Zungenkrampf: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine gesunde Zunge ist blassrot mit einem dünnen weißen Belag, wobei die genaue Farbschattierung von Mensch zu Mensch variiert. Abweichungen in Farbe oder Beschaffenheit sind nicht immer Anzeichen einer Krankheit, jedoch sollten neu auftretende Beschwerden an der Zunge ärztlich abgeklärt werden. Erkrankungen des Verdauungstrakts sowie lokale oder allgemeine Infektionen können zu Beschwerden an der Zunge führen.

Ursachen von Zungenbeschwerden

Infektionen

Eine besonders schmerzhafte lokale Infektion der Zunge ist die Zungenphlegmone, eine tiefsitzende Infektion des Zungen- und Zungengrundgewebes, die sich rasch ausbreitet oder in Form eines Herds abkapselt (Zungenabszess). Ursache ist häufig eine Verletzung, z. B. durch spitze Knochensplitter oder versehentlichen Biss. Gelegentlich breiten sich auch andere Infektionen der Mundhöhle auf das Zungengewebe aus.

Harmlose Veränderungen

Völlig harmlos ist z. B. die Landkartenzunge (Exfoliatio areata linguae, Lingua geographica), die bis zu 16 % der Bevölkerung betrifft. Dabei schilfert sich die Oberfläche der Zunge unterschiedlich schnell ab. Die Zunge wirkt uneben und zeigt gelb-weißliche Randsäume an den sich rasch verändernden Abschilferungszonen.

Bei einer Haarzunge bildet sich ein dunkler, pelziger Belag auf dem hinteren Teil des Zungenrückens. Wahrscheinlichste Ursache ist eine Veränderung der Mundhöhlenflora, z. B. durch Rauchen, Antibiotika, Mangel an Vitamin B3, Lebererkrankungen oder übermäßigen Gebrauch von Mundwasser.

Weitere Ursachen

Weitere mögliche Ursachen für Zungenbeschwerden sind:

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  • Weißlicher oder gelblicher Zungenbelag
  • Mangelhafte Mundhygiene, unzureichendes Kauen
  • Fieberhafte Infekte aller Art wie z. B. Erkältung, Schnupfen, Scharlach
  • Mundsoor (Mundpilz)
  • Trockene Zunge, Lippen und Schleimhäute
  • Austrocknung (Dehydratation)
  • Kontaktallergie
  • Erdbeer- oder Himbeerzunge
  • Allergie

Symptome bei Zungenproblemen

Die Symptome bei Zungenproblemen können vielfältig sein und hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab. Einige häufige Symptome sind:

  • Schmerzen: Zungenschmerzen, auch als Glossalgie oder Glossodynie bezeichnet, können in akuter oder chronischer Form auftreten. Sie werden zumeist als brennend beschrieben, variieren jedoch in Heftigkeit und Lokalität. Häufig betroffene Areale der Zunge sind die Seitenpartien und die Spitze.
  • Veränderungen des Zungenbelags: Weißlicher oder gelblicher Zungenbelag kann auf verschiedene Ursachen hindeuten, wie z. B. mangelhafte Mundhygiene, fieberhafte Infekte oder Mundsoor.
  • Trockene Zunge und Schleimhäute: Eine trockene Zunge, trockene Lippen und Schleimhäute können Anzeichen von Austrocknung sein.
  • Veränderungen der Zungenoberfläche: Eine Landkartenzunge äußert sich durch unebene Zungenoberfläche mit gelb-weißlichen Randsäumen. Eine Haarzunge zeigt sich durch einen dunklen, pelzigen Belag auf dem hinteren Teil des Zungenrückens.
  • Geschmacksstörungen: Zungenschmerzen können mit Geschmacksstörungen einhergehen.
  • Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss: Beides kann im Zusammenhang mit Zungenproblemen auftreten.
  • Mundgeruch: Ein unangenehmer Geruch aus dem Mund kann ebenfalls ein Symptom sein.

Diagnose von Zungenbeschwerden

Die Diagnose von Zungenbeschwerden umfasst in der Regel eine gründliche Untersuchung der Mundhöhle durch einen Arzt oder Zahnarzt. Dabei werden die Zunge, die Mundschleimhäute und die Zähne genau untersucht. Bei Bedarf können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, wie z. B. Abstriche oder Gewebeproben, um die Ursache der Beschwerden zu ermitteln.

