Exostose im Kopfbereich: Ursachen und Behandlung von Nervenschmerzen

Exostosen sind gutartige Knochenwucherungen, die an verschiedenen Knochen im Körper auftreten können. Im Kopfbereich können sie zu Nervenschmerzen führen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Exostosen im Kopfbereich, insbesondere im Zusammenhang mit Nervenschmerzen.

Was sind Exostosen?

Als Exostosen werden Knochenwucherungen bezeichnet, die an der Oberfläche eines Knochens entstehen. Sie können überall im Körper auftreten, wobei Hände, Handgelenke und Füße häufig betroffen sind. In der Orthopädie wird zwischen Knochenwucherungen, die durch Überlastung entstehen oder verstärkt werden (wie beim Hallux Valgus), und gutartigen Knochentumoren (Osteomen) unterschieden.

Ursachen von Exostosen

Die Ursachen für die Entstehung von Exostosen sind vielfältig. In den meisten Fällen treten sie isoliert auf, wobei eine Überlastung, Verletzung oder Entzündung als Ursache in Frage kommt. Auch eine Versprengung von Teilen der Epiphysenfuge (Wachstumsfuge) wird als Auslöser diskutiert. Nur in etwa 10 Prozent der Fälle treten Knochenwucherungen gehäuft in verschiedenen Bereichen des Körpers auf.

Gutartige Knochenwucherungen treten häufig im Kindes- und Jugendalter auf. Die auch als Überbein bezeichneten Osteome entwickeln sich im Laufe des Knochenwachstums. Sobald das Wachstum abgeschlossen ist, wachsen auch die kartilaginären Exostosen in der Regel nicht mehr weiter. Es ist jedoch wichtig, diese insbesondere bei Wachstumsschüben kontinuierlich zu überwachen.

Eine genetische Veranlagung kann ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Exostosen spielen. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, die Wachstumsfuge zu schützen, indem Kinder und Jugendliche ausreichend Pausen zwischen Sporteinheiten einlegen und sich nicht überlasten. Andernfalls können durch chronische Überlastung Mikrotraumata in der Epiphysenfuge entstehen.

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Exostosen im Gehörgang (Surferohr)

Eine spezielle Form der Exostose tritt im Gehörgang auf und wird oft als Surferohr bezeichnet. Diese Knochenwucherungen entstehen vermutlich durch wiederholten Kontakt mit kaltem Wasser, was insbesondere bei Wassersportlern wie Surfern, Tauchern und Schwimmern vorkommt. Das kalte Wasser kann den Druck auf das Knochengewebe im Gehörgang erhöhen und Entzündungen verursachen, was letztendlich zur Bildung von Exostosen führt.

Symptome von Exostosen

Einzeln auftretende Exostosen werden häufig nicht bemerkt, es sei denn, sie zeichnen sich als Knubbel unter der Haut ab oder verursachen Beschwerden. Die Symptome hängen stark von der Lokalisation und Größe der Exostose ab.

Mögliche Symptome sind:

  • Schmerzen: Exostosen können Schmerzen verursachen, insbesondere wenn sie auf Nerven oder andere Gewebe drücken.
  • Bewegungseinschränkungen: Je nach Lage können Exostosen die Beweglichkeit von Gelenken einschränken.
  • Sichtbare Veränderungen: Exostosen können als Knubbel oder Auswölbungen unter der Haut sichtbar sein.
  • Wachstumsstörungen und Achsabweichungen: Insbesondere bei multiplen kartilaginären Exostosen kann es zu Wachstumsstörungen und Achsabweichungen, beispielsweise der Beine, kommen.
  • Schmerzen beim Laufen: Patienten mit einem dorsalen Fersensporn am Fersenbein können Schmerzen beim Laufen haben.
  • Entzündungen: Der dauerhafte Entzündungsreiz kann zu Knochenanlagerungen sowie zur Bildung von Entzündungs- und Narbengewebe führen.
  • Konflikte mit Schuhwerk: Ansatztendinosen und die Haglund-Exostose führen fast immer zu Konflikten mit dem Schuhwerk. Der knöcherne Vorsprung am Fersenbein drückt auf den Sehnenansatz, was zu einer Entzündung des Gewebes führt.
  • Wiederkehrende Infektionen, Schmerzen und Hörminderungen: Exostosen im Gehörgang können zu wiederkehrenden Infektionen, Schmerzen und Hörminderungen führen.

