Die Homöopathie bietet eine Vielzahl von Mitteln zur Behandlung verschiedener Beschwerden. Einige dieser Mittel, wie homöopathisch potenzierter Nervus trigeminus, zielen darauf ab, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendungsgebiete und therapeutischen Ansätze verschiedener homöopathischer Mittel, insbesondere im Zusammenhang mit Nervenschmerzen und anderen spezifischen Symptomen.
Grundlagen der Homöopathie
Die Homöopathie basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip, formuliert von Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843). Krankheiten werden mit Mitteln behandelt, die ähnliche Symptome bei einem Gesunden hervorrufen würden. Aus diesen Erkenntnissen entwickelten Hahnemann und seine Anhänger detaillierte Beschreibungen der Krankheitszeichen, die sogenannten „Arzneimittelbilder“.
Wichtig sind auch die Umstände, unter denen Symptome entstehen, sich bessern oder verschlechtern, die sogenannten „Modalitäten“. Homöopathische Arzneimittel werden aus Ursubstanzen hergestellt und durch einen besonderen Bearbeitungsprozess (Verreiben oder Verschütteln) werden die Heilkräfte entfaltet (Potenzen).
Iris versicolor: Regenbogenfarbige Schwertlilie
Die verschiedenfarbige Schwertlilie Iris versicolor, auch „Regenbogenfarbige Iris versicolor“ oder „Blue Flag“ genannt, gehört zur Familie der Iridaceae und ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. Sie wächst dort überwiegend an feuchten, sumpfigen Stellen. Der Saft der frischen Wurzel von Iris versicolor enthält das Alkaloid Iridin, welches sich im Tierversuch als kräftiges Leberstimulans mit großem Einfluss auf die Verdauungsdrüsen erwies und stark abführend wirkt. In sehr kleinen Dosen wirkt es hingegen verstopfend, da es die Darmtätigkeit herabsetzt.
Anwendungsgebiete von Iris versicolor
Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann Iris versicolor bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.
Lesen Sie auch: Erfahrungen mit Homöopathie bei Polyneuropathie
Die Hauptanwendungsgebiete sind rechtsseitige Kopfschmerzen. Die Beschwerden treten meist plötzlich und anfallsartig auf. Schmerzen sind pulsierend oder brennend. Einseitige Kopfschmerzen, mit Erbrechen und Sehstörungen; Magen-Darm-Beschwerden wie Säure und Brennen, Sodbrennen und Übelkeit ohne Erbrechen können ebenfalls behandelt werden. Auch Verdauungsbeschwerden, die regelmäßig zu einer bestimmten Jahreszeit auftreten, wie der typische Sommerdurchfall, gehören zu den Heilanzeigen. Nervenschmerzen (Neuralgien), besonders eine äußerst schmerzhafte Reizung des Gesichtsnervs (Trigeminusneuralgie) und der „Hexenschuss“ (Ischiasnerv) können von Iris versicolor günstig beeinflusst werden. Auch bei Gürtelrose (Herpes Zoster) können als Langzeitfolge Neuralgien an den befallenen Körperstellen auftreten, selbst wenn sich der Ausschlag schon lange zurückgebildet hat.
Die Organe, bei denen Iris versicolor besonders ansetzt, sind Leber und Bauchspeicheldrüse sowie in Folge der gesamte Magen-Darm-Trakt mit seinen Schleimhäuten. Das Mittel wirkt auf das gesamte Nervensystem und insbesondere die Gefäßnerven (den Nervenstrukturen des Gehirns und Rückenmark; Nerven der Extremitäten).
Verschlechterung und Besserung
Jede Form von Ausruhen verschlimmert die Beschwerden. Kopfschmerzen treten überwiegend rechtsseitig auf, gerne über dem rechten Auge. Der Schmerzcharakter ist meist klopfend, pulsierend und einschnürend. Auffällig ist dabei die Begleiterscheinung von Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen, und die Beeinträchtigung des Sehens. Diese Schmerzen erscheinen häufig periodisch, bevorzugt in Ruhephasen.
Typische Symptome
Bei Iris versicolor-Patienten sind es v.a. die Säuren, die sich bemerkbar machen, das bedeutet, dass die Kranken allgemein über brennende Beschwerden klagen. Auch der Speichel ist sauer und es entsteht ein stumpfes Gefühl an den Zähnen, der Geschmack im Mund ist säuerlich. Ein Überschuss an Säuren wirkt sich auch stark auf das Nervensystem aus, verursacht Nervenschmerzen (Neuralgien) und im Gehirn Kopfschmerzen.
