft erweitert ist.

Anisokorie: Ungleich große Pupillen

Anisokorie beschreibt eine Differenz der Pupillendurchmesser zwischen beiden Augen. Eine solche Differenz ist in den allermeisten Fällen harmlos. Gelegentlich kann es sich aber um ein Zeichen einer neurologischen Erkrankung handeln.

Lesen Sie auch: Demenz Beschäftigungsideen

Ursachen und Auslöser für ungleiche Pupillen (Anisokorie)

Einige der häufigsten Ursachen oder Auslöser für ungleiche Pupillen sind:

  • Neurologische Störungen wie Epilepsie, Multiple Sklerose, Meningitis, Hirnverletzungen und erhöhter Hirndruck
  • Augenverletzungen wie Schäden an der Augenmuskulatur oder Sturzverletzungen
  • Entzündliche Erkrankungen wie Uveitis, Konjunktivitis oder Optikusneuritis
  • Bestimmte Medikamente wie Antidepressiva, Antipsychotika, Schmerzmittel und bestimmte Antihistaminika
  • Schwangerschaft
  • Hirntumor
  • Blutung im Augapfel
  • Trauma des Gehirns
  • Intraokulare Fremdkörper
  • Schädigung des Sehnervs durch Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukom)
  • Drogenkonsum
  • Übermäßiger Konsum von Alkohol
  • Stress oder Angstzustände
  • Schlaganfall
  • Epilepsie
  • Aneurysma
  • Diabetes
  • Migräne

Es kann auch durch einen Eingriff am Auge wie eine Katarakt-Operation zu einer vorübergehenden Anisokorie kommen. Dies ist jedoch normal und sollte innerhalb weniger Wochen verschwinden. Eine Pupillendifferenz kann zudem eine physiologische Reaktion auf Stress sein.

Wenn die Pupillendifferenz länger als ein paar Wochen anhält, sollte allerdings ein Augenarzt/ eine Augenärztin aufgesucht werden, um eine mögliche Ursache abzuklären und eine angemessene Behandlung zu erhalten.

Arten der Anisokorie

Es gibt grundsätzlich zwei Arten der Anisokorie: physiologisch und pathologisch. Eine physiologische Pupillendifferenz ist eine vollkommen harmlose, angeborene Anisokorie, die zumeist durch einen leichten Unterschied in der Größe der Pupillen erkennbar wird und keine Behandlung erfordert. Bei einer pathologischen Anisokorie hingegen ist eine Pupille deutlich größer als die andere. Das kann auf eine bestimmte Grunderkrankung oder auf eine ganze Reihe von anderen Faktoren zurückgeführt werden. Daher ist es wichtig, ein solches Symptom ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen, um eine mögliche Ursache abzuklären und eine angemessene Behandlung zu erhalten.

Diagnose und Behandlung der Anisokorie

Die Diagnose der Pupillendifferenz erfolgt durch eine gründliche Augenuntersuchung, bei der die Pupillen auf Größe, Form und Reaktion auf Licht untersucht werden. Die Behandlung der Anisokorie hängt von der Ursache ab und kann Medikamente, Laserbehandlung oder chirurgische Eingriffe beinhalten. In den meisten Fällen kann die Pupillendifferenz jedoch erfolgreich mit Augentropfen behandelt werden, um die Größe der Pupillen zu regulieren. Wenn die verschieden großen Pupillen durch eine schwerwiegende Erkrankung verursacht wird, kann eine Operation erforderlich sein. Wenn die Pupillendifferenz durch ein neurologisches Problem verursacht wird, kann eine medizinische Behandlung, physiotherapeutische Behandlung und die Anwendung spezielle Augenübungen erforderlich sein.

Lesen Sie auch: Leitfaden für Spiele mit Demenz

Neuro-ophthalmologische Störungen und erweiterte Pupillen

Neuro-ophthalmologische Störungen betreffen das Auge, die Pupille, den Nervus opticus (lat., Sehnerv), die extraokulären Muskeln und ihre Nerven. Auch die zentralen Bahnen zur Kontrolle und Integration der Augenbewegungen und des Sehens können betroffen sein.

