Hypersensibilität der Nerven im Zusammenhang mit Herpesinfektionen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Einführung

Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems sind ein wichtiges Thema in der Neurologie. Diese Entzündungen können durch verschiedene Erreger wie Bakterien, Pilze, Protozoen und Viren verursacht werden, aber auch durch Autoimmunprozesse, bei denen der Körper fälschlicherweise eigene Nervenzellen angreift. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Hypersensibilität der Nerven und Herpesinfektionen, insbesondere im Hinblick auf Gürtelrose (Herpes Zoster) und Fazialisparese. Darüber hinaus werden andere Ursachen für Kopfhautschmerzen und Nervenentzündungen im Kopfbereich sowie deren Behandlungsmöglichkeiten erörtert.

Gürtelrose (Herpes Zoster) und Nervenschmerzen

Symptome und Verlauf

Die Gürtelrose wird durch die Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus verursacht, dem gleichen Virus, das auch Windpocken auslöst. Typisch für die Gürtelrose sind brennende, bohrende oder schneidende Schmerzen, die sich Tage vor der eigentlichen Bläschenbildung bemerkbar machen können. Diese Schmerzen treten meist nur auf einer Körperhälfte auf und betreffen ein bandförmiges Hautareal, häufig im Bereich von Bauch, Taille, Brust oder Rücken. Juckreiz und Berührungsempfindlichkeit sind ebenfalls häufige Begleiterscheinungen.

Im weiteren Verlauf entwickeln sich rötliche Hautausschläge (Flecken, Papeln), die sich in flüssigkeitsgefüllte Bläschen (Pusteln) verwandeln. Grundsätzlich kann die Herpes-Zoster-Erkrankung jede Nervenwurzel befallen, wobei neben dem Rumpf auch Arme, Beine, Hals und Gesicht betroffen sein können.

Bei Beteiligung des Nervus trigeminus (Trigeminusneuralgie) können Auge, Nase, Stirn und die behaarte Kopfhaut einer Gesichtshälfte betroffen sein. Dies kann zu Entzündungen der Bindehaut (Konjunktivitis) und der Hornhaut (Keratitis) des Auges oder in seltenen Fällen des Sehnervs mit Sehstörungen führen. Bei Befall des Gehörgangs (Zoster oticus) können Gesichtslähmung, Schwindel und Hörprobleme auftreten.

In der Regel heilt die Gürtelrose nach zwei bis vier Wochen ab, wobei eine frühzeitige Behandlung, insbesondere bei Schmerzen, ratsam ist. In seltenen Fällen kann es zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns kommen.

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Post-Zoster-Neuralgie (PZN)

Einige Menschen leiden noch Monate nach dem Abheilen der Gürtelrose unter Schmerzen im betroffenen Hautbereich. Diese Beschwerden werden durch einen Nervenschaden verursacht, bei dem ein oder mehrere periphere Nerven angegriffen sind. Der Schmerz kann sich nach dem Abheilen der Bläschen verstärken und mit der Zeit schlimmer werden. Ärzte bezeichnen diesen Nervenschmerz nach Abklingen des Zosters als Post-Zoster-Neuralgie (PZN).

Die Schmerzen können sich in benachbarte Hautregionen ausbreiten, die nicht von der Gürtelrose betroffen waren, und heftige Berührungsschmerzen verursachen. PZN-Patienten leiden oft unter einem hohen Leidensdruck und sind verzweifelt.

Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Ursachen und Symptome

Eine Fazialisparese, auch Gesichtslähmung genannt, kann durch eine Schwellung des Nervus facialis verursacht werden, beispielsweise durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren. Diese Schwellung kann zu einer Schädigung des Nervs und Funktionsstörungen führen, die sich in Form einer Gesichtslähmung äußern. Typische Symptome sind ein hängender Mundwinkel und ein nicht schließendes Auge.

