Infiltration und Taubheitsgefühl im Genitalbereich: Ursachen, Behandlung und Erfahrungen

Ein Taubheitsgefühl im Genitalbereich kann beunruhigend sein und verschiedene Ursachen haben. Oftmals steht es im Zusammenhang mit medizinischen Eingriffen oder Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen, Behandlungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit Taubheitsgefühlen im Genitalbereich, insbesondere im Kontext von Infiltrationstherapien und Bandscheibenvorfällen.

Einführung

Taubheitsgefühle im Genitalbereich sind ein sensibles Thema, das viele Betroffene nur ungern ansprechen. Es ist jedoch wichtig, die Ursachen zu verstehen und geeignete Behandlungen in Anspruch zu nehmen, um die Lebensqualität nicht unnötig einzuschränken. Dieser Artikel soll einen umfassenden Überblick über das Thema geben und Betroffenen helfen, die richtigen Schritte zu unternehmen.

Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühle im Genitalbereich

Taubheitsgefühle im Genitalbereich können vielfältige Ursachen haben. Einige der häufigsten Ursachen sind:

  • Bandscheibenvorfall: Ein Bandscheibenvorfall, insbesondere im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS), kann auf Nerven drücken, die für die Sensibilität im Genitalbereich zuständig sind. Ein schwerer Bandscheibenvorfall kann den Wirbelkanal so verengen, dass Rückenmark oder Nervenstränge eingeklemmt werden, was zu Taubheitsgefühlen im Anal- und Genitalbereich führen kann.
  • Periradikuläre Therapie (PRT): Diese Injektionstherapie wird zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt, die durch gereizte Nervenwurzeln an der Wirbelsäule verursacht werden. Obwohl selten, kann es nach einer PRT-Behandlung zu einem Taubheitsgefühl und einer Schwäche in den Beinen kommen, die meist nach kurzer Zeit wieder verschwinden.
  • Nervenverletzungen: Verletzungen oder Schädigungen von Nerven im Beckenbereich, etwa durch Operationen oder Unfälle, können Taubheitsgefühle verursachen.
  • Pudendusneuralgie: Diese seltene Erkrankung verursacht heftige Schmerzen im Genital- und Dammbereich. Sie wird durch eine Schädigung des Schamnervs (Nervus pudendus) ausgelöst, der für die sensiblen Empfindungen in diesem Bereich zuständig ist.
  • Cauda-equina-Syndrom: Dies ist ein medizinischer Notfall, bei dem ein großer Bandscheibenvorfall auf die Nervenfasern am unteren Ende des Rückenmarks drückt. Neben Taubheitsgefühlen im Genitalbereich kann es auch zu Lähmungen und Funktionsstörungen von Blase und Darm kommen.
  • Weitere Ursachen: Auch andere Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Diabetes oder Durchblutungsstörungen können Taubheitsgefühle im Genitalbereich verursachen.

Der Bandscheibenvorfall als häufige Ursache

Bandscheiben sind flexible, faserknorpelige Strukturen, die als Stoßdämpfer zwischen den Wirbeln dienen. Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn der zähe Faserknorpel der Bandscheibe reißt und der gallertartige Kern in den Wirbelkanal austritt. Drückt der Gallertkern auf eine Nervenwurzel oder das Rückenmark, kann dies zu starken Schmerzen, Lähmungen und dauerhaften Ausfällen führen.

Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls können je nach Lage und Schweregrad variieren. Typische Symptome sind:

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  • Rückenschmerzen, die bis in Arme oder Beine ausstrahlen
  • Taubheitsgefühle und Kribbeln in Armen oder Beinen
  • Muskelschwäche oder Lähmungserscheinungen
  • In seltenen Fällen: Störungen beim Wasserlassen oder Stuhlgang, Taubheitsgefühle im Anal- und Genitalbereich

Diagnose eines Bandscheibenvorfalls

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Diese Untersuchungen können den Bandscheibenvorfall sichtbar machen und zeigen, welche Nerven betroffen sind.

Behandlung eines Bandscheibenvorfalls

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls hängt von der Schwere der Symptome ab. In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie ausreichend. Diese umfasst:

  • Schmerzmittel: Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können akute Beschwerden lindern.
  • Physiotherapie: Individuell angepasste Übungen stärken die Rücken- und Bauchmuskulatur, verbessern die Beweglichkeit und fördern eine stabile Körperhaltung.
  • Wärmeanwendungen: Wärme fördert die Durchblutung, lockert verspannte Muskulatur und kann Beschwerden deutlich lindern.
  • Infiltrationen: Bei ausgeprägten Schmerzen können bildgesteuerte Injektionen mit Lokalanästhetika und/oder Kortison in die Nähe der betroffenen Nervenwurzel die Entzündung reduzieren und Schmerzen rasch lindern.

In einigen Fällen ist eine Operation notwendig, um das Bandscheibengewebe zu entfernen, das auf Nerven oder Rückenmark drückt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn konservative Therapien nicht ausreichend wirken oder neurologische Ausfälle wie Lähmungen auftreten.