Behandlung von Zungenbeschwerden

Die Behandlung von Zungenbeschwerden richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Einige allgemeine Maßnahmen, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können, sind:

  • Sorgfältige Mundhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen, die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und die mechanische Zungenreinigung mit speziellen Zungenschabern oder -bürsten.
  • Ausreichend Trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 Litern am Tag hilft gegen Austrocknung.
  • Verzicht auf Reizstoffe: Scharfe oder saure Lebensmittel, Alkohol und Nikotin können die Zunge reizen und sollten vermieden werden.
  • Beseitigung von Mangelerscheinungen: Ein Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen kann zu Zungenbeschwerden führen und sollte behoben werden.

Spezifische Behandlungen

Je nach Ursache der Zungenbeschwerden können spezifische Behandlungen erforderlich sein:

  • Infektionen: Behandlung mit Antibiotika oder Antimykotika.
  • Allergien: Vermeidung des Allergens und Behandlung mit Antihistaminika.
  • Zahnprobleme: Anpassung von Prothesen, Behandlung von Karies oder anderen Zahnproblemen.
  • Zungenpressen: Logopädie, Mundschienen oder Verhaltenstherapie.
  • Oromandibuläre Dystonie: Medikamente, Botulinumtoxin-Injektionen, Physiotherapie oder operative Maßnahmen.

Zungenpressen: Eine besondere Form der Zungenproblematik

Symptome des Zungenpressens

Das Zungenpressen, oft unbewusst tagsüber oder nachts im Schlaf, kann folgende Symptome verursachen:

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  • Zahnabdrücke auf der Zungenoberfläche
  • Spannungen oder Schmerzen im Bereich des Mundes, der Zunge oder des Kiefers
  • Verspannungen durch Zungenpressen in den Nacken- und Kiefermuskeln (CMD)
  • Zahnverschleiß, wie zum Beispiel Abnutzung der Zähne oder Beschädigung von Zahnfüllungen

Ursachen des Zungenpressens

Psychologische Faktoren wie Stress, Angstzustände und emotionale Belastungen können zum Zungenpressen führen. Physiologische Ursachen können Zahnfehlstellungen, Unregelmäßigkeiten des Gebisses oder Ungleichgewichte in den Muskeln im Mund- und Kieferbereich sein.

Folgen des Zungenpressens

Das anhaltende Zungenpressen kann zu Zahnfleischerkrankungen, Zahnverschiebungen und temporomandibulärer Dysfunktion (TMD) führen.

Maßnahmen gegen Zungenpressen

  • Bewusstsein schaffen und Trigger identifizieren: Stressfaktoren oder Gewohnheiten erkennen, die das Zungenpressen auslösen.
  • Entspannungstechniken: Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Spannung im Kiefer zu reduzieren.
  • Übungen zur Entspannung der Zunge:
    • Lippen geschlossen halten und die Zungenspitze in kreisenden Bewegungen über die Außenseite der Zähne bewegen.
    • Mund öffnen und die Zunge so weit wie möglich herausstrecken und mit der Zungenspitze die Haut zuerst in Richtung Kinn und dann in Richtung Nase berühren.
    • Mund schließen, den Kiefer entspannen und die Zunge ruhen lassen. Die Augen schließen und bewusst die Muskulatur des gesamten Körpers entspannen.
    • Vor einem Spiegel den Mund öffnen und die Zunge nach vorne strecken. In dieser Position ist sie schmal. Die Zunge locker lassen, sodass sie breit wird.
  • Verhaltensänderungen:
    • Bewusst auf das Zungenverhalten achten und Pressen aktiv unterbrechen, wenn es auftritt.
    • Eine unterstützende und stressfreie Umgebung schaffen.
    • Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen anwenden, um Stress abzubauen.
    • Verhaltensänderungen konsequent umsetzen und neue Gewohnheiten entwickeln.
  • Therapiemöglichkeiten:
    • Lokopädie: Muskeln im Mund- und Kieferbereich entspannen und die richtige Positionierung der Zunge fördern.
    • Mundschienen und Orthesen: Zähne schützen und den Druck auf sie reduzieren.
    • Verhaltens- und Psychotherapie: Zugrunde liegende psychologische Ursachen des Zungenpressens angehen und gesunde Bewältigungsmechanismen entwickeln.
    • Transparente Aligner: Leichte bis mittelschwere Verschiebungen im Frontzahnbereich korrigieren.