Weitere Symptome sind:
Lesen Sie auch: Neuritis sanft behandeln
- Pusteln um Nase und Wangen
- Trockene Mundschleimhaut, trotz starkem Speichelfluss, mit brennenden Schmerzen und einem Geschmack wie verbrannt oder säuerlich.
- Empfindliche Zähne
- Trockene Schleimhäute im Hals, die brennende Halsschmerzen und Schluckbeschwerden hervorrufen.
- Appetitlosigkeit, häufiges Aufstoßen, oft mit einem Übelkeit erregenden sauren oder süßlichen Geschmack.
- Entzündungen der Darmschleimhaut, die sich mit grünen, wässrigen und sauren Stühlen äußert, die am After brennen.
- Rückenschmerzen, überwiegend im unteren Rücken (Ischialgie).
- Stechende, brennende, durchzuckende und oft wandernde Schmerzen, die in die Gelenke ausstrahlen.
- Schmerzen der Hüfte
- Trockene Hautkrankheiten, wie schuppige Ekzeme (Psoriasis), Flechten und Schorfe, alles stark juckend.
Verbascum: Königskerze
Verbascum ist ein homöopathisches Mittel und der lateinische Name der Königskerze. Diese Pflanze wird schon seit langem in der pflanzlichen Heilkunde (Phytotherapie) angewendet. Insbesondere wird das Mittel Verbascum in der Homöopathie gegen Nervenschmerzen (Neuralgien), bei Krämpfen, Neigung zur Ohnmacht, nervösen Unruhezuständen sowie bei Verdauungsbeschwerden und Atemproblemen (wie etwa bei Asthma und Erkältungen) eingesetzt.
Anwendungsgebiete von Verbascum
Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann Verbascum bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.
Die Wirkungen, die für Verbascum beschrieben werden, sind sehr vielfältig. Grundsätzlich können die Anwendungsgebiete in ein psychisches und ein körperliches Feld aufgeteilt werden. Im Bereich der Psyche wird Verbascum vor allem bei Hysterie, Unruhe, Schlafstörungen und Nervosität verwendet. Auf körperlicher Ebene kann Verbascum zur Linderung von Nerven- und Muskelleiden dienen.
Verschlechterung und Besserung
Eine Verbesserung der Beschwerden und somit eine Wirkungssteigerung des Mittels Verbascum tritt allgemein auf bei Wärme, Beschäftigung und Ruhe auf. Eine Verschlechterung der Symptome lässt sich bei Temperaturwechsel, bei Anstrengung, psychischer Belastung sowie abends und nachts beobachten.
Typische Symptome
Verbascum soll vor allem bei Nervosität, Unruhe und Hysterie helfen. Bei leichten bis mäßigen Kopfschmerzen und Migräne kann Verbascum zur Linderung beitragen. Dabei sind die Schmerzen charakterisiert durch eine Periodizität der Nervenschmerzen. Sie treten häufig morgens und nachmittags zur selben Stunde auf. Hervorstechendes Symptom, bei dem Verbascum eingesetzt werden kann, ist ein Gesichtsschmerz (Trigeminus-Neuralgie). Der Nervus Trigeminus ist ein sensibler Hirnnerv, der die Empfindung der Gesichtshaut vermittelt. Eine Reizung dieses Nervs äußert sich in starken Schmerzen und Missempfindungen (Parästhesien). Trotzdem wird dieser Begriff übergreifend für alle Arten von Gesichtsschmerz verwendet. Klassischerweise ist der Schmerz stechend und schießt plötzlich in das Gesicht.
Lesen Sie auch: Trigeminusneuralgie natürlich behandeln
Weitere Symptome sind:
- Nervöse Herzbeschwerden, Herzschmerzen oder ein beklemmendes Gefühl in der Brust
- Menstruationsbeschwerden
- Rote und heiße Gesichtshaut
- Hitzewallungen
- Schlaflosigkeit
Plantago major: Breitwegerich
Aus der Pflanze Breitwegerich wird das homöopathische Einzelmittel Plantago major hergestellt. Der Breitwegerich gehört zur Familie der Wegerichgewächse und wächst an Straßen, Wegen, Plätzen, Wiesen und Äckern. In der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wird er wegen seiner Wirkstoffe vielfach eingesetzt.
Anwendungsgebiete von Plantago major
Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann Plantago major bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.
Plantago major hat einen Bezug zu den Schleimhäuten, hier speziell im Mundraum und im Ohr. So kann das homöopathische Einzelmittel Wirkung bei Zahnschmerzen allgemein und gar bei Entzündungen des Zahnhalteapparates (Paradontitis) zeigen, manchmal auch gekoppelt mit Ohrenschmerzen oder Entzündung der Schleimhäute des Mittelohrs (Otitis media).
