Naturheilkundliche Behandlung von Nervenschmerzen bei Katzen: Homöopathie und mehr

Nervenschmerzen, auch Neuralgien genannt, können für Katzen sehr belastend sein. Sie gehören zu den schlimmsten Schmerzen überhaupt und können von Muskelkrämpfen und Gefühlsstörungen begleitet sein. In diesem Artikel werden naturheilkundliche Behandlungsansätze, insbesondere Homöopathie und Schüssler-Salze, zur Linderung von Nervenschmerzen bei Katzen beleuchtet.

Was sind Nervenschmerzen (Neuralgie)?

Neuralgie bezeichnet Schmerzen, die durch eine Reizung oder Schädigung eines Nervs verursacht werden. Die Schmerzen treten im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs auf. Bekannte Beispiele sind die Trigeminusneuralgie und die Ischialgie beim Menschen. Bei Katzen kann beispielsweise eine Interkostalneuralgie auftreten, bei der Schmerzen vom Rücken nach vorne in die Brust ausstrahlen.

Naturheilkunde als ganzheitlicher Ansatz

Die Naturheilkunde betrachtet das Tier als Einheit von Körper, Seele und Geist. Sie behandelt nicht nur einzelne Symptome, sondern versucht, die Ursache der Erkrankung zu finden und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Homöopathie für Katzen bei Nervenschmerzen

Grundlagen der Homöopathie

Die Homöopathie wurde im 18. Jahrhundert von Samuel Hahnemann entwickelt. Ihr Grundprinzip lautet "Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt" (Similia similibus curentur). Das bedeutet, dass eine Substanz, die bei einem gesunden Tier bestimmte Symptome hervorruft, bei einem kranken Tier mit ähnlichen Symptomen zur Heilung eingesetzt werden kann.

Homöopathische Arzneimittel werden aus Ursubstanzen (Pflanzen, Mineralien, tierische Produkte usw.) hergestellt und durch Verreibung oder Verschüttelung (Potenzierung) verdünnt. Dadurch enthalten sie nur noch eine sehr geringe Menge des ursprünglichen Wirkstoffs. Homöopathische Mittel sind in verschiedenen Potenzen erhältlich, z. B. D- oder C-Potenzen. C-Potenzen sind höher potenziert und enthalten weniger Wirkstoff, sollen aber eine stärkere Wirkung haben.

Lesen Sie auch: Ursachen und Risikofaktoren für Schlaganfälle bei Katzen

Anwendung der Homöopathie bei Katzen

Homöopathische Mittel werden bei Katzen in Form von Globuli (kleinen Kügelchen aus einem neutralen Trägerstoff mit dem potenzierten Wirkstoff) oder Tropfen verabreicht. Sie können bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden, darunter:

  • Bauchschmerzen
  • Bindehautentzündung
  • Blasenprobleme
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Erschöpfung
  • Husten
  • Trauer
  • Mundgeruch
  • Rolligkeit
  • Schwäche
  • Verdauungsstörungen
  • Wundheilung

Bekannte Substanzen in der homöopathischen Katzentherapie sind beispielsweise Calcium carbonicum, Graphit, Nux vomica, Bryonia, Pulsatilla, Arsenicum album, Mercurius und Aloe.

Die richtige Wahl des Mittels

Am Anfang einer homöopathischen Behandlung steht ein ausführliches Erstgespräch mit einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt. Dieser wählt das passende Mittel und die geeignete Potenz anhand der individuellen Symptome und des Wesens der Katze aus. Bei akuten Erkrankungen werden oft niedrigere Potenzen (z. B. D6, D12) häufiger gegeben, während bei chronischen Leiden höhere Potenzen (z. B. C200) seltener, manchmal auch nur einmalig, verabreicht werden.

Homöopathie bei psychischen Problemen und chronischen Schmerzen

Homöopathie kann bei Katzen auch bei psychischen Problemen wie Ängsten und Stress eingesetzt werden, beispielsweise bei der Integration einer Zweitkatze in den Haushalt oder vor einer Reise. Auch chronische Schmerzen oder altersbedingte Erkrankungen können durch Homöopathie gelindert werden.

Grenzen der Homöopathie

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung der Homöopathie bei Katzen wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist. Studien deuten darauf hin, dass sie in etwa gleich gut wirkt wie ein Placebo. Kritiker bemängeln, dass die extrem geringe Wirkstoffkonzentration in den homöopathischen Mitteln keine physiologische Wirkung haben kann. Befürworter hingegen verweisen auf positive Erfahrungen in der Praxis.

Lesen Sie auch: Alles über Epilepsie bei Katzen

Verantwortungsvolle Tierhomöopathen weisen darauf hin, dass homöopathische Mittel eine tierärztliche Behandlung nicht ersetzen können. Bei ernsthaften Erkrankungen sollte immer ein Tierarzt konsultiert werden. Kleine Unpässlichkeiten und leichtere Erkrankungen können nach Ansicht der Befürworter aber durchaus mit homöopathischen Mitteln erfolgreich behandelt werden.

