Gehirnleistungstests: Methoden zur Überprüfung und Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten

Einführung

Das menschliche Gehirn ist ein komplexes Organ, dessen Leistungsfähigkeit von Mensch zu Mensch variiert. Im Laufe des Lebens können verschiedene Faktoren die kognitiven Fähigkeiten beeinflussen. Um festzustellen, wie gut es um das Gedächtnis und die allgemeine Hirnleistung bestellt ist, gibt es verschiedene Testmethoden. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Methoden und zeigt Möglichkeiten auf, wie man seine Gehirnleistung verbessern kann.

Testmethoden zur Überprüfung der Gehirnleistung

Mini-Mental-Status-Test (MMST)

Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) ist ein weit verbreitetes Verfahren zur ersten Orientierung bei Verdacht auf kognitive Einschränkungen. Er besteht aus einfachen Fragen und Aufgaben, die alltägliche Denkprozesse abbilden sollen. Die Testperson soll sich beispielsweise drei Begriffe merken, einfache Rechenaufgaben lösen oder das aktuelle Datum nennen. Der MMST erfasst mehrere Bereiche der geistigen Leistungsfähigkeit.

Ablauf des MMST:

  • Das etwa 10- bis 15-minütige Interview wird von Ärztinnen und Ärzten beziehungsweise geschultem medizinischen Fachpersonal durchgeführt, zum Beispiel in einer Hausarztpraxis, einer neurologischen Praxis oder einer Gedächtnisambulanz.
  • In Gedächtnisambulanzen arbeiten Fachleute, die auf die Abklärung von Gedächtnisstörungen spezialisiert sind.

Grenzen des MMST:

Der MMST ist eine erste Orientierung, keine sichere Diagnose. Bildungsniveau, Muttersprache, psychische Belastungen oder andere Erkrankungen können das Ergebnis beeinflussen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Menschen mit einem sehr hohen Bildungsniveau trotz beginnender Demenz die volle Punktzahl erreichen, während andere, aufgrund geringerer Bildung oder Sprachbarrieren schlechter abschneiden, ohne an Demenz erkrankt zu sein. Auch wird von Menschen mit einer Depression häufig nicht die volle Punktzahl erreicht, obwohl sie keine Demenz haben. Ebenso kann der MMST bei bestimmten Demenzformen wie der Frontotemporalen Demenz oder der Lewy-Körperchen-Demenz unauffällig ausfallen, obwohl kognitive Veränderungen bestehen. Nicht zuletzt können auch Tagesform oder persönliche Anspannung eine Rolle spielen.

Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test)

Der Montreal-Cognitive-Assessment-Test, oder kurz MoCa-Test, ist ein Erkennungsinstrument, mit dem eine beginnende Demenz und andere leichte geistige Einbußen schnell erkannt werden können. Der Test wurde von Dr. Ziad Nasreddine zwischen 1992 und 2000 entwickelt.

MoCa-Test vs. MMST:

Geht es jedoch um das Erkennen einer leichten Demenz mit nur leicht eingeschränkten Fähigkeiten, ist eine MoCa-Testung deutlich genauer als der MMST. Dies ist auch bewiesen: Leichte kognitive Einschränkungen bestimmt der MoCa-Test in rund 89 Prozent der Fälle.

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Ablauf des MoCa-Tests:

  • Eine MoCa-Testung besteht aus einem circa 10-minütigen Test mit 30 Fragen.
  • Rechnen: Mehrere Zahlen in Folge voneinander abziehen.
  • Geht es um die MoCa-Test Auswertung, so wird die erreichte Punktzahl (auch Score) nach einem vorgegebenen Punktesystem entsprechend interpretiert. Maximal können beim MoCa-Test 30 Punkte erreicht werden.

Wichtiger Hinweis:

Der MoCa-Test kann bei der Entscheidung helfen, ob eine weiterführende medizinische Abklärung ratsam ist. Er ersetzt jedoch keine ausführliche neurologische Untersuchung!

Weitere Informationen zum MoCa-Test:

  • Es sind verschiedene Versionen der MoCa-Testung online verfügbar. Sie sollen Lerneffekten entgegenwirken, die bei mehrmaligen Testungen die Ergebnisse verfälschen könnten. Alle Versionen stehen auf der offiziellen Internetseite des MoCa-Tests zum Download bereit - zum Ausdrucken und als digitale Anwendung (App). Ein MoCa-Test PDF finden Sie ebenfalls dort.
  • Zudem ist eine 5-minütige Kurzversion vom MoCa-Test verfügbar.
  • Der MoCa-Test für blinde Menschen kann nicht nur auditiv in Person, sondern auch über das Telefon durchgeführt werden.

