Während die meisten Menschen bei den Folgen des Tabakkonsums zuerst an Lungenschäden, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen denken, gerät das Gehirn oft in den Hintergrund. Es gibt jedoch immer mehr Hinweise darauf, dass Rauchen das Alzheimer-Risiko deutlich erhöhen kann. Rauchen scheint bei Alterungsprozessen im Gehirn eine Sonderrolle zu spielen: Offenbar wirkt sich kein anderer Lebensstilfaktor so stark aus.
Rauchen beschleunigt den geistigen Abbau
Auch bei Menschen ohne spezifische Anzeichen einer Demenz beschleunigt Rauchen den altersbedingten geistigen Abbau. Das zeigt eine Studie des University College in London mit mehr als 32.000 Männern und Frauen über 50 Jahren aus 14 europäischen Ländern.
Die Teilnehmenden wurden zu ihrem Lebensstil bezüglich Tabak- und Alkoholkonsum, körperlicher Aktivität sowie ihren sozialen Kontakten befragt. Von diesen Faktoren weiß man, dass sie geistige Alterungsprozesse beeinflussen. Außerdem absolvierten die Teilnehmenden Tests zu ihrer Gedächtnisleistung und Sprachflüssigkeit.
Rauchen als einflussreicher Faktor
„Aus diesen Analysen geht hervor, dass der Zusammenhang von Lebensstil und kognitivem Abbau in erster Linie vom Raucherstatus abhängt“, erklärt die Wissenschaftlerin. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handle, sei es nicht möglich gewesen, Ursache und Wirkung eindeutig festzustellen. „Die Studie legt jedoch nahe, dass Rauchen ein besonders wichtiger Faktor sein könnte, der die Geschwindigkeit des kognitiven Alterns beeinflusst“, so Bloomberg.
Unter den untersuchten gesunden Verhaltensweisen könnte das Nichtrauchen also für die Aufrechterhaltung der kognitiven Funktion zu den wichtigsten gehören.
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Die Auswirkungen des Rauchens auf das Gehirnvolumen
Eine ebenfalls kürzlich publizierte Untersuchung der Washington University School of Medicine zeigt, dass sich bei rauchenden Menschen sogar das Hirnvolumen verringert. Zwar haben ältere Menschen natürlicherweise ein kleineres Gehirn als jüngere, aber Tabakkonsum beschleunigt offenbar auch diesen Alterungsprozess.
Starkes Rauchen erhöht das Demenzrisiko erheblich
Wer im Alter von 50 bis 60 Jahren pro Tag mehr als zwei Packungen Zigaretten raucht, ist im Vergleich zu Nichtrauchern doppelt so stark gefährdet, zwei Jahrzehnte später an einer Demenz zu erkranken. Davor warnen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin.
„Wer im mittleren Alter von 50 bis 60 Jahren täglich mehr als zwei Packungen Zigaretten raucht, ist im Vergleich zu Nichtrauchern doppelt so stark gefährdet, zwei Jahrzehnte später eine Demenz zu entwickeln“, erläutert Prof. Dr. Stefan Andreas, Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. „Dieses Risiko hängt direkt von der Anzahl der gerauchten Zigaretten ab und steigt bereits deutlich (um 34 Prozent), wenn pro Tag mehr als eine halbe Packung Zigaretten geraucht wird. Das hat ein Forscherteam aus Finnland, Schweden und Kalifornien in einer Untersuchung mit über 21.000 Studienteilnehmern nachgewiesen."
Schädigung des Hirnstoffwechsels
Rauchen fördert also nicht nur die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und erhöht damit das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle, sondern wirkt sich nachweislich auch negativ auf die kognitive Entwicklung im Alter aus. „Das betrifft nicht nur Formen der gefäßbedingten (vaskulären) Altersdemenz, die auf eine beeinträchtigte Sauerstoffversorgung des Gehirns zurückzuführen sind“, erklärt Prof. Andreas. „Den Forschern zufolge erhöht starkes Rauchen im mittleren Alter offenbar auch das Risiko für Alzheimer, was darauf hinweist, dass langjähriges Rauchen nicht nur die Blutgefäße verstopft, sondern auch den Stoffwechsel von Hirnzellen schädigen kann. Raucher scheinen ein erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen zu haben. Und tatsächlich lassen sich in ihrer Gehirnflüssigkeit Biomarker für die Alzheimerkrankheit nachweisen. Epidemiologischen Daten und den Ergebnissen aus Metaanalysen zufolge besteht zwischen dem Zigarettenkonsum und neurodegenerativen Erkrankungen ein Zusammenhang. Starkes Rauchen über 20 Jahre hinweg ist demnach mit einer mehr als hundertprozentigen Risikozunahme für Demenz und die Alzheimerkrankheit assoziiert.
