Hirnstamminsuffizienz: ICD-Code, Ursachen, Symptome und Auswirkungen auf die Lebensqualität

Die Hirnstamminsuffizienz ist ein Zustand, bei dem der Hirnstamm nicht ausreichend mit Blut versorgt wird, was zu einer Vielzahl von neurologischen Symptomen führen kann. Der Hirnstamm ist ein lebenswichtiger Teil des Gehirns, der viele wichtige Funktionen steuert, darunter Atmung, Herzfrequenz, Blutdruck, Schlaf und Bewusstsein. Eine unzureichende Blutversorgung kann diese Funktionen beeinträchtigen und schwerwiegende Folgen haben.

ICD-Code und seine Bedeutung

Der ICD-Code (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) ist ein internationaler Standard zur Klassifizierung von Krankheiten und Gesundheitsproblemen. Er wird von Ärzten und anderen medizinischen Fachkräften verwendet, um Diagnosen zu dokumentieren und Informationen für die medizinische Forschung und Statistik zu sammeln.

Im Zusammenhang mit Hirnstamminsuffizienz ist es wichtig zu beachten, dass der ICD-Code je nach Ursache und spezifischer Manifestation der Erkrankung variieren kann. Die Kategorie I69 wird verwendet, wenn eine Störung als Folge einer vorangegangenen Episode eines unter I60-I67.1 oder I67.4-I67.9 aufgeführten Zustandes klassifiziert wird. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Schlüsselnummer nicht bei chronischer zerebrovaskulärer Krankheit zu verwenden ist.

Auf ärztlichen Dokumenten wird der ICD-Code oft durch Buchstaben ergänzt, die die Sicherheit der Diagnose oder die betroffene Körperseite beschreiben.

  • G: Gesicherte Diagnose
  • V: Verdacht
  • Z: Zustand nach
  • A: Ausschluss
  • L: Links
  • R: Rechts
  • B: Beidseitig

Ursachen der Hirnstamminsuffizienz

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Hirnstamminsuffizienz. Eine häufige Ursache ist die Verengung oder der Verschluss von Blutgefäßen, die den Hirnstamm versorgen. Dies kann durch folgende Faktoren verursacht werden:

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  • Thrombose: Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß, das den Blutfluss blockiert.
  • Embolie: Ein Blutgerinnsel, Fett oder andere Substanzen, die von einem anderen Teil des Körpers zum Hirnstamm wandern und dort ein Blutgefäß verstopfen.
  • Atherosklerose: Ablagerung von Fetten und Kalk in den Blutgefäßen, die zu einer Verengung und Verhärtung der Arterien führt.
  • Vaskulitis: Entzündung der Blutgefäße.
  • Subarachnoidalblutung: Blutung im Raum zwischen Gehirn und Hirnhäuten, die durch ein geplatztes Aneurysma verursacht werden kann.
  • Hirninfarkt: Durchblutungsstörung im Gehirn, die zum Absterben von Hirngewebe führt. Dies kann durch Thrombose oder Embolie in den Arterien verursacht werden: A. basilaris, A. carotis, A. cerebri media, A. cerebri anterior, A. cerebri posterior.

Weitere Ursachen können sein:

  • Tumore: Gutartige (z.B. Angiozentrisches Gliom, Neubildung des Plexus chorioideus des vierten Ventrikels) oder unsicheren Verhaltens (z.B. Hirnstammtumor, Kleinhirnbrückenwinkelchordom, Unsichere Neubildung des Pons Varoli).
  • Entzündungen: Entzündliche Erkrankungen des Gehirns oder der Hirnhäute.
  • Trauma: Verletzungen des Kopfes oder der Halswirbelsäule.
  • Angeborene Fehlbildungen: Seltene angeborene Anomalien der Blutgefäße oder des Hirnstamms.

Symptome der Hirnstamminsuffizienz

Die Symptome der Hirnstamminsuffizienz können je nach Schweregrad der Durchblutungsstörung und dem betroffenen Bereich des Hirnstamms variieren. Einige häufige Symptome sind:

  • Schwindel: Gefühl von Drehschwindel oder Unsicherheit.
  • Gleichgewichtsstörungen: Schwierigkeiten beim Stehen oder Gehen.
  • Sehstörungen: Doppeltsehen, verschwommenes Sehen oder Gesichtsfeldausfälle.
  • Sprachstörungen: Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Sprache (Aphasie).
  • Schluckstörungen: Schwierigkeiten beim Schlucken von Nahrung oder Flüssigkeiten.
  • Schwäche oder Lähmung: Muskelschwäche oder Lähmung auf einer oder beiden Körperseiten.
  • Sensibilitätsstörungen: Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schmerzen in den Gliedmaßen.
  • Bewusstseinsstörungen: Benommenheit, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit.
  • Atemstörungen: Schwierigkeiten beim Atmen oder unregelmäßige Atmung.
  • Herzrhythmusstörungen: Unregelmäßiger Herzschlag.
  • Vegetative Störungen: Störungen der Vasomotorenfunktion, die zu Blutdruckschwankungen führen können.

