Einführung
In der modernen Medizin ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Fachärzten unerlässlich, um Patienten optimal zu versorgen. Ein Beispiel hierfür ist die Behandlung von komplexen Erkrankungen, die mehrere Bereiche des Körpers betreffen. In diesem Kontext spielt die Forschung eine entscheidende Rolle, um neue Therapieansätze zu entwickeln und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen und Forschungsaktivitäten von Jan Bembenek im Bereich der Neurologie und Chirurgie, insbesondere im Kontext des Zentrums für Allgemein-, Gefäß-, Thorax- und Viszeralchirurgie (AGTV) und der damit verbundenen Forschungsprojekte.
Interdisziplinäre chirurgische Therapie im Zentrum für AGTV
Das Zentrum für Allgemein-, Gefäß-, Thorax- und Viszeralchirurgie (AGTV) bietet eine interdisziplinäre chirurgische Therapie an, insbesondere wenn mehrere Bereiche des Körpers betroffen sind. Das Zentrum versorgt jährlich mehr als 2.800 Patientinnen und Patienten während eines stationären Aufenthalts. Von der geplanten Operation bis in die Notfallversorgung profitieren die Patienten von dem gemeinsamen Spezialwissen.
Forschungsschwerpunkte und -projekte
Forschung ist für das Zentrum selbstverständlich, ebenso wie der Auftrag der 1968 gegründeten Stiftung Bethel. Auf der Basis der umfassenden Erfahrung des Zentrums und seiner angeschlossenen Kliniken und Mitarbeitenden (3 Habilitationen und 14 Promotionen) in Bezug auf klinische und experimentelle bis hin zu Grundlagenforschung wurde ein Forschungsprofil mit Schwerpunkten in chronischen Erkrankungen mit Beeinträchtigung in Teilhabe wie Tumorleiden und Funktionsstörungen des Gehirns einhergehenden Leberschädigungen entwickelt. Die wissenschaftlichen Arbeiten wurden unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Experimentelle Arbeiten werden unter anderem in enger, vertraglich gesicherter Kooperation mit der Universität Bielefeld durchgeführt. Der Leiter des Zentrums, Prof. Schulte am Esch, ist Mitgründer und stellvertretender Sprecher des Forschungsverbunds Biomedizin Bielefeld e.V. (FBMB; >50 Mitglieder: EvKB, Uni Bielefeld u.a.).
Im Folgenden werden einige der Forschungsprojekte und -schwerpunkte aufgeführt:
Pathomechanismen der Leberschädigung
Die Erforschung der Mechanismen, die zu Leberschädigungen führen, ist ein zentrales Anliegen. Dies umfasst die Untersuchung der Rolle von Leberendothelien für zellbasierte Therapieansätze und die Bedeutung von Thrombozyten für Leberschädigung und -regeneration.
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Mechanismen und therapeutischer Nutzen von extrahepatischen Stammzellen für die Leberregeneration
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung des Potenzials von Stammzellen, die nicht aus der Leber selbst stammen (extrahepatische Stammzellen), zur Regeneration der Leber. Hierbei werden die Mechanismen erforscht, durch die diese Stammzellen zur Reparatur und Wiederherstellung des Lebergewebes beitragen können.
Ergebnisse nach Colorektaler Chirurgie - Einfluss von Gender und Alter
Die Analyse der Ergebnisse nach colorektaler Chirurgie unter Berücksichtigung von Geschlecht und Alter der Patienten ist ein weiterer Forschungsschwerpunkt. Ziel ist es, die Behandlungsergebnisse zu optimieren und personalisierte Therapieansätze zu entwickeln.
Die Chirurgie des re.
Die Forschung umfasst auch die Weiterentwicklung chirurgischer Techniken, wie beispielsweise die standardisierte suprapubische Bottom-to-Up-Methode in der robotergestützten rechten Kolektomie.
Relevante Publikationen und wissenschaftliche Arbeiten
Die wissenschaftlichen Arbeiten des Zentrums wurden in zahlreichen renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht. Diese Publikationen umfassen ein breites Spektrum an Themen, von der Rolle von NF-κB bei Krebs bis hin zur Bedeutung von Stammzellen für die Leberregeneration. Einige ausgewählte Publikationen sind:
- Windmöller BA, Greiner JWF, Förster C, Wilkens L, Mertzlufft F, Schulte am Esch J, Kaltschmidt B, Kaltschmidt C, Beshay M. A typical carcinoid of the lung - a case report with pathological correlation and propagation of the cancer stem cell line bkz1 with synaptophysin expression. Journal Medicine Baltimore 2019.
