Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, von dem fast ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland betroffen ist und das häufig ärztliche Behandlung erfordert. Zur Behandlung dieser Schmerzen werden verschiedene Methoden eingesetzt, darunter Injektions- oder Infiltrationsbehandlungen, bei denen gezielt Spritzen an Nervenwurzeln, Rückenmark, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder oder Bandscheiben gesetzt werden, um Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Eine dieser Methoden ist die Infiltration, bei der eine therapeutische Substanz direkt in die schmerzende Körperregion injiziert wird.
Was ist Infiltration?
Bei der Infiltration wird eine therapeutische Substanz in die schmerzende Körperregion injiziert. Die Infiltration ist eine konservative Maßnahme zur Behandlung verschiedener akuter und chronischer Schmerzsyndrome. Dabei wird eine Substanz (z. B. Kortison oder Schmerzmittel) lokal in die betroffene Körperregion injiziert. Der Vorteil im Vergleich zu einer herkömmlichen Injektion ist die ausschließliche Wirkung im Schmerzgebiet. Auf diese Weise verteilt sich das Medikament nicht im gesamten Körper und das Risiko von Nebenwirkungen verringert sich.
Ursachen von Rückenschmerzen
In den meisten Fällen handelt es sich bei Rückenschmerzen um sogenannte unspezifische Rückenschmerzen. Sie beruhen vor allem auf einer lang andauernden, ungünstigen Belastung des Rückens, die zu muskulären Verspannungen und Verkürzungen sowie verkümmerten Faszien oder Bändern führt. Dazu gehören einseitige und übermäßige Belastungen, z. B. durch Fließbandarbeit oder körperlich schwere Tätigkeiten.
Interventionelle Schmerztherapie
Die interventionelle Schmerztherapie vereint mehrere Verfahren zur Behandlung von Rückenschmerzen. Sie umfasst minimalinvasive Verfahren, die gezielt akute und chronische Rückenschmerzen beseitigen. Sie ist vor allem für Patienten geeignet, die trotz langjähriger konservativer und operativer Behandlung weiterhin unter chronischen Rückenschmerzen und Schmerzen in den Beinen leiden.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten
Mit den richtigen Maßnahmen und einer rückenfreundlichen Lebensweise kann man selbst einiges gegen Rückenschmerzen tun. Mit verschiedenen Maßnahmen im akuten Fall und einer rückenfreundlichen Lebensweise kann man in vielen Fällen gut selbst etwas gegen Rückenschmerzen tun. Je nach Diagnose verschreibt der Rückenspezialist auch spezifische konservative Therapien, Medikamente oder Operationen.
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Die Rolle der Infiltration bei der Behandlung von Nervenentzündungen
Die Infiltrationstherapie ist eine effektive konservative Behandlungsmethode, um Rückenschmerzen zu lindern. Helfen Schmerzmittel und Physiotherapie nicht mehr gegen ihre Rückenschmerzen, kann Ihnen zur Verhinderung einer Operation eine Infiltration an der Wirbelsäule helfen. Vor allem im Bereich der unteren Wirbelsäule, also der Lendenwirbelsäule (LWS) und auch der Halswirbelsäule (HWS) zählt die Infiltration zu den meist angewendeten und gut wirksamen Therapiemethoden.
Vorteile der Infiltration
- Schnelle Schmerzlinderung: Durch das Medikamentengemisch lassen die Schmerzen meist am selben Tag oder spätestens am nächsten Tag deutlich nach. Meist reduzieren sich die Schmerzen nach der ersten Infiltration um circa 60 %.
- Nachhaltige Wirkung: Normalerweise sind 3-5 Sitzungen nötig. Durch mehrere Infiltrationen ist es möglich, die Entzündung der Nerven/Gelenke langfristig zu reduzieren. Die Beschwerden können über mehrere Monate oder sogar Jahre deutlich gelindert werden.
- Geringe Langzeitwirkungen: Wirbelsäuleninjektionen haben im Gegensatz zu Langzeit-Schmerzmitteln typischerweise keine negativen Langzeitwirkungen.
- Sicherheit: Für die korrekte Lage der Infiltrationsnadel wird ein Durchleuchtungsgerät benutzt. Ernsthafte Risiken und Komplikationen sind sehr sehr selten. Durch zu Hilfenahme des Durchleuchtungsgerätes kann die Medikamentendosis sehr gering gehalten werden.
