In den westlichen Industrieländern tritt ein Hirntumor bei etwa einem von 10.000 Einwohnern neu auf, was ihn zu einer seltenen Tumorerkrankung macht. Sowohl Erwachsene als auch Kinder können betroffen sein. Anders als bei vielen anderen Krebserkrankungen sind die auslösenden Faktoren für Hirntumoren weitgehend unbekannt, was die Identifizierung von Risikogruppen erschwert.
Ursachen und Risikofaktoren
Bisher konnten keine spezifischen Risikogruppen identifiziert werden, da die Ursachen für Hirntumoren weitgehend unbekannt sind. Faktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Umwelteinflüsse, Stress oder außergewöhnliche seelische Belastungen scheinen keine Rolle bei der Entstehung eines Hirntumors zu spielen. Auch ein Zusammenhang zwischen Schädel-Hirn-Verletzungen und der Entstehung eines Hirntumors konnte bisher nicht überzeugend belegt werden.
Symptome eines Hirntumors
Ein Hirntumor kann lange Zeit unbemerkt bleiben, da er anfänglich oft keine Beschwerden verursacht. Zu den möglichen Symptomen gehören:
- Krampfanfälle
- Kopfschmerzen, die im Verlauf von Tagen bis Wochen immer heftiger werden und sich mit herkömmlichen Schmerzmitteln nicht oder nur zeitweise bekämpfen lassen
- Sprach-, Seh- und Bewegungsstörungen
- Vergesslichkeit
- Konzentrationsschwäche
- Wesensveränderungen
- Übelkeit und Erbrechen, insbesondere morgens und im Liegen (Nüchternerbrechen)
- Schwindelgefühle
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Zunehmende Müdigkeit und Leistungsknick
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Bei Auftreten solcher Beschwerden sollte jedoch dringend ein Neurologe aufgesucht werden, um die erforderlichen diagnostischen Schritte einzuleiten.
Diagnose von Hirntumoren
Bei Verdacht auf einen Hirntumor stehen verschiedene diagnostische Methoden zur Verfügung. Die präzise Schilderung der Beschwerden und die Erhebung der Krankengeschichte liefern wichtige Informationen für die Diagnose.
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Bildgebende Verfahren
- Computertomographie (CT): Hierbei wird das Gehirn mit Röntgenstrahlen durchleuchtet und in Schnittbildern dargestellt. Tumoren, Verkalkungen und Blutungen können erkannt werden.
- Kernspintomographie (MRT): Die MRT ist das bevorzugte Verfahren zum Nachweis und zur Darstellung von Hirntumoren, da sie Unregelmäßigkeiten im Gehirn detaillierter sichtbar macht als die CT. Sie wird auch dann durchgeführt, wenn die CT keinen auffälligen Befund erbracht hat.
Weitere diagnostische Methoden
- Elektroenzephalogramm (EEG): Mit dem EEG ist eine grobe Lokalisation eines Hirntumors möglich und die Anfallsgefährdung kann ermittelt werden.
- Liquor-Untersuchung: Die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) dient in manchen Fällen zum Ausschluss einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems.
Arten von Hirntumoren
Es gibt verschiedene Arten von Hirntumoren, die sich in ihrer Entstehung, ihrem Wachstum und ihrer Bösartigkeit unterscheiden.
Primäre Hirntumoren
Primäre Hirntumoren entstehen im zentralen Nervensystem selbst, d.h. sie gehen von der Gehirn- bzw. Rückenmarksubstanz oder den sie umgebenden Hirnhäuten aus. Zu den häufigsten primären Hirntumoren gehören:
- Akustikusneurinom (Vestibularis-Schwannom): Ein gutartiger Tumor, der vom Hörnerv ausgeht.
- Astrozytome: Häufige Tumoren, die von den Astrozyten, den Stützzellen des Zentralnervensystems, ausgehen.
