Epilepsie und Hautausschlag: Ursachen und Zusammenhänge

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch eine vorübergehende Fehlfunktion von Nervenzellen im Gehirn, die zu einer schnelleren Erregung führen. Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und komplex, und in vielen Fällen bleiben sie unklar.

Hautausschläge hingegen sind Störungen oder Schädigungen der Haut, die äußerlich sichtbar sind und verschiedene Ursachen haben können, von allergischen Reaktionen bis hin zu Infektionen.

Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Epilepsie und Hautausschlägen und untersucht mögliche Zusammenhänge zwischen beiden.

Ursachen von Epilepsie

Die Ursachen von Epilepsie sind komplex und oft unklar. Man unterscheidet kryptogene, idiopathische sowie symptomatische Formen. Genetische Faktoren und äußere Einflüsse spielen oft eine Rolle. Strukturelle Hirnschäden oder Stoffwechselstörungen sind mögliche Auslöser.

Die Entstehung von Epilepsie ist vielfältig und komplex. Oftmals bleibt die genaue Krankheitsentwicklung im Dunklen. So lässt sich in einigen Fällen trotz moderner Untersuchungsmethoden keine konkrete Ursache für epileptische Anfälle identifizieren, obwohl es deutliche Hinweise auf eine Ursache im Gehirn gibt. Dann spricht man von ungeklärter (kryptogener) Epilepsie.

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Manchmal lässt sich auch überhaupt nicht erklären, warum es bei einem Patienten zu epileptischen Anfällen kommt. Es gibt keinerlei Hinweise auf die Ursache, wie etwa krankhafte Veränderungen im Gehirn oder Stoffwechselstörungen. Das nennen Mediziner eine idiopathische Epilepsie.

Neuerdings ersetzen Mediziner dieser Begriff aber (zumindest teilweise) durch "genetische Epilepsie": Bei vielen Betroffenen bestehen nämlich vermutlich oder nachweislich genetische Veränderungen, etwa an Bindungsstellen (Rezeptoren) für Nervenbotenstoffe. Solche genetischen Veränderungen leisten Experten zufolge wahrscheinlich einen Beitrag zur Entstehung der Epilepsie.

Vererbbar ist sie deswegen meist trotzdem nicht. Die Eltern geben meist nur die Anfälligkeit für Krampfanfälle an ihre Kinder weiter. Zur Erkrankung kommt es dann erst, wenn äußere Faktoren hinzukommen (wie Schlafentzug oder hormonelle Umstellungen).

Schließlich gibt es im Hinblick auf die Ursachen noch eine weitere Gruppe von Epilepsien: So lassen sich bei vielen Patienten strukturelle Veränderungen des Gehirns oder Grunderkrankungen als Ursache der epileptischen Anfälle identifizieren. Das bezeichnen Mediziner als symptomatische Epilepsie oder - nach neueren Vorschlägen - als strukturell/metabolische Epilepsie.

Darunter fallen zum Beispiel epileptische Anfälle, die auf angeborenen Fehlbildungen des Gehirns oder bei der Geburt erworbenen Hirnschäden beruhen. Auch Schädel-Hirn-Traumata, Hirntumoren, Schlaganfall, Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhäute (Meningitis) sowie Stoffwechselstörungen (Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen et cetera) zählen hier zu den möglichen Epilepsie-Ursachen.

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Manchmal ist eine Epilepsie sowohl genetisch als auch strukturell/metabolisch bedingt. So wird bei manchen Menschen mit genetischer Anfälligkeit für epileptische Anfälle erst durch einen Schlaganfall, eine Hirnhautentzündung, eine Vergiftung oder eine andere konkrete Erkrankung die Epilepsie-Erkrankung ausgelöst.

Arten von Epilepsie

Abhängig von den auftretenden Anfallsformen und somit dem Ort der übermäßigen Aktivität im Gehirn kann man zwischen unterschiedlichen Arten der Epilepsie unterscheiden, unter anderem:

  • fokale Epilepsie
  • generalisierte Epilepsie
  • kombiniert generalisierte und fokale Epilepsie
  • unklassifizierte Epilepsie

Fokale Epilepsie

Bei der fokalen Epilepsie existiert ein Fokus der übermäßigen Aktivität auf einen bestimmten Bereich des Gehirns. Dadurch kann bei einigen fokalen Epilepsien anhand der Symptome des Anfalls auf die Lokalisation geschlossen werden. Der Okzipitallappen verarbeitet beispielsweise, was unsere Augen wahrnehmen und spielt so eine wichtige Rolle für unser Sehen. Daher kommt es bei der Okzipitallappenepilepsie zu visuellen Phänomenen, wie zum Beispiel dem Sehen von Blitzen oder Ausfällen des Sehens.

