Einführung
Morbus Parkinson, umgangssprachlich auch als Schüttellähmung bekannt, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem das Bewegungssystem betrifft. Die Erkrankung betrifft weltweit Millionen von Menschen und stellt Betroffene und Angehörige vor große Herausforderungen. Während die konventionelle Medizin wichtige Behandlungsansätze bietet, gewinnt die Naturheilkunde zunehmend an Bedeutung als ergänzende Therapieform. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Heilpraktiker Parkinson Behandlung und bietet einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten, die diese Therapieform bietet.
Was ist Morbus Parkinson?
Definition und Ursachen
Morbus Parkinson (Paralysis agitans) ist eine bereits seit dem Altertum bekannte Erkrankung, die 1817 erstmals umfassend von James Parkinson beschrieben wurde. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Die Ursachen für Morbus Parkinson sind in der Schulmedizin noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass verschiedene Faktoren wie Insektizide und Herbizide, genetische Vorbelastungen und die Darmflora eine Rolle spielen.
Symptome
Das Parkinson-Syndrom ist durch die Symptome Akinese bzw. Bradykinese (Bewegungsverarmung bis Unbeweglichkeit), Rigor (Muskelversteifung) und Tremor (Zittern in Ruhe) gekennzeichnet. Hinzu kommen häufig vegetative Symptome wie Temperaturregulationsstörungen, orthostatische Dysregulation, Obstipation, erhöhte Talgsekretion, reduzierte Speichelsekretion und depressive Verstimmungen.
Pathophysiologie
Die Parkinson-Krankheit entsteht durch den fortschreitenden Verlust von Dopamin-produzierenden Nervenzellen in einem bestimmten Gehirnbereich, der Substantia nigra. Der Grund für die Entstehung der Parkinson-Symptome ist der vermehrte spontane Untergang sogenannter dopaminerger Nervenzellen (Dopamin produzierende Nervenzellen) in der Substantia nigra (schwarze Zellschicht im Mittelhirn). Diese Zellen produzieren den Nervenbotenstoff Dopamin. Die Neurodegeneration bei Parkinson ist ein komplexer Prozess, der nicht nur motorische, sondern auch nicht-motorische Symptome wie Schlafstörungen, Depressionen und kognitive Beeinträchtigungen hervorrufen kann.
Naturheilkundliche Behandlungsansätze bei Parkinson
Die naturheilkundliche Begleitung der Parkinson-Erkrankung zielt darauf ab, die Lebensqualität zu verbessern, Symptome zu lindern und möglicherweise das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Für Ärzte und Heilpraktiker ist es wichtig, naturheilkundliche Ansätze systematisch und evidenzbasiert in die Parkinson-Therapie zu integrieren. Die Kombination verschiedener naturheilkundlicher Verfahren kann synergistische Effekte erzielen.
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Orthomolekulare Medizin
Die orthomolekulare Medizin spielt eine wichtige Rolle in der ganzheitlichen Parkinson-Therapie. Dabei werden gezielt Nährstoffe eingesetzt, um die Zellfunktion zu unterstützen und oxidativen Stress zu reduzieren.
- Coenzym Q10: Gilt als einer der am besten erforschten Nährstoffe bei Parkinson. Als wichtiger Bestandteil der mitochondrialen Energieproduktion kann es die Zellenergie verbessern und oxidativen Stress reduzieren.
- Alpha-Liponsäure: Wirkt als potentes Antioxidans und kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden.
- B-Vitamine: Insbesondere B1, B6 und B12 sind essentiell für die Nervenfunktion.
- Vitamin C: Hochdosierte Vitamin-C-Infusionen können bei der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen unterstützend wirken. Vitamin C ist ein starkes Antioxidans, das oxidativen Stress reduziert und die Immunfunktion stärkt.
- Glutathion: Glutathion-Infusionen gewinnen in der naturheilkundlichen Parkinson-Therapie zunehmend an Aufmerksamkeit. Glutathion ist das wichtigste intrazelluläre Antioxidans und bei Parkinson-Patienten oft vermindert.
Heilpflanzen
Verschiedene Heilpflanzen können die konventionelle Parkinson-Behandlung sinnvoll ergänzen.
- Mucuna pruriens: Auch bekannt als Juckbohne, enthält natürliches L-DOPA und wird traditionell bei Bewegungsstörungen eingesetzt.
- Ginkgo biloba: Kann die Durchblutung verbessern und neuroprotektive Eigenschaften aufweisen.
