Husten bei Demenz: Ursachen und Behandlung

Husten bei Demenz kann verschiedene Ursachen haben und stellt eine besondere Herausforderung in der Behandlung dar. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Husten bei Menschen mit Demenz und bietet einen umfassenden Überblick über Behandlungs- und Präventionsstrategien.

Einführung

Menschen mit Demenz können im Verlauf ihrer Erkrankung unter verschiedenen belastenden Symptomen leiden, darunter auch Husten. Da die Fähigkeit zur verbalen Kommunikation oft eingeschränkt ist, ist es wichtig, die Ursachen des Hustens zu erkennen und angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern.

Ursachen von Husten bei Demenz

Die Ursachen für Husten bei Demenz sind vielfältig und können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

Infektionen

Das Immunsystem von Menschen mit Demenz ist oft geschwächt, was sie anfälliger für Infekte macht. Insbesondere in fortgeschrittenen Stadien der Demenz treten häufig Infektionen der Atemwege auf, die mit Husten und Fieber einhergehen können. Häufige Infektionen sind:

  • Lungenentzündung (Pneumonie): Eine der häufigsten Todesursachen bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz. Sie kann durch das Eindringen von Nahrung oder Speichel in die Lunge entstehen (Aspirationspneumonie).
  • Harnwegsinfekte: Können ebenfalls Husten auslösen und starke Schmerzen verursachen.

Schluckstörungen (Dysphagie)

Schluckstörungen sind ein häufiges Problem bei Menschen mit Demenz. Der Schluckvorgang ist ein komplexer Prozess, der das Zusammenspiel vieler Muskeln und Nerven erfordert. Bei Demenz kann dieser Prozess beeinträchtigt sein, was zu folgenden Symptomen führen kann:

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  • Häufiges Verschlucken: Nahrung oder Flüssigkeit gerät in die Luftröhre statt in die Speiseröhre.
  • Husten beim Essen oder Trinken: Ein Reflex, um die Atemwege von eingedrungener Nahrung oder Flüssigkeit zu befreien.
  • Verbleiben von Nahrung im Mund: Schwierigkeiten, den Schluckvorgang zu starten oder abzuschließen.
  • Erhöhter Speichelfluss: Schwierigkeiten, Speichel richtig zu schlucken.
  • Räuspern während oder nach dem Essen: Ein Versuch, Nahrung oder Flüssigkeit aus dem Hals zu entfernen.
  • Veränderung der Stimme: Eine raue oder „nasse“ Stimme kann auf eine Schluckstörung hindeuten.

Andere Ursachen

Neben Infektionen und Schluckstörungen gibt es weitere mögliche Ursachen für Husten bei Demenz:

  • Reizung der Atemwege: Durch Staub, Rauch oder andere Umweltfaktoren.
  • Allergien: Reaktionen auf bestimmte Substanzen können Husten auslösen.
  • Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Husten verursachen.
  • Herzinsuffizienz: Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge können zu Husten führen.
  • Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Eine Lungenerkrankung, die häufig bei älteren Menschen auftritt und mit Husten und Atemnot verbunden ist.

Erkennung von Hustenursachen

Da Menschen mit Demenz oft Schwierigkeiten haben, ihre Beschwerden verbal zu äußern, ist es wichtig, auf subtile Anzeichen zu achten, die auf Husten und dessen Ursachen hindeuten können. Dazu gehören:

  • Veränderungen im Verhalten: Unruhe, Reizbarkeit oder Rückzug können auf Schmerzen oder Unwohlsein hinweisen.
  • Veränderungen im Ess- und Trinkverhalten: Appetitlosigkeit, Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken, oder die Verweigerung von Nahrung oder Flüssigkeit.
  • Atembeschwerden: Schnelle oder angestrengte Atmung, Pfeifen oder Rasselgeräusche beim Atmen.
  • Fieber: Ein Anzeichen für eine mögliche Infektion.

Behandlung von Husten bei Demenz

Die Behandlung von Husten bei Demenz richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Es ist wichtig, einen Arzt zu konsultieren, um eine genaue Diagnose zu erhalten und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.

Behandlung von Infektionen

  • Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen wie Lungenentzündung oder Harnwegsinfekten können Antibiotika eingesetzt werden.
  • Symptomatische Behandlung: Fiebersenkende Mittel, Hustenlöser und Inhalationen können helfen, die Symptome zu lindern.

Behandlung von Schluckstörungen

Die Behandlung von Schluckstörungen erfordert oft einen multidisziplinären Ansatz, der Logopädie, Ernährungsberatung und Anpassungen der Essgewohnheiten umfasst.