Molekulare Biomarker bestätigen den Zusammenhang
Lässt sich dieser Zusammenhang aber auch anhand von molekularen Biomarkern für Neurodegeneration, Neuroinflammation, Oxidation und Neuroprotektion nachweisen? Dies untersuchte das Team um Dr. Yanlong Liu von der Wenzhou Medical University anhand einer Fall-Kontroll-Studie. Daran nahmen 191 Männer aus China teil, die sich einer operativen Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes unterzogen. Im Rahmen dieses Eingriffs wurde routinemäßig eine Lumbalpunktion durchgeführt und Liquor entnommen. 104 Studienteilnehmer, die nicht rauchten und die in der Vorgeschichte weder einen Substanzgebrauch noch eine Substanzabhängigkeit aufwiesen, bildeten die Nichtrauchergruppe. Die Gruppe der Raucher bestand aus 87 Männern, die mindestens ein Jahr lang mindestens zehn Zigaretten täglich konsumiert hatten. Bei allen Studienteilnehmern wurden folgende Biomarker im Liquor bestimmt: Betaamyloid 42 (Aβ42), das eine diagnostische Spezifität für Alzheimer aufweist, Tumornekrosefaktor-α (TNF-α), der Wachstumsfaktor Brain-derived Neurotrophic Factor (BDNF), Superoxiddismutase (SOD) und Stickstoffmonoxid-Synthase (NOS). Tatsächlich konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen dem Tabakgebrauch und den molekularen Biomarkern für Alzheimer nachweisen: Im Liquor der Raucher fanden sich höhere Aβ42-Werte sowie Zeichen für deutlichen oxidativen Stress, Neuroinflammation und eine beeinträchtigte Neuroprotektion.
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Weitere Risikofaktoren für Demenz
Neben dem Rauchen gibt es noch weitere Risikofaktoren, die das Demenzrisiko erhöhen können:
- Sie belasten die Gefäße oder den Stoffwechsel - etwa durch Bluthochdruck, hohe Blutzucker- oder Cholesterinwerte.
- Sie fördern Entzündungen oder schädliche Ablagerungen im Gehirn.
- Sie schwächen die kognitive Reserve, also die Widerstandskraft des Gehirns gegenüber Schäden.
Besonders wichtig: Wenn mehrere Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen, erhöht sich das Demenzrisiko deutlich. Positiv ist: Wer an einer Stelle ansetzt, kann oft mehrere Risiken gleichzeitig verringern.
Weitere Faktoren im Detail
- Geistige Anregung: Geistige Anregung in jungen Jahren schützt das Gehirn - besonders durch den Aufbau sogenannter kognitiver Reserven.
- Hörverlust: Wenn das Gehör nachlässt, verarbeitet das Gehirn weniger Reize - es muss mehr Energie aufbringen, um Sprache zu verstehen.
- Erhöhtes Cholesterin: Erhöhtes Cholesterin - vor allem bei Menschen unter 65 - kann die Ablagerung von schädlichen Proteinen wie Amyloid-beta und verändertem Tau im Gehirn fördern, beides typische Merkmale der Alzheimer-Krankheit. Zudem belastet zu viel Cholesterin die Blutgefäße. Das steigert das Risiko für Schlaganfälle und damit auch für eine vaskuläre Demenz.
- Depressionen: Anhaltende Niedergeschlagenheit, sozialer Rückzug und mangelnde Selbstfürsorge belasten nicht nur die Seele - sondern auch das Gehirn.
- Kopfverletzungen: Ein Sturz, eine Schlag, ein Zusammenprall - Schwere oder wiederholte Kopfverletzungen erhöhen das Risiko für Demenzerkrankungen wie Alzheimer und die chronisch-traumatische Enzephalopathie (CTE).
- Bewegungsmangel: Wer sich im Alltag kaum bewegt, erhöht sein Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Bewegungsmangel beeinträchtigt die Durchblutung des Gehirns, schwächt Nervenzellen und begünstigt den geistigen Abbau.
- Diabetes: Typ-2-Diabetes zählt zu den am besten belegten Risikofaktoren für Demenz.
- Bluthochdruck: Bluthochdruck im mittleren Lebensalter erhöht das Risiko für alle Demenzformen, insbesondere für die vaskuläre Demenz.
- Übergewicht: Übergewicht - besonders im mittleren Lebensalter- erhöht das Risiko, später an einer Demenz zu erkranken.