- Vielfältige Medikamente: Es stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung: Lokalanästhetika, Kortikosteroide, PRP (Platelet Rich Plasma /Eigenblut), bioregenerative Medikamente und andere Schmerzmittel sind nur einige der zahlreichen Medikamente, die in die Wirbelsäule injiziert werden können. Dies ermöglicht uns, die Behandlung an die individuelle Anforderung des Patienten anzupassen.
- Diagnostische Unterstützung: Wirbelsäuleninjektionen können verwendet werden, um bei der Diagnosesuche zusätzlich zur Schmerzbehandlung zu helfen, indem die Ursache des Schmerzes identifiziert wird.
Ablauf einer Infiltrationssitzung
Eine typische Infiltrationssitzung beginnt mit einer gründlichen Diagnostik durch Ihren Arzt. Dies kann Beurteilung von Röntgen oder MRI einschließen, um die genaue Stelle der Injektion zu bestimmen. Während der Sitzung liegt der Patient in der Regel auf dem Bauch oder auf der Seite. Die Haut wird gereinigt und ggf. betäubt, bevor die Medikamente mit einer feinen Nadel präzise injiziert werden. Die Dauer der Sitzung kann je nach Verfahren variieren, liegt aber in der Regel im Bereich von 5 bis 15 Minuten.
Injektion unter Durchleuchtungsbogen
Eine Spritze unter dem Durchleuchtungsbogen, auch als C-Bogen-Injektion bezeichnet, ist ein Verfahren, bei dem eine Nadel in den Körper eingeführt und ein Medikament injiziert wird, während ein Durchleuchtungsbogen (ein spezielles Röntgengerät) verwendet wird, um die Injektionsstelle zu visualisieren. Der Durchleuchtungsbogen ermöglicht es dem Arzt, ein Echtzeit-Röntgenbild der zu injizierenden Stelle zu sehen, um sicherzustellen, dass die Nadel richtig platziert ist und die Medikation an der richtigen Stelle verabreicht wird. Injektionen unter Durchleuchtungsbogen werden häufig in der Wirbelsäule, den Gelenken und anderen Bereichen des Körpers eingesetzt. Sie werden häufig zur Verabreichung von schmerzlindernden Medikamenten, zur Diagnose der Schmerzquelle oder zur Anleitung für andere Verfahren wie Punktionen, Biopsien oder Gelenkinjektionen verwendet. Spritzen unter Durchleuchtungsbogen sind in der Regel sehr sehr sicher, aber wie jede medizinische Behandlung birgt auch diese Risiken. Als „C-Bogen“ bezeichnet man ein schwenkbares, mobiles Röntgengerät.
Arten von Injektionen in die Wirbelsäule
Injektionen / Spritzen in die Wirbelsäule können viele verschiedene Formen annehmen, einschließlich:
- Facettengelenksinfiltration: Eine Facettengelenksblockade ist eine Art von Injektion, die in die kleinen Gelenke der Wirbelsäule (die Facettengelenke) gegeben wird. Diese paarigen Gelenke verbinden die einzelnen Wirbel der Wirbelsäule und ermöglichen es ihnen, sich zu bewegen und zu drehen. Eine Facettengelenkblockade wird häufig zur Schmerzlinderung bei Rückenschmerzen oder Arthrose der Wirbelsäule verwendet. Arthrose diese Gelenke ist meistens sehr schmerzhaft und führt abhängig von der Lokalisation zu Schmerzen an der Halswirbelsäule oder Lendenwirbelsäule. Die Facettengelenke der Brustwirbelsäule sind eher selten betroffen. Oft aktivieren auch Muskelverspannungen den Schmerz bei Facettengelenksarthrose. Die Facettengelenkblockade wird durchgeführt, indem eine Nadel in den Bereich um das Facettengelenk platziert wird und dann eine kleine Menge an Betäubungsmittel oder Kortikosteroid verabreicht wird. Die korrekte Lage der Nadelposition wird mit Kontrastmittel überprüft. Das Betäubungsmittel kann den Schmerz vorübergehend lindern, während das Kortikosteroid Entzündungen reduzieren und die Schmerzen längerfristig lindern kann. Ebenfalls kann auch PRP (Platelet Rich Plasma /Eigenblut) oder andere bioregenerative Mediakmente.