- Schulte Am Esch J, Iosivan SI, Steinfurth F, Mahdi A, Forster C, Wilkens L, Nasser A, Sarikaya H, Benhidjeb T, Kruger M. A standardized suprapubic bottom-to-up approach in robotic right colectomy: Technical and oncological advances for complete mesocolic excision (cme). BMC surgery 2019;19:72.
- Kaltschmidt C, Banz-Jansen C, Benhidjeb T, Beshay M, Forster C, Greiner J, Hamelmann E, Jorch N, Mertzlufft F, Pfitzenmaier J, Simon M, Schulte Am Esch J, Vordemvenne T, Wahnert D, Weissinger F, Wilkens L, Kaltschmidt B. A role for nf-kappab in organ specific cancer and cancer stem cells. Cancers 2019;11.
- Duhme C, Lehwald N, Kehrel BE, Bauchrowitz E, Ngepi A, Schmelzle M, Kolokotronis T, Benhidjeb T, Kruger M, Jurk K, Knoefel WT, Robson SC, Schulte Am Esch J. Cd133(+) bone marrow stem cells (bmsc) control platelet activation - role of ectontpdase-1 (cd39). Blood cells, molecules & diseases 2019;77:142-148.
- Kuhn S, Splith K, Ballschuh C, Feldbrugge L, Krenzien F, Atanasov G, Benzing C, Hau HM, Engelmann C, Berg T, Schulte Am Esch J, Pratschke J, Robson SC, Schmelzle M. Mononuclear-cell-derived microparticles attenuate endothelial inflammation by transfer of mir-142-3p in a cd39 dependent manner. Purinergic Signal 2018;14:423-432.
Diese Publikationen zeigen die Vielfalt und den Umfang der Forschungsaktivitäten des Zentrums und tragen zur Weiterentwicklung der medizinischen Erkenntnisse bei.
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Schlafstörungen bei Patienten mit Wilson-Krankheit
Ein weiterer interessanter Aspekt der Forschungsarbeit betrifft die Untersuchung von Schlafstörungen bei Patienten mit Wilson-Krankheit (WD). Die Wilson-Krankheit ist eine seltene, erbliche Stoffwechselstörung, die zu einer Anreicherung von Kupfer im Körper führt, insbesondere in der Leber und im Gehirn.
In einer Studie wurden Schlafstörungen bei 19 neu diagnostizierten, unbehandelten WD-Patienten untersucht. Obwohl die Patienten beiRoutineuntersuchungen keine depressiven Symptome oder Schlafstörungen berichteten, zeigten polysomnographische Analysen signifikante Unterschiede im Vergleich zu Kontrollpersonen:
- Kürzere mittlere Gesamtschlafzeit (366,2 vs. 451,7 min)
- Geringerer Anteil an REM-Schlaf (15,4 vs. 20,6%)
- Längere Schlaflatenz (36,7 vs. 10,4 min)
- Geringere Schlafeffizienz (76,2 vs. 93,8%)
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schlafstörungen bei WD-Patienten häufiger auftreten als bisher angenommen und möglicherweise einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben.
Weitere Forschungsbereiche und Kooperationen
Neben den bereits genannten Schwerpunkten engagiert sich das Zentrum auch in weiteren Forschungsbereichen, wie beispielsweise der Entwicklung neuer chirurgischer Techniken und der Untersuchung von Entzündungsprozessen im Körper. Die enge Kooperation mit der Universität Bielefeld und die Mitgliedschaft im Forschungsverbund Biomedizin Bielefeld e.V. (FBMB) ermöglichen einen interdisziplinären Austausch und fördern innovative Forschungsansätze.
Bedeutung der Forschung für die Patientenversorgung
Die Forschungsergebnisse des Zentrums tragen dazu bei, die Patientenversorgung kontinuierlich zu verbessern. Durch die Entwicklung neuer Therapieansätze und die Optimierung bestehender Behandlungsmethoden können die Lebensqualität der Patienten gesteigert und die Behandlungsergebnisse verbessert werden. Die enge Verknüpfung von Forschung und klinischer Praxis ermöglicht es, neue Erkenntnisse schnell in die Patientenversorgung zu integrieren und somit einen direkten Nutzen für die Patienten zu erzielen.
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