Histaminintoleranz und ihre vielfältigen Zusammenhänge: Von Kopfschmerzen bis zu neurologischen Aspekten

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, mit dem sich Apothekenkunden täglich auseinandersetzen. Doch hinter dem Symptom Kopfschmerz kann sich eine Vielzahl von Ursachen verbergen, von denen einige mit Histaminintoleranz in Verbindung stehen könnten. Dieser Artikel beleuchtet den möglichen Zusammenhang zwischen Histaminintoleranz und neurologischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne und sogar Hirntumoren.

Kopfschmerzen: Ein Warnsignal des Körpers

Schmerzen sind trotz ihrer unangenehmen Begleiterscheinungen ein essenzieller Schutzmechanismus des Körpers. Sie signalisieren akute Erkrankungen, Schädigungen oder Überlastungen und fordern eine Ruhephase. Die Weiterleitung von Schmerzreizen erfolgt über das nozizeptive System, ein komplexes Netzwerk aus Schmerzleitung, -verarbeitung und -antwort. Dabei wandern die Reize aus der Peripherie über das Rückenmark in verschiedene Gehirnareale, wo sie registriert und lokalisiert werden. Im Zuge der Schmerzentstehung setzen geschädigte Zellen verschiedene Neurotransmitter frei, darunter Bradykinin (schmerzauslösend), Histamin und Prostaglandine (beide Entzündungsmediatoren).

Vielfalt der Kopfschmerzarten

Die Wissenschaft kennt über 250 verschiedene Kopfschmerzarten. Zu den häufigsten zählen Spannungskopfschmerzen (ca. 28 Prozent) und Migräne (ca. 82 Prozent), während Cluster-Kopfschmerzen mit etwa 7 Prozent seltener auftreten. Migräne zeichnet sich typischerweise durch einen pochenden Schmerz aus, der sich bei Reizen wie Lärm oder Licht verstärken kann, oft nur einseitig auftritt und gelegentlich von Übelkeit begleitet wird. Cluster-Kopfschmerzpatienten erleben täglich bis zu acht Schmerzschübe in Form eines einseitigen, extrem starken Stechens rund um die Augen-, Schläfen- und Stirnregion.

Migräne versus Spannungskopfschmerz: Unterscheidungsmerkmale

Für Apothekenpersonal ist es wichtig, die verschiedenen Kopfschmerzarten anhand der geschilderten Beschwerden unterscheiden zu können. Einige Orientierungspunkte:

  • Lokalisation: Migräne tritt im Gegensatz zum Spannungskopfschmerz zunächst einseitig auf.
  • Schmerzcharakter: Spannungskopfschmerzen werden als dumpf, drückend und ziehend empfunden, während Migräne pulsiert und pocht.
  • Schmerzintensität: Der Migräneschmerz gilt als mittel bis stark, Spannungskopfschmerzen sind dagegen von leichter bis mäßiger Intensität.
  • Beeinflussung durch Bewegung: Migräne wird durch Bewegung intensiviert.
  • Dauer: Spannungskopfschmerzen dauern zwischen 30 Minuten und sieben Tagen an, Migräne verschwindet nach vier bis 72 Stunden.
  • Begleiterscheinungen: Typisch für Migräne sind verschiedene Begleiterscheinungen (siehe unten), die beim Spannungskopfschmerz (bis auf eine leichte Übelkeit) in der Regel nicht auftreten.

Phasen der Migräne

Migräne verläuft typischerweise in verschiedenen Phasen:

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  1. Prodromalphase (Frühstadium): Stunden bis Tage vor der eigentlichen Attacke leiden Patienten unter Nackensteifigkeit, Heißhunger, einem Gefühl der besonderen Leistungsfähigkeit, depressiven Verstimmungen, Gereiztheit, Unruhezuständen, Verstopfungen, ungewöhnlichem Durst oder ausgeprägter Schläfrigkeit.
  2. Aura-Phase: Bei etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen kündigt sich die Migräne durch eine Migräneaura sowie durch verschiedene neurologische Symptome (Sprachstörungen, Kribbeln, Taubheitsgefühle und Lähmungen) an. Häufig berichten Kunden auch über visuelle Störungen wie Lichtblitze oder einen blinden Fleck im Sehfeld.
  3. Schmerzphase: In dieser Phase setzt der pulsierende, pochende, stechende Kopfschmerz ein, der meist einseitig beginnt und sich gegebenenfalls in die Stirn, die Schläfen, den Augenbereich und auf die andere Kopfseite ausbreitet. Zusätzlich können Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Geruchs-, Lärm- und Lichtempfindlichkeit auftreten.
  4. Rückbildungsphase: Die pulsierenden Schmerzen entwickeln sich zu einem gleichbleibenden Zustand.
  5. Schlafphase: Nach vier bis 72 Stunden verschwindet die Migräneattacke. Oft beginnt der Anfall in den frühen Morgenstunden.

