Die Japanische Enzephalitis (JE) ist eine von Stechmücken übertragene Viruserkrankung, die in Südostasien verbreitet ist. Obwohl das Infektionsrisiko für Touristen eher gering ist, sind bestimmte Regionen und Personengruppen stärker gefährdet. Dieser Artikel beleuchtet das JE-Risiko in Borneo, insbesondere im Kontext von Reisehinweisen und Gesundheitsvorsorge.
Überblick über die Japanische Enzephalitis
Die Japanische Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne selbst zu erkranken. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch nachtaktive Stechmücken. Erkrankungen beim Menschen sind selten, verlaufen jedoch häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich.
Symptome und Diagnose
Meist verläuft die Japanische Enzephalitis entweder völlig ohne Symptome oder mit den Beschwerden einer Grippe (Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen). Bei einem schweren Verlauf entwickelt sich eine Gehirnentzündung. Folgende Krankheitszeichen können dabei auftreten:
- Steifer Nacken
- Muskelzittern
- Bewusstseinsstörungen
- Lähmungen und Krämpfe
Durch Laboruntersuchungen des Blutes oder der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) weisen Mediziner die Japanische Enzephalitis nach.
Prävention
Neben der Impfung gehört ein konsequenter Mückenschutz auf Reisen zu den am besten wirksamen Maßnahmen zur Vorbeugung. Achten Sie auf lange Kleidung und schlafen Sie unter einem Moskitonetz. Effektive Mückenschutzmittel, welche sich auch bei tropischen Mücken bewährt haben, sind Anti Brumm® Forte und Anti Brumm® Ultra Tropical. Sie wehren nicht nur heimische, sondern auch tropische Stechmücken und Zecken sicher ab. Repellents vorsichtig verwenden.
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Risikogebiete in Borneo
Das Risiko, an Japanischer Enzephalitis zu erkranken, variiert je nach Region in Borneo. In Malaysia treten die meisten Fälle dieser Virusinfektion in ländlichen Gebieten (v.a. Sarawak) auf. Betroffen sind insbesondere Kalimantan.
Malaysia
Ein mittleres Malariarisiko besteht in Ostmalaysia (Borneo). Als malariafrei gelten die Zentren von Großstädten wie Georgetown, Kuala Lumpur, Kuantan, Ipoh.
Indonesien
Betroffen sind insbesondere Kalimantan, Bali, Nusa Tenggara, Sulawesi, Molukken, Irian Jaya und Lombok.
Reisehinweise und Sicherheitsempfehlungen für Borneo
Reisende nach Borneo sollten sich vorab über die aktuellen Reisehinweise und Sicherheitsempfehlungen informieren. Diese Informationen können sich kurzfristig ändern und sind wichtig für die Planung und Durchführung einer sicheren Reise.
Allgemeine Sicherheitshinweise
- Terrorismus: In Malaysia besteht weiterhin die Gefahr terroristischer Anschläge. Seien Sie besonders wachsam an belebten Orten und bei besonderen Anlässen.
- Kriminalität: Kriminalität in Form von Diebstählen und auch Überfälle kommen regelmäßig auf offener Straße und in Shopping Malls vor. Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher auf.
- Naturkatastrophen: Machen Sie sich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis vertraut. Vulkane in verschiedenen Landesteilen Indonesiens haben in jüngster Vergangenheit erhöhte Aktivität gezeigt.
- Gesetze und Sitten: In der Provinz Aceh im Nordwesten Sumatras finden Teile der Schariagesetzgebung Anwendung, und zwar sowohl bei muslimischen Personen als auch bei Reisenden nicht-islamischen Glaubens. Homosexuelle Handlungen, Glücksspiel, Alkoholkonsum oder außerehelicher Geschlechtsverkehr können mit Prügelstrafen geahndet werden.
Spezifische Sicherheitshinweise für Malaysia
- Eastern Sabah Safety Zone (ESS ZONE): Nach dem Eindringen philippinischer Rebellen in die östlichen Bezirke des auf Borneo gelegenen Bundesstaats Sabah und der Entführung von Touristen wurde eine Sicherheitszone eingerichtet, in der mit einem erhöhten Aufkommen von Polizei und Militär zu rechnen ist.
- Fahrverbot: Für Wasserfahrzeuge aller Art gilt für die an die ESS ZONE angrenzenden Küstengewässer bis drei Seemeilen Entfernung von der Küste ein nächtliches Fahrverbot von 18 Uhr bis 6 Uhr.