Typische Symptome
Schmerzen, die Plantago major verlangen, erscheinen alsNervenschmerzen (Neuralgie), die sich im Versorgungsgebiet eines Nervs ausbreiten. Hierzu gehören vorzugsweise Schmerzen im Bereich des der Zähne und derOhren, aber auch Nervenschmerzen im Gesichtsbereich. Hier finden sich Ohrenschmerzen und Zahnschmerzen. Der Schmerz wandert zwischen Ohren und Zähnen. Der Ohrenschmerz wird alsNervenschmerz (Neuralgie) empfunden, als ob der Schmerz durch den Kopf von einem Ohr zum anderen Ohr hindurchginge. Dabei können Geräusche als schmerzend gefühlt werden. Die Zähne sind ebenfalls empfindlich schmerzhaft, fühlen sich wie zu lang an.
Weitere Symptome sind:
- Brauner, wässriger Durchfall (Diarrhoe)
- Harnwegsbeschwerden mit reichlichem Urinabgang (Polyurie)
Cocculus indicus: Mondsamenstrauch
Der Cocculus-Strauch (Menispermum cocculus, Anamirta cocculus) ist eine einhäusige Schlingpflanze, die in einigen Teilen Asiens heimisch ist. Aus ihren Früchten, die auch „Kockelskörner“ genannt werden, wird das homöopathische Mittel Cocculus indicus hergestellt. Die Frucht enthält neben einigen Alkaloiden, wie Palmatin, Berberin und Magnoflorin, als Hauptgift das Krampfgift Pikrotoxin.
Anwendungsgebiete von Cocculus indicus
Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann Cocculus indicus bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.
Cocculus wird meist bei Patienten eingesetzt, die ihre Symptomatik in Stress- oder Sorgensituationen entwickeln. Leitsymptome sind Schwindelanfälle, die meist zusammen mit starker Erschöpfung und einem Gefühl der Schwäche auftreten, sowie Übelkeit und Erbrechen. Der Schwindel verschlimmert sich in der Regel durch Bewegungen, beispielsweise beim Autofahren, aber auch durch Lärm und Erschütterungen. Eine Verschlimmerung wird ebenfalls durch Sonnenlicht und das Aufrichten aus der Waagerechten beobachtet. Übelkeit tritt meist beim Anblick oder Geruch von Speisen auf. Das Erbrechen geht mit starkem Speichelfluss einher. Schlafmangel, frische Luft sowie sich bewegende Gegenstände führen meist zur Verschlimmerung der Übelkeit.
Typische Symptome
Cocculus-Patienten leiden oft unter Schlaflosigkeit und starken Erschöpfungsgefühlen. Oft zeichnen sie sich durch Furcht vor Überraschungen, unerwarteten Geräuschen sowie drohender Gefahr, wie beispielsweise Krankheit aus.
Weitere Symptome sind:
- Kopfschmerzen, die in Nacken- und Schulterregion ausstrahlen
- Hinterhauptkopfschmerzen mit dem Gefühl, der Hinterkopf öffne und schließe sich wieder
- Augen, die sich anfühlen, als würden sie nach vorne gezogen
- Zittern und Zucken der Unterkiefermuskulatur
- Schmerzen beim Öffnen des Mundes, die bis in die Finger ausstrahlen können
- Trigeminusneuralgie
- Gelbliche Beläge auf der Zunge, die einen metallischen Geschmack verursachen
- Gefühl der Leere im Brustbereich
- Atemnot und Hustenanfälle
- Schluckbeschwerden und Schluckauf
- Schmerzhafte Blähungskoliken und Magenkrämpfe, die zumeist nachts auftreten
- Durchfälle und hartnäckige Verstopfung im Wechsel
- Vermehrtem Harndrang
- Unregelmäßige Regelblutung
- Geschwollene Füße sowie entzündlich geschwollene Kniegelenke
- Einschlafende und kribbelnde Hände und Füße
- Juckende Haut, vor allem beim Entkleiden
- Schlaflosigkeit und Schlafstörungen
Spigelia anthelmia
Der vollständige Name der den Wirkstoff enthaltenden Pflanze ist Spigelia anthelmia und sie gehört zu der Familie der Brechnussgewächse (Loganiaceae). Das homöopathische Mittel Spigelia wird aus den getrockneten, oberirdische Pflanzenteilen gewonnen. Im frisch geschnittenen Zustand enthält die Pflanze das giftige Spigeliin, ein sehr flüchtiges Alkaloid.
