Einführung
Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die sich auf Bewegung, Kontrolle und Gleichgewicht auswirkt. Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass Ernährung und Lebensstil eine wichtige Rolle bei der Prävention, dem Fortschreiten und der Behandlung von Parkinson spielen können. Dieser Artikel untersucht die Auswirkungen von Ernährung, Schluckstörungen und neuen Therapieansätzen, einschließlich der Verwendung von Kaugummi, auf die Parkinson-Krankheit.
Ernährung und Parkinson
Die Rolle der Ernährung bei der Entwicklung von Parkinson
Bestimmte Ernährungsformen sind mit einer geringeren Inzidenz, einem späteren Krankheitsbeginn und einem günstigeren Verlauf der Parkinson-Krankheit verbunden. So hat sich beispielsweise die „Mediterranean DASH Intervention for Neurodegenerative Delay“ (MIND-Diät) als vielversprechend erwiesen. Diese Diät legt den Schwerpunkt auf grünes Blattgemüse und Beeren und schränkt bestimmte Milchprodukte, insbesondere Käse, ein. Nüsse, Blattgemüse und Beeren sollen mit ihren Antioxidantien und Flavonoiden neuroprotektive Eigenschaften haben.
Die Bedeutung einer darmgesunden Ernährung
Der Darm spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und dem Management der Parkinson-Krankheit. Chronische Verstopfung gilt als Risikofaktor für die Entwicklung von Parkinson. Eine darmgesunde Ernährung ist für bereits Erkrankte wichtig, da sie häufig unter Verstopfung leiden, was die Lebensqualität und die Aufnahme von Medikamenten beeinträchtigen kann.
Ernährungsempfehlungen für Parkinson-Patienten
Parkinson-Patienten sollten sich ausgewogen ernähren, mit viel Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten als Proteinquelle. Beeren und Nüsse sind ebenfalls von Vorteil. Anstelle von tierischen Fetten sollten pflanzliche Öle wie Olivenöl verwendet werden. Rohkost und Ballaststoffe sind wichtig, aber es ist wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu trinken, damit die Ballaststoffe quellen können und den Darm anregen.
Die Einnahme des Medikaments Levodopa sollte idealerweise mindestens eine halbe Stunde vor oder frühestens anderthalb Stunden nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, erfolgen. Bei fortschreitender Erkrankung und häufiger Levodopa-Einnahme müssen jedoch Kompromisse eingegangen werden.
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Individuelle Ernährungsanpassung
Wie man essen sollte, ist individuell und hängt vom Stadium der Erkrankung und dem Ansprechen auf Levodopa ab. Im Stadium der Levodopa-Wirkungsschwankungen kann eine Mahlzeit eine Off-Phase auslösen, in der sich die Patienten kaum mehr bewegen können. Es ist wichtig, dass sich die Patienten bewusst werden, wie sie den besten Nutzen aus dem Levodopa ziehen können.
Problematische Lebensmittel
Fleisch und Wurst können problematisch sein, da sie schwer verdaulich sind und viel Eiweiß enthalten. Auch Joghurt und Fisch können die Aufnahme von Levodopa erschweren. Zucker, verarbeitete und frittierte Lebensmittel sowie rotes Fleisch werden in den meisten Ernährungsplänen als schädlich angesehen, auch bei Parkinson.
Heißhunger auf Süßigkeiten
Parkinson-Patienten haben oft Heißhunger auf Süßigkeiten. Dies kann daran liegen, dass Zucker Dopamin freisetzt, das den Patienten fehlt. Dopaminagonisten können auch Impulskontrollstörungen mit unkontrollierbarem Appetit auf Süßes verursachen. Parkinson-Patienten haben eine höhere Inzidenz von Diabetes und umgekehrt.
Cola und Levodopa
Manche Patienten glauben, dass ihre Levodopa-Tabletten zusammen mit einer Cola schneller wirken. Dies könnte auf den niedrigen pH-Wert und die Kohlensäure zurückzuführen sein, die die Levodopa-Resorption erleichtern sollen. Es gibt jedoch keine Studien, die dies belegen.
Schluckstörungen bei Parkinson
Die Bedeutung des Schluckens
Das Schlucken ist ein lebenswichtiger motorischer Vorgang, der den Transport von Nahrung aus der Mundhöhle über den Rachen und die Speiseröhre in den Magen ermöglicht. Die Parkinson-Krankheit kann das Schlucken in allen Phasen des Schluckaktes beeinträchtigen.
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Symptome von Schluckstörungen
Hinweise auf eine Schluckstörung bei Parkinson-Patienten können vermehrter Speichelfluss, ungewollter Gewichtsverlust, die Unfähigkeit, Nahrung im Mund zu halten, Verschlucken oder Husten beim Essen, verminderte Nahrungs- oder Trinkmengen, langsameres Essen, Vermeidung bestimmter Speisen, Hängenbleiben von Nahrung im Rachen, Sodbrennen, Fieber oder wiederholte Lungenentzündungen sein.
Diagnose von Schluckstörungen
Die Diagnose einer Parkinson-bedingten Schluckstörung erfolgt durch eine neurologische Untersuchung und eine klinische Schluckuntersuchung durch einen Logopäden. In vielen Fällen ist eine apparative Zusatzdiagnostik erforderlich, um das genaue Störungsmuster aufzudecken und geeignete therapeutische Maßnahmen einzuleiten. Zu den Untersuchungsmethoden gehören die Schluckendoskopie, die Videofluoroskopie und die Manometrie des Schluckens.
Therapie von Schluckstörungen
Parkinson-Patienten mit einer Schluckstörung sollten immer eine logopädische Schlucktherapie erhalten. Die ausgewählten Verfahren richten sich nach dem individuellen Störungsmuster des Patienten. Auch durch das Lee-Silverman-Voice-Treatment (LSVT®-LOUD), das zur Behandlung Parkinson-bedingter Sprechstörung entwickelt wurde, kann eine Verbesserung der Schluckfunktion erzielt werden. Ein vielversprechendes neues Verfahren ist ein Heimtraining mit einem speziellen Ausatemtrainer (EMST).
Kaugummi kauen
Kaugummi kauen kann die Schluckfrequenz steigern und den Speichelfluss reduzieren. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert.
Neue Therapieansätze
Medikamentenpumpen
Es gibt eine neue Art von Medikamentenpumpe zur subkutanen Infusion von Foslevodopa/Foscarbidopa, die erst vor wenigen Monaten in Deutschland auf den Markt kam. Sie soll die Aufnahme der Dopaminersatzstoffe vom oberen Gastrointestinaltrakt unabhängig machen und damit die Wirkungsschwankungen von Levodopa glätten.
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Forschung
Es gibt derzeit über 150 laufende kontrollierte Studien, die sich mit der Modifikation des Krankheitsverlaufs beschäftigen. Manche Studien suchen bereits Probanden mit bestimmten genetischen Varianten oder Mutationen, die mit vermehrten Alpha-Synuclein-Ablagerungen in Nervenzellen assoziiert sind.
Weitere Lebensstilfaktoren
Sowohl aerobes Training als auch Krafttraining können den Verlauf der Parkinson-Krankheit günstig beeinflussen. Aktivierung und Strukturierung sind daher ganz wichtig.