Homöopathische Behandlung von Taubheitsgefühl, Kribbeln und Brennen

Viele Menschen leiden unter unangenehmen Empfindungen wie Taubheitsgefühl, Kribbeln und Brennen, die verschiedene Ursachen haben können. Während die konventionelle Medizin oft auf Medikamente setzt, um die Symptome zu unterdrücken, bietet die Homöopathie einen ganzheitlichen Ansatz, der darauf abzielt, die Ursachen der Beschwerden zu behandeln und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Ursachen und Symptome

Die Ursachen für Taubheitsgefühl, Kribbeln und Brennen können vielfältig sein. Eine häufige Ursache ist die Nervenschädigung, die beispielsweise durch Diabetes mellitus entstehen kann. Erhöhte Blutzuckerwerte können die Nerven, insbesondere in den Beinen, schädigen und zu fehlender Wahrnehmung, Taubheitsgefühl oder Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen, Brennen und Schmerzen führen.

Auch andere Erkrankungen wie Gürtelrose, Polyneuropathie oder orthopädische Probleme können Nervenschädigungen verursachen und ähnliche Symptome auslösen. Bei der Polyneuropathie, einer krankhaften Nervenentzündung, treten neurologische Störungen wie Kribbeln in Armen und Beinen bis hin zu starkem Brennen oder Taubheit auf. Über 200 verschiedene Ursachen der Krankheit sind bekannt, darunter Diabetes, Alkoholmissbrauch, Medikamente, Chemotherapie, Infektionen, Vergiftungen, Drogen oder Vitaminmangel.

Neuropathische Schmerzen, die durch Nervenschädigungen entstehen, werden oft anders wahrgenommen als normale Schmerzen. Typisch sind Empfindungen wie Kribbeln, Brennen, blitzartige Schmerzen wie Stromschläge oder Missempfindungen wie Ameisenlaufen. Auch geringste Reize wie leichte Berührungen können heftige Schmerzen auslösen.

Konventionelle Therapie und ihre Grenzen

Die konventionelle Standardtherapie bei neuropathischen Schmerzen umfasst oft die Einnahme von Antidepressiva und Antiepileptika, die einen schmerzlindernden Effekt haben können. Allerdings sind diese Therapien auch mit einem hohen Nebenwirkungspotential behaftet. Allseits bekannte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Ibuprofen sind bei neuropathischen Schmerzen oft nicht oder kaum wirksam.

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Bei einer multimodalen Schmerztherapie werden verschiedene Behandlungsbausteine kombiniert, z.B. Physiotherapie, Psychotherapie und aromatherapeutische Therapie-Ergänzungen. Ziel ist die spürbare Schmerzreduktion bei minimierten Nebenwirkungen und die Vermeidung der Schmerz-Chronifizierung.

Homöopathische Behandlung als Alternative

Die Homöopathie bietet eine sanfte und natürliche Alternative zur Behandlung von Taubheitsgefühl, Kribbeln und Brennen. Im Gegensatz zum schulmedizinischen Ansatz wird in der Homöopathie eine Krankheit als eine ganzheitliche Funktionsstörung aufgefasst. Daher wird nicht das einzelne Symptom behandelt, sondern der ganze Mensch. Die Grundidee der Homöopathie ist dabei das sogenannte Ähnlichkeits- oder Simile-Prinzip. Zur Behandlung werden Substanzen ausgewählt, die bei einem Gesunden eine ähnliche Wirkung hervorrufen, wie sie bei einem Kranken beobachtbar sind.

Die homöopathischen Substanzen werden hochverdünnt in Tropfenform oder in Form von Globuli (Zuckerkügelchen mit imprägnierter Medikation) eingenommen. Zur Konzentrationsangabe hat sich das System der Potenzierung etabliert, dabei werden die Medikamente in einer Verdünnungsreihe jeweils mit Faktor 10 verdünnt und als D1, D2, D3 usw. bezeichnet. In den meisten Fällen werden homöopathische Substanzen als Ergänzung und nicht als Ersatz zur Schulmedizin angesehen. Es geht hierbei um die Stimulation des Patienten und nicht die Ausschaltung der Symptome.

Die Wahl des passenden homöopathischen Mittels richtet sich nach der jeweiligen Schmerzqualität und -intensität. Daher sind eine genaue Anamnese sowie eine Zuordnung und Gewichtung der Symptome und Begleitumstände wichtig.