Verschiedene Triggerfaktoren können die Entstehung einer Migräneattacke fördern, darunter Schlafmangel, Hormonveränderungen, bestimmte Nahrungsmittel, Wettereinflüsse oder Alkoholkonsum.

Migräne bei Kindern

Auch Kinder und Jugendliche können unter Migräne leiden. Die Symptome ähneln denen Erwachsenern, wobei Übelkeit, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit, Schwindelgefühle, Blässe sowie starke Müdigkeit häufiger auftreten. Alarmzeichen sind, wenn Kinder zu spielen aufhören und freiwillig tagsüber schlafen. Bei jungen Menschen dauert die Attacke mit zwei (bis maximal 48) Stunden nicht so lange an wie bei erwachsenen Patienten. Eine frühzeitige medikamentöse Therapie ist wichtig, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern. Acetylsalicylsäure ist bei Kindern kontraindiziert, Paracetamol oder Ibuprofen sind zu bevorzugen. Die Auswahl und Dosierung sollte jedoch immer durch einen Arzt erfolgen.

Cluster-Kopfschmerz (Histaminkopfschmerz)

Cluster-Kopfschmerz, auch als Histaminkopfschmerz oder Bing-Horton-Neuralgie bezeichnet, äußert sich durch heftige und einseitige Attacken, die 15 bis 180 Minuten andauern. Diese treten vor allem nachts ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen oder früh am Morgen auf. Betroffene sind während der Attacken unruhig und haben einen starken Bewegungsdrang. Der Cluster-Kopfschmerz zählt neben der Trigeminusneuralgie zu den stärksten für den Menschen vorstellbaren Schmerzen.

Folgende Kriterien müssen laut der International Headache Association (IHS) erfüllt sein, um von Cluster-Kopfschmerzen zu sprechen:

  1. Mindestens fünf Attacken mit den Kriterien 2 bis 5 müssen aufgetreten sein.
  2. Schwere einseitige orbitale und supraorbitale und/oder temporale Schmerzen, die 15 bis 180 Minuten andauern.
  3. Zutreffend sind entweder a und/oder b:
    • a. Mindestens ein Symptom ipsilateral (auf der gleichen Seite befindlich) zum Schmerz:
      • Schwitzen oder Rötung im Gesicht und auf der Stirn.
      • Augenlidödem.
      • Miose.
      • Hängendes Augenlid.
      • Verstopfte, laufende Nase.
      • Konjunktivale Injektion und/oder Lakrimation.
      • Völlegefühl des Ohrs.
    • b. Gefühl der Ruhelosigkeit.
  4. In der aktiven Phase treten die Attacken alle zwei Tage bis zu achtmal täglich auf.
  5. Die Symptomatik ist durch andere Erkrankungen nicht besser erklärbar.

Rezeptfreie Schmerzmittel und Opioide sind bei Cluster-Kopfschmerzen in der Regel nicht wirksam. Stattdessen hilft die Inhalation von reinem Sauerstoff (bis zu 20 Minuten lang) über eine Gesichtsmaske. Zudem ist die subkutane Applikation von Sumatriptan (mittels Autoinjektor) eine wirksame Therapieoption. Verapamil gilt als Mittel erster Wahl zur Vorbeugung.

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Selbstmedikation von Kopfschmerzen

Für die Selbstmedikation von Kopfschmerzen steht eine Vielzahl von Wirkstoffen zur Auswahl, die in das Schmerzgeschehen eingreifen, indem sie das Enzym Cyclooxygenase blockieren und somit die Produktion der Prostaglandine unterbrechen. Zu diesen Wirkstoffen zählen Acetylsalicylsäure (ASS), Naproxen, Ibuprofen oder Paracetamol. Auch Kombinationspräparate aus ASS, Paracetamol und Coffein haben sich bei leichten bis mittelschweren Attacken bewährt. Ibuprofen gilt bei Migräne und Spannungskopfschmerzen als Mittel erster Wahl.