Mitochondriale Unterstützung
Die Mitochondrien, oft als Kraftwerke der Zellen bezeichnet, spielen eine zentrale Rolle bei der Parkinson-Erkrankung. Eine Störung der mitochondrialen Funktion trägt zur Neurodegeneration bei. Neben Coenzym Q10 können weitere Substanzen wie PQQ (Pyrrolochinolinchinon), NADH und Ribose die mitochondriale Funktion unterstützen.
Entzündungshemmende Maßnahmen
Chronische Entzündungsprozesse im Gehirn spielen bei der Parkinson-Erkrankung eine wichtige Rolle. Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA und EPA, können Entzündungen reduzieren und die Nervenfunktion unterstützen.
Darmgesundheit
Neueste Forschungen zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Parkinson-Erkrankung. Die Darm-Hirn-Achse spielt eine wichtige Rolle bei der Neurodegeneration. Probiotische Therapien und präbiotische Substanzen können die Darmgesundheit fördern.
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Akupunktur
Mit Akupunktur lassen sich viele Schmerzen lindern oder Krankheiten heilen. Nun gibt es auch Hoffnung für Parkinson-Patienten. Ein Stich mit der Nadel an der richtigen Körperstelle lässt die Energie fließen und lindert so Schmerzen oder heilt Krankheiten.
Die japanische Schädelakupunktur nach Yamamoto funktioniert etwas anders als die Akupunktur in der traditionellen chinesischen Medizin, erklärt Dorothea Zeise-Süss. Sie arbeitet nicht am ganzen Körper. "Gewebeverquellungen, die man mit dem Finger tasten kann, und nur in diese Verquellungen, wenn die bei diesem Patienten zu diesem Zeitpunkt tastbar sind, wird die Nadel ganz wenig nur einen Millimeter eingestochen. Vor zehn Jahren hat die deutsche Ärztin dabei eine neue Stelle entdeckt, die seither ihren Namen trägt. Beim Zeise-Süss oder kurz ZS-Punkt ging es zunächst gar nicht um Parkinson, sondern darum, Hormonstörungen bei Frauen nach der Schwangerschaft zu behandeln. In einer Studie konnte Zeise-Süss nachweisen, dass die Methode hilft, das weibliche Hormon Prolactin zu senken. Hier kam Parkinson ins Spiel: Denn das bedeutete, dass die Akupunktur des ZS-Punkts die gleiche Wirkung hat, wie das Medikament Bromocriptin. Mit Erfolg. Im Ergebnis ging es den Patienten nach der Akupunktur deutlich besser und der Prolactinspiegel sank sogar etwas weiter als bei medikamentöser Behandlung, berichtet die Ärztin.
Maximilian Mehdorn, langjähriger Direktor an der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, behandelt Parkinson invasiv, etwa durch die sogenannte Tiefe Hirnstimulation. Die Studie von Dorothea Zeise-Süss fand er jedoch sehr gut. "Dass man durchaus mit speziellen Akupunktur-Verfahren Parkinsonpatienten behandeln kann - und das ist sehr wichtig, - dass man diese Verfahren auch weiter evaluiert, also weiter untersucht.
Implantat-Akupunktur
Bei der Implantat-Akupunktur werden winzige, biokompatible Titan-Implantate an definierten Punkten der Ohrmuschel dauerhaft eingesetzt. Durch den ständigen Kontakt der Implantatnadeln mit den Ästen des zentralen Nervensystems über das Ohr, entstehen elektrische Impulse, die die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe anregen und damit verschiedene Körperfunktionen positiv beeinflussen können.
Die gerade veröffentlichten Ergebnisse dreier Langzeitbeobachtungen der Mediziner Dr. Rolf Wlasak und Dr. Stefan Lobner zeigen deutlich, dass Implantat-Akupunktur (Neurostimulation) vielen Menschen mit Morbus Parkinson, Restless Legs Syndrom und beginnender Demenz helfen kann: Symptome werden oftmals gelindert, die Lebensqualität erhöht und das Fortschreiten der Erkrankung häufig hinausgezögert. Außerdem haben sich bei vielen Probanden Antrieb und Stimmung verbessert.