Einsatz des MoCa-Tests:

Beide Test können verwendet werden, um auf eine Demenz zu testen. Der MoCa-Test bestimmt besonders im Anfangsstadium einer dementiellen Erkrankung diese besser. Ja, der MoCa-Test kann eine Demenz feststellen. Besonders eine leichte Demenz erkennt der MoCa-Test besser als andere Demenztests.

GET-App zur Erkennung von Gehirnerschütterungen

Die VBG hat gemeinsam mit der Hannelore Kohl Stiftung eine App zum Thema Gehirnerschütterungen entwickelt. Die GET-App erfasst mit Hilfe von Befragungen die Symptome, prüft mit visuellen Tests Gedächtnis, Augen- und Gleichgewichtsfunktion und ermittelt so, ob der/die Betroffene eine Gehirnerschütterung erlitten haben könnte und einen Arzt aufsuchen sollte. Dabei werden häufig vorhandene Symptome, die auf eine Gehirnerschütterung hinweisen, berücksichtigt. GET steht dabei für Gehirn-Erschütterungs-Test und soll im Idealfall innerhalb von drei Minuten ein zuverlässiges Ergebnis liefern, dass nicht manipuliert werden kann. Dieses dient Verantwortlichen, Trainern und Sportlern dazu, die richtige Bewertung der Symptome vorzunehmen und schnelle Entscheidungen hinsichtlich weiterer medizinische Maßnahmen zu treffen. Ein vager Verdacht einer Gehirnerschütterung kann damit sofort und zuverlässig erkannt werden. Ziel der GET-App ist es, die Zahl der nicht erkannten Gehirnerschütterungen dauerhaft zu senken und die einhergehenden Risiken und Folgebeschwerden sowie dauerhafte gesundheitliche Schäden zu begrenzen.

Die zuverlässige Erkennung einer Gehirnerschütterung ist enorm wichtig. Wird ein Schädel-Hirn-Trauma nicht erkannt oder aufgrund fehlender Diagnose falsch behandelt, kann es in den ersten 24 bis 48 Stunden gesundheitlich Komplikationen verursachen und irreversible Schäden zur Folge haben. Eine zuverlässige Symptomauswertung kann für die nächsten Schritte der Behandlung von Bedeutung sein.

NeuroNation Gedächtnistest

Der Gedächtnistest von NeuroNation misst und vergleicht kognitive Fähigkeiten wie Geschwindigkeit, schlussfolgerndes Denken, Aufmerksamkeit und Gedächtnis anhand eines Stärke-Schwäche-Tests mit anderen Nutzern der gleichen Altersgruppe, um individuelle Leistungsprozente zu ermitteln.

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Bewertung der Hirnleistung:

Der Gedächtnistest von NeuroNation misst und vergleicht kognitive Fähigkeiten wie Geschwindigkeit, schlussfolgerndes Denken, Aufmerksamkeit und Gedächtnis anhand eines Stärke-Schwäche-Tests mit anderen Nutzern der gleichen Altersgruppe, um individuelle Leistungsprozente zu ermitteln.

Möglichkeiten zur Verbesserung:

Die Ergebnisse des Gedächtnistests sind nicht endgültig und zeigen Potenzial zur Verbesserung auf. NeuroNation bietet Gehirntraining an, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und bewiesen hat, dass es kognitive Fähigkeiten stärken und Transfereffekte im Alltag erzeugen kann.

Zugänglichkeit und Anwendungsbereiche:

Der Gedächtnistest sowie bestimmte Gehirnjogging-Übungen von NeuroNation sind dauerhaft kostenlos verfügbar. Das Training eignet sich für alle Altersgruppen und kann auch zur Vorbereitung auf Gedächtnistests in beruflichen Kontexten genutzt werden.

Funktionsweise des NeuroNation Gedächtnistests:

Beim klassischen IQ-Test wird der IQ anhand eines Leistungsvergleichs mit anderen Menschen derselben Altersgruppe berechnet. Der IQ sagt also aus, wie eine Person im Vergleich zu anderen Menschen der gleichen Altersgruppe in verschiedenen kognitiven Fähigkeiten abschneidet.