Beispiele für neurologische Erkrankungen mit Auswirkungen auf die Pupillen

  • Anteriore ischämische Optikusneuropathie (AION): Die AION ist eine häufige Ursache für eine plötzliche Sehverschlechterung bei Patienten über fünfzig. Die Ursache für diese Erkrankung ist der Ausfall der Blutversorgung des Sehnervs, was zu einer Schädigung der Nervenfasern führt. Leitsymptom einer AION ist eine schmerzlose, sich verschlechternde Sehfähigkeit (die Sicht ist verschwommen, verschattet und dunkel, Farben wirken abgeblasst) mit Gesichtsfeldausfällen. Diese Veränderungen sind meist länger anhaltend.
  • Leber’sche hereditäre Optikusneuropathie: Leber’sche hereditäre Optikusneuropathie ist eine neuro-degenerative Erbkrankheit, die zu einer plötzlichen einseitigen Erblindung führen kann. Häufig folgt das andere Auge innerhalb von einigen Monaten. Die Ursache liegt in den Ganglienzellen des Sehnervens. Die Erkrankung gehört zu den Mitochondriopathien, also einer mütterlicherseits vererbten Erkrankung der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen). Das führt zu einem Schwund von Fasern des Sehnervens, v.a. im Randbereich. Die Patienten bemerken zunächst eine Störung der Farbwahrnehmung, insbesondere bei Rot und Grün. Im Endstadium führt die Erkrankung zur Erblindung.
  • Benigner essentieller Blepharospasmus (BEB): Beim BEB kommt es zu unkontrollierbarem Blinzeln, Zusammenkneifen der Lider und zu einem krampfartigen Lidschluss. Dieses Krankheitsbild tritt in mittleren Jahren auf und betrifft mehr Frauen als Männer. Die Ursache kann eine Fehlfunktion im Bereich der Basalganglien (der Teil des Gehirns, welcher Bewegungen koordiniert) sein.
  • Durchblutungsbedingte (mikrovaskuläre) Augenbewegungsstörung: Eine solche Lähmung tritt am häufigsten bei älteren Menschen in Form von plötzlich auftretenden Doppelbildern auf. Die für die Augenbewegung zuständigen Hirnnerven sind aufgrund einer Durchblutungsstörung nicht ausreichend versorgt. Weitere Faktoren, die dazu führen, sind ein erhöhter Blutdruck (Hypertonie) und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). In der Regel verbessert sich die Symptomatik mit der Zeit und verschwindet ohne Doppelbilder zu hinterlassen.
  • Optikusneuritis (Neuritis nervi optici): Die Optikusneuritis ist eine Sehnervenentzündung und stellt eine der häufigsten Ursachen für die plötzliche Sehminderung (Dunkelsehen, Störung des Farbsehens) bei jungen Patienten dar. Schmerzen neben oder hinter dem Auge, besonders beim Bewegen der Augen, sind charakteristische Symptome dieser Erkrankung. Die häufigste Ursache einer Optikusneuritis ist eine Multiple Sklerose (MS).
  • Hypophysentumor: Hypophysenadenome (etwa 15 % aller Hirntumoren, Altersgipfel 35-45 Jahre) sind meist gutartige Tumore, die von Hormonzellen des Vorderlappens der Hirnanhangsdrüse ausgehen. Sie wachsen gegen die umgebenden Strukturen verdrängend oder infiltrativ vor. Da die Hypophyse genau an der Sehnervenkreuzung liegt, können größere Tumore, die deutlich seltener sind, zu Sehstörungen und Gesichtsfeldausfällen führen.
  • Meningeome: Meningeome sind sehr langsam wachsende gutartige Tumore, die den Sehnerven oder die Sehnervenkreuzung komprimieren können, ohne dass das zunächst auffällig ist.
  • Raumforderungen im Gehirn: Hirntumore können zu verschiedensten Augensymptomen führen. Je nach Lage des Tumors entsteht ein gemischtes Bild an neuro-ophthalmologischen Ausfällen. So treten oftmals Gesichtsfeldausfälle und Augenbewegungsstörungen auf. Häufig kommt es zu einer Stauung der Hirnflüssigkeit (Liquor) mit einer nachfolgender Hirndrucksteigerung.
  • Schlaganfall (Apoplex): Der Schlaganfall ist eine Erkrankung aus dem neurologischen Fachgebiet. Dabei kann sich ein Schlaganfall isoliert an der Sehrinde manifestieren, so dass nur ein Gesichtsfeldausfall auf das Geschehen hinweist und keine weiteren neurologischen Symptome auftreten.
  • Pseudotumor cerebri: Bei dieser Krankheit ist der Hirndruck erhöht, ohne dass es dafür eine klar erkennbare Ursache gibt. Der Sehnerv kann stark anschwellen und mit der Zeit Schaden nehmen. Betroffen sind meistens jüngere Frauen mit Übergewicht, die an Kopfschmerzen leiden.
  • Endokrine Orbitopathie: Die Endokrine Orbitopathie ist eine Autoimmunerkrankung (eine Aktivität des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe), die oft Zellen der Schilddrüse betrifft (Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis). Es werden dabei Substanzen produziert, die zu einem Wachstum der Augenmuskeln und des orbitalen Fettgewebes führen. Typische Symptome sind Doppelbilder, Hervortreten der Augen (Exophthalmus) und hochgezogene Augenlider mit Augenreizung.
  • Lähmung des Nervus oculomotorius: Pupille am betroffenen Auge erweitert, z.B. bedingt durch Prozesse im Bereich der Schädelbasis (Tumore, Gefäßveränderungen, Entzündungen) oder im Bereich der Augenhöhle
  • Horner-Syndrom: Pupille am betroffenen Auge verengt; herabhängendes Augenlid, sowie scheinbar kleineres Auge - Pseudoenophthalmus) bedingt durch Schädigung des Nervus symphaticus
  • Parinaud Syndrom: bedingt durch z. B. Tumore im Mittelhirnbereich