Häufig eingesetzte homöopathische Mittel

Aufgrund der Vielfalt an Symptomen ist auch die Auswahl an homöopathischen Medikamenten groß. Einige der häufiger eingesetzten Mittel sind:

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  • Aconitum: Gegen stechende und brennende Nervenschmerzen.
  • Agaricus muscarius: Hilft bei Missempfindungen, Kribbeln und Taubheit. Das Mittel wird gerne bei Unruhezuständen und Zuckungen eingesetzt. Ein typisches Symptom ist ein piksen auf der Haut aber auch für Erfrierungen und Verbrennungen ist der Einsatz der Arznei manches Mal geeignet. Auch bei Taubheitsgefühlen, vor allem in den Extremitäten, kann es verwendet werden. Die entsprechenden Patienten sind nervös, geschwätzig und erscheinen manchmal leichtsinnig. Kinder, die Agaricus muscarius benötigen, sind überaktiv und zeigen eine gewisse Ungeschicklichkeit. Sie entwickeln sich zu langsam, lernen also beispielsweise zu spät Laufen oder Sprechen.
  • Apis mellifica: Bei Beschwerden, die den Reaktionen auf einen Bienenstich ähneln, wie starke Schwellungen, brennende und stechende Schmerzen sowie Berührungsempfindlichkeit. Das Mittel soll bei Beschwerden und Symptomen helfen, die ähnlich denen eines Bienenstichs sind - unabhängig von der genauen Ursache. Zu den typischen Symptomen gehören brennende und stechende Schmerzen. Häufig kommt es auch zu Schwellungen und Rötungen.
  • Hypericum: Das „Arnica der Nerven“ kann bei allen Folgen von Nervenverletzungen eingesetzt werden. Es wirkt besonders gut bei Kranken, die sehr schmerzempfindlich sind. Hypericum perforatum ist ein wichtiges homöopathisches Arzneimittel bei Verletzungen von nervenreichem Gewebe, die sehr schmerzhaft sind und auf Berührung sehr empfindlich reagieren. Leitsymptome sind Schmerzen aufgrund von Nervenverletzungen, v.a. an Fingern, Zehen, Nägeln, Verletzungen durch Nägel, Nadeln, Splitter, Dornen, Quetschungen der Finger alle Wunden, die besonders stark schmerzen besonders berührungsempfindliche Wunden starke Schmerzen nach Operationen, auch Zahnoperationen Zahnschmerzen, auch nach Zahnextraktionen extreme Schmerzhaftigkeit und Empfindlichkeit auf Berührung Kribbeln, Taubheit, Brennen Verletzungen der Nerven Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) Sturz auf das Steißbein Tierbisse in Finger, Zehen…
  • Spigelia: Bei regelmäßig auftretenden Schmerzen.
  • Verbascum: Bei akut auftretenden Nervenschmerzen kann Linderung verschaffen.
  • Kalium phosphoricum, Magnesium phosphoricum und Zincum chloratum: Sollen helfen Nervensystem und Muskulatur zu beruhigen. Diese Kombination wird auch „biochemische Schmerztrias“ genannt.
  • Cina, Cypripedium pubescens oder Natrium carbonicum: Bei erhöhten Reizzuständen und Muskelkrämpfen.

Ergänzende Maßnahmen

Neben der Einnahme von homöopathischen Mitteln können auch andere Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden beitragen:

  • Aromatherapie: Aromatherapeutische Mischungen können als Öl, Creme, Kompresse oder Wickel bei Neuropathien eingesetzt werden. Sie wirken sowohl durch ihre pflanzlichen Inhaltsstoffe auf der körperlichen Ebene als auch durch ihren Duft emotional stärkend. Schmerzlindernde Öle sind z.B. Cajeput und Rosmarin, entspannend wirken Lavendel und Majoran, stimmungsausgleichend sind u.a. Lemongras und Melisse.
  • Ernährung: Eine vitaminreiche und fettreduzierte Kost kann die Nervenfunktion unterstützen. Gerade bei der diabetischen Polyneuropathie hat die Entschlackung des Bindegewebes eine hohe Bedeutung, hier kann Silicea (Kieselsäure) das Bindegewebe stärken und Graphites (Kohlenstoff) die Ausscheidung der Schadstoffe unterstützen. Beides kann durch die Gabe von Acidum fluoricum (Flusssäure) und Equisetum (Schachtelhalm) noch verstärkt werden.
  • Mikronährstoffe: Ein höherer Bedarf an Mikronährstoffen kann bei Nervenschädigungen bestehen. Magnesium blockiert physiologisch die Schmerzreiz-Weiterleitung. Dadurch wird Schmerz später und schwächer wahrgenommen. Alpha-Liponsäure hat sich v.a. bei diabetischer Neuropathie als wirksam erwiesen. Omega-3-Fettsäuren tragen aufgrund ihrer antientzündlichen und analgetischen Wirkung zu einer Regeneration der geschädigten Nerven bei. EPA und DHA haben zudem einen präventiven Nutzen.

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