Diagnose der Hirnstamminsuffizienz

Die Diagnose der Hirnstamminsuffizienz basiert auf einer gründlichen neurologischen Untersuchung, der Anamnese des Patienten und verschiedenen bildgebenden Verfahren. Zu den wichtigsten diagnostischen Maßnahmen gehören:

  • Neurologische Untersuchung: Beurteilung der Hirnnervenfunktion, der मोटरischen Fähigkeiten, der Sensibilität, der Reflexe und des Gleichgewichts.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Bildgebung des Gehirns, die detaillierte Informationen über die Struktur des Hirnstamms und mögliche Schäden liefert.
  • Computertomographie (CT): Bildgebung des Gehirns, die Blutungen oder andere akute Veränderungen darstellen kann.
  • Doppler-Sonographie: Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße, die den Blutfluss messen und Verengungen oder Verschlüsse erkennen kann.
  • Angiographie: Röntgenuntersuchung der Blutgefäße, bei der ein Kontrastmittel injiziert wird, um die Gefäße sichtbar zu machen.

Behandlung der Hirnstamminsuffizienz

Die Behandlung der Hirnstamminsuffizienz zielt darauf ab, die Durchblutung des Hirnstamms wiederherzustellen, weitere Schäden zu verhindern und die Symptome zu lindern. Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab.

Zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen gehören:

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  • Medikamentöse Therapie:
    • Thrombolyse: Auflösung von Blutgerinnseln mit Medikamenten, die innerhalb weniger Stunden nach Auftreten der Symptome verabreicht werden müssen.
    • Antikoagulation: Blutverdünnende Medikamente, die die Bildung neuer Blutgerinnsel verhindern.
    • Thrombozytenaggregationshemmer: Medikamente, die die Verklumpung von Blutplättchen verhindern.
    • Blutdrucksenkende Medikamente: Medikamente zur Senkung des Blutdrucks, um das Risiko weiterer Schlaganfälle zu verringern.
    • Cholesterinsenkende Medikamente: Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels, um die Atherosklerose zu verlangsamen.
  • Chirurgische Eingriffe:
    • Thrombektomie: Entfernung von Blutgerinnseln aus den Blutgefäßen mit einem Katheter.
    • Angioplastie und Stentimplantation: Aufweitung verengter Blutgefäße mit einem Ballonkatheter und Einsetzen eines Stents, um das Gefäß offen zu halten.
    • Bypass-Operation: Umleitung des Blutflusses um ein verengtes oder verschlossenes Blutgefäß herum.
  • Rehabilitation:
    • Physiotherapie: Übungen zur Verbesserung der मोटरischen Fähigkeiten, der Koordination und des Gleichgewichts.
    • Ergotherapie: Training von ऑलtagspraktischen Fähigkeiten, wie z.B. Essen, Anziehen und Waschen.
    • Sprachtherapie: Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
    • Neuropsychologische Therapie: Behandlung von kognitiven Störungen, wie z.B. Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsdefiziten.

Auswirkungen auf die Lebensqualität und Grad der Behinderung (GdB)

Die Hirnstamminsuffizienz kann erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen haben. Die neurologischen Symptome können die Fähigkeit beeinträchtigen, ऑलtagsaktivitäten auszuführen, zu arbeiten und am sozialen Leben teilzunehmen.

Bei Hirnschäden wird vom Versorgungsamt auf Antrag ein Grad der Behinderung (GdB) bzw. Grad der Schädigungsfolgen (GdS) festgestellt. Er richtet sich nach der Schwere der Beeinträchtigung und den Auswirkungen. Ab einem GdB von 50 besteht ein Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Das Versorgungsamt richtet sich bei der Feststellung der Behinderung nach den "Versorgungsmedizinischen Grundsätzen". Diese enthalten Anhaltswerte über die Höhe des Grads der Behinderung (GdB) bzw. des Grads der Schädigungsfolgen (GdS). Die Bezeichnung GdS wird im Sozialen Entschädigungsrecht verwendet.

Die folgende Tabelle steht als Gesamtbewertung bei der Bewertung von Hirnschäden im Vordergrund. Die anschließenden "isoliert vorkommenden bzw. führenden Syndrome" sind eine ergänzende Hilfe zur Beurteilung von GdB/GdS.

Bewertung von Hirnschäden mit isoliert vorkommenden bzw. führenden Syndromen:

  • Leichte kognitive Leistungsstörungen: GdB/GdS 20-40
  • Mittelgradige kognitive Leistungsstörungen: GdB/GdS 50-70
  • Schwere kognitive Leistungsstörungen: GdB/GdS 80-100
  • Zentrale vegetative Störungen: GdB/GdS je nach Ausmaß der Störungen.

Ja nach Auswirkung der Behinderungen durch Hirnschädigung können bestimmte Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis eingetragen werden. Ab einem GdB von 30 gibt es Hilfen und Nachteilsausgleiche im Beruf. Ab einem GdB von 50 mit Schwerbehindertenausweis gibt es vergünstigte Eintritte z.B. in Museen und Theater oder bei Konzerten, vergünstigte Mitgliedsbeiträge.

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Rehabilitation und Teilhabe

Die medizinische Rehabilitation (z.B. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Reha)) spielt eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung der Funktionen und der Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Hirnstamminsuffizienz. Ziel der Rehabilitation ist es, die Selbstständigkeit und die Teilhabe am ऑलtag und am Arbeitsleben zu fördern.

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