Heidi Klum in der Kritik: Zwischen Glamour, Vorwürfen und öffentlicher Wahrnehmung

Heidi Klum, seit Jahrzehnten eine feste Größe im Model-Business und gefeiert für ihr strahlendes Lächeln, ihren positiven Ansatz und ihren unverkennbaren Stil, steht immer wieder im Zentrum öffentlicher Kritik. Während sie international als glamouröse Ikone gefeiert wird, schlägt ihr in Deutschland oft Ablehnung entgegen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten der Kritik an Heidi Klum, von den Anfängen ihrer Karriere bis hin zu ihrer Rolle als Produzentin und Moderatorin von "Germany's Next Topmodel" (GNTM).

Harte Anfänge im Model-Business

Heidi Klums Karriere begann nicht ohne Hindernisse. In einem Interview mit der Modezeitschrift "Elle" gewährte sie einen Einblick in ihre frühen Erfahrungen. Vor ihrer internationalen Karriere stand sie für ein Brautmagazin vor der Kamera. Ein Fotograf kritisierte ihr Lachen als "schrecklich" und schrie sie an, was sie zum Weinen brachte. Diese Erfahrung entmutigte sie jedoch nicht. Sie nahm die Kritik ernst, aber nicht persönlich, und nutzte sie als Ansporn. Diese Einstellung half ihr, in der oft harten Model- und Medienwelt erfolgreich zu sein.

"Germany's Next Topmodel" im Kreuzfeuer

Ein Hauptgrund für die Kritik an Heidi Klum ist ihre Beteiligung an "Germany's Next Topmodel". Die Sendung, die seit 20 Staffeln im deutschen Fernsehen läuft, steht immer wieder in der Kritik. Ehemalige Kandidatinnen berichten von enormen psychischen Belastungen und werfen der Produktion Manipulation vor, um Drama zu erzeugen.

Vorwürfe der Manipulation und mangelnden Betreuung

Im Mai 2022 erhob die ehemalige GNTM-Teilnehmerin Lijana Kaggwa schwere Vorwürfe gegen Heidi Klum und die GNTM-Produktion. Sie sprach von Manipulation und warf der Sendung vor, Unfälle zu provozieren. Mehrere Ex-Kandidatinnen schlossen sich diesen Anschuldigungen an. Heidi Klum wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass die Sendung die Realität zeige und es keine Drehbücher oder Storylines gebe. Sie bestätigte jedoch, dass sie seit der zweiten Staffel im Jahr 2007 "inhaltlich kreativ mitverantwortlich" und als Executive Producerin hinter den Kulissen tätig ist.

Kritik am Schönheitsideal und fehlender Diversität

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Schönheitsideal, das in der Sendung jahrelang vermittelt wurde. In den ersten Staffeln wurden selbst schlanke Teilnehmerinnen aufgefordert, abzunehmen. Dies führte zu unerreichbar wirkenden Maßstäben. Heidi Klum betonte, dass die körperliche und mentale Gesundheit der Teilnehmer:innen an erster Stelle stehe und psychologische Hilfe zur Verfügung stehe. Seit 2021 setzt sie auf Diversität und hat die Regeln für Alter, Körpermaße und Geschlecht gelockert. Ehemalige Teilnehmerinnen kritisieren jedoch, dass sie falsch dargestellt wurden oder peinliche Situationen provoziert wurden.

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Der Bodyshaming-Eklat und Heidi Klums Reaktion

In einer der neuesten Staffeln kam es zu einem Bodyshaming-Eklat, als ein Kunde einem Kandidaten riet, mehr Sport zu treiben. Der Kandidat reagierte daraufhin wütend und verließ das Casting. Heidi Klum hielt sich zu dem Vorfall bedeckt und empfahl den Zuschauern, sich selbst ein Urteil zu bilden. Diese Reaktion stieß auf Kritik, da viele eine klarere Stellungnahme von ihr erwartet hätten. Einige sahen darin einen "Boomer-Moment", der zeigte, dass sich in der Branche nichts ändere.

Heidi Klums öffentliche Persona

Auch Heidi Klums öffentliche Persona wird kritisiert. Einige werfen ihr vor, ihr sonniges Gemüt nur vorzuspielen, um im TV sympathisch zu wirken. Sie wünschen sich, dass sie sich auch mal von einer verletzlichen Seite zeigt.

Freizügigkeit und Altersdiskriminierung

Heidi Klum präsentiert sich auf Instagram oft freizügig, was regelmäßig zu Spott und Empörung führt. Viele finden es "too much", wenn eine Frau über 50 selbstbewusst zu ihrer sinnlichen Seite steht. Gerade im Hinblick auf ihren jüngeren Ehemann Tom Kaulitz wird sie immer wieder zum Opfer von Altersdiskriminierung.

"Nicht deutsch genug"?

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Heidi Klum vielen nicht "deutsch genug" erscheint. Sie lebt seit Jahrzehnten in Hollywood, gibt fast nur englische Interviews und spricht selbst bei GNTM oft Englisch. Dies erinnert an die Kritik an Filmikone Romy Schneider, die einst verunglimpft wurde, weil sie ihre Heimat "im Stich ließ", um im Ausland Karriere zu machen.

Heidi Klum in den USA: Eine Erfolgsgeschichte

Im Gegensatz zur Kritik in Deutschland wird Heidi Klum in den USA als Superstar gefeiert. Sie hat sich auf den Laufstegen von Hollywood, New York und dem Rest der Welt durchgesetzt, ohne dabei ihre Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit einzubüßen. Viele Amerikaner bewundern ihren "Can-do"-Geist und ihre Fähigkeit, niemals "Nein" als Antwort zu akzeptieren. Ihre Geschichte als Einwanderin mit einem großen Traum und dem Willen, alles dafür zu tun, kommt beim US-Publikum gut an.

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Heidi Klum als Marke

Heidi Klum hat sich im Laufe ihrer Karriere zu einer Marke entwickelt. Sie ist nicht nur ein Model, sondern auch eine Geschäftsfrau, die an verschiedenen Projekten beteiligt ist. Ihre Werbeverträge bringen ihr Millionen von Dollar ein, und sie hat ihre eigene Kosmetiklinie. Diese unternehmerische Seite wird von einigen kritisiert, da sie den Eindruck erweckt, dass Klum vor allem auf ihren eigenen Erfolg bedacht ist.

Heidi Klum und die "Californication"-Kampagne

Ein Beispiel für die Kommerzialisierung ihres Körpers ist die "Californication"-Kampagne für Calzedonia. Auf den Plakaten ist Heidi Klum überlebensgroß im Bikini zu sehen. Einige Kritiker sehen darin eine Objektivierung ihres Körpers und bemängeln, dass die Kampagne wenig Raum für Fantasie lässt. Andere argumentieren, dass Klum selbst die Kontrolle über ihr Image hat und die Kampagne als Ausdruck ihres Selbstbewusstseins interpretiert werden kann.

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