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Traditionell Chinesische Medizin (TCM)
Die Traditionell Chinesische Medizin lehrt, dass Parkinson-Syndrome in ihrer Entstehungsweise auf drei große syndromatologische Zustandsbeschreibungen zurückzuführen sind:
- Depletio von Qi und Xue
- Depletio von Yin renale und Ying hepatica
- Depletio von Qi lienale astomachi
Insbesondere die chinesische Kräutermedizin vermag auf diese drei medizinischen Erscheinungsformen einzuwirken und das Allgemeinbefinden der Parkinsonerkrankten sowie insbesondere die vegetativen Begleitsymptome selbst zu verbessern. Eine herausragende Bedeutung in der Parkinsontherapie kommt der traditionell chinesischen Behandlung der vegetativen Störungen zu. Ergänzend sind Tuinamassagen und Qi-Gong Übungen sehr hilfreich.
Auriculomedizin
In der Auriculomedizin, d.h. der Ohrakupunktur, werden neben der Nadelstichtechnik auch diagnostische Möglichkeiten durch die sogenannte RAC-Tastung genutzt. Zur Therapie des Morbus Parkinson werden unterschiedliche Nadeln eingesetzt. Zu Beginn der Therapie werden nach ausführlicher Untersuchung und Testung für ca. 20 Minuten Einmalnadeln gesetzt. Einzelberichte und Pilotstudien zeigen deutliche Hinweise, dass mit Implantat-Akupunktur eine länger anhaltende Wirkung erzielt werden kann.
Weitere Therapieoptionen
Neben den genannten naturheilkundlichen Verfahren gibt es weitere Therapieoptionen, die in der Behandlung von Morbus Parkinson eingesetzt werden können:
- Physikalische Therapie: Regelmäßige physikalische Therapie ist von großer Bedeutung.
- Ernährungsmedizinische Aspekte: Patienten mit Parkinsonerkrankung haben oftmals ein niedriges Körpergewicht als Folge eines durch den Tremor und den erhöhten Muskeltonus bedingten vermehrten Energieverbrauchs und einer vermehrten Gewichtsabnahme bei motorischen Störungen. L-Dopa sollte grundsätzlich nicht zu den Mahlzeiten, sondern etwa 30 Minuten vorher oder mindestens eine Stunde nachher eingenommen werden. Die Aufnahme des Medikaments in die Blutbahn sollte nicht durch Nahrungsaufnahme von eiweißhaltigen Nahrungsmitteln, wie Milch, Fleisch, Quark, Käse kompetitiv gehemmt bzw. vermieden und eingeschränkt werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von eiweißreichen Speisen wird die Aufnahme des L-Dopas im Darm deutlich vermindert. Diese deutliche Beeinflussung der Bioverfügbarkeit von L-Dopa beim gleichzeitigen Verzehr von proteinreichen Nahrungsmitteln begünstigt oftmals eine zusätzliche Mangelernährung der Patienten. Mit entsprechender Beratung muss versucht werden, die Gefahren einer unzureichenden Zufuhr von Energie und Nährstoffen als Folge dieser Ernährungsumstellung zu vermeiden. Darüber hinaus wird ein erhöhter antioxidativer Stress diskutiert.
- Psychotherapie: Psychosomatiker wie Uexküll haben die Parkinsonerkrankung auch nach vielen Kriterien der modernen psychosomatischen Medizin untersucht. Neben reaktiv-depressiven Aspekten wird auch eine gewisse prämorbide Einstellung diskutiert. Psychodynamisch schreibt z.B. Uexküll einem unmäßig forderndem Über-Ich eine enorme Bedeutung zu.
Konventionelle Behandlung von Morbus Parkinson
Die schulmedizinische Therapie des Parkinson-Syndroms stellt eine wesentliche Säule in der Behandlung der Parkinson-Symptome dar. Gerade in den letzten Jahren hat die Wissenschaft eine Fülle von neuen Therapiestrategien und Medikamenten entwickelt. Es stehen L-Dopa, MAO-B-Hemmer, Entacapon, Dopaminagonisten, Anticholinergika, Glutamatantagonisten mit vielen neueren Entwicklungen zur Verfügung.
Die medikamentöse Einstellung eines Parkinson-Patienten bedarf einer großen Sorgfalt und klinischen Erfahrung sowie Liebe zum Detail und Geduld. Gelingt es, die medikamentöse Einstellung immer wieder dem Krankheitsprozess anzupassen, dann können die Beeinträchtigungen durch die Erkrankung selbst lebenslang sehr gering gehalten werden. Dies erfordert allerdings eine hervorragende Compliance und hohe Motivation des Patienten sowie ein detailliertes Fachwissen beim behandelnden Arzt.
