Die deutsche Tennislegende Steffi Graf ist nicht nur für ihre sportlichen Erfolge bekannt, sondern auch für ihr Engagement im privaten Bereich, insbesondere für ihre Familie. In den letzten Jahren sah sie sich mit einigen Herausforderungen konfrontiert, darunter die Demenzerkrankung ihres Schwiegervaters Mike Agassi. Dieser Artikel beleuchtet das Thema Demenz im Zusammenhang mit Steffi Graf und bietet gleichzeitig einen breiten Überblick über die Krankheit, ihre Risikofaktoren, Präventionsmaßnahmen und Unterstützungsmöglichkeiten.
Demenz: Eine wachsende Herausforderung
Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem Verlust der kognitiven Funktionen einhergehen. Diese Beeinträchtigungen betreffen vor allem das Gedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Orientierung. Demenz ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Syndrom, das verschiedene Ursachen haben kann. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz und macht etwa 60 bis 70 Prozent aller Fälle aus.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, darunter genetische Veranlagung, Alter, Lebensstil und Umweltfaktoren. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören:
- Alter: Das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.
- Genetische Veranlagung: Bei manchen Menschen ist das Risiko aufgrund ihrer genetischen Ausstattung erhöht.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte können das Risiko erhöhen.
- Kopfverletzungen: Schwere Kopfverletzungen können das Risiko erhöhen.
- Ungesunder Lebensstil: Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel können das Risiko erhöhen.
- Hörverlust: Ein Mangel an akustischen Reizen und der soziale Rückzug, der bedingt durch den Hörverlust auftritt, können zu einem Abbau der intellektuellen Leistungsfähigkeit führen. Experten bezeichnen eine unversorgte Altersschwerhörigkeit sogar als einen der Hauptrisikofaktoren für Altersdemenz und Altersdepression.
Symptome und Verlauf
Die Symptome der Demenz können je nach Form und Stadium der Erkrankung variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Gedächtnisverlust: Schwierigkeiten, sich an neue Informationen zu erinnern oder sich an Ereignisse aus der Vergangenheit zu erinnern.
- Sprachstörungen: Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden oder Gesprächen zu folgen.
- Orientierungsprobleme: Schwierigkeiten, sich in vertrauter Umgebung zurechtzufinden oder die Zeit zu bestimmen.
- Probleme beim Denken und Planen: Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen oder Aufgaben zu organisieren.
- Verhaltensänderungen: Reizbarkeit, Aggressivität, Angstzustände oder Depressionen.
Der Verlauf der Demenz ist in der Regel fortschreitend. Das bedeutet, dass sich die Symptome im Laufe der Zeit verschlimmern. In den frühen Stadien der Erkrankung können die Betroffenen ihren Alltag noch weitgehend selbstständig bewältigen. Mit fortschreitender Erkrankung benötigen sie jedoch zunehmend Unterstützung und Pflege.
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Steffi Graf und die Demenzerkrankung von Mike Agassi
Wie bereits erwähnt, ist Steffi Grafs Schwiegervater Mike Agassi an Alzheimer erkrankt. Die Familie Agassi versucht, ihm trotz der Krankheit ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Zunächst wurde Mike Agassi zu Hause gepflegt, doch als sich sein Zustand verschlechterte und seine Frau Elizabeth selbst in eine Klinik eingeliefert wurde, war eine Betreuung zu Hause nicht mehr möglich. Mike Agassi lebt nun in einer betreuten Wohneinrichtung.
Die Situation von Steffi Graf und ihrer Familie zeigt, wie Demenz das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen beeinflussen kann. Es ist wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich über Präventionsmaßnahmen, Diagnosemöglichkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.
Prävention und Früherkennung
Obwohl es keine Garantie dafür gibt, dass man nicht an Demenz erkrankt, gibt es einige Maßnahmen, die man ergreifen kann, um das Risiko zu senken:
- Gesunder Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Rauchen können das Risiko senken.
- Geistige Aktivität: Regelmäßiges Lesen, Kreuzworträtsel lösen oder das Erlernen einer neuen Sprache können das Gehirn fit halten.
- Soziale Kontakte: Regelmäßige soziale Kontakte können das Risiko senken.
- Hörgeräte: Moderne Hörsysteme reduzieren Störgeräusche auf ein Minimum und ermöglichen so auch wieder angenehmes Arbeiten in geräuschvoller Umgebung. Ein Mangel an akustischen Reizen kann zu einem Abbau der intellektuellen Leistungsfähigkeit führen.
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Regelmäßige ärztliche Untersuchungen können helfen, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Ein Hörtest kann der Hörvorsorge dienen und dauert nur wenige Minuten.
Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene und Angehörige
Demenz ist eine Erkrankung, die nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Angehörigen stark belastet. Es gibt jedoch zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten, die Betroffenen und ihren Familien helfen können:
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- Gedächtnissprechstunden und Gedächtnisambulanzen: Diese Einrichtungen bieten eine umfassende Diagnostik und Beratung für Menschen mit Gedächtnisproblemen und ihre Angehörigen.
- Selbsthilfegruppen: In Selbsthilfegruppen können sich Betroffene und Angehörige austauschen und gegenseitig unterstützen.
- Pflegedienste: Pflegedienste bieten Unterstützung bei der häuslichen Pflege von Demenzkranken.
- Betreute Wohneinrichtungen: Betreute Wohneinrichtungen bieten ein sicheres und unterstützendes Umfeld für Menschen mit Demenz, die nicht mehr zu Hause leben können.
