Emilia Clarke, bekannt aus der Erfolgsserie „Game of Thrones“, hat öffentlich über ihre Erfahrungen mit Hirnblutungen gesprochen. Ihre Geschichte wirft ein wichtiges Licht auf die Ursachen, Risiken und Folgen von Aneurysmen, insbesondere bei jungen Menschen. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe ihrer Erkrankung, die medizinischen Aspekte von Hirnblutungen und die Bewältigung der Folgen.
Emilia Clarkes Kampf mit Hirnblutungen
Die Schauspielerin erlitt während ihrer Zeit bei "Game of Thrones" zwei Hirnblutungen. Die erste Hirnblutung trat im Februar 2011 nach dem Ende der Dreharbeiten zur ersten Staffel auf. Clarke beschrieb die Schmerzen als „entsetzlichste Schmerzen“ und erkannte sofort, dass etwas nicht stimmte. Nach der Diagnose eines Aneurysmas wurde sie notoperiert.
Einige Jahre später, im Jahr 2013, erlitt sie eine zweite, schwerere Hirnblutung. „Ein Teil meines Gehirns ist tatsächlich abgestorben“, sagte sie in einem Interview. Dieser Vorfall führte zu einem längeren Krankenhausaufenthalt und einem schwierigen Genesungsprozess.
Die psychischen Folgen der Erkrankung
Clarke sprach offen über die psychischen Auswirkungen ihrer Erkrankung. Sie hatte Angst, gefeuert zu werden und ihren Job zu verlieren. „Alle Unsicherheiten, mit denen man auf die Arbeit geht, vervierfachen sich über Nacht“, sagte sie. Sie fühlte sich isoliert und hatte Angst, dass der Stress und Druck am Set zu einer weiteren Blutung führen könnten.
Trotz dieser Herausforderungen fand Clarke Wege, mit ihrer Situation umzugehen. Sie beschreibt die Erkrankung als eine Erfahrung, die ihr „Superkräfte“ verliehen hat. Heute engagiert sie sich für die Aufklärung über Hirnschäden und unterstützt Betroffene durch ihre Organisation „SameYou“.
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Was ist ein Aneurysma?
Ein Aneurysma ist eine Ausbuchtung oder Erweiterung in der Wand eines Blutgefäßes. Diese „Schlagadersäcke“ können in verschiedenen Größen auftreten, von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Die Gefäßwand besteht aus drei Schichten, und wenn diese Schichten an einer Stelle geschwächt sind, kann sich die Wand ausstülpen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen für Aneurysmen sind vielfältig. Zu den Risikofaktoren gehören:
- Rauchen: Starkes Rauchen erhöht das Risiko.
- Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum kann die Gefäßwände schwächen.
- Bluthochdruck: Erhöhter Blutdruck belastet die Gefäße.
- Zuckerkrankheit: Diabetes kann die Gefäßwände schädigen.
- Fettstoffwechselstörungen: Hohe Cholesterinwerte können zu Ablagerungen in den Gefäßen führen.
- Genetische Veranlagung: Bei etwa zehn Prozent der Patienten gibt es eine familiäre Häufung.
- Angeborene Gefäßfehlbildungen: Junge Menschen wie Emilia Clarke haben oft angeborene Schwächen in den Hirnarterien.
Hirnarterien-Aneurysmen und Subarachnoidalblutungen
Hirnarterien-Aneurysmen, auch intrakranielle Aneurysmen genannt, bergen ein Blutungsrisiko von bis zu zwei Prozent pro Jahr. Wenn ein Aneurysma im Gehirn platzt, kommt es typischerweise zu einer Subarachnoidalblutung. Dabei tritt Blut in den Raum um das Gehirn und die Schädelbasis aus.
Häufigkeit von Aneurysmen
Statistisch gesehen haben etwa drei von 100 Erwachsenen ein Hirnaneurysma. Je größer das Aneurysma ist, desto höher ist das Risiko eines Risses. Langzeitstudien zeigen, dass jährlich etwa 1,6 Prozent der Aneurysmen platzen.
Symptome und Warnzeichen
Viele Menschen mit einem Aneurysma haben über Jahre oder Jahrzehnte keine Symptome. Aneurysmen werden oft zufällig bei bildgebenden Verfahren des Gehirns entdeckt. In einigen Fällen treten jedoch Wochen vor einer Blutung Warnzeichen auf, wie:
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- Starke Kopfschmerzen
- Neurologische Ausfallerscheinungen
- Vorbotenblutung: Mediziner sprechen auch von einer Vorbotenblutung.
Eine Hirnblutung selbst wird von folgenden Symptomen begleitet:
- Vernichtende Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Nackenschmerzen
Diagnose und Behandlung
Aneurysmen werden entweder als Folge einer Blutung oder als Zufallsbefund bei einer Bildgebung des Gehirns entdeckt. Zu den bildgebenden Verfahren gehören:
- Computertomographie (CT)
- Magnetresonanztomographie (MRT)
- Angiographie
Behandlungsmethoden
Es gibt zwei Hauptmethoden, um ein Aneurysma zu behandeln:
- Clipping: Bei dieser klassischen operativen Methode wird der Schädel geöffnet, und das Aneurysma wird mit einem Titanclip verschlossen. Der Clip unterbricht die Verbindung zwischen dem Aneurysma und dem Blutgefäß, sodass kein Blut mehr in die Aussackung fließen kann.
- Coiling: Bei dieser Methode wird ein Katheter durch die Leistengegend bis zu den Hirngefäßen vorgeschoben. Durch den Katheter wird ein Platindraht in das Aneurysma eingeführt, der den Schlagadersack ausfüllt und eine Thrombose (Blutgerinsel) erzeugt, die das Aneurysma von innen verschließt.
Risiken der Behandlung
Beide Methoden sind mit Risiken verbunden, einschließlich der Gefahr eines Schlaganfalls. Bei Aneurysmen ohne Blutung, die rechtzeitig entdeckt werden, liegt die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls jedoch im Promillebereich. Bei Patienten mit Subarachnoidalblutung ist das Risiko eines Gefäßspasmus (krampfartige Verengung der Blutgefäße) sehr hoch, was zu einem Schlaganfall führen kann.
Genesungschancen und Rehabilitation
Die Genesungschancen nach einer Hirnblutung hängen von der Schwere der Blutung und der Schnelligkeit der medizinischen Versorgung ab. Nach der Behandlung eines Aneurysmas folgt in der Regel eine Rehabilitationsmaßnahme. Je früher der Patient medizinisch versorgt wird, desto größer sind die Chancen, die Folgen der Erkrankung einzugrenzen.
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Prävention
Da angeborene Aneurysmen oft die Ursache für Hirnblutungen bei jungen Menschen sind, ist eine Vorbeugung schwierig. Allerdings können bestimmte Lebensstiländerungen das Risiko verringern:
- Nicht rauchen
- Mäßigen Alkoholkonsum
- Blutdruck kontrollieren
- Gesunde Ernährung zur Vorbeugung von Diabetes und Fettstoffwechselstörungen
Emilia Clarkes Engagement für „SameYou“
Emilia Clarke setzt sich mit ihrer Organisation „SameYou“ für Menschen mit Hirnschäden ein. Die Organisation bietet Unterstützung und Ressourcen für Betroffene und ihre Familien. Clarke möchte durch ihre Offenheit das Bewusstsein für Hirnverletzungen schärfen und Betroffenen Mut machen.
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