- Epidurale Steroidinjektionen: Lumbale epidurale Steroidinjektionen sind eine Art von Injektion, die in den Bereich um die Lendenwirbelsäule (die untere Wirbelsäule) gegeben werden. Typische Indikationen für eine solche Infiltration sind der akute Bandscheibenvorfall, mit Druck auf die Nervenwurzel und dadurch ausgelöst der Nervenschmerz in den Beinen („Ischiasschmerz“) oder die lumbale Spinalkanalstenose, mit Einengung des Nervenkanal. Mit der lumbalen epiduralen Infiltration gelingt es in vielen Fälllen eine Operation, mit allen operativen Risiken zu vermeiden oder hinauszuzögern. Die lumbale epidurale Steroidinjektion wird durchgeführt, entweder in dem eine Nadel im Bereich zwischen 2 Dornfortsätzen oder im Bereich Steißbein platziert wird.
- Periradikuläre Injektion: Eine periradikuläre Injektion, auch als Nerve Root Block bezeichnet, ist eine Art von Injektion, die in den Bereich um eine Nervenwurzel appliziert wird. Die Therapie ist eine nicht- chirurgische Schmerztherapie zur Behandlung von Nervenwurzelschmerzen an der Halswirbelsäule und Lendenwirbelsäule. Die Nervenwurzel ist der Teil des Nervs, der aus der Wirbelsäule hervorgeht. Was ist für ein Druck auf die Nervenwurzel durch einen Bandscheibenvorfall So starke Schmerzen im Arm oder ein Bein. Nach Durchführung einer Kernspintomographie oder einer ausführlichen Untersuchung kann die Betroffene Nervenwurzel genau identifiziert werden. Nervenschmerzen, die in das Bein ziehen, werden umgangssprachlich auch als „Ischiasschmerz“ bezeichnet. Die periradikuläre Injektion wird durchgeführt, indem eine Nadel in den Bereich um die betroffene Nervenwurzel platziert wird und dann eine kleine Menge an Betäubungsmittel mit Kochsalzlösung und Kortikosteroid verabreicht wird. Die korrekte Position der Nadel wird durch ein Kontrastmittel kontrolliert.
- Iliosakralgelenkinfiltration: Die Iliosakralgelenkinfiltration auch als SI-Injektion bezeichnet, ist eine Art von Injektion, die in das Iliosakralgelenk gegeben wird. Das Iliosakralgelenk ist das Gelenk zwischen dem Becken und der Wirbelsäule, das Beweglichkeit in der Hüfte ermöglicht. Die SI-Injektion wird häufig zur Schmerzlinderung bei Schmerzen im Bereich des Gesäßes, der Hüfte oder der Beine verwendet. Die SI-Injektion wird durchgeführt, indem eine Nadel in das Iliosakralgelenk platziert wird und dann eine kleine Menge an Betäubungsmittel oder Kortikosteroid verabreicht wird. Das Betäubungsmittel kann den Schmerz vorübergehend lindern, während das Kortikosteroid Entzündungen reduzieren und die Schmerzen längerfristig lindern kann.
- Neuraltherapie: Unter der Neuraltherapie versteht man das gezielte injizieren von Medikamenten an den Schmerz - ,Entzündungs- beziehungsweise Verspannungsorten, oft auch an weiter entfernt liegenden Triggerpunkten. Dies wird meist im Akutstadium bei lokalen Reizungen oder Entzündungen durchgeführt. Je nachdem Beschwerdegrad setzen wir unterschiedliche Medikamente bei der Neuraltherapie ein.
- Spinalnervenanalgesie (LSPA): Injektion eines Betäubungsmittel und Kortison in die Region des Bewegungssegmentes. Die Nadel wird durch topographisch - anatomische Palpationspunkte bestimmt.
Wirkmechanismus von epiduralen und periradikulären Infiltrationen
Es wird ein Medikamentengemisch bestehend aus einem lokalen Betäubungsmittel sowie Kortikoid und einer Kochsalzlösung um den Nervenkanal (=epiduralen Raum) appliziert. Oft sind bei Rückenschmerzen und Nervenwurzel Schmerzen an der Lendenwirbelsäule chemische oder auch mechanische Entzündungsprozesse beteiligt. Ein Kortikoide wirkt in entzündungs- und schmerzhemmend auf die entzündete Struktur. Durch die herabgesetzt der Entzündung nehmen die Schmerzen deutlich ab. Durch die lokale Indizierung des Medikaments wirkt das Medikament nur lokal und wird in der Regel viel besser vertragen als Cortisontabletten. Lokale Betäubungsmittel und Kochsalzlösungen wirken kurz schmerzblockierend, verdünnen die schmerzauslösenden Entzündungen und transportieren Schmerzmediatoren aus dem entzündeten Areal ab.
