Schlaganfall: Ursachen, Symptome, Behandlung und Prävention

Ein Schlaganfall, im Englischen meist als "stroke" bezeichnet, ist ein medizinischer Notfall, der auftritt, wenn die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen wird. Diese Unterbrechung kann entweder durch eine Verstopfung (ischämischer Schlaganfall) oder durch eine Blutung (hämorrhagischer Schlaganfall) verursacht werden. Unabhängig von der Ursache führt ein Schlaganfall zu einer Schädigung von Gehirnzellen, was zu einer Vielzahl von neurologischen Defiziten führen kann.

Definitionen und Terminologie

Im medizinischen Kontext gibt es verschiedene Begriffe, die synonym oder in engem Zusammenhang mit "Schlaganfall" verwendet werden. Dazu gehören:

  • Stroke: Die gebräuchlichste englische Bezeichnung für Schlaganfall.
  • Apoplexy: Ein älterer Begriff für Schlaganfall, der heutzutage weniger häufig verwendet wird.
  • Brain attack: Eine bildhafte Bezeichnung, die die Akutheit und Schwere eines Schlaganfalls hervorheben soll.
  • Cerebrovascular accident (CVA): Ein medizinischer Fachbegriff für Schlaganfall, der die Beteiligung der Blutgefäße im Gehirn betont.
  • Ischemic stroke: Ischämischer Schlaganfall, verursacht durch eine Verstopfung eines Blutgefäßes im Gehirn.
  • Hemorrhagic stroke: Hämorrhagischer Schlaganfall, verursacht durch eine Blutung im Gehirn.
  • Strokelet / Mini-stroke: Leichter Schlaganfall, oft auch als transitorische ischämische Attacke (TIA) bezeichnet.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein Schlaganfall kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wobei die häufigsten Ursachen in zwei Hauptkategorien fallen:

  • Ischämischer Schlaganfall: Diese Art von Schlaganfall wird durch eine Verstopfung eines Blutgefäßes im Gehirn verursacht. Die Verstopfung kann durch ein Blutgerinnsel entstehen, das sich entweder im Gehirn selbst bildet (Thrombose) oder von anderswo im Körper zum Gehirn wandert (Embolie). Risikofaktoren für ischämische Schlaganfälle sind unter anderem:
    • Hoher Blutdruck (Hypertonie): Erhöhter Blutdruck schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko von Blutgerinnseln.
    • Hoher Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie): Hoher Cholesterinspiegel kann zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen, die diese verengen und das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen.
    • Diabetes mellitus: Diabetes kann die Blutgefäße schädigen und das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen.
    • Herzerkrankungen: Bestimmte Herzerkrankungen, wie z. B. Vorhofflimmern, erhöhen das Risiko von Blutgerinnseln, die zum Gehirn wandern und einen Schlaganfall verursachen können.
    • Rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko von Blutgerinnseln.
    • Übergewicht und Bewegungsmangel: Diese Faktoren tragen zu einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Diabetes bei, die allesamt Risikofaktoren für Schlaganfälle sind.
    • Alter: Das Schlaganfallrisiko steigt mit zunehmendem Alter.
    • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Vorbelastung für Schlaganfälle kann das Risiko erhöhen.
  • Hämorrhagischer Schlaganfall: Diese Art von Schlaganfall wird durch eine Blutung im Gehirn verursacht. Die Blutung kann durch ein geplatztes Blutgefäß (Aneurysma) oder durch eine Schwäche der Blutgefäßwand verursacht werden. Risikofaktoren für hämorrhagische Schlaganfälle sind unter anderem:
    • Hoher Blutdruck (Hypertonie): Erhöhter Blutdruck kann die Blutgefäße im Gehirn schwächen und zum Platzen bringen.
    • Aneurysmen: Aneurysmen sind Ausbuchtungen in den Blutgefäßwänden, die platzen und eine Blutung verursachen können.
    • Arteriovenöse Malformationen (AVM): AVMs sind abnormale Verbindungen zwischen Arterien und Venen im Gehirn, die platzen und eine Blutung verursachen können.
    • Blutgerinnungsstörungen: Bestimmte Blutgerinnungsstörungen können das Risiko von Blutungen im Gehirn erhöhen.
    • Einnahme von Blutverdünnern: Die Einnahme von Blutverdünnern kann das Risiko von Blutungen im Gehirn erhöhen, insbesondere bei Personen mit anderen Risikofaktoren.

Symptome

Die Symptome eines Schlaganfalls treten plötzlich auf und können je nach betroffenem Hirnbereich variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schwäche oder Taubheit: Plötzliche Schwäche oder Taubheit im Gesicht, Arm oder Bein, typischerweise auf einer Körperseite.
  • Sprachschwierigkeiten: Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Sprache (Aphasie).
  • Sehstörungen: Plötzliche Sehstörungen auf einem oder beiden Augen.
  • Gleichgewichtsstörungen: Plötzlicher Verlust des Gleichgewichts oder der Koordination.
  • Starke Kopfschmerzen: Plötzliche, starke Kopfschmerzen, insbesondere in Verbindung mit anderen Symptomen.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Schlaganfälle alle diese Symptome verursachen, und die Symptome können von Person zu Person unterschiedlich sein. Wenn Sie oder jemand in Ihrer Umgebung eines dieser Symptome bemerken, ist es wichtig, sofort medizinische Hilfe zu suchen.

