Heftige Schmerzen im unteren Rückenbereich und in den Beinen entpuppen sich häufig als „Ischias“. Etwa 120.000 Personen leiden Jahr für Jahr an den Beschwerden, die der eingeklemmte Ischiasnerv verursacht. Betroffene vergessen diese Rückenschmerzen so bald nicht wieder, können sie doch vom Bereich der Lendenwirbel bis in die Beine ziehen.
Was ist der Ischiasnerv und warum verursacht er Schmerzen?
Der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) ist der dickste Nerv des menschlichen Körpers. Er zieht sich über die Rückseite des Oberschenkels und verzweigt sich auf Höhe des Knies in seine beiden Unterschenkeläste, den Peronäusnerv (Nervus peronaeus) und den Tibialisnerv (Nervus tibialis). Er versorgt die Muskeln im Bein. Mit seinen sensorischen Anteilen meldet er Empfindungen aus den unteren Extremitäten an das zentrale Nervensystem.
„Nervus ischiadicus“ ist die fachsprachliche Bezeichnung für den Ischiasnerv, den längsten und dicksten Körpernerv. Er beginnt in der Gesäßregion und endet im Fuß. Von dort gibt der Ischiasnerv über das Rückenmark Reize ans Gehirn weiter oder sendet Bewegungsimpulse vom Gehirn in die Beine. Wird Druck auf den Ischiasnerv ausgeübt, beispielsweise durch umliegendes Gewebe, sprechen Expert:innen von einem eingeklemmten Nerv.
Der Ischiasnerv ist einer der prägnantesten Nerven im Nervensystem des menschlichen Körpers. Er ist nicht nur der längste, sondern auch der dickste Nerv, den wir haben - so dick wie ein kleiner Finger. Der Ischiasnerv beginnt seinen Weg tief im unteren Rückenbereich, dort, wo die Nervenwurzeln der Wirbelsäule aus den einzelnen Wirbelkörpern austreten. Konkret stammen seine Ursprünge aus dem vierten und fünften Lendenwirbel sowie dem ersten bis dritten Kreuzbeinwirbel (L4-S3). Diese Nervenwurzeln vereinen sich zu einem großen Nerv, der durch das Becken zieht und seinen Verlauf durch das Gesäß nimmt. Von dort aus verläuft der Ischiasnerv entlang der Rückseite des Oberschenkels, teilt sich in Kniehöhe auf und zieht weiter in den Unterschenkel und schließlich bis in die Füße. Seine Hauptaufgabe ist es, die Bewegungen (motorische Steuerung) und das Gefühlsempfinden (sensorische Versorgung) in den unteren Gliedmaßen zu ermöglichen. Konkret bedeutet das, dass der Ischiasnerv Signale vom Gehirn an die Muskeln in den Beinen sendet, um Bewegungen wie Gehen, Laufen oder Heben des Beins auszuführen. Gleichzeitig überträgt er Informationen von der Haut, den Gelenken und Muskeln zurück an das Gehirn, etwa über Berührungen, Temperaturen oder Schmerzen. Durch diesen Nerv können wir spüren, ob unsere Füße den Boden berühren, und wir können gezielt die Muskeln im Bein und Fuß anspannen. Außerdem steuert er wichtige Reflexe wie den Achillessehnenreflex, der zeigt, ob der Nerv ordnungsgemäß funktioniert. Weil der Ischiasnerv so lang ist und so viele Bereiche versorgt, können Probleme, die ihn betreffen, an verschiedenen Stellen Schmerzen oder Störungen verursachen - sei es im unteren Rücken, im Gesäß, im Bein oder sogar bis hinunter in die Zehen. Das macht ihn einerseits zu einem wichtigen Bestandteil unseres Nervensystems, andererseits aber auch anfällig für Beschwerden, wenn er gereizt oder eingeklemmt wird.
