Der Schlaganfall, medizinisch auch als Apoplexie oder zerebrovaskulärer Insult bezeichnet, ist eine der häufigsten Ursachen für bleibende Behinderungen und Todesfälle weltweit. Um die Diagnose, Behandlung und statistische Erfassung von Schlaganfällen zu standardisieren, wird die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision (ICD-10) verwendet. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die relevanten ICD-10-Codes im Zusammenhang mit Schlaganfällen.
Grundlagen des ICD-10-Systems
Der ICD-10 ist ein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickeltes Klassifikationssystem, das medizinische Diagnosen in standardisierte Codes übersetzt. Diese Codes werden für verschiedene Zwecke verwendet, darunter:
- Statistische Erfassung von Krankheiten
- Dokumentation in Patientenakten
- Abrechnung medizinischer Leistungen
- Epidemiologische Forschung
Zerebrovaskuläre Krankheiten (I60-I69)
Der Bereich der zerebrovaskulären Krankheiten wird im ICD-10 durch die Codes I60 bis I69 abgedeckt. Dieser Abschnitt umfasst verschiedene Arten von Schlaganfällen und verwandten Erkrankungen, die die Blutgefäße des Gehirns betreffen.
Inklusive: Zustände mit Angabe von Hypertonie (I10 und I15.-). Bei Angabe einer Hypertonie ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu verwenden.
Exklusive: Traumatische intrakranielle Blutung (S06.-), Vaskuläre Demenz (F01.-), Zerebrale transitorische Ischämie und verwandte Syndrome (G45.-).
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Subarachnoidalblutung (I60)
Die Subarachnoidalblutung (SAB) ist eine Blutung in den Raum zwischen dem Gehirn und den umgebenden Membranen (Meningen). Sie wird oft durch ein geplatztes Aneurysma verursacht. Der ICD-10-Code für Subarachnoidalblutung ist I60.
- I60.- Subarachnoidalblutung
- Hämorrhagische Apoplexie der Meningen
- Kongenitales
Eine aneurysmatische Subarachnoidalblutung in der Eigenanamnese wird unter Z86.- (Bestimmte andere Krankheiten in der Eigenanamnese) klassifiziert.
Intrazerebrale Blutung (I61)
Die intrazerebrale Blutung (IZB) ist eine Blutung innerhalb des Gehirngewebes. Sie kann durch Bluthochdruck, Gefäßfehlbildungen oder andere Ursachen verursacht werden. Der ICD-10-Code für intrazerebrale Blutung ist I61.
- I61.- Intrazerebrale Blutung
- Schlaganfall
- Hämorrhagische Apoplexie
- Hämorrhagische Enzephalomalazie
- Subthalamicus Schlaganfall durch subkortikale Blutung
- Schlaganfall durch kortikale Blutung
- Pontine Hämorrhagie
- Schlaganfall durch Hirnstammblutung
Hirninfarkt (I63)
Der Hirninfarkt, auch ischämischer Schlaganfall genannt, entsteht durch eine Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn, meist aufgrund eines Blutgerinnsels. Der ICD-10-Code für Hirninfarkt ist I63.
Inklusive: Verschluss und Stenose zerebraler und präzerebraler Arterien (einschließlich Truncus brachiocephalicus) mit resultierendem Hirninfarkt
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Exklusive: Folgen eines Hirninfarktes (I69.3)
- I63.0 Hirninfarkt durch Thrombose präzerebraler Arterien
- A. basilaris, A. carotis und A. vertebralis
- Schlaganfall durch Thrombose präzerebraler Arterien
- Hirnversorgenden Arterie
- I63.1 Hirninfarkt durch Embolie präzerebraler Arterien
- A. basilaris, A. carotis und A. vertebralis
- Schlaganfall durch Embolie
- einer extrakraniellen hirnversorgenden Arterie
- I63.2 Hirninfarkt durch nicht näher bezeichneten Verschluss oder Stenose präzerebraler Arterien
- A. basilaris, A. carotis und A. vertebralis
- I63.3 Hirninfarkt durch Thrombose zerebraler Arterien
- A. cerebri media, A. cerebri anterior, A. cerebri posterior und Aa. cerebelli
- I63.4 Hirninfarkt durch Embolie zerebraler Arterien
- A. cerebri media, A. cerebri anterior, A. cerebri posterior und Aa. cerebelli
- I63.5 Hirninfarkt durch nicht näher bezeichneten Verschluss oder Stenose zerebraler Arterien
- A. cerebri media, A. cerebri anterior, A. cerebri posterior und Aa. cerebelli
Zusätzlich zu diesen spezifischen Codes gibt es auch den allgemeinen Code I63 für Hirninfarkt.
Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet (I64)
Wenn die Art des Schlaganfalls (Blutung oder Infarkt) nicht eindeutig festgestellt werden kann, wird der ICD-10-Code I64 verwendet.
- I64 Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet
- Koma
- Apoplex - s.a. Apoplexie
- Apoplex der Arteria cerebri media
- Apoplexia
- Apoplexia cerebri der Arteria cerebri media
- Apoplexie
- Arteria-cerebri-media-Insult
- Basiläre Apoplexie
- Bulbäre Apoplexie
- Coma
- Progrediente Apoplexie
- Progressive stroke
- Reapoplex
- Reinsult
- Rezidivapoplex
- Schlaganfall
- Zerebrale Apoplexie
- Zerebraler Insult
Folgen einer zerebrovaskulären Krankheit (I69)
Dieser Abschnitt wird verwendet, um die langfristigen Folgen eines Schlaganfalls zu dokumentieren. Wenn eine Störung, die anderweitig klassifiziert ist, eine Folge eines früheren Ereignisses ist, das unter I60-I67.1 oder I67.4-I67.9 aufgeführt ist, wird die Kategorie I69 anstelle eines Codes aus I60-I67 verwendet.
- I69.- Folgen einer zerebrovaskulären Krankheit
- Alter Apoplex
- Alter zerebraler Insult
- Alter zerebrovaskulärer Insult
- Folgen einer Apoplexia cerebri
- Folgen eines Schlaganfalls a.n.k.
- Zustand nach Apoplexie
- I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht näher bezeichnet
- Folgen eines Schlaganfalls a.n.k.
- Zustand nach Apoplexie
- I69.8
- I69.3 Folgen eines Hirninfarktes
- Gehirninfarktfolgen
Weitere relevante ICD-10-Codes
Neben den oben genannten Codes können auch andere ICD-10-Codes im Zusammenhang mit Schlaganfällen relevant sein, je nach den spezifischen Umständen des Patienten.
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- O45.- Vorzeitige Plazentalösung [Abruptio placentae]
- Apoplexie
- Vorzeitige Plazentalösung nach Abdomenprellung
- Vorzeitige
- O99.- Sonstige Krankheiten der Mutter, die anderenorts klassifizierbar sind, die jedoch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett komplizieren
- Apoplexie im Wochenbett
- Bulbäre Blutung im Wochenbett
- Z82 Bestimmte Behinderungen oder chronische Krankheiten in der Familienanamnese, die zu Schädigung oder Behinderung führen
- Apoplexie in der Familienanamnese
- Arthritis in der Familienanamnese
- Q87.- Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungssyndrome mit Beteiligung mehrerer Systeme
- Leukoenzephalopathie mit ischämischen Schlaganfällen und Retinitis
Zusatzkennzeichen
Auf ärztlichen Dokumenten wird der ICD-Code oft durch Buchstaben ergänzt, die die Sicherheit der Diagnose oder die betroffene Körperseite beschreiben:
- G: Gesicherte Diagnose
- V: Verdacht
- Z: Zustand nach
- A: Ausschluss
- L: Links
- R: Rechts
- B: Beidseitig
Ursachen und Symptome eines Schlaganfalls
Ein Schlaganfall tritt auf, wenn die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen wird. Dies kann durch eine Verstopfung eines Blutgefäßes (ischämischer Schlaganfall) oder durch eine Blutung im Gehirn (hämorrhagischer Schlaganfall) verursacht werden. Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind Rauchen, Übergewicht, hoher Blutdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Symptome eines Schlaganfalls können je nach betroffenem Hirnbereich variieren. Mögliche Symptome sind:
- Plötzliche Schwäche oder Lähmung einer Körperseite
- Sprachstörungen
- Sehstörungen
- Schwindel
- Starke Kopfschmerzen
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