Anwendungsgebiete von Spigelia anthelmia
Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann Spigelia anthelmia bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.
Spiglia typische Beschwerden sind häufig auf der linken Seitelokalisiert, oder treten dort in heftigerer Form auf. Alle schmerzhaften Zustände verschlimmern sich durch die kleinste Bewegung, Berührung oder das Auftreten. Ein Schwerpunkt der Behandlung mit Spigelia liegt bei aus dem Nacken aufziehenden Kopfschmerzen, die sich über einem Auge (oft links) festsetzen und sich mit dem Verlauf der Sonne verschlechtern und bessern. Ein weiterer Behandlungsschwerpunkt sind generalisierte Schmerzen eines Gesichtsnervs, die sogenannte „Trigeminusneuralgie“.
Typische Symptome
Spigelia anthelmia eignet sich im Besonderen für die Behandlung von auffällig blassen, blutarm wirkenden Menschen, die unter den Beschwerden wie vorzeitig gealtert wirken. Sie machen auf den Beobachter einen zerbrechlichen Eindruck, leiden häufig unterRheuma-ähnlichen schmerzhaften Beschwerden und scheinen unter Berührungen am ganzen Körper zu erzittern. Kinder die Spigelia benötigen geben häufig die Region um den Nabel (periumbilical) als die schmerzhafteste Stelle des Körpers an.
Weitere Symptome sind:
- Kopfschmerzen, die sich über einem Auge (oft links) festsetzen und sich mit dem Verlauf der Sonne verschlechtern und bessern
- Generalisierte Schmerzen eines Gesichtsnervs (Trigeminusneuralgie)
- Stürmisches Herzklopfen und stechende Herzschmerzen die in den linken Arm ausstrahlen können
- Starke Angst und Atemnot
- Nackensteifigkeit
- Schwindel beim nach unten sehen und beim Gehen
- Augenschmerzen, die drückend bei jeder Änderung der Blickrichtung sind
- Fließschnupfen, der nicht aus den Nasenlöchern, sondern hinten im Rachen herunterläuft
- Einschießende Zahnschmerzen mit ziehendem oder stechendem Charakter
- Erschwerte Atmung durch stechende Schmerzen im Brustkorb
- Verstärkter Herzschlag, der selbst gehört werden kann und auch von außen durch Erschütterungen der linken Brust bemerkbar ist
- Gefühl einer großen Last auf dem linken Brustkorb oberhalb des Herzens, die drückende Schmerzen verursacht und die Atmung erschwert
- Innere Kälte und Frostigkeit, die partiell und wandernd auftritt
Weitere homöopathische Mittel
Neben den oben genannten Mitteln gibt es noch weitere homöopathische Mittel, die bei Nervenschmerzen und ähnlichen Beschwerden eingesetzt werden können:
- Arsenicum album: Ähnelt Iris versicolor sehr, mit charakteristischem Brennen, trockenen Schleimhäuten und heftigen Durchfällen, die sich in Ruhe und in der Nacht verschlimmern.
- Sanguinaria: Ähnelt Iris versicolor bei Kopfschmerzen, die überwiegend rechtsseitig und pochend sind. Die Ursachen sind eher im Gefäßsystem zu suchen, die Schmerzen entstehen durch erhöhten Blutandrang im Kopf. Im Gegensatz zu Iris versicolor erfährt Sanguinaria eine Linderung durch Ausruhen im dunklen Zimmer.
- Phosphor: Ähnelt Iris versicolor in den meisten charakteristischen Beschwerden, wie dem empfindlichen Nervenkostüm, der Erschöpfung und dem brennenden Schmerzcharakter.
- Belladonna atropa: Die Beeren der Tollkirsche sind sehr giftig. Aus den Blättern lässt sich aber ein krampflösender Wirkstoff extrahieren.
- Valeriana: Baldrian ist ein pflanzliches homöopathisches Mittel, welches insbesondere bei Unruhezuständen, Nervosität und Schlafstörungen eingesetzt wird.
- Viburnumopulus: Wird vor allem bei Regelschmerzen und Schmerzen wie den Wehen angewandt.
- Chamomilla: Verbindet mit Plantago major den Bezug zustarken Schmerzen im Bereich der Ohren und Zähne, jedoch nicht unbedingt wandernd, sondern einzeln auftretend. Alle einzelnen Schmerzzustände eines Chamomilla-Patienten sind verbunden mit einer extremen Reizbarkeit und Ungeduld.