Ursachen von Ischias-Schmerzen: Warum der Nerv leidet
Verschiedene Ursachen führen zu einem eingeklemmten Ischiasnerv. Zu wenig Bewegung, körperliche Arbeit über die Belastungsgrenze hinaus, innere Anspannung und ein Verschleiß der Wirbelsäule sind darüber hinaus Faktoren, die sich im Rücken bemerkbar machen. So wirkt sich beispielsweise monotones und fehlbelastetes Sitzen am Computer über kurz oder lang auf die Körperhaltung aus. Das hat ungünstige Folgen für die Wirbelsäule. Alters- oder belastungsbedingter Verschleiß geht ebenfalls nicht spurlos an der Wirbelsäule vorbei - möglich ist ein schmerzhafter Bandscheibenvorfall, bei dem der Gallertkern teilweise austritt. Drückt dabei eine Bandscheibe auf den Ischiasnerv, können Bewegungsimpulse und die Sensibilität am Bein beeinträchtigt werden. Ebenso sind einige Krankheiten oder Verletzungen dafür bekannt, auf die empfindlichen Nervenzonen des Ischias zu drücken. Lassen Sie bei erstmaligen und wiederholten Ischias-Beschwerden die Ursache von einem Arzt abklären. Sorgen Sie sich vorab nicht allzu sehr.
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Ischias-Schmerzen entstehen, wenn der Ischiasnerv gereizt, eingeklemmt oder geschädigt wird. Diese Reizung kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Manche Ursachen sind akut und vorübergehend, während andere langfristige Beschwerden hervorrufen können. Hier sind die häufigsten Auslöser von Ischias-Schmerzen, verständlich erklärt:
- Bandscheibenvorfall: Eine der häufigsten Ursachen für Ischias-Schmerzen ist ein Bandscheibenvorfall. Bandscheiben wirken wie kleine „Stoßdämpfer“ zwischen den Wirbeln und bestehen aus einem weichen Kern, der von einem stabilen Faserring umgeben ist. Bei einem Vorfall tritt der Gallertkern nach außen und kann auf die Nervenwurzel drücken, aus der der Ischiasnerv entspringt. Dies verursacht oft starke, stechende Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen.
- Piriformis-Syndrom: Beim Piriformis-Syndrom ist der gleichnamige Muskel, der tief im Gesäß liegt, die Ursache der Beschwerden. Normalerweise gleitet der Ischiasnerv unter oder in seltenen Fällen durch diesen Muskel hindurch. Wenn der Piriformis-Muskel durch Überlastung, Fehlhaltung oder mangelnde Dehnung verspannt ist oder sich verkürzt, kann er den Ischiasnerv einklemmen. Dies führt zu Schmerzen, die denen eines klassischen Ischias ähneln, allerdings ohne eine Schädigung der Wirbelsäule. Häufig sind Betroffene mit sitzenden Tätigkeiten, wie Büroarbeit, oder Sportler, insbesondere Läufer, davon betroffen.
- Spinalkanalstenose: Die Spinalkanalstenose ist eine Verengung des Wirbelkanals, also des Kanals, durch den das Rückenmark und die Nerven verlaufen. Diese Verengung kann durch altersbedingten Verschleiß, Arthrose oder Knochenwucherungen entstehen. Wird der Ischiasnerv in diesem Kanal eingeengt, entstehen oft Schmerzen im unteren Rücken, die bis ins Gesäß und die Beine ausstrahlen. Menschen mit Spinalkanalstenose berichten häufig von einer Verschlimmerung der Beschwerden beim Stehen oder Gehen, während Sitzen oder leichte Vorbeugung Erleichterung verschafft.
- Verletzungen oder Fehlhaltungen: Verletzungen wie Stürze, Autounfälle oder Prellungen können den Ischiasnerv direkt schädigen oder umliegende Strukturen so verändern, dass der Nerv unter Druck gerät. Auch Fehlhaltungen im Alltag - etwa langes Sitzen, falsches Heben oder Überlastungen durch einseitige Bewegungen - können den Ischiasnerv reizen. Besonders häufig sind Menschen betroffen, die in Berufen arbeiten, in denen schwer gehoben wird oder die eine schlechte Sitzhaltung einnehmen.
- Entzündungen, Infektionen oder Tumore: Manchmal sind Entzündungen die Ursache für Ischias-Schmerzen. Erkrankungen wie Diabetes können die Nerven empfindlicher machen, während Infektionen oder rheumatische Erkrankungen den Ischiasnerv direkt schädigen können. In seltenen Fällen können auch Tumore oder Abszesse in der Nähe des Nervs Druck ausüben und Ischias-Beschwerden hervorrufen.