Die Fazialisparese kann peripher oder zentral bedingt sein. Die periphere Fazialisparese, bei der der Gesichtsnerv außerhalb des Gehirns betroffen ist, ist mit etwa 60 Prozent der Fälle die häufigere Form. Ursachen für die Schädigung des Gesichtsnervs können Unfälle, Schwellungen aufgrund von Infektionen, Tumore oder eine Mittelohrentzündung sein.

Risikofaktoren für die Entwicklung einer Fazialisparese sind Diabetes (schlecht eingestellte Zuckerwerte können die Nerven schädigen) und Schwangerschaft (Ursache unbekannt). Auch psychische Faktoren wie Stress oder Umgebungsfaktoren wie Zugluft können eine Entzündung des Nervus facialis auslösen.

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Die Beschwerden treten in der Regel innerhalb weniger Stunden auf und erreichen nach ein bis zwei Tagen ihren Höhepunkt.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose der Fazialisparese umfasst die Ursachenforschung. Mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) wird untersucht, ob der Auslöser im Gehirn liegt. Zudem werden Blutuntersuchungen und eine Lumbalpunktion durchgeführt. Eine Zusammenarbeit zwischen HNO-Arzt und Neurologen kann bei der Diagnose hilfreich sein, insbesondere wenn eine Mittelohrentzündung vorliegt.

In vielen Fällen ist keine direkte Ursache der Fazialisparese bekannt. In diesen Fällen wird meist für einen Zeitraum von 14 Tagen mit Kortison behandelt, um Entzündungen im Körper zu bekämpfen. Zusätzlich können durchblutungsfördernde Medikamente und Vitamin-B-Komplex-Präparate verabreicht werden.

Da bei den meisten Patienten mit peripherer Fazialisparese die Lidschlussfunktion beeinträchtigt ist, muss das Auge besonders gepflegt werden, um eine Entzündung der Hornhaut zu vermeiden. Dies geschieht mit künstlicher Tränenflüssigkeit und Augensalbe. Nachts tragen die Patienten einen sogenannten Uhrglasverband, um das Auge vor Austrocknung zu schützen.

Prognose

Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen verschwinden die Symptome einer Gesichtslähmung nach wenigen Wochen wieder vollständig. In manchen Fällen bleiben Restsymptome wie unwillkürliche Zuckungen der mimischen Muskulatur oder unbeabsichtigte Mitbewegungen der Mimik zurück. Solche Synkinesien können mit Botulinumtoxin behandelt werden.

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In seltenen Fällen hat eine Fazialisparese Langzeitfolgen. Bei chronischer Gesichtslähmung mit gestörtem Lidschluss gibt es die Möglichkeit der Therapie mit rekonstruktiver, plastischer Operation.

Schmerzende Kopfhaut: Ursachen und Behandlung

Vielfältige Ursachen

Eine schmerzende Kopfhaut kann verschiedene Ursachen haben, wobei oft eine verspannte Muskulatur oder gereizte Nerven eine Rolle spielen. Häufige Ursachen sind:

  • Muskuläre Verspannungen: Verspannungen im Schulter-, Nacken- und Halsbereich können sich auf die Kopfmuskulatur ausbreiten und Schmerzen verursachen, da die Durchblutung vermindert ist.
  • Migräne: Auch Migräne kann mit einer schmerzenden Kopfhaut einhergehen.
  • Hauterkrankungen: Ausschläge oder Entzündungen der Kopfhaut durch Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis) oder Pilzbefall können ebenfalls Schmerzen verursachen.
  • Irritationen: Entzündungen der Kopfhaut durch Pflegeprodukte oder Verletzungen durch zu heißes Föhnen oder Wasser können Beschwerden hervorrufen.
  • Psychosomatische Ursachen: Krankheiten wie das Burn-out-Syndrom oder Depressionen, aber auch alltäglicher Stress können mit einer schmerzenden Kopfhaut einhergehen.
  • Erkältung oder Grippe: Im Rahmen einer Erkältung oder Grippe können Kopfschmerzen auftreten, die mit einer Berührungsempfindlichkeit der Kopfhaut einhergehen können.
  • Mechanische Belastung: Schmerzen nach einem zu engen Zopf oder bei schweren Haaren sind auf eine mechanische Belastung der Kopfhaut und der Haarwurzeln zurückzuführen. Auch Extensions können zu einer starken mechanischen Belastung führen.
  • Nervenschmerzen (Neuralgien): Durch Nervenschmerzen ausgelöste Schmerzen auf der Kopfhaut können, je nachdem welcher Nerv betroffen ist, an unterschiedlichen Bereichen des Kopfes auftreten.

