Infrarotkabinen bei Migräne: Eine wohltuende Therapieoption

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Probleme, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. Glücklicherweise gibt es verschiedene Therapieansätze, um die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Eine vielversprechende Option ist die Nutzung von Infrarotkabinen, die eine sanfte und natürliche Möglichkeit bieten, chronische Schmerzen zu lindern.

Was sind Infrarotkabinen?

Infrarotsaunen sind eine Art von Sauna, die Infrarotstrahlen verwendet, um Wärme zu erzeugen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Saunen, die auf heißen Steinen oder Elektroheizungen basieren, um die Luft im Raum zu erhitzen, dringen Infrarotstrahlen direkt in den Körper ein und erwärmen das Gewebe. Diese Tiefenwärme kann eine Vielzahl von positiven Effekten auf den Körper haben.

Wie wirken Infrarotkabinen bei Migräne?

Die Wärme der Infrarotstrahlen kann auf verschiedene Weise zur Linderung von Migräne beitragen:

  • Erhöhte Durchblutung: Die Wärme der Infrarotstrahlen erhöht die Durchblutung im Körper, was dazu beitragen kann, Muskelverspannungen zu lösen und die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu verbessern.
  • Freisetzung von Endorphinen: Die Wärme in der Infrarotsauna kann zur Freisetzung von Endorphinen, den körpereigenen „Wohlfühl“-Chemikalien, führen. Diese Endorphine können Schmerzen lindern und die Stimmung verbessern.
  • Entspannung und Stressabbau: Infrarotsaunen können zur Entspannung und zum Stressabbau beitragen. Stress ist ein bekannter Auslöser für Migräne, daher kann die entspannende Wirkung einer Infrarotsauna dazu beitragen, Migräneanfälle zu reduzieren.
  • Entzündungshemmung: Infrarotwärme kann Entzündungen im Körper reduzieren. Entzündungen können bei Migräne eine Rolle spielen, daher kann die entzündungshemmende Wirkung von Infrarotwärme dazu beitragen, die Symptome zu lindern.

Studienlage zur Rotlichttherapie bei Kopfschmerzen und Migräne

Die Rotlichttherapie, die in Infrarotkabinen eingesetzt wird, wird zunehmend als sichere und wirksame Behandlungsmethode für eine Vielzahl von Erkrankungen anerkannt. Sie ist ein natürlicher Weg, die Zellfunktionen und damit das allgemeine Wohlbefinden und den Gesundheitszustand zu verbessern. In den vergangenen Monaten und Jahren ist dazu eine Fülle an wissenschaftlichen Belegen entstanden - und die Literatur dazu wird von Tag zu Tag umfangreicher.

Einige Studien haben die Auswirkungen der Rotlichttherapie auf Kopfschmerzen und Migräne untersucht:

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  • Vergleich mit Botox (2018): Eine Studie aus dem Jahr 2018 untersuchte die Auswirkungen der Rotlichtbestrahlung im Vergleich zu Botulinumtoxin (BT-A) auf chronische Migräne. Die Forscher stellten fest, dass bei den Probanden dank beider Therapieansätze die Anzahl der Schmerztage und die Schmerzintensität wirksam reduziert werden konnte, wodurch ebenfalls die notwendige Einnahme von Akutmedikamenten reduziert wurde. Während BT-A Angstzustände effektiv verringern konnte, reduzierte die Rotlichttherapie die Schlafstörungen.
  • Wirksamkeit bei chronischer Migräne (2019): Eine Studie aus dem Jahr 2019 untersuchte die Wirksamkeit der Rotlichttherapie bei chronischer Migräne an einer kleinen Anzahl von Probanden. Vor der Bestrahlung bewerteten die Probanden ihr Schmerzniveau alle mit 8 von 10 Punkten. Nach der Behandlung berichteten die Probanden von einer deutlichen Schmerzlinderung.
  • Chronische Kopfschmerzen und Kiefergelenksbeschwerden (2016): In einer Studie aus dem Jahr 2016 wurden die chronischen Kopfschmerzen von Probandinnen, die unter Kiefergelenksbeschwerden litten, untersucht. Sie erhielten eine einzige Rotlichtbestrahlung. Die Forscher stellten eine 64%ige Verringerung der Schmerzen nach der Behandlung, eine signifikante Abnahme der Blutflussgeschwindigkeit, sowie einen erhöhten Serotoninspiegel fest.

Die Mehrzahl der Forscher ist sich einig, dass die Rotlichttherapie völlig sicher ist und keine größeren Risiken oder Nebenwirkungen hat.

