Der Hippokamp: Ein majestätisches Wasserpferd in der griechischen Mythologie

In den Tiefen der griechischen Mythologie finden sich zahlreiche faszinierende Kreaturen, doch nur wenige sind so einzigartig und bezaubernd wie der Hippokamp. Dieses Fabelwesen, das den Körper eines Pferdes mit dem eines Fisches oder einer Schlange verbindet, verkörpert die geheimnisvolle Verbindung zwischen Land und Meer.

Was ist ein Hippokamp?

Ein Hippokamp (auch Hippokampos genannt) ist ein Fabelwesen aus der griechisch-römischen Mythologie. Es ist ein Mischwesen, das vorne Pferd und hinten Fisch ist. Der Name Hippokamp geht auf die lateinische Form Hippocampus zurück.

Die Darstellung des Hippokamp in der antiken Kunst

In der antiken Kunst wird der Hippokamp oft als prunkvolle und edle Kreatur dargestellt. Man findet zahlreiche Darstellungen des Hippokampen, von Wandmalereien in prächtigen Palästen bis hin zu detailreichen Verzierungen auf Keramikgefäßen. Diese Darstellungen betonen oft die Schönheit und Eleganz dieser Kreaturen, wobei ihre Doppelnatur als Verbindung zwischen den Welten gefeiert wird. Besonders schön sind ihre Abbildungen auf Amphoren und Kratern, die man zum Beispiel im Neuen Museum in Berlin bewundern kann. An venezianischen Gondeln sieht man auch Hippokampen und oft findet man in der Kunst Darstellungen von Hippokampen.

Manchmal hat der Vorderteil Flügel und der hintere Teil eine Rückenflosse, die manchmal eingerollt wird wie eine Schlange.

Die Rolle des Hippokamp in der griechischen Mythologie

Hippokamp war in der griechischen Mythologie typischerweise ein Wesen, das den Meeresgöttern als Zug- oder als Reittier geholfen hat. Im Herzen vieler Mythen dient der Hippokamp als treues Reittier für Götter und Helden. Insbesondere Poseidon, der Gott des Meeres, wird häufig in einem von Hippokampen gezogenen Wagen dargestellt, was seine Macht über die Meere unterstreicht. Sie zogen die Streitwagen der Meeresgötter, insbesondere von Poseidon. Sie galten als kraftvolle und schützende Wesen, die das Wasser beherrschten und Seefahrer vor Stürmen und Gefahren schützen konnten. Aber auch andere mythische Kreaturen machen sich die Hippokampen zu nutzen. So reiten beispielsweise auch die Meeresnymphen Nereiden auf den Hippokampen. In Tempeln und auf Mosaiken sind sie häufig in Begleitung von Poseidon und anderen Meeresgöttern zu sehen.

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Hippokamp als Zugtier oder Reittier verschiedener Meeresgötter wird in der griechischen Mythologie z.B. auf Münzen dargestellt.

Parallelen zu anderen mythologischen Kreaturen

Mischwesen wie der Hippokamp sind in der griechischen Mythologie keine Seltenheit. Kreaturen, die Elemente verschiedener Lebewesen vereinen, wie der fliegende Pegasos (Vogel und Pferd), die grausame Chimära (Ziege, Löwe und Schlange/Drache), Sirene (Vogel und Mensch), Medusa (Schlange und Frau) oder der Minotaurus (Stier und Mann), symbolisieren oft die Verbindung unterschiedlicher Welten oder Prinzipien. Diese Parallelen zeigen, wie Menschen über kulturelle und zeitliche Grenzen hinweg versucht haben, das Unbekannte zu verstehen und darzustellen.

Der Hippokamp in der modernen Welt

Neben dem schon angesprochenen Seepferdchen, das sich namentlich vom Fabelwesen ableitet, findet man heute den Hippokamp noch an unterschiedlichen Stellen wieder. So wurde beispielsweise im Februar 2019 ein neu entdeckter kleiner Mond des Neptuns nach der mystischen Kreatur benannt, nachdem er schon am 1. Juli 2013 von Mark Showalter am SETI-Institut in Mountain View/Kalifornien entdeckt wurde. Hippocamp ist der sechstinnerste bekannte Mond des Planeten Neptun und hört auch auf den Namen Neptun XIV).

