Iranische Neurologen in Kiel: Ein Überblick

Die neurologische Versorgung in Kiel hat in den letzten Jahren bedeutende Entwicklungen erlebt, insbesondere durch die Expertise und das Engagement von Medizinern mit iranischen Wurzeln. Dieser Artikel beleuchtet die Beiträge iranischstämmiger Neurologen in Kiel, wobei ein besonderer Fokus auf Prof. Dr. Arya Nabavi und Prof. Dr. Daniela Berg liegt, und gibt Einblicke in die verschiedenen neurologischen Schwerpunkte und Forschungsbereiche.

Prof. Dr. Arya Nabavi: Neurochirurgie und Innovation

Prof. Dr. Arya Nabavi ist ein prominenter Neurochirurg mit iranischen Wurzeln, der eine bedeutende Rolle in der neurologischen Versorgung in Kiel gespielt hat. Er absolvierte den Großteil seiner Ausbildung und seines Berufslebens am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Hier erwarb er seinen Facharzttitel und stieg bis zum stellvertretenden Klinikdirektor auf.

Akademischer Werdegang und Forschung

Als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Harvard Center for Minimally Invasive Surgery forschte Nabavi von 1998 bis 2000 an der Harvard Medical School, Brigham and Women´s Hospital in Boston. Im Jahr 2003 habilitierte er sich zu dem Thema „Computerassistierte Neurochirurgie und intraoperative Magnetresonanztomographie“.

Schwerpunkte und Expertise

Nabavis medizinische Schwerpunkte liegen in der Neuroonkologie, Schädelbasis- und Hypophysenchirurgie, der operativen Behandlung von Gefäßerkrankungen des Gehirns und der Wirbelsäulenchirurgie. Er ist zudem sehr offen für den Einsatz neuer Technologien. Bis 2017 war er Präsident der deutschen Gesellschaft für Computer- und Roboterassistierte Chirurgie (CURAC), einer interdisziplinären Gesellschaft aus Ingenieuren, Informatikern und Chirurgen.

Wechsel nach Hannover und weitere Karriere

Vor seinem Wechsel zum KRH Klinikum Mitte war Nabavi als Stellvertretender Direktor am International Neuroscience Institute (INI) in Hannover tätig. Er beschreibt seine Herangehensweise an neue Verfahren und den Umgang mit dem Expertenwissen seiner Kollegen als lernbereit und offen für Weitergabe von Wissen.

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Prof. Dr. Daniela Berg: Früherkennung und Therapie neurodegenerativer Erkrankungen

Seit dem 1. April 2016 ist Prof. Dr. Daniela Berg die neue Direktorin der Klinik für Neurologie am Campus Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Sie trat die Nachfolge von Prof. Dr. Günther Deuschl an.

Akademischer Werdegang und Forschungsschwerpunkte

Ihr Studium absolvierte Berg von 1988 bis 1994 an der Universität Würzburg, und 2002 legte sie ihre fachärztliche Prüfung ab. Ihr besonderes wissenschaftliches Interesse gilt der Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen. Im Jahr 2009 initiierte sie die lebenslänglich angelegte TREND-Studie (Tübinger Erhebung von Risikofaktoren zur Erkennung von Neurodegeneration), in welcher 1200 ältere Personen regelmäßig auf Frühveränderungen der Parkinson- und Alzheimer-Krankheit untersucht werden.

Ultraschall-Verfahren zur Früherkennung von Parkinson

Berg war maßgeblich an der Entwicklung eines Ultraschall-Verfahrens beteiligt, mit dem parkinsonbedingte Veränderungen im Hirnstamm nicht-invasiv und bereits in sehr frühen Stadien dargestellt werden können, noch bevor die Betroffenen an Bewegungsstörungen oder dem typischen Händezittern leiden.

Engagement in Fachgesellschaften und Ziele in Kiel

Seit 2011 ist Berg Vorstandsmitglied der Deutschen Parkinson-Gesellschaft, die sie von 2013 bis 2015 leitete. In der Klinik für Neurologie möchte sie den bestehenden neurodegenerativen Schwerpunkt ausbauen und dabei Früherkennung und verlaufsverändernde Therapien etablieren. Rahmenbedingungen für die Erforschung, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Gehirns im Alter zu schaffen, ist Berg ebenso ein besonderes Anliegen, wie die Unterstützung des Schlaganfallnetzwerkes und der Ausbau der Bereiche Neuroimmunologie (z.B. Multiple Sklerose) und Epileptologie.

Weitere wichtige Informationen

Universitäres Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg)

Das Universitäre Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg) spielt eine wichtige Rolle in der Krebsforschung und -versorgung. Es gibt verschiedene Initiativen und Projekte, die darauf abzielen, die Krebsmedizin in Deutschland zu verbessern.

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Forschungspreise und Auszeichnungen

Die Hamburger Krebsgesellschaft (HKG) hat ihren Forschungspreis an Nachwuchswissenschaftler des UCC Hamburg verliehen. Dr. Lisa Leypoldt wurde für ihre Forschung zur Behandlung von Hochrisiko-Myelomen ausgezeichnet, und Dr. Matthias Dottermusch erhielt den Preis für seine Arbeit zur molekulardiagnostischen Klassifikation von Hypophysenadenomen.

Verbundprojekt ONCOnnect

Das UCC Hamburg ist Teil des Verbundprojekts ONCOnnect, das von der Stiftung Deutsche Krebshilfe gefördert wird. Ziel ist es, die flächendeckende Versorgung von Krebsbetroffenen zu verbessern. Das UCC Hamburg leistet seinen Beitrag im Handlungsfeld "Patient:innenbeteiligung" und leitet eine multizentrische Studie, um ein Screening für Angehörige zu validieren.

Patientenkompetenzzentrum Nord

Gemeinsam mit dem UCCSH bietet das UCC Hamburg eine Ausbildung zum/zur Patient:innenbotschafter:in an, um Krebspatient:innen und Angehörige zu befähigen, sich in der Onkologie zu engagieren.

Behandlung myeloischer Erkrankungen

Frau PD Dr. Haifa Kathrin Al-Ali ist als Oberärztin an der Universitätsklinik für Innere Medizin IV tätig. Zu ihrem klinischen Schwerpunkt gehört die Behandlung von Patienten mit akuten und chronischen malignen myeloischen Erkrankungen [Myeloproliferative Neoplasien (MPN), Myelodysplatisches Syndrom (MDS), Akute myeloische Leukämie (AML)]. Sie ist Direktorin des Krukenberg-Krebszentrums Halle und Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie.

Künstliche Intelligenz in der Kardiologie

Prof. Dr. Arash Arya, Professor für Kardiale Rhythmologie an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), setzt künstliche Intelligenz in seiner Forschung ein. Ein Team unter seiner Leitung arbeitet an einem Algorithmus zur nicht-invasiven Messung des Kaliumspiegels, der auf Elektrokardiogrammen (EKGs) basiert. Ziel ist es, eine App zu entwickeln, die es ermöglicht, Kaliumwerte mit Hilfe von Smartwatches vorherzusagen.

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