- Pulsatilla: Im Symptomenbild homöopathischen Arzneimittels Pulsatilla, dessen Ausgangsstoff die Anemonenart Kuhschelle ist, finden sich sowohl Ohrenschmerzen, Zahnschmerzen und Gesichtsschmerzen, als auch unwillkürlicher Harnabgang. Das wichtigste Auswahlkriterium für Pulsatilla ist der milde Gemütszustand des Kranken.
- Causticum Hahnemanni: Findet ebenfalls Verwendung bei nächtlichem Harnlassen. Der Urinabgang findet hierbei typischerweise während des ersten Schlafes nachts statt.
- Argentum nitricum: Wird in der Homöopathie bei Unruhe und Angstzuständen eingesetzt.
- Tarentula hispanica: Dieses homöopathische Heilmittel ist tierischen Ursprungs und wird aus der Feuerspinne gewonnen, welche in Westindien und auf der Insel Curacao beheimatet ist.
- Tabacum: Wird aus der Tabakpflanze gewonnen und bei starker Übelkeit, Erbrechen, Schwindel mit Kollaps Gefühl und Herzklopfen verabreicht. Auch hier wird der Schwindel durch Bewegung, wie zum Beispiel Fahren, verschlimmert.
- Aconitum: Charakteristisch ist ein bleibendes Gefühl der Angst und der Ängstlichkeit, die körperliche und seelische Unruhe auslösen. Akut auftretende Beschwerden mit Fieber und plötzlichen Abfall aller Kräfte sind ebenfalls typisch. Die Kranken wollen nicht berührt werden.
- Cactus: Wirkt auf alle kreis- oder rohrförmig angeordneten Muskeln, so zum Beispiel auf den Darm, das Herz, die Arterien oder die Schließmuskel und den Uterus. Dort ruft Cactus ein Zusammenziehen des Rings hervor, so dass es charakteristische Verschlüsse oder Verengungen erzeugt. Dies macht man sich in der Behandlung von Herzerkrankungen auf Grund von Nikotinvergiftungen zu nutze.
- Cina: Ist hauptsächlich ein Kindermittel, wirkt aber auf viele Beschwerden, die Irritationen des Verdauungstraktes mit sich bringen. Es wirkt unter anderem bei Wurmbefall und den begleitenden Symptome.
- Ignatia: Ist eine „Kummerarznei“, emotionale Probleme werden als der auslösende Faktor für körperliche Beschwerden gesehen.
- Cinnabaris: Findet seine Hauptanwendung bei Schmerzen in und um das Auge.
Anwendung homöopathischer Mittel
Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 - D12. Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können.
- Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen. Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt.
- Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben.
- Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern.
Das Ähnlichkeitsprinzip und die energetische Wirkung
Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren.
Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert.
Erstverschlimmerung und Spätverschlimmerung
Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung).
Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt.
Alternative und ergänzende Behandlungsmethoden
Neben der Homöopathie gibt es verschiedene alternative und ergänzende Behandlungsmethoden, die bei der Linderung von Nervenschmerzen und anderen Beschwerden hilfreich sein können:
- Osteopathie: Die Osteopathie behandelt nicht direkt die Symptome körperlicher Beschwerden, sondern versucht mit Hilfe der Hände dessen Ursache zu erkennen und zu behandeln. Dabei wird das gesamte System aus inneren Organen, Bewegungsapparat sowie Schädel und Rückenmark begutachtet.
- Chiropraktik: Chiropraktiker gehen an die Behandlung der Symptome heran, indem sie etwa einrenken.
- Reflexzonentherapie am Fuß (RZF): Durch sie wird eine Verbesserung gestörter Organ- und Gewebefunktionen des Menschen erreicht. Die Fußreflexzonentherapie fördert die Selbstheilungskräfte und kann als eigenständige Behandlung oder in Kombination mit anderen Methoden angewendet werden.
- Schüssler-Mineralsalze: Schüssler-Mineralsalze können sehr vielfältig eingesetzt werden, von der Unterstützung bei Stress.
- Dorn-Therapie: Der Therapeut behandelt die Wirbel durch seitlichen Druck am Dornfortsatz und am entsprechenden Querfortsatz. Der Patient erhält zudem vom Therapeuten Anleitungen zur Selbstbehandlung, die bei der Dorn-Therapie gewollt und notwendig sind.
- Ohrakupunktur: Wie bei der Fußreflexzonentherapie werden die Organe und das gesamte Bewegungssystem in der Ohrmuschel abgebildet und über reflektorische Nervenbahnen beeinflusst.
- Fasten: Schwerpunkte der Fastentherapien sind die Reinigung der Verdauungs- und Transportwege, damit die Zellen im Körper optimal versorgt werden können.
tags: #homoopathisch #potenzierter #nervus #trigeminus