  • Acetylsalicylsäure (ASS): Bei Spannungskopfschmerzen ist ASS in Dosierungen von 500 bis 1000 Milligramm indiziert, bei Migräne mit und ohne Aura ist es ratsam, ein- bis dreimal täglich 1000 Milligramm ASS einzunehmen. Die Anwendung zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr darf nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen, bei jüngeren Kindern ist die Substanz kontraindiziert. Auch bei Asthmatikern oder Betroffenen mit Magengeschwüren, Leber- oder Niereninsuffizienz sollte von der Anwendung von ASS abgesehen werden.
  • Paracetamol: Paracetamol wirkt etwas schwächer als andere Analgetika. Die empfohlene Einzeldosis bei Spannungskopfschmerz und Migräne beträgt 1000 Milligramm.
  • Naproxen: Naproxen gilt zwar ebenfalls nicht als Mittel erster Wahl, kann aber einigen Patienten gegen Kopfschmerzen helfen. Die Tageshöchstdosis in der Selbstmedikation liegt hier bei 750 Milligramm, die Anwendung ist ab einem Alter von zwölf Jahren möglich.

Bei der Auswahl des geeigneten Analgetikums sind patientenspezifische Faktoren wie Alter, Allergien, weitere Erkrankungen, Risikofaktoren, Begleitmedikation oder mögliche Interaktionen mit anderen Medikamenten zu berücksichtigen.

Grenzen der Selbstmedikation

Es ist wichtig, dass PTA und Apotheker im Beratungsgespräch genau nachfragen und Betroffene zum Arzt schicken, wenn:

  • zusätzlich zu den Kopfschmerzen Symptome wie Lähmungen, Gefühls-, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen auftreten.
  • die Beschwerden in ihrer Intensität, Dauer und Lokalisation von einem normalen Verlauf abweichen.
  • die Symptome sich trotz Medikation verstärken oder sich häufiger als zehn Mal monatlich bemerkbar machen.
  • begleitend hohes Fieber vorliegt.
  • psychische Veränderungen auftreten.
  • es gleichzeitig zu einem epileptischen Anfall und Bewusstlosigkeit kommt.

Weitere Therapieoptionen

Migräne lässt sich auch mit Triptanen behandeln, die bei mittelschwerer bis schwerer Migräne vom Arzt verschrieben werden. Bei starker Übelkeit und/oder Erbrechen durch die Migräne ist die Einnahme von Antiemetika sinnvoll.

Prävention und alternative Maßnahmen

Personen, die regelmäßig unter Migräneattacken leiden, sollten ein Schmerztagebuch führen, um Triggerfaktoren zu identifizieren. Weiterhin können Entspannungsübungen (Yoga, autogenes Training, Entspannungsübungen nach Jacobson), Akupunktur, Ausdauersport (Joggen, Schwimmen, Radfahren) sowie Einreiben mit Minzöl im Akutfall helfen.

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Tipps für die Beratung in der Apotheke

Grundlage der Beratung in der Apotheke sollten Leitlinien sein, wie zum Beispiel die „Information und Beratung im Rahmen der Selbstmedikation am Beispiel Kopfschmerzen“ der Bundesapothekerkammer (BAK). PTA und Apotheker sollten folgende Fragen stellen, bevor sie eine Empfehlung aussprechen:

  • Für wen soll das Arzneimittel sein?
  • Welche Beschwerden liegen (seit wann und wie häufig) vor?
  • Gibt es weitere Symptome und sind diese bereits ärztlich abgeklärt?

Der Kunde sollte über den Wirkstoff, die Dosierung und die Einnahme ausreichend informiert werden.

Histaminintoleranz: Ein möglicher Auslöser von Kopfschmerzen und Migräne

Histamin ist ein biogenes Amin, das als natürlicher Botenstoff im menschlichen Körper vorkommt, aber auch in verschiedenen Lebensmitteln enthalten ist. Es spielt eine wichtige Rolle bei Entzündungen, Immunreaktionen und der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus. Bei Menschen mit Histaminintoleranz liegt ein Ungleichgewicht zwischen Histaminaufnahme und Histaminabbau vor. Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Kopfschmerzen, Migräne, Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschläge und Herz-Kreislauf-Probleme.

