Japanische Enzephalitis und Sicherheitshinweise für Reisende in Singapur

Singapur, ein wirtschaftlich hoch entwickelter Stadtstaat mit einer beeindruckenden Skyline, multikulturellen Gesellschaft und fortschrittlichen Wirtschaft, ist ein attraktives Reiseziel. Mit einer reichen kulturellen Vielfalt, atemberaubenden Gärten und einer blühenden Kunstszene bietet Singapur eine einzigartige Mischung aus Tradition und Moderne. Dieser Artikel beleuchtet wichtige Gesundheits- und Sicherheitshinweise für Reisende, insbesondere im Hinblick auf die Japanische Enzephalitis und andere potenzielle Risiken.

Sicherheit und Kriminalität

Die Regierung von Singapur ist sich einer allgemeinen terroristischen Bedrohung bewusst, jedoch gibt es derzeit keine Anzeichen für eine konkrete Bedrohung. Die Lage ist stabil und die Kleinkriminalität sehr niedrig. Dennoch sollten Reisende Vorsicht walten lassen, da Taschendiebstähle und Handtaschenraub an von Touristen frequentierten Orten nicht ausgeschlossen werden können. Es wird empfohlen, Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher aufzubewahren und gegebenenfalls elektronische Kopien oder Fotos zu speichern.

Infrastruktur und Transport

Singapur verfügt über eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur. Ein dichtes Netz von Bus- und U-Bahnlinien (MRT genannt) sorgt für einen effizienten Transport. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von Taxis, die im Stadtzentrum an vorgesehenen Standorten stehen, aber auch außerhalb des Zentrums meist überall entlang der Straße herangewinkt werden können. Es herrscht Linksverkehr. Das öffentliche Verkehrssystem ist weitläufig mit Rampen, Aufzügen und barrierefreien Einrichtungen ausgestattet, um den Zugang auch älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen und Familien mit kleinen Kindern zu ermöglichen.

Rechtliche Hinweise und Verhaltensregeln

Es ist wichtig, sich mit den lokalen Gesetzen und Verhaltensregeln vertraut zu machen. Die Strafbarkeit homosexueller Handlungen wurde im November 2022 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen, jedoch werden gleichgeschlechtliche Ehen und Partnerschaften nach wie vor rechtlich nicht anerkannt. Auf in der Öffentlichkeit angebrachte Verbotsschilder ist unbedingt zu achten. In Singapur ist es an vielen Orten verboten zu rauchen. Grundsätzlich ist das Rauchen in Gebäuden, Parks, öffentlichen Verkehrsmitteln und im Umkreis von fünf Metern von Bushaltestellen verboten. Das Mindestalter für den Erwerb, Konsum und Handel von Tabakwaren beträgt 21 Jahre. Verdampfer (Vaporisatoren) und E-Zigaretten sind in Singapur verboten, und die Einfuhr, auch für den persönlichen Gebrauch, ist illegal. Der Verzehr von Speisen und Getränken ist in öffentlichen Verkehrsmitteln untersagt und wird mit einem hohen Bußgeld geahndet.

Auf bestimmte Delikte wie Mord, aber auch Drogendelikte steht die Todesstrafe. Strafrechtliche Verbote werden konsequent durchgesetzt, insbesondere werden Drogenhandel und Drogenkonsum streng bestraft. Beim Besuch von Bars, Diskotheken und anderen Abendlokalen sollten auch unterschiedliche kulturelle Prägungen beachtet werden. Als unangemessen geltendes Verhalten von Männern gegenüber Frauen kann zu Festnahme, Haftstrafe und im Extremfall zu Prügelstrafe führen. Alkoholkonsum an öffentlichen Plätzen zwischen 22:30 Uhr und 7 Uhr ist ebenfalls strafbar.

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Währung und Finanzen

Landeswährung ist der Singapur-Dollar (SGD). Das Abheben von Bargeld ist mit Kreditkarten und häufig auch mit Debitkarten an gekennzeichneten Geldautomaten möglich.