Oromandibuläre Dystonie (OMD)

Merkmale der OMD

Oromandibulär bedeutet „den Mund (oris) und Unterkiefer (Mandibula) betreffend“. Bei der oromandibulären Dystonie sind drei verschiedene Muskelgruppen von den Verkrampfungen betroffen:

  • Mimische Muskeln: Unwillkürliche Anspannungen der mimischen Muskeln im Mund- und Halsbereich, was den Gesichtsausdruck grimassenhaft verzerrt.
  • Unterkiefer- oder Kaumuskeln: Verkrampfungen mit dem Öffnen oder Schließen des Kiefers.
  • Zungen- und Schlundmuskulatur: Die Zunge kann sich permanent in alle Richtungen bewegen. Bei besonders starken Ausprägungen können Sprechen und Schlucken für die Betroffenen gänzlich unmöglich werden. Abnorme Bewegungen des Schlundes machen sich z. B. als „Kloßgefühl“ oder durch häufiges Verschlucken bemerkbar.

Die Symptome der oromandibulären Dystonie nehmen unter Stress und emotionaler Anspannung zu. Bei Ruhe und Entspannung nehmen sie dagegen ab und im Schlaf verschwinden sie ganz. Aktive Bewegungen der betroffenen Muskulatur, z. B. Schmerzen in Muskeln und Kiefergelenken. Zusätzlich sind die Betroffenen durch die Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme und beim Sprechen in ihrem Alltag sowie in sozialer Hinsicht beeinträchtigt. Häufig leiden sie unter dem Unverständnis und der Stigmatisierung ihrer Symptome durch ihr unwissendes Umfeld.

Ursache von OMD

Die genaue Ursache der oromandibulären Dystonie ist noch ungeklärt (idiopathische Dystonie). Psychische Faktoren (wie z. B. Stress) beeinflussen zwar das Auftreten und den Schweregrad der dystonen Bewegungen, sind aber nicht als deren Ursache anzusehen. Bei etwa 20 % der Patienten findet sich eine Ursache wie z. B. eine Schädigung der Bewegungszentren durch frühere Kopfverletzungen, Schlaganfall oder die Einnahme von Neuroleptika (sekundäre Dystonie). Etwa 70 % aller Patienten mit oromandibulärer Dystonie sind Frauen. Das Durchschnittsalter bei Beginn der Erkrankung liegt bei 44 Jahren. Die Symptomatik kann sich über Jahre hinweg kontinuierlich verstärken.

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Diagnose und Therapie von OMD

Die Diagnosestellung beruht auf einer gründlichen klinischen Untersuchung durch den Facharzt, in der Regel einen Neurologen. Die Diagnose von OMD kann sich als schwierig erweisen, da andere Bewegungsstörungen den Symptomen der oromandibulären Dystonie ähneln und mit dieser verwechselt werden können. Häufig wird z. B. aufgrund der angespannten Kaumuskeln zunächst an einen Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen) oder eine Kiefergelenksüberlastung gedacht.

Oral einzunehmende Medikamente stellen eine Möglichkeit zur Behandlung oromandibulärer Dystonien dar. Da ihre Wirkung jedoch nicht auf die beteiligten Muskeln beschränkt bleibt, sind sie mit teils erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Weitere Behandlungsoptionen bilden operative Maßnahmen, logopädische und physiotherapeutische Übungen. Bei Schluckbeschwerden kann auch eine Ernährungsberatung hilfreich sein. Oftmals profitieren die Betroffenen gerade von einer Kombination der genannten Therapieverfahren.

Eine weitere anerkannte Möglichkeit ist die Therapie mit Botulinumtoxin. Es handelt sich um ein muskelentspannendes Medikament, das direkt in die beteiligte Muskulatur injiziert wird. Da die Wirkung mit der Zeit nachlässt, muss die Behandlung in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Dyskinesien

Dyskinesien sind muskuläre Fehlfunktionen im stomatognathen (Mund und Kiefer betreffenden) System. Dabei handelt es sich nicht um bewusstes Verhalten, sondern um unbewusst auftretende Reflexabläufe.

Einteilung der Dyskinesien

  • Lippenpressen, Lippensaugen und Lippenbeißen
  • Lutschhabit - Daumenlutschen
  • Mentalishabit - Hyperaktivität (Überaktivität) des Kinnmuskels
  • Mundatmung
  • Sigmatismus - fehlerhafte Aussprache der S-Laute, Lispeln
  • Viszerales Schlucken - frühkindliches Schluckmuster
  • Zungenpressen

Ursachen von Dyskinesien

Sie entstehen häufig sekundär infolge von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Das Lippensaugen wird häufig bei Patienten beobachtet, die bereits eine Unterkiefer-Rücklage haben, oftmals sind die oberen Schneidezähne protrudiert (nach vorn verlagert), während die unteren Schneidezähen eher retrudiert (nach hinten verlagert) stehen.