Ähnlich verhält sich der Gedächtnistest von NeuroNation: Im Stärke-Schwäche-Test werden Ihre kognitiven Fähigkeiten in den Bereichen Geschwindigkeit, schlussfolgerndes Denken, Aufmerksamkeit und Gedächtnis gemessen. Diese werden mit anderen Nutzer:innen in Ihrem Alter verglichen und prozentual angezeigt. So bedeutet eine Leistung von 95%, dass Sie 95% besser sind als die anderen Nutzer:innen in Ihrer Altersgruppe.

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NeuroNation - Mehr als nur ein Gedächtnistest:

Mit einem Gedächtnistest die eigene Hirnleistung und Merkfähigkeit einschätzen zu können, ist hilfreich. Das Ergebnis ist jedoch nicht in Stein gemeißelt und lässt sich durchaus verbessern. Während die Leistung des Gehirns ab dem Alter von etwa 30 Jahren bereits langsam abbaut [1], entscheidet die ausgiebige Nutzung der kognitiven Funktionen mit darüber, wie schnell dieser Abbau voranschreitet. Konkret bedeutet das: Kognitive Fähigkeiten lassen sich stärken. Egal, ob Sie mit Ihrem Gedächtnistest zufrieden sind oder ob Sie sich verbessern wollen - das Gehirntraining von NeuroNation gibt Ihnen die Möglichkeit, in Form zu bleiben oder mental noch fitter zu werden.

Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen:

Die Gedächtnistests und alle Gedächtnistraining Übungen von NeuroNation wurden in Zusammenarbeit mit Neuropsycholog:innen entwickelt. Ihre Wirksamkeit wurde in unabhängigen Studien bewiesen [2]. Das Gedächtnistraining kann außerdem Transfereffekte erzeugen. Das bedeutet, dass Sie nicht nur in der einzelnen Übung besser werden, sondern, dass Sie positive Auswirkungen direkt in Ihrem Alltag bemerken können [2]. Sie profitieren von einer gesteigerten Verarbeitungsgeschwindigkeit und das Lernvermögen erhöht sich.

Gehirnjogging als Vorbereitung für einen Gedächtnistest:

Steht Ihnen ein Gedächtnistest aufgrund eines Einstellungsverfahrens oder ähnlichem bevor, können Sie mit “Gehirnjogging” vorab Ihr Gehirn trainieren. Durch die Einschätzung, die Sie automatisch in der NeuroNation App absolvieren, haben Sie bereits einen Richtwert für Ihren bevorstehenden Gedächtnistest. Mit dieser Selbsteinschätzung können Sie dann mit der NeuroNation App Ihre Merkfähigkeit verbessern, bis Sie sich für den bevorstehenden Gedächtnistest gut vorbereitet fühlen.

Der Gedächtnistest und eine Auswahl der Gehirnjogging-Übungen von NeuroNation können über eine unbegrenzte Dauer kostenfrei genutzt werden. Das Gedächtnistraining eignet sich für Kinder, Schüler:innen, Student:innen und Berufstätige ebenso gut wie für Senior:innen.

Hirnleistungs-Check

Der Hirnleistungs-Check ist auch Bestandteil einer geriatrischen Untersuchung, die allen Menschen ab dem Alter von 70 Jahren zusteht, die beispielsweise leicht fallen, denen oft schwindelig ist und die inkontinent sind. In allen anderen Fällen müssen Versicherte Hirnleistungs-Checks aus eigener Tasche als IGeL bezahlen. Ein Test kostet in der Regel zwischen 7 und 21 Euro.

Methoden des Hirnleistungs-Checks:

Zur Untersuchung der Hirnleistung kommen verschiedene Tests zum Einsatz, etwa der Mini-Mental-Status-Test, der DemTect-Test und der Uhrenergänzungstest. Beim Mini-Mental-Status-Test wird in wenigen Minuten ein Fragebogen durchgearbeitet, der verschiedene geistige Fähigkeiten überprüft: Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit und Rechnen, Benennen, Nachsprechen, Schreiben, Befolgen von Instruktionen sowie Nachmalen einer geometrischen Zeichnung. Daraus ergibt sich eine Punktzahl, die Rückschlüsse auf die geistige Leistungsfähigkeit erlauben soll. Der DemTect-Test besteht aus drei Gedächtnis-, einer Zahlen- und einer verbalen Aufgabe. Beim Uhrenergänzungstest sollen die Ziffern und Zeiger in einem vorgegebenen Kreis ergänzt werden.

