Ein geschwollener Nerv am großen Zeh, auch bekannt als Morton-Neurom oder interdigitale Neuritis, kann eine schmerzhafte und einschränkende Erkrankung sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten für diese Erkrankung, um Betroffenen ein umfassendes Verständnis zu ermöglichen und ihnen zu helfen, die bestmögliche Versorgung zu erhalten.
Was ist ein Schneiderballen?
Ein Schneiderballen, auch bekannt als Taylor's Bunion, ist eine Exostose (Überbein) am äußeren Rand des kleinen Zehs (5. Metatarsale). Diese Fehlstellung führt dazu, dass das Zehenköpfchen des 5. Zehs übersteht und eine Schwellung an der Außenkante des Fußes verursacht. Der Schneiderballen betrifft das Grundgelenk des kleinen Zehs mit dem Metatarsalknochen. Die Metatarsalknochen sind die fünf langen Knochen des Mittelfußes.
Die Bezeichnung "Schneiderballen" leitet sich von der traditionellen Schneiderposition ab, bei der Schneider den ganzen Tag mit gekreuzten Beinen auf einer harten Oberfläche saßen. Diese Haltung führte zu einer ständigen Belastung der Grundgelenke der kleinen Zehen, was die charakteristische Schwellung verursachte.
Ursachen eines Schneiderballens
Die häufigste Ursache für einen Schneiderballen ist ein Spreizfuß. Durch die Aufspreizung der Mittelfußknochen bildet sich eine Vorwölbung am Außenrand des Fußes, die durch ungünstig geschnittene Schuhe unter ständigen Druck gerät. Schuhe mit hohen Absätzen verstärken diesen Druck zusätzlich.
In seltenen Fällen kann ein Schneiderballen auch angeboren sein. Oftmals tritt er beidseitig auf.
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Symptome eines Schneiderballens
Durch das Hervortreten des kleinen Zehs an der Außenseite des Fußes entsteht Druck in diesem Bereich. Der kleine Zeh reibt schmerzhaft am Schuh, was zur Bildung von Hornhaut und Druckstellen führt. Es können auch Schleimbeutelentzündungen über dem Grundgelenk des kleinen Zehs und Hühneraugen zwischen dem 4. und 5. Zeh entstehen. Die betroffene Stelle kann gerötet, geschwollen und entzündet sein.
Diagnose eines Schneiderballens
In den meisten Fällen ist eine Blickdiagnose im Rahmen der klinischen Untersuchung ausreichend, um einen Schneiderballen zu erkennen. Ein Röntgenbild kann jedoch weitere Informationen über die Ausprägung der Fehlstellung liefern und zur OP-Planung dienen, falls eine operative Therapie notwendig ist. Auf dem Röntgenbild steht das Zehenköpfchen des 5. Zehs deutlich über, und der Winkel zwischen den Mittelfußknochen des 4. und 5. Zehs ist vergrößert.
Nichtoperative Behandlungsmöglichkeiten
Alle nichtoperativen Maßnahmen zielen darauf ab, den Druck auf den Schneiderballen zu reduzieren. Dazu gehören:
- Geeignetes Schuhwerk: Tragen von Schuhen mit ausreichend Platz im Zehenbereich, um Reibung und Druck zu vermeiden.
- Polsterung: Verwendung von Polstern oder Bandagen, um den Schneiderballen vor Druck zu schützen.
- Einlagen: Spezielle Einlagen können helfen, den Fuß zu stützen und die Gewichtsverteilung zu verbessern.
- Fußübungen: Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur und zur Verbesserung der Fußstellung können helfen, die Beschwerden zu lindern.
Operative Behandlungsmöglichkeiten
Wenn die konservative Therapie nicht ausreicht, kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden. Ziel der Operation ist es, die Fehlstellung zu korrigieren und den Druck auf den Schneiderballen zu reduzieren. Es gibt verschiedene operative Verfahren, die je nach Ausprägung der Fehlstellung und individuellen Bedürfnissen des Patienten eingesetzt werden können.