- Alkoholkonsum: Wer regelmäßig viel Alkohol trinkt, riskiert mehr als einen Kater. Studien zeigen: Schon mehr als drei Liter Bier oder zwei Liter Wein pro Woche führt zum Verlust der grauen Masse im Gehirn und damit zu einem höheren Risiko für alle Formen der Demenz.
- Soziale Isolation: Soziale Isolation bedeutet, dass ein Mensch nur selten Kontakt zu anderen hat - zum Beispiel, wenn er allein lebt, kaum Besuch bekommt oder nicht mehr aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Eine solche Isolation kann das Risiko erhöhen, an Demenz zu erkranken.
- Luftverschmutzung: Was wir einatmen, kann auch unser Gehirn erreichen. Feine Partikel aus Abgasen, Industrie, Holz- und Kohleöfen können Entzündungen auslösen, die Gefäße schädigen und langfristig die geistige Gesundheit beeinträchtigen.
- Sehschwäche: Sehen ist mehr als nur ein Sinn - es ist geistige Anregung. Wenn das Sehvermögen nachlässt und nicht ausgeglichen wird, gehen dem Gehirn wichtige Reize verloren.
Rauchen und Konzentration: Ein Teufelskreis
Greifst Du heute in der Raucherpause zur Zigarette, denkst Du nicht daran, welche Folgen dies in späteren Jahren haben kann. Oftmals dient Deine Raucherpause der vermeintlichen Leistungssteigerung. Bessere Konzentration durch Rauchen ist allerdings nur ein Ammenmärchen. Langjähriges Rauchen birgt sogar die Gefahr einer Demenz. Und das Schlimmste überhaupt: Der Fortschritt einer Demenz kann nicht aufgehalten werden.
Das kennt Jeder: auf der Arbeit oder im Alltag ist viel los, überall musst Du funktionieren und Deine Leistung jederzeit abrufen können. Das kann einem schnell über den Kopf wachsen. Was dagegen hilft, ist eine kurze Pause. Als Raucher in eine solche Pause seine Zigaretten mitzunehmen, ist allerdings die falsche Entscheidung. Warum? Durch eine solche Raucherpause kannst Du dem Stress zwar für ein paar Minuten entkommen, doch Deine Leistungsfähigkeit wird nicht langfristig verbessert, sondern sogar schlechter. Rauchen erhöht kurzfristig die Adrenalinausschüttung, wodurch sich Dein Herzschlag erhöht und Du das Gefühl hast Dich besser konzentrieren zu können. So schnell wie das Hoch kam, verfliegt es allerdings auch wieder. Du bist erneut müde und fühlst Dich zunehmend gestresst. Rauchen und Konzentration bedingen sich also negativ in einem Teufelskreis.
Die Illusion der Demenzprävention durch Rauchen
Lange Zeit wurde propagiert, dass Rauchen Alzheimer vorbeugen kann. Heutzutage ist bekannt dass die Studien, die für diese Behauptung herangezogen wurden, von der Tabakindustrie finanziell gefördert waren und daher als nicht objektiv anzusehen sind.
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Kognitiver Abbau durch Rauchen
In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass Rauchen bereits nach 5 Jahren zu einer deutlichen Abnahme der kognitiven Fähigkeiten führt. Nach 10 Jahren sind diese Ergebnisse noch gravierender. Je älter der Raucher, desto schneller sein durch Rauchen bedingter kognitiver Abbau. Außerdem gilt: Je mehr Zigaretten geraucht werden, desto höher der kognitive Verlust. Wer nicht rechtzeitig den Absprung vom Rauchen geschafft hat, war laut dieser Studie noch schlimmer dran. Raucher, die im mittleren Alter nicht mit dem Rauchen aufgehört haben, erzielten in allen kognitiven Tests die schlechtesten Ergebnisse. Für einen frühzeitigen Rauchstopp spricht zudem, dass mit zunehmendem Alter die Schäden am Gehirn immer schlechter ausgeglichen werden können.
Sauerstoffmangel im Gehirn
Damit das Gehirn voll leistungsfähig ist, ist es auf eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff über die Blutbahn angewiesen. Durch Rauchen werden aber die Lungen geschädigt, was zu einer verminderten Sauerstoffaufnahme aus der Luft ins Blut führt. Rauchen fördert des Weiteren die Entstehung von Arteriosklerose, sprich Ablagerungen und Verkalkungen der Blutgefäße. Damit wird der Transport des ohnehin schon in geringeren Mengen vorhandenen Sauerstoffs über die Blutbahnen zusätzlich erschwert. Beide krankhaften Veränderungen führen dazu, dass weniger Sauerstoff ins Gehirn transportiert wird. Unsere Hirnzellen können dadurch mit Sauerstoff unterversorgt werden. Langfristig erhöht dies das Risiko des Absterbens von Nervenzellen im Gehirn und die Entstehung einer bestimmten Form der Demenz, der sogenannten vaskulären Demenz. Rauchen und Demenz hängen also zusammen. Diese ist durch Gefäßverengungen bedingt und geht in einem schleichenden Prozess mit einer kognitiven Verlangsamung, Denkschwierigkeiten sowie Stimmungslabilität einher.