Folgeerkrankungen von Dyskinesien

Dyskinesien können bestehende Zahn- und Kieferfehlstellungen noch verstärken und somit deren Behandlung erheblich erschweren. Mundatmung erhöht das Risiko für Karies und Atemwegsinfekte und kann zu massiven Zahn- und Kieferfehlstellungen führen, wie einem stark ausgeprägtem Schmalkiefer, Zahnengstand und Kreuzbiss.

Diagnostik von Dyskinesien

Dyskinesien werden vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden anhand der für sie charakteristischen Symptome festgestellt.

Therapie von Dyskinesien

Um Dyskinesien sinnvoll behandeln zu können muss zunächst festgestellt werden, ob es sich um primäre oder sekundäre Dyskinesien handelt. Ebenso muss beispielsweise beim Daumenlutschen auch der seelischen Komponente solcher Habits Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Folgende Therapiebereich können zum Einsatz kommen:

  • Logopädie - Sprachheilkunde
  • Myofunktionelle Therapie - Muskelübungen für den Mund- und Gesichtsbereich
  • Kieferorthopädie
  • Psychotherapie bei seelischen Ursachen

Zungenschmerzen: Glossalgie und Glossodynie

Zungenschmerzen, auch als Glossalgie oder Glossodynie bezeichnet, können in akuter oder chronischer Form auftreten. Zumeist als brennend beschrieben, variieren sie doch in Heftigkeit und Lokalität. Häufig betroffene Areale der Zunge sind die Seitenpartien und die Spitze.

Ursachen von Zungenschmerzen

Häufig zeigen sich Zungenschmerzen bei Patienten mit farblichen Abgrenzungen auf der Zunge. Hier kann Zungenbrennen oft nach Genuss verschiedener Lebensmittel auftreten. Nennenswert sind beispielsweise scharfe oder saure Lebensmittel sowie Alkohol und Nikotin.

Als bedenklichere Ursachen für eine schmerzende Zunge sind folgende Faktoren bekannt:

  • Kieferfehlstellungen oder Prothesenunverträglichkeit
  • Entzündungen des Mundraumes (Stomatitis)
  • Entzündungen der Zunge (Glossitis)
  • Eisen- und Vitaminmangel
  • Allergische Reaktionen auf Speisen, Metalle oder andere Stoffe
  • Nikotingenuss und scharfes Essen
  • Operationsfolgen
  • Verletzungen und Reizungen der Zunge durch Bisse, Verbrühungen, schadhafte Zahnprothesen, Zahnstein, Karies, Piercings und dergleichen mehr.

Auch Aphten, Diabetes mellitus, Funktionseinschränkungen der Leber sowie Blutarmut (Anämie) können bei Erkrankungen der Mundschleimhaut die Schmerzen der Zunge begünstigen. Gleiches gilt für Nebenwirkungen sogenannter Betablocker zur Migräneprophylaxe und zur Blutdrucksenkung. Als Schmerz verstärkend sind seelische Faktoren wie Stress, Depressionen und Beschwerden der Wechseljahre bekannt.

Symptome von Zungenschmerzen

Typisch für Zungenschmerzen ist, dass sich die Beschwerden im Laufe des Tages steigern. Morgens oft nur schwach empfunden, können sich die Missempfindungen mittags schon deutlich stärker zeigen und zum Abend hin noch an Intensität gewinnen. Schmerzen der Zunge gehen häufig mit Beschwerden wie Juckreiz, Kribbeln, Stechen und Gefühlen des Wundseins einher.

Empfindungsstörungen, Geschmacksstörungen und Mundtrockenheit kommen ebenfalls dazu. Oft werden Schmerzen der Zunge von einer sichtbaren Entzündung begleitet. Dem unangenehmen Gefühl der brennenden Zunge und Mundschleimhaut verdankt die Symptomatik überdies den Beinamen „Burning-Mouth-Syndrom“.

