ICD-10-GM Neurologie: Eine Übersicht

Die Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision (ICD-10), ist ein weltweit anerkanntes System zur einheitlichen Benennung medizinischer Diagnosen. Die Abkürzung ICD steht für "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems".Die ICD-10 ist die Nachfolgerin der ICD-9 und Teil der Familie der internationalen gesundheitsrelevanten Klassifikationen. Sie wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und in größeren Abständen grundsätzlich revidiert. Die ICD-10 der WHO ist die international am häufigsten eingesetzte Diagnosenklassifikation (überwiegend zur Mortalitätskodierung).

Die ICD ermöglicht systematische Aufzeichnungen, Analysen, Interpretationen und Vergleiche von Mortalitäts- und Morbiditätsdaten, die in verschiedenen Ländern oder Gebieten und in verschiedenen Zeiträumen gesammelt werden.

Die ICD-10-GM ist eine an die Gegebenheiten in Deutschland angepasste Version (GM steht für German Modification). Neben der derzeit gültigen Version ICD-10 ist im Januar 2022 die neue Version ICD-11 in Kraft getreten. Für eine Übergangsfrist von 5 Jahren sind beide Versionen verwendbar.

ICD-10-WHO vs. ICD-10-GM

Zur Todesursachenverschlüsselung dient im Hinblick auf eine international vergleichbare Todesursachenstatistik die unveränderte Übersetzung der ICD-10 der WHO, die ICD-10-WHO. Dagegen wird in der ambulanten und stationären Versorgung eine an die Erfordernisse des deutschen Gesundheitswesens angepasste modifizierte Fassung angewendet: die ICD-10-GM.

Diese Spezialausgabe zur Krankheitsverschlüsselung (Morbiditätsverschlüsselung) in Psychosomatik, Psychiatrie und Neurologie basiert auf "Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen" der amtlichen ICD-10 der WHO. Darüber hinaus enthält sie ausführliche klinische Beschreibungen und klinisch-diagnostische Leitlinien ("Clinical descriptions and diagnostic guidelines"). Bezüglich der drei- und vierstelligen Kategorien entspricht sie der ICD-10 der WHO. Sie enthält aber in vielen Kategorien fünfstellige Subkodes, die in der amtlichen ICD-10 nicht enthalten sind. Darüber hinaus gibt es ein auch als DCR-10 bezeichnetes Ergänzungswerk mit diagnostischen Kriterien für die Forschung ("Diagnostic criteria for Research"), das u.a. Sie ist als nichtamtliche Ausgabe in deutscher Übersetzung und in unterschiedlichen Fassungen (entweder mit den ausführlichen klinisch-diagnostischen Leitlinien oder mit den diagnostischen Kriterien für die Forschung) als "Internationale Klassifikation psychischer Störungen" im Buchhandel erhältlich. Sie dient vor allem in psychotherapeutischen, psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken zur Dokumentation und Berichtsfassung.

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Relevante ICD-10-Codes im Bereich Neurologie

Im Folgenden werden einige ICD-10-Codes aufgeführt, die im Bereich der Neurologie relevant sind. Diese Liste ist nicht vollständig, sondern soll einen Überblick über die Vielfalt neurologischer Erkrankungen und Symptome geben.

  • F02.-* Demenz bei anderenorts klassifizierten Krankheiten mit vielfältigen neurologischen Symptomen als Folge spezifischer.
  • F44.- Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen] Beziehungen. Die Symptome verkörpern häufig das Konzept der betroffenen Person… somatische oder neurologische Krankheit. Zusätzlich…. Die Symptome können sich in enger Beziehung zu psychischer Belastung.
  • F98.- Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend Syndrome, andere sind jedoch nicht mehr als Symptomkomplexe, die hier… Blasenkontrolle aufgrund einer neurologischen Krankheit, epileptischer Anfälle…>Eine Fütterstörung mit unterschiedlicher Symptomatik, die gewöhnlich.
  • G31.- Sonstige degenerative Krankheiten des Nervensystems, anderenorts nicht klassifiziert Syndrom der regressiven neurologischen Entwicklungsstörung…-Syndrom-ähnliche Symptome]-Syndrom Morbus Leigh [Subakute… Ravine-Syndrom Rückenmarkdegeneration Schwergradige neurologische.
  • Q87.- Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungssyndrome mit Beteiligung mehrerer Systeme Goldenhar-Symptomenkomplex [Dysplasia oculo-auriculo-vertebralis…, Megalenzephalie, symptomatische Epilepsie]-Syndrom Progressiver essentieller.
  • R29.- Sonstige Symptome, die das Nervensystem und das Muskel-Skelett-System betreffenR29.- Sonstige Symptome, die das Nervensystem und das Muskel-Skelett… Schnellende Hüfte beim Neugeborenen R29.5 Neurologischer Neglect… Hemiakinesie Hemineglect Linksseitiges Neglect Neurologisches Hemineglect.
  • Z03.- Ärztliche Beobachtung und Beurteilung von Verdachtsfällen, Verdacht ausgeschlossen Symptomen oder Anzeichen für einen abnormen Zustand, die jedoch nach… psychische Störung Z03.3 Beobachtung bei Verdacht auf neurologische… Verdacht auf neurologische Krankheit Beobachtung bei Verdacht.