Andere Beispiele für fokale Epilepsien sind:

  • Rolando-Epilepsie
  • Temporallappenepilepsie
  • Frontallappenepilepsie
  • Parietallappenepilepsie
  • Epilepsie des Kindesalters mit okzipitalen Paroxysmen
  • Autosomal-dominante nächtliche Frontallappenepilepsie
  • Familiäre Temporallappenepilepsie

Generalisierte Epilepsie

Bei der generalisierten Epilepsie ist das gesamte Großhirn betroffen. Es kann hierbei zu Absencen kommen, das heißt kurzen Bewusstseinspausen, in denen die Betroffenen häufig innehalten und nicht mehr ansprechbar sind.

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Auslöser von epileptischen Anfällen

Epileptische Anfälle können aus heiterem Himmel auftreten. In vielen Fällen sind aber auch bestimmte Trigger eines Anfalls bekannt. Die Auslöser können sich im individuellen Fall unterscheiden. Zu den häufigsten Triggern von epileptischen Anfällen gehören unter anderem:

  • Schlafmangel
  • unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • starke körperliche oder seelische Belastung (Stress)
  • hohes Fieber
  • Alkohol und Alkoholentzug
  • Drogen oder Schlafmittelentzug
  • eher selten flackerndes Licht (Computerspiele, Stroboskopbeleuchtung in Clubs)

Symptome von Epilepsie

Ein epileptischer Anfall kann sich unterschiedlich zeigen. Die wohl bekannteste Form ist die eines am ganzen Körper krampfenden Menschen. Das nennt man auch tonisch-klonischer Anfall. Typische Symptome dabei sind Bewusstlosigkeit, durch die es zu Stürzen kommt, sowie geweitete Pupillen, ein kurzes Aussetzen der Atmung und eine Versteifung des Körpers. Anschließend zeigen sich starke Zuckungen an Armen und Beinen, am Rumpf und im Gesicht.

Darüber hinaus können auch sogenannte Absencen auftreten. Dabei hat die betroffene Person plötzlich kurze Bewusstseinsaussetzer, während denen sie auch nicht mehr ansprechbar ist. Es entstehen Erinnerungslücken.

Die Anzeichen eines fokalen Anfalls können unterschiedlich sein. Nicht immer ist das Bewusstsein beeinträchtigt, teils nehmen Außenstehende die Anfälle gar nicht war oder Betroffene können ihre Symptome selbst wahrnehmen und beschreiben.

Epileptische Anfälle haben typischerweise Nachwirkungen. Dazu gehören Verwirrtheit oder der sogenannte Terminalschlaf, ein mehrere Minuten bis Stunden andauernder Tiefschlaf. Es kann auch zu vorübergehenden Lähmungen kommen, die auch die gesamte Körperseite betreffen können. Diese werden auch Todd’schen Parese genannt.

Diagnose von Epilepsie

Wird ein epileptischer Anfall vermutet, so wird zunächst versucht, durch Beschreibungen der betroffenen Person und von Zeug*innen des Anfalls Einzelheiten über den Anfall zu erfahren. Es gibt unterschiedliche Ursachen für einen Anfall, nicht immer ist Epilepsie der Grund. So können Anfälle auch psychogen (also durch psychische Ursachen) bedingt sein. Es handelt sich dann um sogenannte dissoziative Anfälle.

Typisch für epileptische Anfälle sind unter anderem offene Augen, Einnässen während des Anfalls oder ein seitlicher Zungenbiss.

Darüber hinaus sind bestimmte Werte im Blut nachweisbar, die für einen epileptischen Anfall sprechen. So kann es beispielsweise zu einer Laktazidose kommen, das heißt der pH-Wert ist erniedrigt und der Laktat-Wert ist erhöht. Darüber hinaus kann auch die Erhöhung der Kreatinkinase (kurz CK) sechs Stunden nach dem Anfall auf einen epileptischen Anfall hinweisen.

