Thailand, das "Land des Lächelns", ist ein beliebtes Reiseziel in Südostasien. Neben Erholungsreisen und Besichtigungsreisen spielen auch Geschäftsreisen eine wesentliche Rolle. Bei aller Planung und Vorfreude auf einen Aufenthalt sollte aber auch immer an die gesundheitliche Vorsorge gedacht werden. Ein wichtiger Aspekt ist das Risiko einer Japanischen Enzephalitis (JE), insbesondere im Golf von Thailand.
Was ist Japanische Enzephalitis?
Die Japanische Enzephalitis ist eine Viruskrankheit, die durch den Stich infizierter blutsaugender Moskitos (Mücken) auf den Menschen übertragen wird. Die Mücken infizieren sich meist von Tieren wie Hausschweinen oder Wasservögeln. Die Mücken sind vor allem nachts aktiv, hauptsächlich kurz nach Sonnenuntergang und erneut nach Mitternacht. Übertragungen sind aber auch am Tag möglich.
Verbreitung der Japanischen Enzephalitis
JE-Infektionen sind aus gemäßigten, subtropischen und tropischen Regionen Asiens und den nördlichen Regionen Australiens bekannt. Aktuelle Verbreitungsgebiete erstrecken sich von China und Japan im Norden und Osten bis nach Indien und Pakistan im Westen bzw. bis zur Nordspitze Australiens im Süden. In den betroffenen Ländern gelten die tropischen Regionen als endemisch, während in Regionen mit subtropischem und gemäßigtem Klima ein epidemisches Auftreten beobachtet wird.
Entscheidend für eine Übertragung ist das Vorhandensein von Reservoirwirten (Schweine) und Brutstätten von Moskitos (Reisfelder). In den vergangenen Jahren wurde in vielen asiatischen Ländern aufgrund der Zunahme von Schweinezuchten auch außerhalb des ländlichen Gebiets ein erhöhtes Infektionsrisiko in vorstädtischen Gebieten festgestellt.
Saisonale Schwankungen
Die Hauptsaison der Übertragung ist von Region zu Region unterschiedlich:
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- Japan: Juni/Juli bis Oktober/November
- Südkorea: Mai bis November
- Thailand und Vietnam: April bis Oktober bzw. November
Symptome und Verlauf
Die meisten Bewohner in endemischen Ländern infizieren sich bereits vor dem 15. Lebensjahr, erkranken dabei gar nicht oder leiden nur unter grippeähnlichen Allgemeinsymptomen. Bei etwa einem Prozent der Infizierten verläuft die Krankheit jedoch schwer unter dem Krankheitsbild einer Gehirnentzündung (Enzephalitis). Bei 30 bis 50 Prozent der an Enzephalitis Erkrankten bleiben schwere neurologische Restschäden (Schädigungen des Nervensystems) zurück. Die Sterblichkeit liegt etwa bei 30 Prozent.
Inkubationszeit: Durchschnittlich 5 - 15 Tage
Krankheitsbild:
- Meist asymptomatisch (ca. 99 Prozent der Fälle) oder milde grippeähnliche Symptome
- Neurologische Symptome: Enzephalitis, Meningismus (Auftreten mehrerer Symptome wie Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Photophobie, Phonophobie, Übelkeit und Erbrechen), Verwirrtheit, Verhaltensänderungen, schlaffe Paresen (Lähmungen), parkinsonoide Bewegungsmuster, Krampfanfälle, Koma, Guillain-Barré-Syndrom
Prognose der symptomatischen Fälle:
- Bei 30 Prozent folgenlose Ausheilung
- Bei 30 - 50 Prozent bleibende neurologische Folgeschäden wie z. B. motorische, kognitive und/oder sprachliche Defizite
- Bei etwa 30 Prozent der Fälle: Tod
Selbst bei lebenslang nachweisbaren Antikörpern ist ein lebenslanger Schutz nicht gesichert!
Risikofaktoren
Zu den Risikofaktoren für eine symptomatische Erkrankung und einen schweren Verlauf gehören z. B. höheres Alter, Schwangerschaft und fehlende Immunität, auch gegen andere Flaviviren, wie z. B. Dengue-Viren.