  • Logopädie: Speziell ausgebildete Logopäden können gezielte Übungen durchführen, um die Schluckmuskulatur zu stärken und die Schluckkoordination zu verbessern.
  • Anpassung der Konsistenz der Nahrung: Breiförmige Speisen oder angedickte Flüssigkeiten sind leichter zu schlucken und können das Risiko des Verschluckens minimieren.
  • Körperhaltung: Eine aufrechte Körperhaltung während des Essens kann den Schluckvorgang erleichtern und das Risiko von Aspirationen verringern.
  • Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme: Pflegekräfte können Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme geben und für eine angenehme und ruhige Atmosphäre während der Mahlzeiten sorgen.
  • Ernährungsmaßnahmen: Anpassung der Konsistenz der Nahrung an die individuellen Schluckfähigkeiten. Flüssigkeiten können angedickt und feste Speisen püriert werden. Bei stark beeinträchtigtem Schlucken und Aspirationsrisiko kann eine künstliche Ernährung über eine PEG-Sonde in Betracht gezogen werden.

Weitere Behandlungsmaßnahmen

  • Sauerstofftherapie: Bei Atemnot kann eine Sauerstofftherapie verschrieben werden, um den Sauerstoffmangel im Blut auszugleichen.
  • Medikamente: Bei Bedarf können Medikamente zur Linderung von Hustenreiz oder zur Behandlung anderer Grunderkrankungen eingesetzt werden.
  • Nicht-medikamentöse Maßnahmen: Kühle Luftzüge im Mund-Nasen-Bereich, aufrechte Körperposition und Unterstützung der Arme können die Atmung erleichtern. Bei starker Luftnot kann niedrig dosiertes Morphin angewendet werden.

Prävention von Husten bei Demenz

Neben der Behandlung von Husten ist es wichtig, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko von Husten und seinen Ursachen zu minimieren. Dazu gehören:

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  • Impfungen: Regelmäßige Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken können das Risiko von Atemwegsinfektionen verringern.
  • Gute Mundhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen und die Reinigung der Mundhöhle können das Risiko von Infektionen im Mund- und Rachenraum reduzieren.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem und hilft, Mangelernährung vorzubeugen.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält die Schleimhäute feucht und unterstützt den Schluckvorgang.
  • Vermeidung von Reizstoffen: Vermeiden Sie den Kontakt mit Staub, Rauch und anderen Reizstoffen, die die Atemwege reizen können.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung stärkt die Muskulatur und fördert die Durchblutung, was sich positiv auf die Atemfunktion auswirken kann.
  • Anpassung der Essenssituation: Die Ess-Situation sollte bewusst gestaltet werden, um sie für die demenzkranke Person richtig einzuordnen. Die Einbeziehung in die Zubereitung des Essens, das appetitliche Anrichten der Speisen und eine aufrechte Körperhaltung erleichtern das Schlucken.
  • Mundpflege: Eine gute Mundhygiene ist wichtig, um das Risiko für Lungenentzündungen durch Aspiration von Bakterien zu reduzieren.

Die letzte Lebensphase

In der letzten Lebensphase von Menschen mit Demenz können belastende Beschwerden wie Schmerzen, Luftnot, Unruhe und Angst auftreten. Es ist wichtig, diese Symptome zu erkennen und zu lindern, um den Betroffenen ein würdevolles Lebensende zu ermöglichen.

  • Schmerzen: Treten häufig auf und können durch Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Zahnschmerzen, Harnblasenentzündungen oder Verstopfung verursacht werden. Die Einschätzung und Behandlung von Schmerzen bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz sind schwierig.
  • Luftnot: Kann sehr belastend und ängstigend sein. Ursachen können Lungeninfektionen, Blutarmut oder andere Erkrankungen sein. Die Behandlung der Ursache ist nicht immer möglich, aber die Schwere der Luftnot kann meist gemildert werden.
  • Unruhe und Angst: Können sich durch starke körperliche Unruhe mit immer wiederkehrenden Bewegungen zeigen. Die engmaschige Begleitung durch vertraute Personen, Berührungen und Massagen oder auch Musik können sehr beruhigend wirken.
  • Akute Verwirrtheit: Kann plötzlich entstehen und wieder abklingen. Ursachen können Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden sein.

Sterbeorte

Die meisten Menschen mit Demenz werden zu Hause von den Angehörigen betreut und versorgt und haben den Wunsch, auch dort zu sterben. Mit Fortschreiten der Erkrankung wird häufiger eine Pflegeeinrichtung das neue Zuhause. Ein kleiner Teil der Betroffenen stirbt auf einer Palliativstation oder in einem Hospiz.

Todesursachen

Menschen mit fortgeschrittener Demenz versterben an unterschiedlichen Ursachen. Überwiegend versterben sie jedoch an den Folgen oder Komplikationen der Demenz, wie z.B. einer Lungenentzündung.

Sterbephase

In den letzten Tagen oder Stunden vor dem Tod können typische Anzeichen auftreten, wie z.B. verändertes Bewusstsein, erhöhter Herzschlag, Absinken des Blutdrucks, blasse oder wächserne Hautfarbe, veränderte Atmung und Rasselatmung.

Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit

Die Behandlung und Betreuung von Menschen mit Husten und Demenz erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Pflegekräften, Logopäden, Ernährungsberatern und Angehörigen. Nur so kann eine umfassende und individuelle Versorgung gewährleistet werden.

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