Histamin und Kopfschmerzen: Der Zusammenhang

Histamin kann auf verschiedene Weise Kopfschmerzen und Migräne auslösen:

  • Entzündungsfördernde Wirkung: Histamin ist ein Entzündungsmediator, der Entzündungen im Körper verstärken kann. Entzündungen im Gehirn können zu Kopfschmerzen und Migräne führen.
  • Gefäßerweiterung: Histamin kann die Blutgefäße im Gehirn erweitern, was bei manchen Menschen zu Kopfschmerzen führen kann.
  • Beeinflussung von Neurotransmittern: Histamin beeinflusst die Freisetzung anderer Neurotransmitter im Gehirn, wie z.B. Serotonin und Dopamin. Ein Ungleichgewicht dieser Neurotransmitter kann zu Kopfschmerzen und Migräne beitragen.

Histaminintoleranz erkennen und behandeln

Die Diagnose einer Histaminintoleranz kann schwierig sein, da die Symptome vielfältig und unspezifisch sind. Ein wichtiger Schritt ist das Führen eines Symptomtagebuchs, um Zusammenhänge zwischen Beschwerden und bestimmten Lebensmitteln oder Situationen aufzudecken. Ein Arzt oder Heilpraktiker kann zudem verschiedene Tests durchführen, um die Histaminabbaurate im Körper zu überprüfen.

Die Behandlung der Histaminintoleranz umfasst in der Regel eine Kombination aus:

  • Histaminarmer Ernährung: Vermeidung von histaminreichen Lebensmitteln wie gereiftem Käse, Wurstwaren, Sauerkraut, Alkohol und bestimmten Obst- und Gemüsesorten.
  • Einnahme von DAO-Enzym: Die Einnahme von Kapseln mit dem Enzym Diaminoxidase (DAO) kann den Histaminabbau im Darm unterstützen.
  • Behandlung von Begleiterkrankungen: Oftmals liegt der Histaminintoleranz eine andere Erkrankung zugrunde, wie z.B. eine Darmerkrankung oder eine Mastzellaktivierungsstörung. Die Behandlung dieser Grunderkrankung kann die Histaminintoleranz verbessern.
  • Mikronährstofftherapie: Ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen wie Vitamin B6, Vitamin C, Zink und Kupfer kann den Histaminabbau beeinträchtigen. Die gezielte Zufuhr dieser Nährstoffe kann den Histaminspiegel senken.

Histaminintoleranz und psychische Beschwerden

Histamin spielt auch eine wichtige Rolle im Gehirn und kann psychische Beschwerden wie Angstzustände, Depressionen und Schlafstörungen auslösen. Ein Histaminüberschuss im Gehirn kann die Funktion von Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin beeinträchtigen, die für die Stimmungsregulation und das psychische Wohlbefinden wichtig sind.

Histamin und das Gehirn

Das Gehirn verfügt über ein eigenes "histaminerges System", das für verschiedene Funktionen wie Schlaf-Wach-Rhythmus, Appetit, Gedächtnis, Lernfähigkeit, Selbstmotivation und Stressreaktion verantwortlich ist. Histamin wirkt im Gehirn als Neurotransmitter und beeinflusst die Freisetzung anderer Neurotransmitter. Ein Ungleichgewicht im histaminergen System kann zu psychischen Beschwerden führen.

Hirntumoren und Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können auch ein Symptom für einen Hirntumor sein, obwohl dies eher selten der Fall ist. Bei einem Hirntumor treten zusätzlich zu Kopfschmerzen oft weitere Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen bis hin zu neurologischen Symptomen (Lähmungen, epileptische Anfälle, Persönlichkeitsveränderungen, Seh-, Sprach- oder Gefühlsstörungen) auf.