Einreise- und Zollbestimmungen

Einreise- und Zollbestimmungen können sich kurzfristig ändern. Es wird empfohlen, sich vorab zusätzlich bei den Vertretungen des Ziellandes zu erkundigen. Von allen Reisenden werden an der Passkontrolle bei jeder Ein- und/oder Ausreise Daumenabdrücke digital eingescannt. Ausgenommen sind Personen unter sechs Jahren. Freigrenzen gibt es für Waren, die nach Singapur zum persönlichen Gebrauch eingeführt werden. Bei einem Aufenthalt bis zu 48 Stunden außerhalb von Singapur beträgt die Freigrenze 100 SGD. Das Mitführen von Gegenständen im Handgepäck, die als Waffen genutzt werden könnten oder Ähnlichkeit mit Waffen aufweisen, kann zu polizeilichen Ermittlungen und Verzögerungen bei der Einreise führen. Tabakwaren dürfen nur gegen eine Einfuhrsteuer eingeführt werden; es gibt keine Freimengen. Raucher, die bei der Einreise mit undeklarierten Zigaretten angetroffen werden, müssen mit einer Strafe von mindestens 200 SGD pro Packung rechnen. Für die Einreise mit bestimmten Haustieren gelten strenge Vorschriften und erfordern eine einmonatige Quarantäne, auch bei direkter Einreise aus Deutschland.

Gesundheitshinweise und Impfungen

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Es wird jedoch empfohlen, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender der STIKO auf aktuellem Stand befinden. Bei Reisen in Nachbarländer sind gegebenenfalls weitere Impfungen notwendig.

Dengue-Fieber

In Singapur wurden in den letzten Jahren hohe Zahlen von Dengue-Fieber-Erkrankungen registriert. Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. Eine Chemoprophylaxe und eine spezifische Therapie existieren nicht.

Chikungunya-Fieber

Chikungunya-Viren werden ebenfalls von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen.

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Hand-Fuß-Mund-Krankheit

In Singapur treten gelegentlich Fälle der Hand-Fuß-Mund-Krankheit auf. Es handelt sich um eine Virusinfektion, die Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt als Schmierinfektion, über Nahrungsmittel oder als Tröpfcheninfektion.

"Haze"

Beim „Haze“ handelt es sich um periodisch auftretende, Smog-ähnliche Luftverunreinigungen, die durch Brandrodung und Schwelbrände in Malaysia und Indonesien verursacht werden. Soweit dort stark erhöhte Schadstoffkonzentrationen vorliegen, können Reizungen der Augen und der Atemwegsorgane auftreten. Insbesondere Herz- und/oder Lungenkranke sowie alte Menschen und Kleinkinder sind stärker gefährdet.

Japanische Enzephalitis

Japanische Enzephalitis wird durch Mücken übertragen und kommt hauptsächlich in ländlichen Regionen vor. Plötzliches Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen können erste Anzeichen dafür sein. Die Krankheit lässt sich nur symptomatisch behandeln, aber es existiert ein Impfstoff dagegen. Abhängig von der Reisezeit und dem Expositionsrisiko kann eine Impfung ratsam sein.

Weitere Gesundheitsrisiken

Die Liste der möglichen Krankheiten in Südostasien ist lang. Malaria ist die gefürchtetste Krankheit, obwohl in vielen Gegenden nur ein sehr geringes Infektionsrisiko besteht. Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Wasser aufgenommen. Hepatitis B wird durch sexuellen Kontakt übertragen und ist in Südostasien weit verbreitet. Typhusbakterien können durch ungenügende Hygienebedingungen übertragen werden. Fadenwürmer werden beim Kontakt mit Erde übertragen. Tollwut wird über tierischen Speichel übertragen.

Empfehlungen

Lassen Sie sich vor einer Reise durch reisemedizinische Beratungsstellen, Tropen- oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Achten Sie auf Mückenschutz durch Verwendung von Moskitomitteln, Schlafen unter einem Moskitonetz und Tragen von langer, heller Kleidung. Beachten Sie Hygieneregeln, insbesondere beim Essen und Trinken.

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Terrorismus

Insbesondere die Terrororganisationen „Al Qaida“ und „Islamischer Staat“ (IS) drohen mit Anschlägen gegen verschiedene Länder und deren Staatsangehörige. Als mögliche Anschlagsziele kommen besonders Orte mit Symbolcharakter in Frage. Die Gefahr, Opfer eines Anschlages zu werden, ist im Vergleich zu anderen Risiken, die Reisen ins Ausland mit sich bringen, nach wie vor vergleichsweise gering.

Reiseversicherung

Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. Ohne ausreichenden Versicherungsschutz sind vor Ort notwendige Kosten zu begleichen.

Reiseandenken und Artenschutz

Viele Reiseandenken unterliegen strengen Einfuhrregeln. Bitte informieren Sie sich bereits vor Antritt Ihrer Reise darüber, welche Reiseandenken aus Artenschutzgründen nicht eingeführt werden dürfen. Naturschutzorganisationen sowie Umwelt- und Zollbehörden raten dazu, kein Risiko einzugehen und grundsätzlich auf Mitbringsel zu verzichten, die aus Tieren oder Pflanzen gefertigt wurden.

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