Alternativen zum Rauchen für Stressabbau
Um Deine Konzentrationsfähigkeit langfristig zu erhalten, sollte der Griff zur Zigarette nicht der Weg der Wahl sein! Suche Dir alternative Methoden, wie kurze Meditationseinheiten oder kleine Spaziergänge. Diese fördern den Stressabbau und Deine kognitive Leistungsfähigkeit ohne Dir nachhaltig zu schaden. Werde jetzt Nichtraucher und senke dadurch Dein erhöhtes Demenzrisiko wieder.
Rauchstopp in jedem Alter sinnvoll
Es lohnt sich in jedem Alter, mit dem Rauchen aufzuhören! Zwar sind die Schäden durch das Rauchen nach einer längeren Zeit als Raucher größer und die Regeneration verläuft langsamer mit voranschreitendem Lebensalter, doch es nie zu spät. Mit jeder Zigarette führt man weitere Giftstoffe zu sich und gefährdet seine Gesundheit. Mit dem Rauchen aufzuhören ist immer eine gute Entscheidung.
Umgang mit Demenz und Rauchen
Gleich vorweg: Auch Menschen mit Demenz haben das Recht, zu rauchen. Wer sein Leben lang zur Zigarette gegriffen hat, wird bei einer Alzheimer-Erkrankung nicht plötzlich damit aufhören. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Person die brennende Zigarette vergisst und einen Brand verursacht. Für Angehörige ist das eine schwierige Gratwanderung zwischen Schutz und Selbstbestimmung. "Wichtig ist, dass man die Person nicht bevormundet, sondern ihren Schutz im Sinn hat", sagt die Gerontologin Karoline Adamski vom Caritasverband Hannover. "Wieviel hat sie noch vor der dementiellen Erkrankung geraucht? Das könnte man zum Maßstab nehmen."
Tipps zur Reduzierung des Zigarettenkonsums bei Demenz
- Weniger Zigaretten: Wenn ein Mensch mit Demenz tagsüber allein ist, entfernen Sie einige Zigaretten aus dem Päckchen. So raucht die Person automatisch weniger - etwa nur vier Zigaretten am Tag statt die ganze Packung. Eine Option ist auch, das Feuerzeug nicht ganz voll zu machen.
- Aus dem Sichtfeld nehmen: Manche Patienten mit Demenz vergessen Dinge, sobald sie sie nicht mehr sehen. Oft hilft es, das Päckchen Zigaretten nicht gut sichtbar auf den Küchentisch zu legen, sondern in eine Schublade. Das geht auch zeitweise, z.B. für die Dauer Ihres Besuchs am Nachmittag.
- Feuerzeug bzw. Streichhölzer bei sich behalten: So muss die Person bei jeder Zigarette nach Feuer fragen - das funktioniert natürlich nur, wenn Sie als Angehöriger vor Ort sind.
- Ablenken und Ersatz finden:
- Schokoladenzigaretten: Vielleicht ist das eine Option für den Abend, wenn die Person tagsüber schon viel geraucht hat. Die echten Zigaretten nehmen Sie weg, die Schokoladenzigaretten legen Sie gut sichtbar auf den Küchentisch.
- Pfeife: Vielleicht bieten Sie der Person eine Pfeife an, die sie nur im Mund hat und die nicht angezündet wird.
- Etwas für die Hand: Manchmal lenken kleine "Handschmeichler" ab: etwas zum Knabbern, kleine Bälle oder ein angenehmes Stück Stoff.
- E-Zigaretten und Nikotinpflaster: Wer den Zigarettenkonsum durch die Intervention eines Angehörigen stark reduziert, bekommt vermutlich Entzugserscheinungen - hier können Nikotinpflaster helfen. Auch eine elektrische Zigarette ist eine Idee.
Richtige Kommunikation als Angehöriger
- Konfrontation vermeiden: Diskussionen bringen nichts.
- Ablenken: Mit einfachen, kurzen Sätzen kann man die Aufmerksamkeit auf andere Tätigkeiten lenken - zum Beispiel auf Spiele, den Kaffee, Knabbersachen.
