Vibrationsplatte: Ursachen von Nebenwirkungen und sichere Anwendung

Vibrationsplatten, auch bekannt als "Power Plates", erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie ein effektives Training mit wenig Aufwand versprechen. Sie werden im Leistungssport und in der Rehabilitation eingesetzt, um Muskeln aufzubauen, die Durchblutung zu fördern und die Flexibilität zu verbessern. Doch wie bei jeder Trainingsmethode gibt es auch hier potenzielle Nebenwirkungen, die es zu beachten gilt. Es ist wichtig zu verstehen, wie man diese Geräte sicher und effektiv einsetzt, um die Gesundheitsziele zu erreichen, ohne den Körper unnötigen Risiken auszusetzen.

Funktionsweise und Vorteile der Vibrationsplatte

Beim Vibrationstraining (Whole Body Vibration) trainiert man mit und auf einer Platte, die in einem Frequenzbereich von etwa fünf bis 60 Hertz vibriert. Die Schwingungen lösen Muskeldehnreflexe aus. Um sie auszugleichen und den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, kontrahieren und entspannen sich die Muskeln in schneller Abfolge. Durch die verstärkte Reaktion im Muskel werden konventionelle Übungen anspruchsvoller und das Training auf der Power Plate effektiver.

Fest steht, dass die Vibrationsplatte über 90 Prozent aller Muskeln gleichzeitig beansprucht, was sie zum perfekten Ganzkörpertraining macht. Im Vergleich dazu können wir nur 60 Prozent unserer Muskeln selbst aktiv bewegen. Der Rest - die Tiefenmuskulatur, die etwa 40 Prozent der gesamten Muskelmasse ausmacht - kann nicht bewusst gesteuert werden. Sie ist für Stabilität, Koordination und Gleichgewicht zuständig und gibt unserem Körper Haltung. Beim Vibrationstraining hingegen wird auch diese tiefer liegende Muskulatur angesprochen, sodass das komplette Skelett stabilisiert und gestärkt werden kann.

Dass das Vibrationstraining die Muskulatur aufbauen und widerstandsfähiger machen kann, wurde bereits mit zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt. Darüber hinaus wirkt sich das Workout auf der Vibrationsplatte auch auf andere gesundheitliche Bereiche beziehungsweise Krankheitszustände positiv aus. Die durch die Schwingungen hervorgerufenen Muskelkontraktionen steigern nicht nur die Leistungsfähigkeit der Muskulatur, sondern können sogar dem Knochenabbau entgegenwirken. Zudem kann das Training auf der Vibrationsplatte genutzt werden, um Koordination, Stabilität und Gleichgewicht zu verbessern. Allein 140 Muskeln stabilisieren den Rücken. Zudem fördert das Vibrationstraining die Ausschüttung von Myokinen aus den Muskelzellen.

Der Gewichtsverlust beim Power-Plate-Training wird vor allem durch die Stärkung der Muskelfasern erreicht. Da Muskeln generell mehr Energie als Fett verbrennen, steigt durch eine höhere Muskelmasse auch der Energieverbrauch an. Selbst im Ruhezustand verbrennt der Körper dann mehr Kalorien. Darüber hinaus können Vibrationstrainer auch als Entspannungs- und Massagegerät genutzt werden, zum Beispiel indem man ein Kissen und anschließend die Beine darauflegt. Durch die Vibration wird die Muskulatur gelockert und besser durchblutet. Der Wellness-Effekt stellt sich oft schon nach wenigen Minuten ein. Orangenhaut an Oberschenkeln und Gesäß ist zu 60 bis 80 Prozent genetisch bedingt. Durch die Vibration wird die Durchblutung angeregt und das Gewebe gestrafft, was insgesamt für gesündere und glattere Haut sorgt. Regelmäßiges Vibrationstraining kann außerdem verhindern, dass sich die Dellen an Oberschenkeln und Po weiter ausbreiten.

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Mögliche Nebenwirkungen und Ursachen

Die Nebenwirkungen der Vibrationsplatte sind zwar nicht selten, treten jedoch in der Regel nur bei unsachgemäßer Nutzung oder bei Überlastung auf. Mit einer angepassten Anwendung lassen sich viele dieser Beschwerden vermeiden.