Behandlung von erweiterten Pupillen

Die Behandlung von erweiterten Pupillen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Weite Pupillen selbst sind in der Regel keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom für verschiedene medizinische oder physiologische Zustände. Hier sind einige mögliche Ansätze zur Behandlung, abhängig von der Ursache:

  • Physiologische Reaktion auf Licht: Wenn vergrößerte Pupillen auf eine normale Reaktion auf veränderte Lichtverhältnisse zurückzuführen sind, bedarf es keiner spezifischen Behandlung. Die Pupillen sollten sich von selbst verengen, wenn das Licht heller wird.
  • Emotionale Reaktionen: Große Pupillen aufgrund von Emotionen erfordern in der Regel keine Behandlung, da sie eine natürliche Reaktion des autonomen Nervensystems sind. Die Pupillen normalisieren sich, wenn die emotionale Erregung nachlässt.
  • Drogen und Medikamente: Wenn erweiterte Pupillen auf den Konsum von Drogen oder Medikamenten zurückzuführen sind, ist die Behandlung darauf ausgerichtet, die Wirkung der Substanzen zu beenden oder zu minimieren. In einigen Fällen kann dies medizinische Unterstützung erfordern.
  • Medizinische Bedingungen: Wenn weite Pupillen auf eine zugrunde liegende medizinische Erkrankung hinweisen, sollte die Behandlung auf die Ursache der Pupillenerweiterung abzielen. Beispielsweise kann bei Glaukom die Senkung des Augeninnendrucks erforderlich sein.
  • Chirurgische Eingriffe: Nach bestimmten Augenoperationen können erweiterte Pupillen vorübergehend auftreten. In der Regel normalisiert sich die Pupillengröße im Laufe der Zeit von selbst, und keine spezielle Behandlung ist erforderlich.
  • Genetische Veranlagung: Wenn vergrößerte Pupillen auf genetische Veranlagung zurückzuführen sind und keine anderen Symptome oder Probleme verursachen, ist keine Behandlung erforderlich.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Behandlung von erweiterten Pupillen darauf abzielt, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln oder zu kontrollieren, anstatt die Pupillen selbst zu behandeln. Um die beste Vorgehensweise bei weiten Pupillen zu bestimmen, sollten Sie einen Arzt konsultieren, der die genaue Ursache ermitteln und eine angemessene Behandlung empfehlen kann.