Weitere allgemeine Begleiterscheinungen der Glossalgie sind ausstrahlende Zahnschmerzen, Kieferschmerzen, Konzentrationsmangel, Depressionen, Ängste, Appetitmangel und Schlafstörungen. Zungenschmerzen zeigen sich mit gewisser Häufung bei vorliegender Erkrankung an Schizophrenie. Insgesamt sind Frauen häufiger von der schmerzenden Zunge betroffen als Männer.

Behandlung von Zungenschmerzen

Sollten Sie an Zungenschmerzen leiden, stehen Ihnen symptomatische oder ursächliche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Ein symptomatischer Behandlungsansatz, den Sie auch zu Hause durchführen können, ist beispielsweise das Salzwasser gurgeln, Salbeitee oder anderen beruhigenden Spüllösungen.

Möglich ist überdies die therapeutische Lokalanästhesie, bei der die Zunge mit einem örtlichen Betäubungsmittel behandelt wird. Zum einen lindert dies die Schmerzen, zum anderen führt diese Behandlung auch eine temporär gesteigerte Durchblutung der Zunge herbei, in deren Folge Entzündungen und degenerative Prozesse besser heilen.

Zahnärztliche Hilfe bei Zungenschmerzen

Liegen die Gründe für Zungenschmerzen in einer mechanischen Verletzung, wird die Wunde nach der Ursachenbeseitigung je nach Schweregrad mit einer speziellen Salbe und/oder Mundspülung bis zur Abheilung behandelt. Können mechanische Verletzungen im Rahmen der Diagnose ausgeschlossen werden, besteht die Möglichkeit einer therapeutischen Lokalanästhesie.

Zu scharfe Zahnpasten und Mundspülungen können genauso als Ursache infrage kommen wie eine mangelhafte Mundhygiene. Besprechen Sie Ihre tägliche Mundhygiene ausführlich mit dem Zahnarzt.

Schlecht sitzende Zahnprothesen, Zahnspangen oder kariöse Zähne können Ursache für eine schmerzhafte Schleimhautveränderung im Bereich der Zunge sein. Ist eine nicht optimal angepasste Zahnprothese der Grund für die Beschwerden wie Zahnschmerzen oder Zungenschmerzen, führt der Zahnarzt im ersten Schritt eine entsprechende Anpassung vor.

Bei Verletzungen durch Drähte von Zahnspangen können diese Stellen problemlos entschärft und ein weiteres Wundreiben verhindert werden. Dies gilt ebenfalls für kariöse Zähne, die durch scharfe Kanten zu anfangs unbemerkten und oberflächlichen Verletzungen führen, die durch die kontinuierliche Belastung nicht abheilen können und sich oft vertiefen und durch Schmerzen bemerkbar machen. Sind diese Ursachen beseitigt, kann die Wunde abheilen und die Zungenschmerzen verschwinden.

Sehr selten liegt der Grund in einer Unverträglichkeit, die das für den Zahnersatz verwendete Material betrifft. Liegen keine eindeutig nachweisbaren mechanischen Ursachen für die Entzündungssymptome vor, wird der Zahnarzt das Problem auch unter diesem Aspekt betrachten und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Trägt der Patient ein Piercing im Bereich des Mundes (Lippen, Wangen, Zunge), sollte dies unbedingt entfernt werden.

Burning Mouth Syndrom: Zungenbrennen

Unter dem "Burning Mouth Syndrom", auch als Zungenbrennen oder Glossodynie bezeichnet, ist ein unangenehmer entweder vorübergehender oder aber anhaltender Schmerz im Mund zu verstehen. Von diesem unklaren Krankheitsbild sind bis zu drei Prozent aller Erwachsenen betroffen. Die meisten Patienten sind über 50 Jahre alt, wobei es bei Frauen siebenmal häufiger auftritt.

Symptome des Zungenbrennens

Die typischen Beschwerden von Zungenbrennen können permanent oder phasenweise auftreten, zu beobachten ist vielfach eine Tagesrhythmik mit Tendenz zur starken Ausprägung am Abend. Zu den Symptomen gehören:

  • Zungenbrennen an den Randbereichen und an der Zungenspitze
  • seltenes Zungenbrennen am Zungengrund
  • Brennen auf der Schleimhaut der Wange und dem Gaumen
  • Lippenschmerzen, die Herpes Verdacht hervorrufen
  • Pelzigkeitsgefühl auf der Zunge
  • veränderte Geschmackswahrnehmungen
  • Mundtrockenheit oder im Gegenteil vermehrter Speichelfluss
  • Mundgeruch
  • Sichtbarer Zungenbelag

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