Nervenschmerzen durch Exostosen im Kopfbereich

Im Kopfbereich können Exostosen auf Nerven drücken und dadurch Nervenschmerzen verursachen. Die Art und Intensität der Schmerzen hängen davon ab, welcher Nerv betroffen ist. Mögliche Symptome sind:

  • Kopfschmerzen: Dumpfe oder stechende Kopfschmerzen, die sich bei bestimmten Bewegungen verstärken können.
  • Gesichtsschmerzen: Schmerzen im Bereich des Gesichts, die sich bis in den Kiefer oder die Zähne ausbreiten können.
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln: Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Gesicht, in der Kopfhaut oder im Nacken.
  • Muskelschwäche: In seltenen Fällen kann es zu einer Schwäche der Gesichtsmuskulatur kommen.

Diagnose von Exostosen

Die Diagnose von Exostosen erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren.

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Körperliche Untersuchung

Der Arzt wird den betroffenen Bereich sorgfältig abtasten, um die Größe, Form und Lage der Exostose zu beurteilen. Dabei wird auch auf Druckschmerzhaftigkeit und Bewegungseinschränkungen geachtet.

Bildgebende Verfahren

Um genauere Informationen über die Exostose zu erhalten, können verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt werden:

  • Röntgen: Röntgenaufnahmen können die knöcherne Struktur der Exostose darstellen und helfen, ihre Größe und Form zu beurteilen.
  • Ultraschall: Eine Ultraschalluntersuchung kann verwendet werden, um Weichteile in der Umgebung der Exostose zu beurteilen und Entzündungen oder andere Veränderungen zu erkennen.
  • Computertomographie (CT): Eine CT-Untersuchung liefert detailliertere Bilder der Knochenstruktur und kann helfen, die genaue Lage und Ausdehnung der Exostose zu bestimmen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Eine MRT-Untersuchung kann verwendet werden, um Weichteile, Nerven und Blutgefäße in der Umgebung der Exostose darzustellen und mögliche Kompressionen oder Entzündungen zu erkennen.

Diagnose der multiplen kartilaginären Exostosenerkrankung (MKE)

Die Diagnose der multiplen kartilaginären Exostosenerkrankung (MKE) erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, die die typischen Veränderungen der Knochen sichtbar machen. In einigen Fällen werden auch MRT oder CT eingesetzt, um das Ausmaß der Exostosen genauer zu beurteilen. Genetische Tests können die Diagnose bestätigen und die zugrunde liegenden Mutationen in den EXT-Genen identifizieren.

Behandlung von Exostosen

Die Behandlung von Exostosen richtet sich nach den Beschwerden, der Lokalisation und der Größe der Wucherung. Nicht jede Exostose muss behandelt werden. Wenn die Exostose keine Beschwerden verursacht, ist in der Regel keine Behandlung erforderlich.

Konservative Behandlung

Bei leichten Beschwerden können konservative Maßnahmen ausreichend sein, um die Symptome zu lindern:

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  • Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen, Schmerzen zu lindern.
  • Entzündungshemmende Medikamente: Entzündungshemmende Medikamente können helfen, Entzündungen in der Umgebung der Exostose zu reduzieren.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit zu verbessern und die Muskeln zu stärken.
  • Anpassung des Schuhwerks: Bei Exostosen an den Füßen kann das Tragen von bequemen Schuhen mit ausreichend Platz helfen, Druck und Reibung zu reduzieren.
  • Schonung: Vermeiden Sie Aktivitäten, die die Beschwerden verstärken.
  • Kühlende Umschläge: Kühlende Umschläge können helfen, Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.
  • Einlagen: Bei Fußfehlstellungen können Einlagen helfen, den Fuß zu stabilisieren und die Belastung gleichmäßiger zu verteilen.
  • Fußübungen: Bei bestimmten Arten von Exostosen, wie dem Schneiderballen, können Fußübungen helfen, die Beschwerden zu lindern.
  • Erhöhung der Ferse: Kurzzeitig kann eine Erhöhung der Ferse, z.B. durch ein Fersenkissen, durchgeführt werden. Dadurch wird der Druck der Achillessehne reduziert.
  • Physikalische Maßnahmen (Eis, Wärme, Ultraschall) oder die Verwendung von Schmerzgels: Können ebenfalls eine Linderung erbringen.

Operative Behandlung

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder die Exostose erhebliche Beschwerden verursacht, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Das Ziel der Operation ist es, die Exostose zu entfernen und den Druck auf umliegende Gewebe zu reduzieren.