Nervenschmerzen und Herpes Zoster

Nach einem Herpes Zoster am Kopf kann es zu einer Post-Zoster-Neuralgie kommen, bei der die Viren auch nach der Krankheit in den Nervenzellen verbleiben und die Reizweiterleitung stören. Dies verursacht brennende oder stechende Schmerzen, welche phasenweise kurz oder langanhaltend auftreten können.

Borreliose

Bei der Borreliose, einer durch Zecken übertragenen bakteriellen Erkrankung, können diffuse, einseitige Kopfschmerzen auftreten. Oftmals sind Hirnnerven von der Infektion betroffen und können Taubheitsgefühle oder Schmerzen an der seitlichen Kopfhaut um das Ohr herum oder im Gesicht verursachen.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose einer schmerzenden Kopfhaut umfasst eine ausführliche Anamnese (Befragung des Patienten) und eine körperliche Untersuchung. Der Arzt wird die Kopfhaut abtasten, um Verspannungen im Schulter-, Nacken- und Halsbereich festzustellen. Bei Verdacht auf einen Pilzbefall kann ein Abstrich genommen und kulturell angezüchtet werden. Die Diagnosen Psoriasis und Neurodermitis werden durch Begutachtung weiterer Körperregionen gestellt.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. Bei muskulären Verspannungen können Massagen, Physiotherapie und Entspannungsübungen helfen. Bei Hauterkrankungen ist eine Behandlung durch einen Hautarzt erforderlich. Borreliose wird mit Antibiotika behandelt.

Bei Nervenschmerzen (Neuralgien) werden häufig Antikonvulsiva, Antidepressiva oder Opioide eingesetzt, um die Schmerzempfindlichkeit zu verringern. Auch Hausmittel wie Kamille oder Ferrum phosphoricum-Globuli können bei bestimmten Beschwerden Linderung verschaffen.

Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS)

Überblick

Entzündliche Erkrankungen des ZNS können erregerbedingt (durch Bakterien, Pilze, Protozoen und Viren) oder nicht erregerbedingt/autoimmun (wie Multiple Sklerose, Vaskulitis) auftreten. Autoimmunologische Prozesse führen dazu, dass der Körper eigene Nervenzellen angreift und Entzündungen hervorruft.

Häufige Krankheitsbilder

  • Erregerbedingte Infektionen: Hierzu gehören beispielsweise die Neuroborreliose und die Gürtelrose. Bei immungeschwächten Patienten treten häufig Infektionen des ZNS im Zusammenhang mit immunsuppressiven Therapien auf. Eine der häufigsten sporadischen Enzephalitiden Westeuropas ist die Herpes-Simplex-Virus-Enzephalitis (HSVE).
  • Autoimmunerkrankungen: Eine der bekanntesten Autoimmunerkrankungen ist die Multiple Sklerose (MS), eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Ein weiteres Beispiel ist die Myelitis, eine Entzündung des Rückenmarks. Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine eher seltene ZNS-Erkrankung, die häufig nach Infektionen auftritt und zu Lähmungen führen kann.

Diagnose und Therapie

Die Bandbreite von Entzündungen des Nervensystems ist sehr breit. Eine frühe Diagnose und hochdifferenzierte Therapie sind entscheidend für die Prognose der Patienten. Bei Verdacht auf eine HSVE muss beispielsweise die antivirale Therapie mit Aciclovir rasch eingeleitet werden. Die Behandlung von Autoimmunerkrankungen zielt darauf ab, das Immunsystem zu unterdrücken und die Entzündung zu reduzieren.

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