- Ependymome: Meist langsam wachsende Tumoren, die Ähnlichkeiten mit den die Hirnhöhlen und den Rückenmarkskanal auskleidenden Ependymzellen haben.
- Gliomatosis cerebri: Ein seltener Hirntumor, bei dem die diffuse Infiltration des Hirngewebes im Vordergrund steht.
- Gangliogliom: Ein langsam wachsender Tumor, der neuronale und gliale Zellen beinhaltet.
- Gliosarkom: Ein seltener, äußerst bösartiger Tumor.
- Hypophysentumoren: Tumoren der Hypophyse, meist Adenome.
- Kraniopharyngeom: Ein gutartiger Tumor, der durch eine Fehlbildung von Restgewebe im Bereich der Hirnanhangdrüse entsteht.
- Medulloblastom: Ein bösartiger embryonaler Tumor des Kleinhirns, der bevorzugt im Kindesalter auftritt.
- Meningeome: Häufige Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen.
- Neuroblastom: Ein bösartiger Tumor, der vom autonomen Nervengewebe ausgeht und vor allem im Kindesalter auftritt.
- Oligoastrozytome: Diffuse Gliome, die Anteile eines Oligodendroglioms und eines Astrozytoms aufweisen.
- Pilozytisches Astrozytom: Ein langsam wachsender, gutartiger Tumor, der vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt.
- Diffuses intrinsisches Ponsgliom (DIPG): Ein Gehirntumor, der insbesondere im Kindesalter auftritt und im Hirnstamm lokalisiert sein kann.
- ZNS-Lymphom: Eine seltene Form von Tumoren des Lymphgewebes im Zentralnervensystem.
- Glioblastom: Die schwerwiegendste Form des Hirntumors, leider bösartig und aggressiv.
Hirnmetastasen
Hirnmetastasen sind Absiedlungen von Krebszellen in das Hirngewebe, die von bösartigen Tumoren außerhalb des Gehirns ausgehen. Häufige Ausgangstumore sind Lungenkrebs, Brustkrebs, Nierenzellkarzinom und bösartiges Melanom.
Hormonelle Verhütung und Hirntumore: Die Mini-Pille im Fokus
Eine aktuelle Studie aus Frankreich hat die Frage aufgeworfen, ob die regelmäßige Einnahme bestimmter Mini-Pillen das Risiko für gutartige Hirntumoren, sogenannte Meningeome, erhöhen könnte. Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Desogestrel, Levonorgestrel und einer Kombinationspille aus Levonorgestrel und Östrogen und dem Auftreten von Meningeomen.
Desogestrel und Meningeom-Risiko
Die Studie ergab, dass Frauen, die Desogestrel über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren kontinuierlich einnahmen, ein deutlich erhöhtes Risiko hatten, an einem Meningeom operiert zu werden. Bei einer kürzeren Einnahmedauer zeigte sich hingegen kein erhöhtes Risiko. Die Forscher stellten außerdem fest, dass sich das Risiko normalisierte, wenn die Einnahme von Desogestrel mehr als ein Jahr vor der Diagnose beendet worden war.
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Levonorgestrel als sicherere Option?
Die Studienautoren folgern daraus, dass Levonorgestrel-basierte Präparate für bestimmte Nutzergruppen eine sicherere Option darstellen könnten, vorausgesetzt, die medizinische Einschätzung spricht nicht dagegen.
Risikobewertung und Empfehlungen
Obwohl die Studie einen Anstieg des relativen Risikos für Meningeome bei Langzeitanwenderinnen von Desogestrel zeigt, bleibt die absolute Zahl der betroffenen Frauen niedrig. Für die Mehrheit der Nutzerinnen besteht daher kein unmittelbarer Anlass zur Sorge. Dennoch empfehlen die Forscher, die Verordnung der Mini-Pille künftig stärker auf die individuelle Risikolage und Einnahmedauer abzustimmen.