Bewertung des Hirnleistungs-Checks:

Das wissenschaftliche Team des IGeL-Monitors bewertet den Hirnleistungs-Check zur Früherkennung einer Demenz mit „tendenziell negativ“. Diese Bewertung gilt für Menschen unter 70 Jahren ohne Anzeichen einer Demenz.

Nutzen und Schaden des Hirnleistungs-Checks:

Ein Hirnleistungs-Check zur Früherkennung einer Demenz wäre nützlich, wenn er, in Verbindung mit effektiven Therapien, Menschen vor den gravierenden Folgen einer Demenz bewahren könnte. Es wurden keine Studien gefunden, die untersucht haben, ob eine Früherkennung am Ende nützt oder schadet. Ein Nutzen ist auch nicht zu erwarten, da Studien nicht zeigen konnten, dass eine frühe Therapie im Vergleich zur späten Therapie das Fortschreiten einer Demenz aufhalten kann. Dafür ist ein Schaden möglich, da sich nur jede zweite frühe, leichte Demenz zu einer späten, schweren Demenz entwickelt.

MQ-Test zur Messung der Merkfähigkeit

Um zu messen, wie gut es um dein Gedächtnis bestellt ist, wurde der MQ-Test entwickelt. Er bietet eine völlig neue Möglichkeit, deinen Merkquotienten zu messen und einzuordnen. Der Merkquotient-Test ist ein neuartiger Test, der entwickelt wurde, um die individuelle Merkfähigkeit zu messen. Er funktioniert ganz ähnlich wie der allseits bekannte IQ-Test. Das heißt: Beim MQ-Test bearbeitest du verschiedene Aufgaben, die deine Fähigkeit testen, Informationen zu speichern und wieder abzurufen. Nachdem du den Merkfähigkeit Test durchgeführt hast, erhältst du ein Ergebnis in Prozent. Dieses MQ-Testergebnis gibt Aufschluss darüber, wie effektiv dein Gehirn Informationen verarbeitet und sie im Gedächtnis abspeichert. Ab einem Merkquotienten von 50% spricht man von einem durchschnittlichen Gedächtnisvermögen. Das ist schon ganz gut, jedoch kann die Merkfähigkeit weiter trainiert werden. Ein Merkquotient von unter 20% gilt als stark unterdurchschnittlich. In diesem Fall sollten dringend Schritte unternommen werden, die Merkfähigkeit zu verbessern. Ein Merkquotient von über 89% ist stark überdurchschnittlich.

Tipps zur Steigerung der Gehirnleistung im Alltag

Jeder Mensch wird früher oder später mit Vergesslichkeit konfrontiert. Mit einigen nützlichen Tipps für den Alltag kann man sein Gedächtnis und seine Gehirnleistung jedoch verbessern.

  • Gedächtnistraining: Sein Gedächtnis zu trainieren, hat einen positiven Einfluss auf die Aufnahmebereitschaft des Gehirns und kann zu einer höheren mentalen Effizienz beitragen. Kurz gesagt: Es steigert die allgemeine Lernfähigkeit. Das liegt mitunter daran, dass bei solchen Trainingseinheiten beide Gehirnhälften gefragt sind und die Sinnesorgane zur Lösung beitragen.
  • Verknüpfung von Informationen mit dem Körper: Wenn Sie das nächste Mal Ihre Einkaufsliste schreiben, versuchen Sie die Gegenstände und Lebensmittel mit Ihrem eigenen Körper zu verknüpfen. Beim Einkauf von frischen Kirschen stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass Sie die Kirschen als eine Art Ohrring an den Ohren hängen haben. Das geht auch mit Zwiebeln: Stellen Sie sich vor, dass Sie die Zwiebelringe als Schmuck um Ihr Handgelenk tragen.
  • Zahlen und Ziffern einprägen: Wenn Sie sich das nächste Mal eine Nummer einprägen, stellen Sie sich ein Tastenfeld vor. Dann verknüpfen Sie die Ziffern nämlich direkt mit einer Bewegung und können sich zum Beispiel PIN-Codes leichter einprägen.
  • Namen merken: Wiederholen Sie den Namen laut, direkt nachdem sich die Person Ihnen vorgestellt hat. Außerdem hilft es, die Namen mit Eigenschaften zu verknüpfen.

Fazit

Es gibt verschiedene Testmethoden, um die eigene Gehirnleistung zu überprüfen. Diese Tests können helfen, kognitive Einschränkungen frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Gehirnleistung im Alltag zu steigern und das Gedächtnis zu trainieren. Ein aktiver und gesunder Lebensstil trägt ebenfalls dazu bei, die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern.

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