  • Muskelverspannungen und Muskelkater: Durch die starke Aktivierung der Muskulatur während des Trainings auf der Vibrationsplatte kann es zu Verspannungen oder Muskelkater kommen, insbesondere wenn man neu im Training ist oder die Intensität zu schnell steigert. Diese Symptome sind in der Regel vorübergehend und verschwinden nach einer Erholungsphase.
  • Kopfschmerzen: Einige Nutzer berichten nach intensiven Trainingseinheiten von Kopfschmerzen. Diese können durch die schnellen Vibrationen oder durch eine zu hohe Trainingsintensität ausgelöst werden, wenn der Körper nicht ausreichend vorbereitet ist. Kopfschmerzen können auch entstehen, wenn der Kreislauf zu stark beansprucht wird. Bei einem geraden Stand gelangen die Vibrationen in den Kopf, was zu Kopfschmerzen führen kann.
  • Schwindel und Übelkeit: Schwindelgefühle oder Übelkeit können auftreten, besonders wenn das Training zu lange dauert oder die Vibrationen zu stark sind. Dies geschieht oft, wenn der Körper nicht an die Vibrationen gewöhnt ist oder das Training zu schnell gesteigert wird.
  • Gelenkbelastung: Für Personen mit empfindlichen Gelenken können die Vibrationen zusätzliche Belastungen darstellen. Insbesondere bei längerer oder intensiver Nutzung kann dies zu Beschwerden führen. Um Gelenkprobleme zu vermeiden, sollten Personen mit bestehenden Gelenkproblemen oder Arthrose die Nutzung der Vibrationsplatte mit einem Arzt besprechen und die Intensität entsprechend anpassen.
  • Hautirritationen: Einige Nutzer klagen über leichte Hautirritationen oder Rötungen, die durch den konstanten Kontakt mit der Vibrationsplatte entstehen können. Besonders bei empfindlicher Haut oder bei zu langem Kontakt können diese Beschwerden auftreten. Um Hautirritationen zu vermeiden, ist es ratsam, während des Trainings bequeme, gut sitzende Kleidung zu tragen und die Trainingsdauer an die individuelle Hautempfindlichkeit anzupassen.
  • Verletzungsrisiko: Besonders bei falscher Haltung auf der Vibrationsplatte können Stürze oder Verletzungen auftreten.
  • Übelkeit und Schwindel durch raschen, kurzzeitigen Blutdruckabfall: Galileo Training bewirkt eine vermehrte Muskelarbeit speziell in der unteren Extremität, sodass ein erhöhter Blutfluss in dieselbe stattfindet, was bei empfindlichen Anwendern zu kurzzeitigem Blutdruckabfall und Schwindel während oder kurz nach der Anwendung von Galileo Training führen kann. Insbesondere bei älteren Anwendern oder Anwendern mit bekannter Hypotonie (niedrigem Blutdruck) sollte speziell auf die Möglichkeit des Auftretens von Schwindelgefühl und Blutdruckabfall hingewiesen werden, um Stürze durch Schwindel zu vermeiden. Das Auftreten von Schwindelgefühlen sollte nicht als Gegenanzeige, sondern vielmehr als Zeichen von Untrainiertheit gewertet werden.
  • Rasche Unterzuckerung bei Diabetes durch hohe Muskelarbeit: Bei Diabetikern kann es insbesondere während und nach längeren, anstrengenden Trainingseinheiten zu einer raschen Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen.
  • Juckreiz in den therapierten Körperregionen (insbesondere in den Waden oder am Rumpf) durch hohe Durchblutung/Muskelarbeit:
  • Blasenbildung an Kontaktstellen zur Trainingsplattform: Hautverletzungen wie Blasen bzw. wunde Stellen an den Fußsohlen werden durch das Tragen von (trockenen) Socken, dünnen Gymnastikschuhen oder Sportschuhen vermieden. Wichtig ist hierbei jedoch, dass das Schuhwerk eng anliegt. Bitte beachten Sie auch, dass die Anwender kein festes, grobes Schuhwerk tragen sollte, da sonst der Trainingseffekt beeinflusst werden kann und die Trainingsplattform verschmutzt bzw.

Wer sollte auf das Vibrationstraining verzichten?

Für gesunde Menschen ist das Vibrationstraining so „gefährlich“ wie jedes andere Workout. Die Gefahr, sich zu verletzen, ist gegeben, aber nicht höher als bei andere Fitnessgeräten. Man sollte allerdings immer darauf achten, dass die Vibrationen nicht zum Kopf durchdringen, sondern vorher abgefedert werden.

Sportanfänger sollten am besten mit Kraftübungen auf festem Untergrund beginnen, um ihre Muskeln auf ein Mindestlevel zu bringen und ein Gefühl für ihren Körper zu bekommen. Die starken Vibrationen könnten die zu schwache Muskulatur sonst überfordern.

Große Vorsicht ist geboten, wenn der Körper krankheitsbedingt geschwächt ist. Bei fortgeschrittener Osteoporose kann ein Training auf der Vibrationsplatte sogar gefährlich werden, da es schneller zu Knochenbrüchen kommen kann. Auch für Schwangere, Epileptiker, Menschen mit künstlichen Gelenken oder Herzschrittmachern ist die Trainingsmethode nicht geeignet.

Vor Aufstellung des Trainingsplans benötigen Sie eine gute Kenntnis über Ihren aktuellen körperlichen Zustand sowie eventuelle Risiken.Die nachfolgenden Gegenanzeigen müssen vor der ersten Anwendung von Galileo ausgeschlossen werden:

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PRIMÄRE GEGENANZEIGEN

  • Schwangerschaft
  • Akute Thrombose (akuter Gefäßverschluss)
  • Künstliche Gelenke in stimulierten Körperregionen
  • Frische Frakturen (Knochenbrüche) in stimulierten Körperregionen
  • Nach Operationen und bei frischen Wunden und Narben in den stimulierten Körperregionen bzw.