Depo-Provera und Meningeom-Risiko
Neben Desogestrel steht auch das hormonelle Präparat Depo-Provera mit dem Wirkstoff Medroxyprogesteronacetat im juristischen Rampenlicht, da eine frühere Studie ein erhöhtes Meningeomrisiko gezeigt hat.
Behandlung von Hirntumoren
Die Behandlung von Hirntumoren hängt von der Art, Größe und Lage des Tumors ab. Zu den gängigen Behandlungsoptionen gehören:
- Operation: Die operative Entfernung des Tumors ist oft die erste Wahl, insbesondere bei gutartigen Tumoren.
- Strahlentherapie: Die Strahlentherapie wird eingesetzt, um Tumorzellen abzutöten oder ihr Wachstum zu verlangsamen.
- Chemotherapie: Die Chemotherapie wird häufig bei bösartigen Tumoren eingesetzt, um die Krebszellen im ganzen Körper zu bekämpfen.
- Tumortherapiefelder (TTF): TTF sind eine relativ neue Behandlungsoption, bei der elektrische Felder eingesetzt werden, um das Wachstum von Tumorzellen zu stören.
- Abwarten und Beobachten: In manchen Fällen, insbesondere bei langsam wachsenden, gutartigen Tumoren, kann es sinnvoll sein, den Tumor zunächst nur zu beobachten und erst bei Bedarf zu behandeln.
Leben mit einem Hirntumor
Die Diagnose eines Hirntumors kann für Betroffene und ihre Angehörigen eine große Belastung darstellen. Es ist wichtig, sich umfassend zu informieren und sich professionelle Unterstützung zu suchen. Krebs-Selbsthilfegruppen sind nach der Akutbehandlung häufig erste und wichtige Anlaufstellen für Patienten, um Mut und Zuversicht zu schöpfen.
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Falsche Schwangerschaft (Pseudogravidität)
Eine falsche Schwangerschaft, auch Pseudogravidität oder Scheinschwangerschaft genannt, ist ein Zustand, bei dem eine Frau glaubt, schwanger zu sein, obwohl sie es nicht ist. Sie kann typische Schwangerschaftssymptome wie Ausbleiben der Menstruation, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtszunahme und sogar das Gefühl von Kindsbewegungen entwickeln.
Ursachen einer falschen Schwangerschaft
Die genauen Ursachen für eine falsche Schwangerschaft sind nicht vollständig geklärt. Psychologische Faktoren spielen jedoch eine wichtige Rolle. Oftmals besteht ein starker Kinderwunsch oder die Angst vor einer Schwangerschaft. In seltenen Fällen können auch hormonelle Störungen oder organische Erkrankungen wie Tumoren der Eierstöcke oder der Hypophyse eine falsche Schwangerschaft auslösen.
Diagnose einer falschen Schwangerschaft
Die Diagnose einer falschen Schwangerschaft wird in der Regel durch einen Schwangerschaftstest und eine Ultraschalluntersuchung gestellt. Beide Tests sind negativ, da keine Schwangerschaft vorliegt.
Behandlung einer falschen Schwangerschaft
Die Behandlung einer falschen Schwangerschaft konzentriert sich in erster Linie auf die psychologische Unterstützung der betroffenen Frau. Es ist wichtig, ihr zu helfen, die Realität zu akzeptieren und mit ihren Gefühlen umzugehen. In manchen Fällen kann auch eine Psychotherapie sinnvoll sein. Wenn eine organische Ursache für die falsche Schwangerschaft vorliegt, muss diese entsprechend behandelt werden.
Zusammenhang zwischen Hirntumorsymptomen und falscher Schwangerschaft
Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Hirntumorsymptomen und einer falschen Schwangerschaft. Beide Zustände können jedoch ähnliche Symptome verursachen, wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Wesensveränderungen. Daher ist es wichtig, bei Auftreten solcher Symptome einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären.
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