R29.- Sonstige Symptome, die das Nervensystem und das Muskel-Skelett-System betreffen

Dieser Code umfasst eine Vielzahl von Symptomen, die das Nervensystem und den Muskel-Skelett-Apparat betreffen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Schnellende Hüfte beim Neugeborenen
  • Neurologischer Neglect
  • Hemiakinesie
  • Hemineglect
  • Linksseitiges Neglect
  • Neurologisches Hemineglect

G31.- Sonstige degenerative Krankheiten des Nervensystems, anderenorts nicht klassifiziert

Dieser Code umfasst verschiedene degenerative Erkrankungen des Nervensystems, die nicht anderweitig klassifiziert sind. Dazu gehören beispielsweise:

  • Syndrom der regressiven neurologischen Entwicklungsstörung
  • Morbus Leigh [Subakute nekrotisierende Enzephalomyelopathie]
  • Ravine-Syndrom
  • Rückenmarkdegeneration
  • Schwergradige neurologische Symptome

F02.-* Demenz bei anderenorts klassifizierten Krankheiten mit vielfältigen neurologischen Symptomen

Dieser Code wird verwendet, um Demenz zu klassifizieren, die im Zusammenhang mit anderen, anderweitig klassifizierten Krankheiten auftritt und vielfältige neurologische Symptome aufweist. Ein Beispiel ist eine Demenz, die autosomal dominant erblich ist und typischerweise im dritten Lebensjahrzehnt beginnt.

F44.- Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]

Dieser Code bezieht sich auf dissoziative Störungen, bei denen die Symptome häufig somatische oder neurologische Erkrankungen imitieren können. Die Symptome können in enger Beziehung zu psychischer Belastung stehen.

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F98.- Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

Dieser Code umfasst verschiedene Verhaltens- und emotionale Störungen, die im Kindes- und Jugendalter beginnen. Einige dieser Störungen können neurologische Ursachen haben, wie z.B. Blasenkontrollstörungen aufgrund neurologischer Erkrankungen oder epileptischer Anfälle.

Z03.- Ärztliche Beobachtung und Beurteilung von Verdachtsfällen, Verdacht ausgeschlossen

Dieser Code wird verwendet, wenn ein Verdacht auf eine neurologische Erkrankung besteht, der sich jedoch nach ärztlicher Beobachtung und Beurteilung nicht bestätigt.

Q87.- Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungssyndrome mit Beteiligung mehrerer Systeme

Dieser Code umfasst angeborene Fehlbildungssyndrome, die mehrere Systeme des Körpers betreffen können, einschließlich des Nervensystems. Beispiele hierfür sind der Goldenhar-Symptomenkomplex [Dysplasia oculo-auriculo-vertebralis] und Syndrome mit Megalenzephalie und symptomatische Epilepsie.

Die Bedeutung der ICD-10-GM in der Neurologie

Die ICD-10-GM ist ein wichtiges Instrument für die Klassifizierung und Kodierung neurologischer Erkrankungen in Deutschland. Sie ermöglicht eine standardisierte Dokumentation und erleichtert den Austausch von Informationen zwischen Ärzten und anderen Gesundheitseinrichtungen. Darüber hinaus dient sie als Grundlage für die Abrechnung von medizinischen Leistungen und für die Erstellung von Statistiken über die Häufigkeit und Verteilung neurologischer Erkrankungen.

Aktualisierungen und Weiterentwicklung der ICD

Die ICD wird regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt, um denFortschritt der medizinischen Wissenschaft Rechnung zu tragen. Die aktuelle Version, ICD-10, wird in den kommenden Jahren durch die ICD-11 abgelöst werden. Die ICD-11 bringt einige wesentliche Änderungen mit sich, die auch Auswirkungen auf die Klassifizierung und Kodierung neurologischer Erkrankungen haben werden.

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