Spezifische Sicherheitshinweise für Indonesien
- Papua: Für Aufenthalte in den fünf Provinzen Papua, Papua Barat (Westpapua), Papua Pegunungan (Papua Hochland), Papua Tengah (Zentralpapua) und Papua Selatan (Südpapua) gelten besondere polizeiliche Vorschriften und Beschränkungen. Insbesondere in Zentralpapua (Papua Tengah) und im Hochland (Papua Pegunungan) kommt es regelmäßig zu teilweise gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Separatistengruppen und Sicherheitskräften.
- Drogengesetze: Indonesien zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinsten Mengen und jeder Art von Drogen hart bestraft.
Gesundheitliche Aspekte und Reisevorbereitung
Eine gute Reisevorbereitung umfasst auch gesundheitliche Aspekte. Reisende sollten sich rechtzeitig vor der Abreise von einem Arzt oder einer reisemedizinischen Beratungsstelle beraten lassen.
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Impfungen
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet müssen alle Personen ab einem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender der STIKO auf aktuellem Stand befinden.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Reisenden eine altersentsprechende Grundimmunisierung sowie eine Hepatitis A-Impfung. Darüber hinaus werden bei bestimmten Risiken die Impfung für Hepatitis B, Influenza (Indikationsgruppe), Japanische Enzephalitis (abhängig von Reisezeit), Tollwut (moderates Risiko für Hundetollwut) und Typhus empfohlen.
Eine Impfung gegen die Japanische Enzephalitis wird vor allem für längere Reisen ab 30 Tagen während der Regenzeit in ländliche Risikogebiete empfohlen.
Malaria
Das Malariarisiko besteht in Indonesien ganzjährig. Ein hohes Risiko liegt in West-Neuguinea (West-Papua) sowie auf der gesamten Insel Sumba. Ein geringes Risiko besteht in den folgenden Regionen: Bali, Java, Sumatra sowie die Inseln Toapaya und Batam; die meisten Teile von Sulawesi; Provinz West-Nusa Tenggara; in der Provinz Ost Nusa Tenggara: die westliche Hälfte der Insel Flores und alle Inseln östlich von Flores; Inseln der Provinz Nord-Maluku und die meisten Inseln der Provinz Maluku sowie die meisten Teile der Insel Timor. Große Städte wie Jakarta gelten als malariafrei.
In Malaysia ist ein geringes Malariarisiko in Westmalaysia (Festland) vorhanden. Ein mittleres Risiko besteht in Ostmalaysia (Borneo). Als malariafrei gelten die Zentren von Großstädten wie Georgetown, Kuala Lumpur, Kuantan, Ipoh.
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Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Bei Reisen in Gebiete mit mittlerem Malariarisiko, die mehr als 48 Stunden von der nächsten medizinischen Einrichtung mit Möglichkeit zur Malariadiagnostik und -therapie entfernt sind, ist die Mitnahme von entsprechenden Medikamenten zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen. Lassen Sie sich bzgl. der Auswahl entsprechender Medikamente ärztlich beraten. Schlafen Sie ggf.
Weitere Gesundheitsrisiken
- Dengue-Fieber: Dengueviren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Eine Chemoprophylaxe und eine spezifische Therapie existieren nicht.
- Chikungunya: Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen.
- Durchfallerkrankungen: Durchfallerkrankungen sind häufige Reiseerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden.
- Tollwut: Landesweit, v.a. auf der malaysischen Halbinsel, Sabah und Sarawak, besteht ein hohes Risiko für Bissverletzungen durch streunende Tiere (Hunde, Affen). Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und ggf.
- Luftqualität: Die Luftqualität in Malaysia insbesondere im Großraum Kuala Lumpur ist während des gesamten Jahres häufig eingeschränkt. Beim „Haze“ handelt es sich um periodisch auftretende, Smog-ähnliche Luftverunreinigungen, die durch Brandrodung und Schwelbrände in Malaysia und vor allem in Indonesien verursacht werden.
Reiseapotheke
In jedes Reisegepäck gehört eine Reiseapotheke, um die kleinen gesundheitlichen Probleme schnell selbst in den Griff zu bekommen. Medikamente gegen Darminfektionen sollten darin auf keinen Fall fehlen.
Müssen Sie auch während Ihrer Reise Medikamente einnehmen, sollten Sie diese in ausreichender Menge in Ihrem Handgepäck mitführen. Dabei ist - je nach Medikament - bei der Einreise eventuell auch eine Bestätigung über die Notwendigkeit der Einnahme dieser Medikamente notwendig. Diese erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt.