Anwendungsbereiche der Infrarotkabine

Die Nutzung der Infrarotkabine ist nicht nur auf die Behandlung von Migräne beschränkt. Sie kann auch bei einer Vielzahl anderer Beschwerden eingesetzt werden:

  • Chronische Schmerzen: Viele Menschen mit chronischen Schmerzen haben von ihren positiven Erfahrungen mit Infrarotsaunen berichtet. Rückenschmerzen, Fibromyalgie und Arthritis sind nur einige Beispiele für Erkrankungen, bei denen Infrarotsaunen zur Schmerzlinderung beitragen können.
  • Erkältungskrankheiten: Wer regelmäßig zu Hause in die Wärmekabine geht, erkrankt seltener an banalen Infekten. Die Infrarot-Strahlung führt zu einer verbesserten Durchblutung in allen Organen.
  • Hauterkrankungen: Bei Hautkrankheiten, wie der Psoriasis, der Schuppenflechte, bei Neurodermitis, Akne, Allergien, der Sklerodermie kann Schwitzen in der Infrarot-Wärmekabine zu Besserungen führen; und überhaupt zur Pflege der Haut.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bei den Herzkreislauferkrankungen mit Durchblutungsstörungen, bei labilem hohen Blutdruck, aber auch bei zu niedrigem Blutdruck, bei Lungenerkrankungen wie der chronischen Bronchitis, beim Bronchialasthma profitieren die Betroffenen vom Schwitzen in der Infrarotkabine.
  • Stoffwechselerkrankungen: Stoffwechselerkrankungen sind außerordentlich verbreitet; die Zuckerkrankheit mit erhöhten Zuckerwerten, Fettstoffwechselstörungen mit erhöhten Cholesterinwerten, die Gicht mit erhöhten Harnsäurewerten.
  • Sport und Regeneration: Für viele Sportler und Leistungssportler ist das Schwitzen in der Infrarotbinen heute eine Selbstverständlichkeit. In der Vorbereitung auf den Wettkampf zur Lockerung, zur Entspannung der Muskeln, Bindegewebe und Gelenke durch Aufwärmung und Förderung der Durchblutung in den oberflächlich und reflektorisch auch in den tiefer gelegenen Muskelabschnitten. Nach der sportlichen Belastung führt die Benutzung der Infrarot-Wärmekabine zur besseren und schnelleren Regeneration und durch Ausschwemmen von Schlackenstoffen, der Milchsäure, zur Verhinderung oder Besserung des Muskelkaters.

Die richtige Anwendung der Infrarotkabine

Um die positiven Effekte der Infrarotkabine optimal nutzen zu können, ist es wichtig, sie richtig anzuwenden:

  • Vor dem Saunagang: Duschen Sie vor dem Saunagang, um die Haut von öligen Filmen zu befreien. Trocknen Sie sich gründlich ab, damit die Feuchtigkeit auf der Haut den Schwitzprozess nicht verlangsamt.
  • Dauer und Häufigkeit: Die Dauer und Häufigkeit der Saunagänge hängen von Ihrem individuellen Befinden und Ihrer Erfahrung ab. Anfänger sollten mit kürzeren Sitzungen von 10-15 Minuten beginnen und die Dauer allmählich steigern. Ein bis drei Saunagänge pro Woche sind empfehlenswert.
  • Temperatur: Die ideale Temperatur in der Infrarotsauna liegt zwischen 45 und 60 Grad Celsius.
  • Abkühlung: Nach dem Saunagang ist es wichtig, sich ausreichend abzukühlen. Beginnen Sie mit einer Dusche mit lauwarmem Wasser und steigern Sie die Kälte allmählich. Ein warmes Fußbad nach der Abkühlung kann die Wirkung des Saunagangs zusätzlich verstärken.
  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen auszugleichen.

Zusätzliche Tipps für die Nutzung von Infrarotkabinen bei Migräne

  • Entspannung: Nutzen Sie die Zeit in der Infrarotkabine zur Entspannung. Hören Sie beruhigende Musik, lesen Sie ein Buch oder meditieren Sie.
  • Ätherische Öle: Ätherische Öle wie Lavendel, Pfefferminze oder Eukalyptus können die entspannende und schmerzlindernde Wirkung der Infrarotkabine verstärken.
  • Lichtfarben: Einige Infrarotkabinen verfügen über eine integrierte Farblichttherapie. Die verschiedenen Farben können unterschiedliche Wirkungen auf Körper und Geist haben. Grünes Licht trägt beispielsweise zu Entspannung und Stressreduktion bei, während blaues Licht eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem hat.

Wann sollte man auf die Nutzung einer Infrarotkabine verzichten?

Obwohl Infrarotkabinen im Allgemeinen als sicher gelten, gibt es einige Situationen, in denen man auf ihre Nutzung verzichten sollte:

  • Akute Erkrankungen: Bei akuten Erkrankungen wie Fieber oder einer Erkältung sollte man auf die Nutzung der Infrarotkabine verzichten.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vor der Nutzung einer Infrarotkabine ihren Arzt konsultieren.
  • Schwangerschaft: Schwangere Frauen sollten vor der Nutzung einer Infrarotkabine ihren Arzt konsultieren.
  • Medikamente: Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie vor der Nutzung einer Infrarotkabine Ihren Arzt konsultieren, um mögliche Wechselwirkungen auszuschließen.

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