Pupillenfunktionsstörungen

Es gibt eine Vielzahl an Pupillenfunktionsstörungen, die vor allem durch neurologische oder internistische Erkrankungen bedingt sein können.

Ursachen für Pupillenfunktionsstörungen

  • Erkrankungen des Auges z.B. Makulopathie (Veränderungen im Bereich der Makula), Optikusatrophie (Sehnervenschädigung), Irisdefekte (Veränderungen der Regenbogenhaut)
  • Nervenerkrankungen:
    • Lähmung des Nervus oculomotorius (Pupille am betroffenen Auge erweitert), z.B. bedingt durch Prozesse im Bereich der Schädelbasis (Tumore, Gefäßveränderungen, Entzündungen) oder im Bereich der Augenhöhle
    • Horner-Syndrom (Pupille am betroffenen Auge verengt; herabhängendes Augenlid, sowie scheinbar kleineres Auge - Pseudoenophthalmus) bedingt durch Schädigung des Nervus symphaticus
    • Parinaud Syndrom bedingt durch z. B. Tumore im Mittelhirnbereich
  • Gabe von Medikamenten, z. B. Augentropfen
  • Toxisch durch z. B. Alkohol

Akkommodationsstörungen

Als Akkommodation (Naheinstellvermögen) bezeichnet man die Fähigkeit, naheliegende und entfernte Objekte scharf darzustellen. Dies wird durch die Verformbarkeit der Linse und die dadurch bedingte Änderung der Brechkraft ermöglicht. Die Linse befindet sich hinter der Regenbogenhaut und der Pupille. Je nach Veränderung des Muskeltonus flacht die Linse ab (Ziliarmuskel ist entspannt, Sehen in der Ferne) oder verformt sich wie eine Art Kugel, wodurch sich die Brechkraft erhöht (Ziliarmuskel ist kontrahiert, Sehen in der Nähe). Die Akkommodation kann zum Beispiel durch einen Spasmus oder eine Lähmung gestört werden. Eine lang anhaltende, ungewollte Kontraktion des Ziliarmuskels wird als Akkommodationsspasmus bezeichnet. Der Patient berichtet über meist tiefliegende Augenschmerzen sowie unscharfes Sehen in der Ferne. Eine Akkommodationslähmung liegt bei einer Lähmung des Nervus parasympathicus, der den Ziliarmuskel innerviert, vor. Die Fähigkeit zur Akkommodation ist unterbrochen und sorgt für ein Verschwommensehen in der Nähe.

Horner-Syndrom beim Kind

Das kindliche Horner-Syndrom kann u. a. Eine einseitig weite, nichtreagible Pupille beim gesunden Kind ist verdächtig auf eine pharmakologische Kontamination mit z. B. Atropin. In Abgrenzung zu neurogenen Ursachen lässt sich dabei die Pupille mit Pilocarpin-Augentropfen nicht verengen. Differenzialdiagnostisch zu erwägen ist eine innere Okulomotoriusparese, evtl. auch als Indikator für einen akuten intrakraniellen Prozess mit Hirnstammeinklemmung.

Pupillotonie

Bei der Pupillotonie reagiert die Pupille kaum auf Licht und sehr langsam bei der Konvergenz. Ebenso langsam erfolgt die Erweiterung. Die pathologische Pupille ist oft unrund und je nach Stadium der Störung weiter oder enger. Die betroffene Seite reagiert überempfindlich und kontrahiert sich auf gering konzentrierte (0,1 %) Pilocarpin-Augentropfen in den Bindehautsack. Die normale Pupille wird davon nicht beeinflusst.

Leukokorie

Ursache der Leukokorie sind Trübungen in Linse oder Glaskörper bis hin zu organisierten Massen im Glaskörperraum, z. B. nach Blutungen, bei exsudativer Retinopathie, im fortgeschrittenen Narbenstadium der Frühgeborenenretinopathie und beim Retinoblastom.

tags: #grobe #pupillen #neurologie