Lesen Sie auch: Detaillierte Informationen zum Hirnschlag

Diagnose

Die Diagnose eines Schlaganfalls umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren des Gehirns.

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird den Blutdruck, die Herzfrequenz und andere Vitalzeichen überprüfen.
  • Neurologische Untersuchung: Der Arzt wird die Reflexe, die Muskelkraft, die Koordination, die Sensibilität und die Sprache des Patienten untersuchen.
  • Bildgebende Verfahren: Bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns können helfen, die Art und den Ort des Schlaganfalls zu bestimmen.

Behandlung

Die Behandlung eines Schlaganfalls hängt von der Art des Schlaganfalls, der Schwere der Symptome und dem Zeitpunkt seit dem Auftreten der Symptome ab.

  • Ischämischer Schlaganfall: Die Behandlung zielt darauf ab, die Blutversorgung des Gehirns so schnell wie möglich wiederherzustellen. Dies kann durch Medikamente zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolyse) oder durch ein interventionelles Verfahren zur Entfernung des Blutgerinnsels (Thrombektomie) erfolgen.
  • Hämorrhagischer Schlaganfall: Die Behandlung zielt darauf ab, die Blutung zu stoppen und den Druck im Gehirn zu reduzieren. Dies kann durch Medikamente, Operationen oder interventionelle Verfahren erfolgen.

Zusätzlich zu den spezifischen Behandlungen für die Art des Schlaganfalls erhalten die meisten Schlaganfallpatienten auch unterstützende Behandlungen, wie z. B. Sauerstoff, Flüssigkeitszufuhr und Überwachung der Vitalzeichen.

Rehabilitation

Die Rehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil der Genesung nach einem Schlaganfall. Sie zielt darauf ab, die verlorenen Funktionen wiederherzustellen und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Die Rehabilitation kann Folgendes umfassen:

  • Physiotherapie: Um die Muskelkraft, die Koordination und das Gleichgewicht zu verbessern.
  • Ergotherapie: Um die Fähigkeit zur Durchführung alltäglicher Aktivitäten zu verbessern.
  • Sprachtherapie: Um die Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern.
  • Psychologische Beratung: Um mit den emotionalen und psychologischen Auswirkungen des Schlaganfalls umzugehen.

Die Dauer und Intensität der Rehabilitation hängt von der Schwere des Schlaganfalls und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.

Lesen Sie auch: Schlaganfallprävention: Tipps und Ratschläge

Prävention

Es gibt viele Dinge, die Sie tun können, um Ihr Schlaganfallrisiko zu senken. Dazu gehören:

  • Kontrolle des Blutdrucks: Regelmäßige Überprüfung und Kontrolle des Blutdrucks durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und gegebenenfalls Medikamente.
  • Senkung des Cholesterinspiegels: Regelmäßige Überprüfung und Senkung des Cholesterinspiegels durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und gegebenenfalls Medikamente.
  • Kontrolle des Blutzuckers: Regelmäßige Überprüfung und Kontrolle des Blutzuckers durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und gegebenenfalls Medikamente.
  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann dazu beitragen, das Schlaganfallrisiko zu senken.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, das Schlaganfallrisiko zu senken.
  • Nichtrauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Schlaganfallrisiko erheblich.
  • Mäßiger Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum kann das Schlaganfallrisiko erhöhen.
  • Behandlung von Herzerkrankungen: Herzerkrankungen können das Schlaganfallrisiko erhöhen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Herzerkrankungen kann das Schlaganfallrisiko senken.
  • Regelmäßige ärztliche Untersuchungen: Regelmäßige ärztliche Untersuchungen können helfen, Risikofaktoren für Schlaganfälle frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Schlaganfall bei Kindern

Obwohl Schlaganfälle häufiger bei älteren Erwachsenen auftreten, können sie auch Kinder betreffen. Kinderschlaganfälle sind selten, aber sie können schwerwiegende Folgen haben. Die Ursachen, Symptome und Behandlung von Schlaganfällen bei Kindern ähneln denen bei Erwachsenen, aber es gibt auch einige wichtige Unterschiede. So werden beispielsweise Schlaganfälle bei Kindern häufiger durch angeborene Herzfehler, Blutgerinnungsstörungen oder Infektionen verursacht. Die Rehabilitation spielt eine besonders wichtige Rolle bei der Genesung von Kindern nach einem Schlaganfall, da sie dazu beitragen kann, die Entwicklung des Gehirns zu fördern und die Auswirkungen des Schlaganfalls auf die zukünftige Lebensqualität zu minimieren. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe engagiert sich auch im Bereich der Kinderschlaganfall-Hilfe und unterstützt betroffene Kinder und ihre Familien.

Lesen Sie auch: Wichtige Informationen über Schlaganfall-Symptome

tags: #hirnschlag #auf #englisch