Grundsätzlich sind Reizungen oder Schädigungen des Ischias-Nervs Ursachen für Schmerzen. In der Regel wird der Ischias durch vermehrten Druck oder Entzündungen gereizt. Bei plötzlich auftretenden Beschwerden sind meistens falsche Bewegungen der Auslöser. Hinter einer länger andauernden Ischiasreizung oder -schädigung stecken jedoch andere Gründe wie Rückenschmerzen aufgrund von anhaltenden Fehlhaltungen, Übergewicht und Bewegungsmangel.
Neben einem Bandscheibenvorfall können weitere Auslöser zu einer Ischialgie führen: Blockaden oder Fehlstellungen der Wirbelkörper, Muskelverspannungen im unteren Rücken durch Fehlbelastung, länger anhaltender Druck auf das Gesäß, z. B. durch langes Sitzen auf hartem Grund, Ischiasnervreizung durch Infektionskrankheiten, Spondylolisthesis (Wirbelgleiten, bspw. durch den altersbedingten Verschleiß der Wirbelsäule), Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals, z. B. durch Arthrose), Piriformis-Syndrom (eingeklemmter Ischias-Nerv durch Piriformis-Muskel), Verletzungen, z. B.
Ischias-Symptome: Wie äußern sich die Beschwerden?
Schmerzen im unteren Rückenbereich sind bei einem eingeklemmten Ischiasnerv typisch. Sie können ins Bein und manchmal sogar bis hin zum großen Zeh ausstrahlen. Der Ischias-Schmerz fühlt sich brennend, elektrisierend oder stechend an. Die betroffenen Regionen können auch kribbeln oder taub sein (Ameisenlaufen). Schmerzen beim Toilettengang sind ein weiteres Indiz für Ischias-Beschwerden. Ischias-Schmerzen treten gelegentlich gleichzeitig mit einem Hexenschuss auf. Die Symptome eines eingeklemmten Ischiasnervs zwingen die betroffene Person automatisch in eine Schonhaltung und verstärken sich durch Körperreaktionen wie Niesen oder Husten. Durch die ausweichende Körperhaltung verspannen sich die Muskeln, sodass sich die Beschwerden weiter verstärken und jede übermäßige Bewegung schmerzt.
Typische Symptome einer Ischialgie sind:
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- Schmerzen: Stechende, brennende oder ziehende Schmerzen im unteren Rücken, Gesäß und/oder Bein. Diese können bis in den Fuß ausstrahlen.
- Sensibilitätsstörungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein "Ameisenlaufen" im betroffenen Bein.
- Muskelschwäche: Verminderte Kraft in den Muskeln des betroffenen Beins, was zu Gangunsicherheiten führen kann.
- Verstärkte Schmerzen bei bestimmten Bewegungen: Husten, Niesen oder das Beugen der Wirbelsäule können die Schmerzen intensivieren.
Einseitige, einschießende, stechende Schmerzen im unteren Rücken, die Betroffene oft mit einem elektrischen Schlag vergleichen, sind typische Ischias-Symptome. Die Schmerzen strahlen meistens über das Gesäß und die Hüftnerven bis ins Bein und manchmal sogar den Fuß aus - links oder rechts, je nachdem, wo der Ischias-Schmerz sitzt.
Die Intensität und der Verlauf der Symptome können variieren. Während einige Betroffene nur leichte Beschwerden haben, leiden andere unter starken, chronischen Schmerzen.
Gleichzeitig gibt der Ischias die Gefühlswahrnehmungen der Beine und Füße zurück ans Gehirn - so entstehen die Taubheitsgefühle, die die Ischiasschmerzen häufig begleiten.
Wie erkennt man, ob es wirklich Ischias ist?
Die Unterscheidung zwischen Ischias und anderen Rückenschmerzen ist entscheidend für die richtige Behandlung. Typisch für Ischias ist der ausstrahlende Schmerz entlang des Nervs, oft begleitet von Sensibilitätsstörungen. Ein Arzt kann durch gezielte Untersuchungen und Tests feststellen, ob der Ischiasnerv betroffen ist.