Schutzmaßnahmen und Impfung
Allgemeine Maßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen, wie sie auch in Malaria-Gebieten empfohlen werden, senken das Infektionsrisiko. Dazu gehören:
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- Insektenschutzmittel: Verwendung von DEET-haltigen oder anderen wirksamen Insektenschutzmitteln auf unbedeckter Haut.
- Schützende Kleidung: Tragen von langärmliger Kleidung und langen Hosen, besonders während der Dämmerung und in der Nacht.
- Moskitonetze: Verwendung von Moskitonetzen über Betten, besonders in nicht klimatisierten Räumen.
- Vermeidung von Brutstätten: Beseitigung von stehendem Wasser in der Umgebung der Unterkunft, um die Vermehrung von Moskitos zu reduzieren.
Impfung:
In Deutschland steht ein Impfstoff zu Verfügung, der inaktivierte (abgetötete) Japanische-Enzephalitis-Viren enthält. Die Impfviren werden aus Zellkulturen gewonnen. Der JE-Impfstoff wird in der Regel in den Oberarmmuskel gespritzt. Der Impfstoff ist für Erwachsene, Jugendliche und auch für Kinder ab 2 Lebensmonaten zugelassen.
Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Injektionen in einem Mindestabstand von 4 Wochen, sie sollte mindestens 1 Woche vor einem möglichen Kontakt zu JE-Viren abgeschlossen sein.
Reisehinweise und Gesundheitsvorsorge für Thailand
Neben dem JE-Risiko gibt es weitere gesundheitliche Aspekte, die bei einer Reise nach Thailand beachtet werden sollten:
Aktuelle Reiseinformationen
Die Ausbreitung von COVID-19 führt weiterhin zu Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Thailand wird derzeit aufgrund fortbestehender Einreisebeschränkungen abgeraten.
Die Einreise nach Thailand ist grundsätzlich für alle deutschen Staatsangehörigen wieder möglich. Zur Einreise wird eine Sondergenehmigung, Certificate of Entry (COE), benötigt, die online beantragt werden muss. Für alle Einreisenden sind nach Ankunft eine 14-tägige Quarantäne in einer staatlich zugelassenen Isolationseinrichtung sowie mehrere COVID-19-Tests zwingend vorgeschrieben.
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Es muss mit Einschränkungen der Bewegungs- und Reisefreiheit, der Versammlungs- und der Meinungsfreiheit gerechnet werden. Reisende müssen sich den Maßnahmen der Regierung (Überwachungs- und Quarantänemaßnahmen) im Hinblick auf die Bekämpfung des Coronavirus unterziehen.
In öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden besteht Maskenpflicht. Achten Sie auf die Einhaltung der AHA-Vorschriften und befolgen Sie zusätzlich die Hinweise lokaler Behörden.
Sicherheitshinweise
Von Reisen in die Provinzen Narathiwat, Yala und Pattani sowie Teile von Songkhla im Süden Thailands wird dringend abgeraten.
Es kann in allen Landesteilen vermehrt zu Demonstrationen und anderen Kundgebungen kommen. Gewaltsame Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften sind nicht auszuschließen.
Thailand verzeichnet zunehmende Kriminalität. Neben Diebstahl und Betrugsfällen kommen auch Gewaltverbrechen wie Vergewaltigung und Raubüberfälle vor.
Natur und Klima
Es herrscht tropisches Klima. Insbesondere in der Regenzeit von Mai bis Oktober kommt es häufig zu großflächigen Überschwemmungen und Erdrutschen. Im Südosten der Thai-Halbinsel kommt es auch von November bis Januar zu Starkregen und vereinzelten Tropenstürmen.
Impfungen und medizinische Versorgung
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind in Thailand keine Impfungen vorgeschrieben. Eine gültige Schutzimpfung gegen Gelbfieber müssen Sie nur dann nachweisen, wenn Sie sich innerhalb der letzten zehn Tage vor Einreise in einem Land aufgehalten haben, in dem man sich theoretisch hätte infizieren können.