In Johann Wolfgang von Goethes Faust Der Tragödie zweiter Teil tauchen neben Meerdrachen auch Hippokampen im 2. Akt, Szene Felsbuchten des Ägäischen Meers auf. Und auch in der Klassischen Walpurgisnacht lässt der Dichterfürst die Telchinen, ein mythologische vorgriechisches Urvolk der Ägäis, als auf Hippokampen reitende Schmiede von Neptuns Dreizack auftreten.

Wer genau hinschaut wird auch den ein oder anderen Hippokampen auf Wappen noch heutzutage finden. Ein Beispiel ist hier das Wappen der Fußballmannschaft Newcastle United, das von zwei Hippokampen bzw. Seepferde umringt wird.

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In der Heraldik ist Hippokamp eine Art Seepferdchen. Ein Seepferdchen kann ein Wappentier sein.

Die Symbolik des Hippokamp

Hippokamp kann als ein Teil des Unterbewusstseins gesehen werden. Als Fisch im Wasser ist es das Unterbewusstsein und mit dem Pferdekopf geht es nach oben in die Bewusstheit. Es gibt dort Schlangen, also verschiedene Kräfte. Das Unterbewusstsein kann vieles suchen und das Pferd kann dem Menschen letztlich helfen, dass die Inhalte des Unterbewusstseins für den Menschen zugänglich werden.

Von Hippokampen zu anderen Wasserpferden: Ein Blick über den Tellerrand

Die Faszination für Wasserpferde beschränkt sich nicht nur auf die griechische Mythologie. Auch in anderen Kulturen finden sich ähnliche Wesen, die die Verbindung zwischen Land und Wasser symbolisieren.

Kelpies: Die unheilvollen Wasserpferde Schottlands

In den schottischen Highlands erzählt man sich von einem gefährlichen Wasserwesen, dem Kelpie. Im Gegensatz zum edlen Hippokampos ist das Kelpie ein Gestaltwandler, der oft in der Gestalt eines schwarzen Pferdes auftaucht. Es lebt in den Tiefen der Flüsse und Seen und soll Menschen anlocken, um sie in die Wasserwelt zu ziehen und zu ertränken. Besonders Kinder und Frauen werden in den Legenden als Opfer dieser Kreatur beschrieben.

Das Kelpie steht symbolisch für die Gefahren der Natur, insbesondere die unerbittliche und oft unberechenbare Kraft des Wassers. Die schottischen Legenden warnen vor der Schönheit und Anziehungskraft des Wesens, das in Wirklichkeit Tod und Verderben bringen kann. Interessanterweise kann das Kelpie auch seine Gestalt ändern und als wunderschöner Mensch erscheinen, um Reisende zu täuschen. Dies unterstreicht seine zwielichtige Natur und macht ihn zu einer der faszinierendsten und unheimlichsten Kreaturen der keltischen Mythologie.

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Nuckelavee: Der dunkle Verwandte des Kelpie

Ein weiteres schottisches Wasserwesen, das oft im Zusammenhang mit dem Kelpie genannt wird, ist der Nuckelavee. Im Gegensatz zum Kelpie hat dieses Wesen noch düsterere Züge und wird als eine furchterregende Mischung aus Pferd und Mensch beschrieben (Mich erinnert diese Darstellung an die griechischen Kentauren, die auch oft als wild und gefährlich dargestellt wurden.). Es bringt Krankheit und Zerstörung und gilt als eines der bösartigsten Wesen in der schottischen Folklore.

Wasserpferde in anderen Kulturen

Auch in anderen Kulturen finden sich Mythen und Legenden über Wasserpferde. In der nordischen Mythologie gibt es das Wesen Nykr oder Näkki, das in Flüssen und Seen lebt und Menschen in die Tiefen zieht (aber nicht unbedingt als Pferd). In der keltischen Mythologie taucht zudem das Wesen des Each Uisge auf, ein weiteres Wasserpferd, das Menschen verschlingt.

Die Symbolik der Wasserpferde

Wasserpferde sind mehr als nur Fabelwesen. Sie symbolisieren die Dualität der Natur: Schönheit und Gefahr, Freiheit und Zerstörung. Besonders in Küstennähe lebende Kulturen sahen im Wasser stets eine Lebensquelle, aber auch eine unberechenbare Gefahr. Wasserpferde dienten oft als Warnung vor den Launen der Natur.

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