Abgrenzung: Ischias, Hexenschuss, Piriformis-Syndrom und Bandscheibenvorfall
- Hexenschuss (Lumbago): Plötzlich auftretende, akute Rückenschmerzen, die meist nicht ins Bein ausstrahlen. Sie entstehen oft durch Muskelverspannungen oder -zerrungen.
- Piriformis-Syndrom: Hierbei drückt der Piriformis-Muskel im Gesäß auf den Ischiasnerv, was zu ähnlichen Symptomen wie bei einer Ischialgie führt. Die Ursache liegt jedoch nicht in der Wirbelsäule, sondern im Muskel selbst.
- Bandscheibenvorfall: Ein Vorfall der Bandscheibe kann den Ischiasnerv komprimieren und somit Ischias-Symptome verursachen.
Die Symptome beider Krankheitsbilder sind vergleichbar. Ein Hexenschuss (Lumbalgie) kann ähnliche Begleiterscheinungen wie eine Ischialgie haben, strahlt jedoch nur manchmal in angrenzende Regionen aus. Die Ursache einer Lumbalgie liegt meistens in einer Muskelverspannung.
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Diagnose: Wie wird eine Ischialgie festgestellt?
Einen Arztbesuch bringt Gewissheit. Ob es sich um einen eingeklemmten Ischiasnerv im Lendenbereich handelt, finden Ärzt:innen durch einen einfachen Test heraus, den Lasègue-Test. Dabei legen sich die Patient:innen zur Untersuchung in eine möglichst entspannte Rückenlage. Das medizinische Personal führt ein Bein in gestreckter Position aufwärts. Sollten sich im 45-Grad-Winkel starke Schmerzen in der Oberschenkelregion und am Gesäß bemerkbar machen, deutet das typischerweise auf einen eingeklemmten Nerv im Lendenbereich hin. Sind weitere Symptome zu beobachten und gehen die Ischias-Beschwerden beispielsweise mit Lähmungen oder Blasen- und Darmstörungen einher, sind weitere Untersuchungen nötig. Möglicherweise klemmt ein Bandscheibenvorfall den Ischiasnerv ein.
Die Diagnose einer Ischialgie erfordert eine gründliche Untersuchung. Der Arzt nimmt sich Zeit, die Beschwerden zu verstehen und ihre Ursache zu bestimmen. Hier sind die Schritte, die bei der Diagnose eine Rolle spielen:
- Anamnese: Die Basis für die Diagnose. Der erste Schritt zur Diagnose ist das Gespräch mit dem Arzt, die sogenannte Anamnese. Dabei stellt der Arzt gezielte Fragen, um die Beschwerden besser einordnen zu können. Dazu gehören:
- Wann haben die Schmerzen begonnen? Haben sie plötzlich eingesetzt oder sich allmählich entwickelt?
- Wo genau treten die Schmerzen auf? Strahlen sie ins Gesäß, Bein oder sogar bis in die Füße aus?
- Wie fühlen sich die Schmerzen an? Sind sie stechend, ziehend oder eher dumpf?
- Gibt es bestimmte Auslöser oder Linderungen? Verschlimmern sich die Schmerzen beim Sitzen, Husten oder Bücken? Hilft Wärme oder eine bestimmte Liegeposition?
- Haben Sie zusätzliche Symptome? Zum Beispiel Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schwäche in den Beinen?
- Körperliche Untersuchung: Tests, die den Nerv überprüfen. Im nächsten Schritt werden einige körperliche Untersuchung durchgeführt, um herauszufinden, welche Nerven und Muskeln betroffen sind. Dazu gehören:
- Reflexprüfung: Mit einem kleinen Reflexhammer wird auf spezielle Sehnenansätze, wie die Knie- oder Achillessehne geklopft. Ein normaler Reflex zeigt, dass die Nervenleitungen intakt sind. Wenn die Reflexe schwächer oder gar nicht vorhanden sind, kann dies auf eine Reizung oder Schädigung des Ischiasnervs hinweisen.
- Muskelkraftprüfung: Der Patienten wird aufgefordert, bestimmte Bewegungen gegen Widerstand auszuführen. Zum Beispiel das Anheben des Beins oder das Strecken der Zehen. Schwäche in den Muskeln kann darauf hindeuten, dass der Ischiasnerv nicht alle Signale an die Muskeln weiterleitet.