Man unterscheidet primäre Tumore, die sich direkt aus den Gehirnzellen entwickeln, von sekundären Formen (Metastasen aus einem anderen Tumor). Hirntumoren werden in verschiedene Grade eingeteilt:

  • Grad 1: gutartiger, langsam wachsender Tumor
  • Grad 2: gutartiger Tumor, der sich jedoch zu einem bösartigen entwickeln kann. Auch Rückfälle sind möglich.
  • Grad 3: bösartiger Tumor
  • Grad 4: bösartiger, schnell wachsender Tumor

Der Verdacht auf einen Gehirntumor lässt sich nach Erhebung der Anamnese durch eine neurologische Untersuchung bestätigen oder im besten Fall revidieren. Geeignete Verfahren sind das Elektroenzephalogramm (EEG, Untersuchung der Hirnströme) sowie bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT).

Allergien und Hirntumorrisiko

Interessanterweise deuten einige Studien darauf hin, dass Allergiker seltener an Hirntumoren erkranken als Menschen ohne Allergien. Eine Studie der University of Illinois untersuchte 419 Patienten mit Gliomen und 612 krebsfreie Kontrollpersonen. Die Ergebnisse zeigten, dass das Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken, umso niedriger war, je mehr Allergien eine Person hatte. Dieser Zusammenhang könnte darauf hindeuten, dass das Immunsystem von Allergikern eine Rolle bei der Abwehr von Tumorzellen spielt.

Angioödeme: Schwellungen als Folge von Histaminfreisetzung

Angioödeme sind akute Schwellungen der Haut, die meist im Gesicht auftreten. Besonders die Augenlider, das Kinn, die Wangen und die Lippen sind betroffen. Nicht selten schwellen aber auch die Schleimhäute der Zunge, im Rachen oder im Kehlkopf an, was zu Atemnot führen kann.

Ursachen von Angioödemen

Angioödeme können verschiedene Ursachen haben:

  • Allergische Reaktion: Am häufigsten treten Angioödeme im Rahmen einer allergischen Reaktion oder einer Nesselsucht (Urtikaria) auf. Diese Angioödeme sind Histamin-vermittelt.
  • Medikamente: Angioödeme können als Reaktion auf Medikamente entstehen, insbesondere auf ACE-Hemmer und Sartane, die Patienten vorwiegend bei Bluthochdruck einnehmen.
  • C1-Inhibitor-Mangel: In seltenen Fällen werden Angioödeme durch einen C1-Esterase-Inhibitor-Mangel verursacht. Dieses Enzym reguliert die Produktion des Hormons Bradykinin. Wird zu viel Bradykinin ausgeschüttet, kommt es zu Schwellungen. Diese Angioödeme treten in den meisten Fällen aufgrund familiärer Veranlagung und in der Regel bereits im Kindesalter auf.

Symptome und Diagnose von Angioödemen

Innerhalb von Minuten schwillt die Haut an, meist im Gesichtsbereich. Die Schwellungen entstehen aufgrund von ungewöhnlich großen Mengen an Flüssigkeiten im Gewebe. Die Spannung in der Haut fühlt sich für die Betroffenen unangenehm an, zudem jucken die Stellen oft. Eine veränderte Stimme und Heiserkeit deuten auf Angioödeme im Hals hin. Zudem können Angioödeme an den Genitalien und im Magen-Darm-Trakt auftreten.

Die Diagnose eines Angioödems erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung. Um die Ursache zu ermitteln, können Allergietests, Medikamentenanamnese und Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Therapie von Angioödemen

Die Therapie von Angioödemen richtet sich nach der Ursache:

  • Histamin-vermittelte Angioödeme: Die Symptome lassen sich oftmals durch Anti-Histaminika lindern, die als Tabletten eingenommen werden. Ergänzend kommen in schweren Fällen Glukokortikoide zum Einsatz.
  • Medikamenten-induzierte Angioödeme: Wenn Medikamente wie ACE-Hemmer oder Sartane die Angioödeme verursacht haben, wird die medikamentöse Therapie umgestellt.
  • C1-Inhibitor-Mangel: Die Patienten erhalten ein C1-Inhibitor Konzentrat, um den Mangel auszugleichen. Vorbeugend helfen weitere Medikamente, meist per Infusion oder Spritze, den wiederholt auftretenden Schwellungen vorzubeugen.

Bei Schwellungen der Zunge, des Kehlkopfes oder der Atemwege muss sofort der Notruf (112) gewählt werden, da Lebensgefahr besteht.

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