Speziell für Thailand raten Experten zur Impfung gegen Hepatitis A. Je nach Saison in Thailand sollten sich vor allem Personen über 60 Jahre auch gegen Grippe impfen lassen. Bleiben Sie länger im Land oder reisen Sie unter einfachen Bedingungen, sollten Sie zusätzlich folgende Impfungen in Betracht ziehen: Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis und Typhus.
Die medizinische Versorgung in den Privatkliniken der Großstädte und touristisch erschlossenen Gebieten entspricht dem Niveau in Westeuropa. Im übrigen Land ist die Versorgung gewährleistet, aber nicht immer auf westeuropäischem Niveau. Wer nach Thailand reist, sollte unbedingt eine private Auslandskrankenversicherung abschließen.
Weitere Gesundheitsrisiken
- Dengue-Fieber: Im gesamten Land, auch in den großen Städten, kommt es zur Übertragung von Dengue-Fieber. Wichtig als Schutzmaßnahme ist die Vermeidung von Mückenstichen - auch tagsüber. Außerdem gibt es jetzt auch einen neuen Impfstoff gegen Dengue, der für Personen ab vier Jahren in Europa zugelassen ist.
- Chikungunya-Fieber und Zika-Virus: Landesweit tritt auch Chikungunya-Fieber auf, ebenfalls übertragen von Stechmücken. Außerdem gibt es Infektionen mit dem Zika-Virus. Auch das Zika-Virus wird vor allem durch Mückenstiche übertragen.
- Malaria: Die Krankheit tritt vor allem in den ländlichen Gebieten entlang der Grenze zu Myanmar bis hinunter nach Kanchanaburi auf. Auch auf den Inseln Ko Chang und Ko Mak besteht zwar theoretisch ein Malariarisiko, es ist aber allenfalls sehr gering. Malariafrei sind zentrale Gebiete in der Nordhälfte des Landes sowie die Städte Bangkok, Chanthaburi, Chiang Mai, Chiang Rai, Pattaya, die Halbinsel Phuket und die Insel Ko Samui.
- Quallen: In den Gewässern der Andamanensee sowie des Golfs von Thailand finden sich unterschiedliche Quallenarten. In den vergangenen Jahren wurden allerdings wiederholt auch giftige Arten gesichtet, insbesondere in der Regenzeit zwischen Mai und Oktober. Dazu zählen die Portugiesische Galeere sowie die Würfelqualle.
- Reisedurchfall: Viele Reisende erkranken an einem Reisedurchfall. Daher ist eine sorgfältige Hygiene bei Nahrungsmitteln und Trinkwasser erforderlich.
Verhaltenshinweise
- Benutzen Sie nur Taxis oder Tuk-Tuks, deren Fahrer Sie selbst angesprochen haben.
- Bereiten Sie Trekking-Touren gut vor und unternehmen Sie diese am besten in einer Reisegruppe unter sachkundiger Führung.
- Achten Sie bei Fähren und Ausflugsbooten auf Sicherheits- und Rettungseinrichtungen und seien Sie entsprechend vorsichtig.
- Nehmen Sie in Fällen möglicher Erpressung mithilfe von korrupten Polizisten unverzüglich Kontakt mit der deutschen Botschaft in Bangkok auf.
- Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf.
- Bevorzugen Sie bargeldlose Zahlungen und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
- Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, in Bussen und an Stränden aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
- Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.
- Achten Sie beim Betreten von Tempeln, Moscheen und Kirchen auf angemessene Kleidung.
- Vor Erwerb, Besitz, Verteilung sowie Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art (auch Marihuana, Ecstasy und anderer Amphetamine) wird dringend gewarnt. Schon der Besitz geringer Rauschgiftmengen führt zu hohen Freiheitsstrafen; für einzelne Delikte sehen die thailändischen Strafgesetze die Todesstrafe vor.
- Das thailändische Königshaus genießt besonderen Respekt. Abfällige oder kritische Bemerkungen können als Majestätsbeleidigung mit Haftstrafen bis zu 15 Jahren bestraft werden.
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