- Entlastungsangebote für Angehörige: Es gibt verschiedene Angebote, die Angehörige entlasten können, z. B. stundenweise Betreuung, Tagespflege oder Kurzzeitpflege.
- Beschäftigungsideen: Passend zu den verschiedenen Stadien von Demenz sind unterschiedliche Bücher und Spiele erschienen. Für die Beschäftigung bei leichter Demenz eignen sich etwa die „Kreuzworträtsel mit vertrauten Fragen vergangener Jahrzehnte“, die nicht nach Heidi Klum, sondern nach Erik Ode fragen. Ebenfalls empfehlenswert bei anfänglicher Gedächtnisschwäche sind die verschiedenen Quiz-Bücher wie „Kunterbunte Quizfragen: Allgemeinwissen“ oder die Quiz-Boxen zu den vergangenen Jahrzehnten, die mit Fragen zu Politik, Sport, Film, Fernsehen, Musik u.v.m. die 1950er, 1960er, 1970er, 1980er und 1990er Jahre wieder aufleben lassen. Bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz sind vor allem die „Gelingt-immer-Puzzles“ beliebt, die tatsächlich immer gelingen! Egal, wie die Puzzleteile zusammengesetzt werden, sie ergeben immer ein Motiv.
Weihnachten und Demenz: Geschenkideen und Beschäftigungsmöglichkeiten
Weihnachten ist eine Zeit der Freude und des Zusammenseins. Für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen kann diese Zeit jedoch auch mit besonderen Herausforderungen verbunden sein. Es ist wichtig, die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Betroffenen zu berücksichtigen und ihnen eine angenehme und stressfreie Weihnachtszeit zu ermöglichen.
Geschenkideen
Bei der Auswahl von Weihnachtsgeschenken für Menschen mit Demenz sollte man sich an ihren früheren Interessen und Hobbys orientieren. Wichtig ist, dass der Beschenkte nicht überfordert wird. Ideal sind beispielsweise einfache Spiele, die Freude bereiten und Erfolgserlebnisse vermitteln. Genau auf diese Erfolgserlebnisse legen die Bücher und Spiele aus dem SingLiesel Verlag, der vor einigen Jahren als Initiative von Angehörigen gegründet wurde, besonderen Wert.
Einige Geschenkideen sind:
- Bücher und Spiele: Der SingLiesel Verlag hat eine Vielzahl von Beschäftigungsideen für Menschen mit Demenz entwickelt, die sich ideal als Weihnachtsgeschenk eignen.
- Musik: Singen und Musik gelten als Königsweg bei Demenz. Einfacher ist es mit der „SingLiesel“, dem Buch, das singt und das dem Verlag seinen Namen gab. Auf Knopfdruck werden die schönsten Volkslieder vorgesungen - umrahmt von einem wunderschönen Buch mit nostalgischen Illustrationen und vielen Elementen zum Anfassen und Nesteln.
- Gesellschaftsspiele: Ein wunderbarer Zeitvertreib sind nach wie vor Gesellschaftsspiele - besonders, wenn das Spielen mit dem Sich-Erinnern einhergeht. Bestens geeignet sind dafür die Nostalgie-Memo-Spiele, die sich den Schlagerstars der 70er Jahre oder den Legenden des Sports widmen. Denn wer erinnert sich nicht gerne an Udo Jürgens oder Steffi Graf?
- Rate-Boxen: Überaus beliebt - und das auch bei Menschen ohne Demenz - sind außerdem die Rate-Boxen zu fast vergessenen Begriffen oder Berufen vergangener Jahrzehnte. Sie umfassen jeweils 100 Rate-Karten im großen Format, auf denen beispielsweise nach der „Affenschaukel“ oder dem „Liftboy“ gefragt wird.
- Lebenserinnerungen: Mit „Lebenserinnerungen“ begeben Sie sich gemeinsam auf eine Reise durch die vielen Stationen des Lebens. 100 Karten zu allen Abschnitten des Lebens lassen Erinnerungen wieder lebendig werden.
Beschäftigungsmöglichkeiten
Neben Geschenken ist es wichtig, Menschen mit Demenz auch während der Weihnachtszeit zu beschäftigen und ihnen Freude zu bereiten. Einige Ideen sind:
- Gemeinsames Singen von Weihnachtsliedern: Das Singen von Weihnachtsliedern kann Erinnerungen wecken und die Stimmung heben.
- Vorlesen von Weihnachtsgeschichten: Das Vorlesen von Weihnachtsgeschichten kann eine entspannende und besinnliche Atmosphäre schaffen.
- Basteln von Weihnachtsschmuck: Das Basteln von Weihnachtsschmuck kann die Kreativität anregen und die Feinmotorik fördern.
- Betrachten von alten Fotos: Das Betrachten von alten Fotos kann Erinnerungen wecken und Gespräche anregen.
- Spaziergänge in der Natur: Spaziergänge in der Natur können die Sinne anregen und die Stimmung heben.
Fazit
Die Demenzerkrankung von Mike Agassi zeigt, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen und sich über Präventionsmaßnahmen, Diagnosemöglichkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Steffi Graf und ihre Familie demonstrieren, wie man mit Liebe und Engagement Menschen mit Demenz ein würdevolles Leben ermöglichen kann. Es ist wichtig, dass die Gesellschaft Demenz als eine Herausforderung annimmt und Betroffene und ihre Angehörigen unterstützt.
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