- Lasègue-Test: Dies ist ein spezifischer Test für Ischias-Beschwerden. Hierbei wird das gestreckte Bein des Patienten langsam angehoben, während dieser auf dem Rücken liegt. Wenn dabei starke Schmerzen im unteren Rücken, Gesäß oder Bein auftreten, kann das auf eine Reizung des Ischiasnervs hinweisen.
- Sensibilitätsprüfung: Mit einem leichten Pinsel oder einem Wattestäbchen testet der Arzt, ob der Patient Berührungen an verschiedenen Stellen spürt. Manchmal verwendet er auch einen spitzen Gegenstand, um die Empfindlichkeit gegenüber Schmerzen zu überprüfen. Taubheitsgefühle oder ein vermindertes Schmerzempfinden können ein Zeichen für eine Nervenreizung sein.
- Bildgebende Verfahren: Blick ins Innere des Körpers. Wenn die körperliche Untersuchung Hinweise auf eine Ischialgie liefert, können bildgebende Verfahren wie ein MRT (Magnetresonanztomographie) oder ein CT (Computertomographie) eingesetzt werden. Diese helfen, die genaue Ursache der Beschwerden sichtbar zu machen:
- MRT (Magnetresonanztomographie): Dieses Verfahren nutzt Magnetfelder, um detaillierte Bilder von Weichteilen, Nerven und Bandscheiben zu erstellen. Es zeigt, ob ein Bandscheibenvorfall oder eine Entzündung den Ischiasnerv beeinträchtigt.
- CT (Computertomographie): Ein CT verwendet Röntgenstrahlen, um Querschnittsbilder des Körpers zu erzeugen. Es eignet sich besonders gut, um knöcherne Veränderungen, wie eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose), zu erkennen.
- Röntgen: Ein einfaches Röntgenbild kann verwendet werden, um allgemeine Veränderungen der Wirbelsäule, wie Verschleiß oder Fehlstellungen, zu erkennen. Es liefert jedoch weniger Informationen über die Weichteile.
Beim Verdacht auf Ischias-Probleme nimmt zunächst der Hausarzt oder die Hausärztin eine Anamnese und eine körperliche Untersuchung vor. Stellen Sie und Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin bei Ihnen neurologische Ausfälle fest oder dauern die Symptome länger als sechs Wochen an, folgt eine Überweisung an einen Facharzt oder eine Fachärztin der Neurologie oder Orthopädie. Dann sind auch bildgebende und elektrodiagnostische Untersuchungen wie z. B.
Behandlung von Ischias-Schmerzen: Welche Therapien helfen und warum?
Ischiasschmerzen sind unangenehm, lassen sich jedoch mit Geduld und den richtigen Maßnahmen lindern. Stress verschlimmert Schmerzen - reduzieren Sie daher den Stresspegel. Neben Wärme kann auch Kälte helfen: Eine Kältetherapie blockiert die Schmerzweiterleitung. Legen Sie dazu eine Gel- oder Eispackung (10-15 °C) für etwa 3 Minuten auf die betroffene Stelle und wiederholen Sie dies mehrmals täglich. Auch pflanzliche Mittel wie die Teufelskralle mit dem Wirkstoff Harpagosid wirken entzündungshemmend. Außerdem hilft Akupunktur nachweislich bei Ischiasschmerzen. Unterstützen Sie die Behandlung selbst: Entlasten Sie die Wirbelsäule im Liegen, indem Sie die Unterschenkel mit einem Kissen erhöhen. Vermeiden Sie jedoch längere Ruhephasen. Bewegung stärkt Muskeln und Bänder. In der Regel ist bei Ischias-Beschwerden keine Operation erforderlich.
Die Behandlung einer Ischialgie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Gegen Schmerzen des Ischias-Nervs helfen schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol in Kombination mit physikalischen Therapien.