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Nervenwurzelentzündung
Eine Nervenwurzelentzündung kann durch Überlastungen, unsymmetrische Belastungen, Infektionen oder Verletzungen verursacht werden. Grundsätzlich können alle Nerven im Körper, die einer bestimmten Reizung ausgesetzt sind, entzündet werden und Schmerzen verursachen. Die Diagnose wird in der Regel anhand einer klinischen Untersuchung gestellt, bei der auch Reflexe getestet werden.
Behandlung der Nervenwurzelentzündung bei Lumedis
Bei Lumedis wird bei einer chronischen Nervenwurzelentzündung ein einzigartiger Ansatz verfolgt, der folgende Aspekte umfasst:
- Muskuläre Dysbalance-Check: Dieses diagnostische Verfahren dient dazu, muskuläre Fehlbelastungen zu erkennen.
- Elektromyogramm (EMG): Dieses Verfahren misst die elektrischen Impulse, die in den Muskeln erzeugt werden.
- Videorasterstereografie: Diese strahlungsfreie Methode wird zur Vermessung der Wirbelsäule eingesetzt.
Gezielte Übungen können bei einer Nervenentzündung die Regeneration fördern, Schmerzen lindern und das Risiko für erneute Entzündungen senken.
Facettengelenksinfiltration oder periradikuläre Therapie (PRT)?
Während die Facettengelenksinfiltration (FGI) überwiegend bei Patienten mit Schmerzen im Bereich des Rückens Anwendung findet, ist die periradikuläre Therapie (PRT) bei den Patienten sinnvoll, deren Schmerzen bis in das Bein ausstrahlen. Nervenwurzeln können aus vielerlei Gründen gereizt sein, eine Entzündung entwickeln und dadurch Schmerzen im Nervenverlauf verursachen.
Fragen und Antworten zur Infiltration
- Wie oft kann man eine Infiltration an der Wirbelsäule machen? Die Empfehlungen zur Häufigkeit variieren. Wird Kortison gespritzt, sollten die Infiltrationen nicht zu häufig erfolgen, da Kortison sonst die Strukturen schädigen könnte.
- Wer macht eine Infiltration der Wirbelsäule? Ein Arzt für eine Spritze oder Injektion an der Wirbelsäule sollte Spezialist mit Erfahrung und Feingefühl sein.
- Wie lange dauert es, bis die Spritze im Rücken wirkt? Wird ein betäubendes Mittel gespritzt, setzt die Wirkung meist sehr schnell ein (darauf beruht auch die diagnostische Infiltration). Diese schmerzlindernde Wirkung lässt durch den Abbau des betäubenden Medikaments nach einigen Stunden allerdings wieder nach. Bis das gespritzte Kortison seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet, dauert es meist etwas länger.
- Warum darf man nach PRT-Spritze kein Auto fahren? Ein Fahrzeug lenken ist tabu, weil durch die Injektion die Fahrtüchtigkeit einige Stunden lang eingeschränkt ist.
- Wie schmerzhaft ist eine Nervenwurzelinfiltration? Bei korrekter Technik verursacht eine Facetteninfiltration meist nicht mehr Schmerzen als eine Blutabnahme. Manche Menschen sind allerdings besonders empfindlich.
- Wie lange Ruhe nach einer Infiltration? Duschen, Baden sowie Sauna- und Schwimmbadbesuche sollten am Behandlungstag vermieden werden, um keine Infektion an der Einstichstelle zu riskieren.
- Kann man nach einer Infiltration arbeiten? Eine Krankschreibung ist nach einer Infiltrationstherapie nur in Ausnahmefällen erforderlich, z.B. wenn man direkt danach Auto fahren oder Maschinen bedienen müsste.
- Was spritzt der Orthopäde in den Rücken? Gespritzt wird meist eine Mischung aus entzündungshemmendem Kortison und lokalem Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum). Ob die Nadel richtig sitzt, kontrolliert der Arzt meist mithilfe eines Röntgenbildwandlers.
- Welche Schmerzmittel helfen bei Spinalkanalstenose? Dieses Verfahren wird angewendet, um starke Schmerzen beim Bandscheibenvorfall oder einer Spinalkanalstenose zu lindern. Injiziert wird meist ein Gemisch aus Kortison, Lokalanästhetikum und Kochsalz, und zwar in den Epiduralraum.
- Wann erholt sich der Nerv nach einem Bandscheibenvorfall? In einer Art Spülung werden durch die Infiltration die Entzündungsbotenstoffe ausgewaschen, wodurch die entzündeten Strukturen leichter abschwellen können. So bekommt die Nervenwurzel wieder mehr Raum und reagiert weniger gereizt.
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