SEKUNDÄRE GEGENANZEIGEN

  • Akute Entzündungen des Bewegungsapparates, aktivierte Arthrose oder Arthropathie

Die Vibrationsplatte ist nicht geeignet für:

  • Schwangere
  • Epileptiker
  • Menschen mit künstlichen Gelenken
  • Menschen mit Herzschrittmacher

Bei Unsicherheiten und im Allgemeinen kann es nicht schaden, vor der Nutzung einer Vibrationsplatte einen Arzt zu konsultieren.

Tipps für eine sichere und effektive Nutzung

Um die Vorteile des Vibrationstrainings zu nutzen und gleichzeitig das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren, sollten folgende Tipps beachtet werden:

  • Fangen Sie langsam an: Wenn Sie neu auf der Vibrationsplatte sind, beginnen Sie mit einer niedrigen Intensität und steigern Sie sich langsam.
  • Kurze Trainingseinheiten: Starten Sie mit kurzen Trainingseinheiten von etwa 5 bis 10 Minuten, besonders wenn Sie neu sind. Für Anfänger reichen 5 bis 10 Minuten aus.
  • Achten Sie auf die Körperhaltung: Eine korrekte Körperhaltung ist entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden. Während des gesamten Trainings sollten sich die Beine in der Beuge befinden und beim Stand wird das Gewicht auf die Ballen verlagert.
  • Trinken Sie ausreichend: Der Körper braucht ausreichend Flüssigkeit, um den intensiven Trainingsreiz optimal zu verarbeiten. Deshalb vor dem Training am besten schon einen halben Liter Mineralwasser oder Apfelsaftschorle trinken und anschließend die Reserven wieder auffüllen.
  • Locker bleiben: Immer leicht in die Knie gehen und auch die anderen Gelenke nie ganz durchstrecken. Dabei werden die Schwingungen etwas abgefedert, so dass sie nicht ungebremst nach oben gelangen und Kopfschmerzen auslösen können.
  • Nicht übertreiben: Maximal zwei Trainingseinheiten à zehn Minuten pro Woche einlegen, außerdem den Schweregrad der Übungen nur langsam steigern.
  • Konsultieren Sie einen Arzt: Wer an chronischen Beschwerden wie Rückenproblemen oder Diabetes leidet, sollte vor der Nutzung der Vibrationsplatte einen Arzt konsultieren.
  • Trainieren Sie unter professioneller Aufsicht: Vor allem am Anfang ist es ratsam, unter professioneller Aufsicht zu trainieren.
  • Lernen Sie Ihren Körper kennen: Spannen Sie Ihre Muskulatur bewusst stark an.

Missverständnisse über Vibrationsplatten

Es gibt einige Missverständnisse über Vibrationsplatten, die oft zu Verwirrung führen.

  • Vibrationsplatten sind nur für Faule: Wer glaubt, die Vibrationsplatte sei ein Sportgerät für Faule, von dem man nach 20 Minuten schlank und durchtrainiert wieder absteigt, ohne etwas dafür getan zu haben, liegt leider falsch. Sport bleibt Sport.
  • Vibrationsplatten sind für jeden geeignet: Nicht jeder sollte eine Vibrationsplatte benutzen. Ältere Menschen sollten besonders vorsichtig sein, da ihre Muskeln und Gelenke empfindlicher sind.

Auswahl der richtigen Vibrationsplatte

Es wird zwischen zwei Vibrationsplatten-Typen unterschieden: Geräte mit fester Standsäule und solche ohne Säule. Die Unterschiede zwischen den beiden Gerätevarianten liegen hauptsächlich in der maximalen Belastbarkeit und der Gerätegröße. Vibrationsplatten mit Säule sind größer, aber standfester und halten ein Körpergewicht von 150 Kilogramm problemlos aus. Hier kommt es ganz darauf an, wie schwer Sie sind und wie Sie die Vibrationsplatte einsetzen möchten. Kleinere und günstigere Vibrationsplatten sind für Sprünge oder Kniebeugen mit Zusatzlast meist nicht geeignet. Dann wird das Gewicht für das Gerät zu groß und es kann vorkommen, dass die Vibrationsfunktion ausfällt. Bei den größeren (und meist auch teureren) Trainingsgeräten bleibt die Vibrationsfähigkeit auch bei hoher Belastung erhalten. Wer also richtig trainieren möchte, sollte ein professionelles Gerät wählen.

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Achten Sie auf eine breite Standfläche, um die Übungen stabil ausführen zu können. Wer etwas tiefer ins Portemonnaie greift, bekommt ein Modell mit Haltestange. Diese hilft dabei, das Gleichgewicht zu halten.

Idealerweise sind die Schwingungen dreidimensional, also nicht nur wippend, sondern in alle Richtungen des Raums gerichtet. Auch die Schwingungsfrequenz, gemessen in Hertz, verdient Aufmerksamkeit.

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