Die Behandlung von Ischias-Schmerzen richtet sich nach der Ursache der Beschwerden und deren Schweregrad. Ziel jeder Therapie ist es, den Druck auf den Ischiasnerv zu verringern, Entzündungen zu reduzieren und die Beweglichkeit sowie die Lebensqualität wiederherzustellen. Hier ein detaillierter Überblick über die wichtigsten Behandlungsansätze und ihren Zweck:
- Medikamentöse Therapie: Akute Schmerzen lindern. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol gehören oft zu den ersten Maßnahmen bei Ischias-Schmerzen. Sie wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend, wodurch akute Beschwerden vorübergehend gelindert werden. Diese Medikamente ermöglichen es Patienten, sich trotz der Schmerzen zu bewegen und so die Heilung aktiv zu unterstützen.
- Physiotherapie: Beweglichkeit fördern und den Nerv entlasten. Physiotherapie ist eine zentrale Maßnahme bei der Behandlung von Ischias-Schmerzen. Sie verfolgt mehrere Ziele:
- Kräftigung der Muskulatur: Gezielte Übungen stärken die stabilisierenden Muskeln im Rücken und Gesäß, was die Wirbelsäule entlastet und den Druck auf den Ischiasnerv verringert.
- Verbesserung der Beweglichkeit: Dehnübungen und Mobilisationen lockern verspannte Muskeln, wie den Piriformis, und fördern die Flexibilität der Wirbelsäule.
- Schmerzlinderung durch Bewegung: Regelmäßige, angeleitete Bewegung hilft, den Heilungsprozess zu beschleunigen, da sie die Durchblutung fördert und den Körper mobilisiert.
- Wärmeanwendungen: Verspannungen lösen. Wärmebehandlungen wie Wärmepflaster, Wärmekissen oder warme Bäder können eine angenehme und effektive Ergänzung zur Behandlung sein. Wärme hat folgende Wirkungen:
- Lösung von Muskelverspannungen: Wärme entspannt die Muskulatur im unteren Rücken und Gesäß, wodurch weniger Druck auf den Ischiasnerv ausgeübt wird.
- Förderung der Durchblutung: Eine bessere Durchblutung hilft, Entzündungsstoffe abzutransportieren und den Heilungsprozess zu unterstützen.
- Wohlfühleffekt: Die angenehme Wärme kann das allgemeine Schmerzempfinden verringern.
- Injektionen: Entzündungen gezielt reduzieren. In schwereren Fällen, bei denen andere Maßnahmen nicht ausreichen, können gezielte Injektionen in den betroffenen Bereich helfen. Dabei werden Kortison oder Lokalanästhetika (Betäubungsmittel) verwendet.
- Kortison-Injektionen: Kortison wirkt stark entzündungshemmend und kann so die Reizung des Ischiasnervs lindern.
- Lokalanästhetika: Diese wirken schmerzlindernd, indem sie die Nervenleitung vorübergehend blockieren. Dies verschafft dem Patienten eine schmerzfreie Phase, in der er sich besser bewegen kann.
- Operative Eingriffe: Letzter Ausweg bei schweren Fällen. Wenn konservative Therapien nicht ausreichen, kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Dies ist vor allem bei schweren Bandscheibenvorfällen oder langanhaltenden, starken Beschwerden der Fall. Die Operation hat folgende Ziele: Entlastung des Nervs: Chirurgen entfernen beispielsweise die vorgefallene Bandscheibe oder Knochenwucherungen, die den Ischiasnerv einengen.
Als Soforthilfe gegen die Ischiasbeschwerden werden Kortison und örtlich wirkende Schmerzmittel wie Diclofenac injiziert.
Vor einer Behandlung oder Selbstbehandlung der Ischias-Schmerzen sollten die Ursachen der Beschwerden ärztlich abgeklärt werden. Denn handelt es sich bei den Beschwerden im Ischias um einen zugrundeliegenden Bandscheibenvorfall oder um unspezifische Muskelverspannungen, so muss sich die Behandlung an der Diagnose orientieren. Insbesondere Schmerzen am Ischias-Nerv, die auf Verspannungen beruhen, lassen sich mit Hausmitteln erfolgreich behandeln. Diese können die Muskulatur entspannen.
Wie lange dauern Ischias-Beschwerden?