Die Periradikuläre Therapie (PRT)

Die Periradikuläre Therapie (PRT) ist eine minimalinvasive Behandlungsmethode, die zur Linderung von Schmerzen eingesetzt wird, die durch eine Reizung von Nervenwurzeln an der Wirbelsäule bedingt sind. Dabei wird eine dünne Nadel unter Bildkontrolle (CT oder Röntgen) an die betroffene Nervenwurzel herangeführt und ein Medikamentencocktail aus Lokalanästhetikum und Kortison injiziert.

Wie wirkt die PRT?

Das Lokalanästhetikum betäubt die Nervenwurzel und unterbricht die Schmerzweiterleitung. Das Kortison wirkt entzündungshemmend und reduziert die Schwellung der Nervenwurzel. Dadurch hat die Nervenwurzel wieder mehr Raum und reagiert nicht mehr so gereizt.

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Mögliche Nebenwirkungen der PRT

Obwohl die PRT in der Regel als sicher gilt, können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören:

  • Schmerzen und Unbehagen direkt nach der Injektion
  • Taubheitsgefühl und Schwäche in den Beinen, die meist nach kurzer Zeit wieder verschwinden
  • Blaue Flecken an der Einstichstelle
  • In sehr seltenen Fällen: Infektionen oder Nervenverletzungen

Erfahrungen mit der PRT

Die Erfahrungen mit der PRT sind unterschiedlich. Viele Patienten berichten von einer deutlichen Schmerzlinderung nach der Behandlung. Allerdings reicht eine Injektion alleine meist nicht aus, und es sind mehrere Sitzungen erforderlich, um den gewünschten Grad der Schmerzlinderung zu erreichen.

Einige Patienten berichten auch von Taubheitsgefühlen nach der PRT. Diese sind in der Regel vorübergehend und verschwinden nach einigen Stunden oder Tagen wieder. In seltenen Fällen können die Taubheitsgefühle jedoch länger anhalten oder dauerhaft sein.

Was tun bei Taubheitsgefühlen im Genitalbereich?

Wenn Sie unter Taubheitsgefühlen im Genitalbereich leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Der Arzt wird Sie untersuchen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen wie eine MRT oder CT anordnen.

Je nach Ursache der Taubheitsgefühle gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Bei einem Bandscheibenvorfall kann eine konservative Therapie oder eine Operation helfen. Bei einer Pudendusneuralgie kann eine spezielle Schmerztherapie oder eine Neuromodulation in Betracht gezogen werden.

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Erfahrungen von Betroffenen

Viele Betroffene berichten von einer langen Odyssee, bis die Ursache ihrer Taubheitsgefühle im Genitalbereich gefunden und eine geeignete Behandlung eingeleitet wurde. Es ist wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen und verschiedene Ärzte und Therapieansätze auszuprobieren.

Einige Betroffene haben gute Erfahrungen mit der PRT gemacht, während andere von Nebenwirkungen wie Taubheitsgefühlen berichten. Es ist wichtig, sich vor der Behandlung ausführlich über die Risiken und Nebenwirkungen zu informieren und mit dem Arzt die individuellen Erfolgsaussichten zu besprechen.

Die Rolle der Wirbelsäulenklinik

Einige Betroffene suchen Hilfe in spezialisierten Wirbelsäulenkliniken. Diese Kliniken bieten ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen, einschließlich Bandscheibenvorfällen und deren Folgen.

Einige Kliniken bieten auch innovative Behandlungsmethoden wie die Züchtung und Implantation von Bandscheibenzellen an. Diese Verfahren sind jedoch noch nichtStandard und sollten nur nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und Nutzen in Betracht gezogen werden.

Pudendale Neuromodulation

Die pudendale Neuromodulation (PNM) ist ein noch junges Therapie-Verfahren zur neuromodulativen Behandlung chronischer Erkrankungen der Harnblase und des Beckens und wird überwiegend bei dortigen Schmerzsyndromen und v.a. der pudendalen Neuralgie eingesetzt. Hierbei wird eine dauerhafte Schmerzlinderung durch elektrisch herbeigeführte Veränderung und Unterbrechung der Schmerzempfindung und -weiterleitung über den Schamnerven erzielt.

Tipps zur Vorbeugung von Wirbelsäulenproblemen

Um Wirbelsäulenproblemen und damit verbundenen Taubheitsgefühlen im Genitalbereich vorzubeugen, können Sie folgende Tipps beachten:

  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt die Rumpfmuskulatur und hält die Bandscheiben gesund.
  • Ergonomie: Achten Sie auf eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, um Fehlhaltungen zu vermeiden.
  • Richtiges Heben: Heben Sie schwere Gegenstände immer aus den Knien heraus und mit geradem Rücken.
  • Gewicht: Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht, um die Bandscheiben nicht unnötig zu belasten.
  • Entspannung: Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Entspannung, um Muskelverspannungen vorzubeugen.

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