Hygiene und Essen
Wenn Sie ein paar einfache Regeln zur Hygiene beachten, bleiben Sie von zahlreichen Krankheiten verschont: Vor dem Essen und nach der Toilette immer Hände waschen - am besten mit eigener Seife - und keine benutzten Handtücher zum Abtrocknen verwenden. Als Trinkwasser oder Wasser zum Zähneputzen benutzen Sie idealerweise in Flaschen abgefülltes Mineralwasser oder abgekochtes Wasser. Da bis zu 50% aller Fernreisenden an Durchfall, erkranken, sollten Sie sich beim Essen an die folgende Regel halten: Boil it, cook it, peel it or forget it - Koche es, brate es, schäle es oder vergiss es!
Einreisebestimmungen
Seit Oktober 2025 müssen alle Passagiere, die über die internationalen Flughäfen in Indonesien einreisen, eine digitale Einreisekarte (arrival card) vorweisen. Diese kann 72 Stunden vor der geplanten Einreise über die Plattform All Indonesia online ausgefüllt werden.
Visa für deutsche Staatsangehörige können bei der Einreise beantragt werden. Das Visum (Visum bei Einreise) ist bis zu 30 Tage gültig. Ein elektronisches Visum on Arrival kann bereits vor Einreise online bei der indonesischen Einwanderungsbehörde beantragt und bezahlt werden. Eine einmalige Verlängerung kann ebenfalls online beantragt werden. Im Rahmen der Visumsverlängerung ist die persönliche Vorsprache bei der örtlich zuständigen Einwanderungsbehörde zwecks Erfassung biometrischer Informationen erforderlich.
Seit Dezember 2023 ist die elektronische Anmeldung über die Malaysia Digital Arrival Card (MDAC) innerhalb von drei Tagen vor Einreise erforderlich. Bei geplanter Einreise über die Flughäfen KLIA1 und KLIA2 in Kuala Lumpur haben Angehörige bestimmter Staaten (darunter Deutschland) die Möglichkeit das „E-Gate/Autogate“ zu nutzen und so ggf. längere Wartezeiten bei der Passkontrolle vermeiden.
Reisedokumente müssen sechs Monate über die Einreise hinaus gültig sein, freie Seiten enthalten und unbeschädigt sein.
Rechtliche Besonderheiten
Am 2. Januar 2026 ist ein neues Strafrecht in Indonesien in Kraft getreten, dem zufolge u.a. außerehelicher Geschlechtsverkehr mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden kann. Anzeigeberechtigt sind dabei ausschließlich Kinder und Eltern der Betroffenen sowie die Ehepartner. Darüber hinaus kann auch die Beleidigung (auch online) des Präsidenten oder Vizepräsidenten sowie der Regierung und staatlicher Institutionen auf Antrag der Betroffenen Haftstrafen nach sich ziehen. Der Straftatbestand der Blasphemie wurde ebenfalls verschärft. Bei öffentlichen Äußerungen, Gesprächen, im Internet sowie in den sozialen Medien, wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Aufgrund des Autonomiestatus der Provinz Aceh unterscheidet sich das dortige Strafrecht vom Rest Indonesiens. Durch Einführung einzelner Elemente islamischen Strafrechts stehen dort Handlungen wie Glücksspiel, Alkoholkonsum, außerehelicher Sex oder homosexuelle Beziehungen unter Strafe. Diese Strafvorschriften werden auch auf Nichtmuslime angewandt.
Einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen können in Malaysia mit bis zu 20 Jahren Gefängnis und Stockschlägen bestraft werden. 2023 wurde der Besitz und die Verbreitung von LGBTIQ-Symbolen unter Strafe (drei Jahre Gefängnis und/oder 4.000 EUR Geldstrafe) gestellt; zu diesen Symbolen zählen auch persönliche Gegenstände/Accessoires mit LGBTIQ-Schriftzug und in Farben des Regenbogens, wie z. B.
Die Einfuhr und der Besitz jeglicher Art von Drogen (auch Cannabis) und Rauschmitteln sind strikt verboten und werden mit hohen Freiheitsstrafen geahndet. Für den Handel mit Rauschgift kann die Todesstrafe verhängt werden; als Handel wird bereits der Besitz von bestimmten Mengen an Betäubungsmitteln gewertet.
Indonesien hat für Einreisende eine Verpflichtung zur Registrierung der International Mobile Equipment Identity (IMEI)-Nummer eingeführt. Dies betrifft Mobiltelefone und sonstige mit einer SIM-Karte ausgestattete elektronische Geräte, die in Indonesien benutzt werden sollen.
Bargeld und Zahlungsmittel mit einem Gegenwert über 100 Mio. IDR (ca. 6.000 EUR) müssen bei Einreise dem indonesischen Zoll gemeldet werden.
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