Dauer und Verlauf richten sich nach der Ursache, die dem Ischias-Schmerz zugrunde liegt. In der Regel verschwinden Ischias-Beschwerden schon nach ein paar Tagen.
Probleme mit dem Ischiasnerv haben in den meisten Fällen eine gute Prognose. Die Beschwerden verschwinden oft schon nach wenigen Tagen, im schlimmsten Fall können sie bis zu sechs Wochen anhalten. Sowohl als vorbeugende Maßnahme als auch bei Schmerzen ist es wichtig, vor allem die Rückenmuskulatur zu stärken.
Ein akuter Ischiasschmerz, der aufgrund einer kurzfristigen Verspannung im unteren Rücken auftritt, klingt in den meisten Fällen nach wenigen Tagen von allein ab. Dauern die Beschwerden länger als sechs Wochen an, bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall und/oder wenn es zu einer schwerwiegenden Symptomatik mit neurologischen Ausfallerscheinungen wie Lähmungen und Inkontinenz oder anhaltenden Empfindungsstörungen kommt, sollten Sie den „Ischias“ unbedingt ärztlich abklären lassen.
Meist heilt eine Ischialgie mit der Zeit von selbst aus. Dies kann jedoch einige Wochen dauern, manchmal auch mehrere Monate. Es ist also Geduld gefragt.
Was sollte man bei Ischiasschmerzen vermeiden?
Langes und vor allem falsches Sitzen sollten vermieden werden.
Tipps zur Linderung von Ischias-Schmerzen im Alltag
- Legen Sie sich auf den Boden und stellen Sie die Füße angewinkelt auf. Umschließend Sie das linke Knie und ziehen Sie es zu ihrer linken Schulter heran. Halten Sie die Position für 30 Sekunden. Führen Sie die Übung dreimal durch und wechseln Sie anschließend das Bein.
- Legen Sie sich auf den Boden und stellen Sie die Füße angewinkelt auf. Legen Sie den rechten Fuß auf das linke Knie und umschließen Sie mit beiden Händen das linke Bein unterhalb der Kniekehle. Ziehen Sie nun das linke Bein zum Körper heran. Es sollte eine Dehnung im Gesäß entstehen. Halten Sie diese Position für eine Minuten und wechseln Sie anschließend zum anderen Bein.
- Gehen Sie auf die Knie, das Gesäß ruht auf ihren Füßen, und beugen Sie sich langsam nach vorn. Das Gesäß bleibt dabei auf den Füßen, die Arme sind lang ausgestreckt und die Innenflächen der Hände berühren den Boden.
Prävention: So beugen Sie Ischias-Schmerzen vor
Als Prophylaxe empfiehlt sich regelmäßige sportliche Betätigung, gezielte Rückengymnastik, sowie allgemeine Bewegung.
Vor allem bei verspannungsbedingten Kreuzschmerzen können Sie auf bewährte (Haus-)Mittel setzen, die die Muskulatur lockern und die Regeneration des betroffenen Gewebes fördern. Auch bei ernsthafteren Ursachen wie einem Bandscheibenvorfall können verschiedene nicht-medizinische (alternative) Maßnahmen zur Schmerzlinderung und damit zur Entspannung des Ischiasnervs beitragen. Diese sollten allerdings vorher mit den behandelnden Ärzt:innen abgestimmt werden, um die schulmedizinische Therapie und den Heilungsverlauf nicht…
Sowohl als vorbeugende Maßnahme als auch bei Schmerzen ist es wichtig, vor allem die Rückenmuskulatur zu stärken. Hilfreich dabei können Krankengymnastik, Rückenschule oder andere Sportarten sein. Das Erlernen von rückenschonendem Verhalten ist ebenfalls sinnvoll, zum Beispiel des rückenschonenden Bückens.
Wichtig ist, mit regelmäßigen Übungen und Sport Rücken- und Bauchmuskulatur gezielt zu kräftigen. Ein starkes Muskelkorsett entlastet und stabilisiert nämlich die Wirbelsäule. Zudem ist es hilfreich, ein rückenschonendes Verhalten (etwa beim Arbeiten am Schreibtisch oder beim Heben schwerer Lasten) zu erlernen. Das lindert langfristig bestehende Beschwerden und beugt neuen Ischias-Problemen vor.
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