Verabreichung homöopathischer Mittel

Bei der Gabe von homöopathischen Mitteln sollte darauf geachtet werden, dass die Katze keine Tropfen mit Alkohol als Lösungsmittel erhält. Globuli können einfach in Wasser aufgelöst oder direkt ins Maul gegeben werden. Ein Trick ist, die Globuli zu Pulver zu zerdrücken und der Katze auf die Pfote zu streuen. Beim Putzen nimmt das Tier die Substanz dann oral auf.

Ein Fallbeispiel: Felines Hyperästhesie-Syndrom (FHS)

Das Feline Hyperästhesie-Syndrom (FHS), auch bekannt als Rolling Skin Syndrome, ist eine neurologische Erkrankung bei Katzen, deren Ursache unbekannt ist. Symptome sind unter anderem plötzliche Verhaltensänderungen, Autoaggression (z. B. Beißen in den Schwanz) und Überempfindlichkeit der Haut.

Ein Tierarzt berichtet von der erfolgreichen homöopathischen Behandlung von Katzen mit FHS. Die Behandlung umfasst eine ausführliche Anamnese, die Analyse der Krankengeschichte und die Berücksichtigung der Lebensumstände der Katze. Stress ist ein wichtiger Faktor bei dieser Erkrankung, daher wird neben dem passenden homöopathischen Mittel auch versucht, die Lebensumstände der Katze zu verbessern.

In den Fallbeispielen wurden die Katzen mit Stramonium, Belladonna oder Phosphorus in aufsteigenden LM-Potenzen behandelt, was zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führte.

Lesen Sie auch: Epilepsie bei Katzen verstehen: Ein umfassender Leitfaden

Schüssler-Salze für Katzen bei Nervenschmerzen

Schüssler-Salze sind eine weitere Form der Naturheilkunde, die bei Nervenschmerzen eingesetzt werden kann. Sie basieren auf der Theorie, dass Krankheiten durch einen Mangel an bestimmten Mineralsalzen im Körper entstehen. Durch die Zufuhr dieser Salze sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und das Gleichgewicht wiederhergestellt werden.

Anwendung und Dosierung

Die Schüssler-Salze werden in Form von Tabletten oder Pulver verabreicht. Die Dosierung richtet sich nach der Art und Schwere der Beschwerden. Es ist ratsam, sich vor der Anwendung von Schüssler-Salzen von einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt beraten zu lassen.

Weitere komplementäre Heilungsansätze

Neben Homöopathie und Schüssler-Salzen gibt es noch weitere komplementäre Heilungsansätze, die bei Katzen mit Nervenschmerzen eingesetzt werden können:

  • Bioresonanztherapie: Diese Methode basiert auf der Annahme, dass der Körper elektromagnetische Schwingungen aussendet, die durch Krankheit gestört werden können. Durch die Bioresonanztherapie sollen die disharmonischen Schwingungen abgebaut und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.
  • Phytotherapie (Pflanzenheilkunde): Bestimmte Heilpflanzen können entzündungshemmende, schmerzstillende und beruhigende Eigenschaften haben und somit zur Linderung von Nervenschmerzen beitragen. Beispiele sind Weidenrinde, Weihrauch, Teufelskralle und Hanf.
  • Akupunktur: Durch das Setzen von Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers sollen Blockaden gelöst und der Energiefluss angeregt werden.
  • Bioresonanztherapie: Ziel der Bioresonanztherapie ist es, disharmonische Schwingungen abzubauen. Energetische Defizite oder Blockaden verhindern Schwingungen, stören den Energiefluss und führen zu Krankheit. Das in der Therapie verwendete Gerät nimmt die negativen Schwingungen auf, wandelt sie therapeutisch um und schickt sie als positive Schwingungen wieder an den Körper zurück. Dadurch wird einerseits die Kommunikation zwischen den Zellen wiederhergestellt und andererseits werden Selbstheilungskräfte aktiviert.

Wichtige Hinweise

  • Tierärztliche Diagnose: Vor der Anwendung von naturheilkundlichen Mitteln sollte immer eine tierärztliche Diagnose gestellt werden, um die Ursache der Nervenschmerzen zu ermitteln und ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.
  • Begleitende Therapie: Naturheilkundliche Behandlungen können die Schulmedizin ergänzen, aber in vielen Fällen nicht ersetzen.
  • Qualifikation des Therapeuten: Achten Sie auf die Qualifikation des Therapeuten (Tierheilpraktiker, Tierarzt mit Zusatzausbildung in Naturheilkunde), um eine kompetente Beratung und Behandlung zu gewährleisten.
  • Individuelle Reaktion: Jede Katze reagiert unterschiedlich auf naturheilkundliche Mittel. Es kann daher notwendig sein, verschiedene Mittel auszuprobieren, um das passende zu finden.

tags: #katze #nervenschmerzen #naturheilkundlich #behandeln