Die operative Entfernung der Exostosen (Exostosenabtragung) erfolgt in der Regel vollständig, einschließlich der Knorpelkappe, um ein erneutes Wachstum zu verhindern. Bei Deformitäten der Knochen oder Gelenke, die durch das ungleichmäßige Wachstum entstanden sind, können korrigierende Osteotomien notwendig sein. In einigen Fällen, besonders bei Kindern im Wachstum, können auch temporäre Epiphyseodesen zur Korrektur von Beinlängendifferenzen oder Achsfehlstellungen durchgeführt werden.

Operative Techniken

Es gibt verschiedene operative Techniken zur Entfernung von Exostosen. Welche Technik angewendet wird, hängt von der Lokalisation, Größe und Form der Exostose ab.

  • Offene Operation: Bei einer offenen Operation wird ein Hautschnitt über der Exostose gemacht, um Zugang zum Knochen zu erhalten. Die Exostose wird dann mit speziellen Instrumenten entfernt.
  • Arthroskopische Operation: Bei einer arthroskopischen Operation werden kleine Hautschnitte gemacht, durch die eine Kamera und spezielle Instrumente eingeführt werden. Die Exostose wird dann unter Sicht entfernt.
  • Endoskopische Technik: Die Haglund Exostose lässt sich dann in offener oder endoskopischer Technik abtragen. In gleicher Prozedur kann ein entzündeter Schleimbeutel entfernt werden.

Risiken der Operation

Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Entfernung von Exostosen Risiken. Mögliche Risiken sind:

  • Infektionen: Infektionen können nach der Operation auftreten und müssen gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden.
  • Nervenschäden: In seltenen Fällen können Nerven während der Operation beschädigt werden, was zu Taubheitsgefühlen oder Muskelschwäche führen kann.
  • Blutungen: Blutungen können während oder nach der Operation auftreten.
  • Narbenbildung: Narben können nach der Operation entstehen.
  • Rezidiv: In seltenen Fällen kann die Exostose nach der Operation erneut auftreten.

Nachbehandlung

Nach der Operation ist eine physiotherapeutische Nachbehandlung wichtig, um die Beweglichkeit wiederherzustellen und zu verbessern.

Behandlung der multiplen kartilaginären Exostosenerkrankung (MKE)

Die Therapie der kartilaginären Exostosenerkrankung richtet sich nach den individuellen Beschwerden und Komplikationen des Patienten. Grundsätzlich ist ein konservatives Vorgehen mit regelmäßigen klinischen und radiologischen Kontrollen die Basis der Behandlung. Diese Überwachung dient dazu, das Wachstum der Exostosen zu verfolgen und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Bei asymptomatischen Exostosen ist oft keine spezifische Therapie erforderlich.

Behandlung von Exostosen im Gehörgang

Wenn Exostosen im Gehörgang Symptome verursachen, wie Schmerzen oder Hörbeeinträchtigungen, kann eine Operation erforderlich sein, um die Exostosen zu entfernen. Während der Operation wird die Knochenwucherung entfernt, um den Gehörgang wieder zu öffnen.

Behandlung der Haglund-Exostose

Eine operative Therapie der Haglund Ferse ist indiziert, wenn konservative Maßnahmen keine ausreichende Beschwerdelinderung erbracht haben und eine persistierende Schmerzhaftigkeit und Beeinträchtigung der Lebensqualität vorliegen.

Vorbeugung von Exostosen

Exostosen vorzubeugen ist vor allem dann nicht einfach, wenn eine genetische Veranlagung zugrunde liegt. Grundsätzlich ist es jedoch sinnvoll, die Wachstumsfuge, die erst mit Abschluss des Wachstums verhärtet, zu schützen. Dies gelingt, indem Kinder und Jugendliche ausreichend Pausen zwischen Sporteinheiten einhalten und sich nicht überlasten.

Bei Exostosen an den Füßen bzw. einer Neigung zum Hallux Valgus sollten Patienten auf gutsitzende Schuhe achten, um die Beschwerden nicht zu verstärken. Wassersportler und Menschen, die häufig in kaltem Wasser schwimmen oder tauchen, sollten Gehörschutz tragen, um den Gehörgang vor langfristigen Schäden durch kaltes Wasser zu schützen. Es ist auch wichtig, den Gehörgang regelmäßig zu reinigen, um Ohrenschmalzansammlungen zu vermeiden, die den Gehörgang blockieren und zu Entzündungen führen können.

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