- Empathisch sein: Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Angehörigen. Wichtig ist, die Gefühle mitzufühlen, zu benennen und zu trösten.
Tipps für mehr Sicherheit beim Rauchen bei Demenz
Wenn Menschen mit Demenz rauchen, herrscht oft Brandgefahr. Diese Gegenstände sollten aus schwer entflammbarem Material sein: Bettwäsche, Gardinen, Teppiche, Sofa bzw.
Rauchen in jungen Jahren und während der Schwangerschaft
Wie bedeutend es ist, in jungen Jahren und während der Schwangerschaft nicht zu rauchen, unterstreicht eine neue Studie chinesischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Wer bereits in der frühen Jugend mit dem Rauchen angefangen hat, entwickelte auch früher eine Demenz. Allein in Europa rauchen 8,1 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft; in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zünden sich mindestens 50 Millionen erwachsene Raucher bereits vor dem 15. Lebensjahr die erste Zigarette an.
Die Forschenden kommen zu dem Ergebnis, dass das Alter, in dem mit dem Rauchen begonnen wurde, mit dem Zeitpunkt des Auftretens einer Demenz verknüpft war. Wer bereits in der Kindheit mit dem Rauchen begann, beschleunigte die Entwicklung einer Demenz. Damit hatten auch Menschen zu rechnen, die in der Jugend und im Erwachsenenalter weiterhin regelmäßig rauchten. Die Forschenden fanden dafür eine Reihe von Erklärungsansätzen: Zum einen könne aktives Rauchen in jungen Jahren die Lungenfunktion reduzieren, was die Entwicklung von Demenz zum Beispiel durch Entzündungen und Stoffwechselstörungen fördert. Zum anderen haben die Forschenden festgestellt, dass frühes Rauchen das Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken, aufgrund genetischer Veränderungen erhöhen kann. Ebenfalls ein hohes Risiko, eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln, hatten jene, deren Mütter in der Schwangerschaft rauchten. Rauchen in der Schwangerschaft zeigte dabei einen beschleunigenden Effekt auf den Zeitpunkt des Demenzbeginns bei den Nachkommen.
In ihrer Studie unterstreichen die Forschenden daher die Bedeutung von Präventionsstrategien, insbesondere von Anti-Raucher-Programmen.
Beobachtungsstudie bestätigt Zusammenhang zwischen Rauchen und Demenz
Rauchen ist laut Daten einer großen Beobachtungsstudie in den USA ein unabhängiger Risikofaktor für eine Demenz. Bei der Erhebung wurden Daten zu mehr als 21.000 Personen in Nordkalifornien ausgewertet, die zwischen 1978 und 1985, im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, an einer Gesundheitsbefragung teilnahmen. Zwischen 1994 und 2008, die Studienteilnehmer waren im Mittel 72 Jahre alt, wurde die Häufigkeit von Demenzdiagnosen erfasst. Ein Viertel der Teilnehmer hatte zu diesem Zeitpunkt eine Demenz. Bei starken Rauchern, die täglich zwei Packungen Zigaretten konsumierten, war das Demenzrisiko mehr als verdoppelt. Das Risiko für eine Alzheimer-Demenz war 2,6-fach, für eine vaskuläre Demenz 2,7-fach erhöht. Personen, die angegeben hatten, täglich ein bis zwei Päckchen zu rauchen, hatten eine um 44 Prozent, Personen, die ein halbes bis ein Päckchen rauchten, ein um 37 Prozent erhöhtes Demenzrisiko. Auch eine positive Botschaft hat die Studie: Wer zum Zeitpunkt der Erhebung mit dem Rauchen aufgehört hatte, bei dem war das Demenzrisiko nicht höher als bei Nicht-Rauchern.
Dosisabhängiger Effekt des Rauchens auf das Demenzrisiko
Bei Personen, die im mittleren Alter täglich mindestens 2 Päckchen Zigaretten rauchten, stieg das Risiko für eine Demenz stark: Die adjustierte Hazard Ratio (HR) betrug 2,14 (95%-KI 1,65-2,78), für eine Alzheimer-Demenz 2,57 (95%-KI 1,63-4,03) und für eine vaskuläre Demenz 2,72 (95%-KI 1,20-6,18). Das Risiko für eine Demenzentwicklung war dosisabhängig, die HR beim Konsum von 1 bis 2 Päckchen pro Tag lag bei 1,44 (1,26-1,64) und bei 0,5 bis 1 Päckchen bei 1,37 (1,23-1,52). Die deletären Wirkungen des Rauchens traten unabhängig vom Geschlecht und von der ethnischen Zugehörigkeit der Betroffenen auf.