Mögliche Komplikationen
Wir kennen motorische Komplikationen, die sich in einer nachlassenden Wirkung der Medikamente (wearing-off) oder in einer On-Off-Störung ausdrücken sowie ein Freezing, eine unvorhergesehene Bewegungserstarrung. Treten vermehrt unwillkürliche Bewegungen auf, sprechen wir von Dyskinesien, die auch einer Optimierung der Einstellung der Medikamente bedürfen. Oftmals kommt es zu Stürzen mit Gleichgewichtsstörungen, Bewegungsverharren und Blutdruckregulationsstörungen. Das autonome Nervensystem kann gestört werden. An neuropsychiatrischen Problemen finden sich oftmals depressive und innere Unruhesymptome, Angsterkrankungen und Gedächtnisstörungen. Oftmals schlafen die Patienten schlecht, sind nachts schlaflos und am Tag schläfrig. Haben Albträume und Restless-legs.
Leben mit Parkinson: Tipps und Unterstützung
Die Diagnose Parkinson ist allerdings noch lange kein Grund zur Verzweiflung. Die Medizin hält viele unterschiedliche Therapieformen bereit, die dazu führen können, dass sowohl die Kardinalsymptome wie Zittern, Gangunsicherheit oder Muskelsteife verbessert werden, als auch die begleitenden Symptome wie Sehstörungen, Schlafstörungen, Gedächtnisschwäche, Magen-Darm Beschwerden usw.
Aktiv bleiben
Bleiben Sie aktiv! Versuchen Sie einen normalen Tagesablauf zu behalten und führen Sie Ihre täglichen Aktivitäten weiterhin so selbstständig wie möglich durch. Bewegung jeder Art, möglichst täglich, hält Ihre Muskeln und Ihr Herz aktiv. Spaziergänge, Joggen, Schwimmen, Gymnastik, Yoga u.a. Sportarten, die Sie in eigenem Tempo ausüben können, erleichtern es Ihnen, mit der Muskelsteife und eingeschränkten Beweglichkeit fertig zu werden. Die Bewegung kann zudem helfen, ein gesundes Normalgewicht zu halten.
Ernährung
Obwohl einige Patienten durch Schluckbeschwerden oder Appetitlosigkeit an Gewicht verlieren, nehmen andere zu, weil sie weniger aktiv wie vor der Erkrankung oder aber deprimiert über ihren Zustand sind. Jedes überschüssige Pfund Körpergewicht bedeutet mehr Arbeit für Ihre Muskeln. Deshalb ist ein angemessenes Körpergewicht für Parkinson-Kranke besonders wichtig.
Physiotherapie und Logopädie
Auch gezielte Physiotherapie kann die vielfältigen Beschwerden des Bewegungsapparates lindern. Um Ihre Lebensqualität und Selbständigkeit so weit wie möglich zu erhalten oder unter Umständen sogar zu verbessern, empfehlen wir Ihnen zusätzlich zu unserer Therapie Physiotherapie und Logopädie. Da Morbus Parkinson nicht heilbar ist, müssen Sie lernen, mit den Symptomen umzugehen und ihre körperlichen Fähigkeiten bestmöglich zu erhalten. Hier setzen Bewegungstherapien und Sprachtherapien an.
Unterstützung suchen
Und denken Sie vor allem daran: Sie sind nicht allein mit Ihrer Krankheit! Parkinson ist keine seltene Erkrankung, es gibt viele Menschen in Ihrer Nähe, die mit der gleichen Diagnose konfrontiert sind. Wenden Sie sich an Selbsthilfegruppen. Institutionen, die sich des Themas professionell annehmen, können ebenfalls Hilfestellung geben. Die Parkinson-Vereinigung gibt beispielsweise einen kostenfreien Hilfsmittel-Katalog heraus. Denn es gibt eine ganze Reihe von Hilfen, die den Alltag erleichtern. Dazu gehören z.B. Strumpfanzieher, Knöpfhilfen sowie Nagelfeilen und Bürsten mit dicken Griffen zum besseren Greifen. Speziell konstruiertes Essbesteck und Trinkgefäße vereinfachen die tägliche Nahrungsaufnahme. Es gibt auch verschiedene Haushaltsgegenstände, die einfach nur mit einer Hand zu bedienen sind. Mit einem rutschfesten Multibrett kann man sicher Gemüse schälen oder eine Dose öffnen.
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