Behandlung von Epilepsie

Bei der Behandlung der Epilepsie steht die Prophylaxe von zukünftigen Anfällen im Vordergrund. Bei symptomatischen Anfällen sollte zum Beispiel zunächst der Auslöser ermittelt und künftig gemieden werden. Genauso sollten typische Anfalls-Trigger wie Flackerlicht oder Schlafentzug gemieden werden. Darüber hinaus kann die Behandlung der Erkrankung auf verschiedenen Wegen erfolgen.

Therapie mit Antiepileptika

Medikamente, sogenannte Antikonvulsiva oder Antiepileptika, können die Wahrscheinlichkeit für Anfälle reduzieren. Antikonvulsiva können als Tabletten, Kapseln, Saft, Zäpfchen oder Infusionen angewendet werden.

Die Wirkung bezieht sich entweder auf die Hemmung von Zellkanälen und -rezeptoren, die eine Erregung der Nervenzellen nach sich ziehen, oder auf die verstärkte Aktivierung von Nervenzellen, die hemmend auf andere Zellen wirken.

So existieren Blocker der Natrium- und Calciumkanäle, die die Reizweiterleitung der Nervenzellen behindern. Zu den Natriumkanalblockern gehören:

  • Carbamazepin
  • Lamotrigin
  • Phenytoin
  • Topiramat (wirkt auch teils als Glutamat-Freisetzungs-Inhibitor)
  • Valproat (wirkt auch teils als Calciumkanalblocker und verstärkt die GABA-Wirkung)

Zu den Calciumkanalblockern gehören:

  • Ethosuximib
  • Pregabalin
  • Valproat: wirkt auch teils als Natriumkanalblocker und verstärkt die GABA-Wirkung

Darüber hinaus blockieren die Glutamat-Freisetzungs-Inhibitoren die aktivierende Wirkung von Glutamat-Nervenzellen. Folgende Medikamente haben diesen Effekt:

  • Topiramat
  • Levetiracetam

Auf der anderen Seite kann der Abbau der hemmend wirkenden Substanz GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) reduziert werden sowie die neue Produktion von GABA aktiviert werden. Die dämpfende Wirkung von GABA soll die ungerichteten Entladungen der Neuronen bei einem Anfall bremsen und diesen so verhindern. Zu diesen Medikamenten gehören:

  • Valproat
  • Vigabatrin

Welches Mittel das richtige ist und welche Nebenwirkungen möglich sind, sollte gemeinsam mit dem*der behandelnden Arzt*Ärztin besprochen werden.

Weitere Methoden zur Behandlung der Erkrankung

Genügt die Behandlung mit Medikamenten nicht, kommen OPs oder Stimulationsverfahren zum Einsatz. Bei einem operativen Ansatz (Epilepsiechirurgie) werden entweder die kranken oder beschädigten Hirnanteile, die für die Anfälle verantwortlich sind, herausgeschnitten oder die Verbindung der beiden Gehirnhälften durchtrennt. Das Ziel dieser Kallosotomie ist es, generalisierte Anfälle auf eine Hirnhälfte zu beschränken. Dieses Verfahren steht jedoch erst ganz am Ende der Epilepsie-Therapie.

Neben der OP gibt es auch die Möglichkeit von Stimulationsverfahren, bei denen unterschiedliche Teile des Nervensystems elektrisch stimuliert werden können. So erhofft man sich beispielsweise von der Stimulation des Vagusnervs eine Verkürzung der Anfälle.

Kommt es häufig zu ungewollten Stürzen oder Verletzungen durch epileptische Anfälle, kann auch das Tragen eines Kopfschutzes beziehungsweise eines Epilepsiehelmes helfen.

Ursachen von Hautausschlägen

Hautausschläge können aus unterschiedlichsten Gründen entstehen. Eine grobe Einteilung möglicher Ursachen ist:

  • Allergische Reaktionen
  • Mechanische Reizung (z. B. Druck, Reibung)
  • Chemische Schädigung der Haut
  • Infektionen
  • Nicht-infektiöse Entzündungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Systemische Erkrankungen mit Hautbeteiligung (z. B. Vaskulitis (Gefäßentzündung), Lupus erythematodes)
  • Stoffwechselstörungen der Haut
  • Alterserscheinungen
  • Stress und andere psychische Ursachen
  • Genetische Ursachen

Symptome von Hautausschlägen

Hautausschläge tauchen in vielen verschiedenen Formen auf. Manche Merkmale kommen aber relativ häufig vor, dazu zählen:

  • Veränderte Hautfarbe, meistens eine Rötung
  • Runde Flecken (Makulae)
  • Pusteln, Bläschen oder Quaddeln
  • Knoten direkt unter der Hautoberfläche
  • Schuppenbildung
  • Verkrustung

Außerdem können neben dem reinen sichtbaren Ausschlag noch weitere Begleitsymptome vorliegen, unter anderem:

  • Juckreiz
  • Nässen
  • Schmerzen
  • Taubheitsgefühl

Diagnose von Hautausschlägen

Um die Ursache eines Hautausschlags zu bestimmen, reicht dem Arzt meist ein Gespräch mit Ihnen sowie eine Untersuchung des Ausschlags.

Behandlung von Hautausschlägen

Die Behandlung unterscheidet sich je nach der Ursache des Hautausschlags. Meistens wird jedoch eine Creme, ein Gel oder eine Therapie mit Tabletten verschrieben. Diese Wirkstoffe kommen am häufigsten zum Einsatz:

  • Antihistaminika (Mittel gegen Allergien)
  • Fett- oder Feuchtigkeitscremes
  • Hydrocortison oder andere Glucocorticoide (Mittel gegen Entzündungen)
  • Antibiotika (Mittel gegen bakterielle Infektionen)
  • Antimykotika (Mittel gegen Pilze)

Mögliche Zusammenhänge zwischen Epilepsie und Hautausschlägen

Obwohl Epilepsie und Hautausschläge auf den ersten Blick unterschiedliche Erkrankungen sind, gibt es einige mögliche Zusammenhänge:

  • Nebenwirkungen von Antiepileptika: Rund 5 % aller mit Antiepileptika behandelten Menschen reagieren innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Behandlungsbeginn mit einem Hautausschlag, der dem bei einer Masernerkrankung sehr ähnlich ist. Es handelt sich dabei meist um leicht erhabene rote Flecken in der Größe von kleinen Geldmünzen. Nach einem Absetzen oder einer Dosisverringerung des Medikamentes verschwindet der Ausschlag rasch wieder, und schwerwiegende, zum Beispiel mit einer Blasenbildung einhergehende Nebenwirkungen an der Haut sind selten. Allerdings sollte man nur ausnahmsweise selbst die Diagnose einer Hautallergie stellen; auch Menschen mit Epilepsie können an Masern erkranken und zahlreiche andere Hauterkrankungen können ähnlich aussehen.
  • Allergische Reaktionen: Menschen mit Epilepsie können auch allergische Reaktionen auf andere Substanzen entwickeln, die sich als Hautausschläge äußern.
  • Gemeinsame Ursachen: In seltenen Fällen können Epilepsie und Hautausschläge auf eine gemeinsame Grunderkrankung zurückzuführen sein, wie z. B. eine Autoimmunerkrankung.
  • Stress: Stress kann sowohl epileptische Anfälle als auch Hautausschläge auslösen oder verschlimmern.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

In folgenden Fällen sollten Sie den Hautausschlag von einem Arzt abklären lassen:

  • Hautausschläge bei Kindern
  • Wenn der Hautausschlag Anzeichen einer Infektion zeigt, sollten Sie ihn noch am selben Tag einem Arzt zeigen. Zeichen einer Infektion der Haut sind beispielsweise Überwärmung oder eine flächige Anschwellung.
  • Hautausschläge, die länger als eine Woche unverändert andauern oder sich zunehmend ausbreiten
  • Wenn sich der Hautausschlag verändert
  • Bei starken Schmerzen, ausgeprägten Schwellungen oder starkem Juckreiz

Es gibt nur wenige Fälle, in denen ein Hautausschlag ein Notfall ist. In den folgenden Situationen sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen oder den Rettungsdienst alarmieren:

  • Wenn Sie am gesamten Körper einen Hautausschlag bekommen
  • Wenn Sie zusätzlich zum Hautausschlag Schwierigkeiten beim Atmen bekommen oder sonstige Symptome einer schweren allergischen Reaktion wie Kurzatmigkeit oder Kreislaufprobleme zeigen
  • Wenn Sie einen Hautausschlag bekommen und zuvor eine Stammzell- bzw. Knochenmarkspende von einer anderen Person erhalten haben (insbesondere in den vergangenen 100 Tagen)

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