Übungen zur Behandlung eines Spreizfußes
Da ein Spreizfuß oft ursächlich für einen Schneiderballen ist, können folgende Übungen helfen, das Quergewölbe zu trainieren und den Spreizfuß zu verringern:
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- Übung 1:
- Ausgangsstellung: Sitzen Sie auf einem Stuhl, das Knie des betroffenen Fußes leicht nach außen gekippt. Der Fuß ist auf den Außenrand gekippt.
- Schieben Sie das Ende eines Gymnastikbandes unter das äußere Drittel der Ferse und fixieren Sie es. Ziehen Sie dann eine Schlaufe um das Großzehengrundgelenk.
- Drücken Sie den Fuß gegen den Widerstand des Bandes zum Boden und bringen Sie ihn zurück in die Ausgangsposition.
- Wiederholen Sie die Übung 10-mal pro Fuß, 2-3 Sätze mit 30 Sekunden Pause.
- Übung 2:
- Ausgangsstellung: Sitz auf dem Boden oder einem Stuhl.
- Rollen Sie beide Zehenballen behutsam nach unten innen und üben Sie gleichzeitig mit den Fingerkuppen einen sanften Druck in der Mitte der Fußsohle aus.
- Lassen Sie den Druck durch Ihre Hand langsam los und halten Sie durch Anspannen Ihrer kleinen Fußmuskeln das Quergewölbe aufrecht.
- Halten Sie die Spannung für 10 Sekunden und wiederholen Sie die Übung aufs Neue.
- Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenen Fuß 10-mal, 2-3 Sätze mit 30 Sekunden Pause.
- Übung 3:
- Ausgangsstellung: Sitz oder Stand.
- Modellieren Sie Ihren Groß- und Kleinzehenballen sanft um einen Ball, sodass die Grundgelenke der Zehen einen C-Bogen bilden (Quergewölbe).
- Versuchen Sie, diesen Bogen zu halten und lösen Sie langsam den Kontakt zum Ball, bis Sie über ihm schweben.
- Heben Sie nun den Fuß an und halten Sie das Quergewölbe weiter aufrecht.
- Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenen Fuß 10-mal, 2-3 Sätze mit 30 Sekunden Pause.
- Übung 4:
- Ausgangsstellung: Stand, der betroffene Fuß steht weit hinten.
- Aktivieren Sie mit einem kräftigen Impuls das Quergewölbe und bringen Sie den Fuß schwungvoll nach vorne. Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen kleinen Gegenstand vom Boden mitnehmen.
- Achten Sie darauf, dass die Zehengrundgelenke gebeugt sind, ohne dass die Zehen krallen.
- Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenen Fuß 15-mal, 2-3 Sätze mit 30 Sekunden Pause.
Weitere Fußprobleme und Behandlungen
Neben dem Schneiderballen gibt es eine Vielzahl weiterer Fußprobleme, die Schmerzen und Beschwerden verursachen können. Einige der häufigsten sind:
- Hallux Valgus: Eine Fehlstellung der Großzehe, bei der sich der Zeh nach innen in Richtung der anderen Zehen verschiebt.
- Hallux Rigidus: Eine Arthrose des Großzehengrundgelenks, die zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.
- Krallenzehen und Hammerzehen: Fehlstellungen der kleinen Zehen, bei denen sich die Zehen beugen und verkrallen.
- Plantarfasziitis: Eine Entzündung der Plantarfaszie, einem Band, das entlang der Fußsohle verläuft.
- Achillessehnenprobleme: Schmerzen und Entzündungen der Achillessehne, die sich an der Rückseite der Ferse befindet.
- Osteochondrose: Eine degenerative Erkrankung von Knorpeln und Knochen im Bereich der Gelenke oder der Wirbelsäule.
- Distorsion: Eine Verletzung der Bänder (Ligamente) oder der Gelenkkapsel, meist durch eine Verdrehung des Gelenks verursacht.
- Kutane Vaskulitis: Eine Entzündung der Blutgefäße in der Haut, die zu verschiedenen Hautveränderungen führen kann.
Die Behandlung dieser Fußprobleme hängt von der jeweiligen Diagnose und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Konservative Maßnahmen wie geeignetes Schuhwerk, Einlagen, Physiotherapie und Schmerzmittel können oft helfen, die Beschwerden zu lindern. In einigen Fällen kann jedoch eine Operation erforderlich sein, um die Fehlstellung zu korrigieren oder die Entzündung zu beseitigen.
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