Hirntumore sind seltene Erkrankungen, die das Leben der Betroffenen und ihrer Familien grundlegend verändern können. Die Rehabilitation spielt eine entscheidende Rolle, um den Erfolg der Therapie zu sichern und die Lebensqualität der Patienten wiederherzustellen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Rehabilitation nach einem Hirntumor, insbesondere im Hinblick auf die Dauer, die angebotenen Leistungen und die spezifischen Möglichkeiten im Schwarzwald.
Hirntumoren: Eine Übersicht
Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen sind Hirntumore selten und werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Die Diagnose kann jeden treffen, wobei Menschen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr am häufigsten betroffen sind.
Man unterscheidet zwischen:
- Hirneigenen Tumoren: Geschwülste, die vom Hirngewebe selbst ausgehen und von gutartig bis bösartig sein können.
- Tumoren der Hirnhaut und des Rückenmarks: Beispiele sind Meningeome (Tumoren der harten Hirnhaut) und Neurinome (Tumore der Hirnnerven).
- Hirnmetastasen anderer Primärtumoren: Diese werden heutzutage am häufigsten diagnostiziert, beispielsweise bei Lungen-, Brust- oder Nierenkrebs.
Die Auswirkungen eines Hirntumors hängen von der Art, der Wachstumsgeschwindigkeit und der Lage des Tumors ab. Die Einteilung erfolgt nach der WHO-Klassifizierung, wobei Grad I einem gutartigen, langsam wachsenden Tumor mit guter Prognose entspricht.
Diagnose und Therapie von Hirntumoren
Bei Verdacht auf einen Hirntumor sind die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Computertomografie (CT) des Kopfes die wichtigsten Diagnosemethoden. Eine Untersuchung des Hirnwassers (Liquorpunktion) kann in bestimmten Fällen weitere Hinweise liefern. Um die Diagnose zu sichern und die Art des Tumors festzustellen, ist in der Regel eine Gewebeprobe notwendig.
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Die Therapie orientiert sich am Alter des Patienten, der Lage und Aggressivität des Tumors. Bei langsam wachsenden, gutartigen Tumoren ist die Operation die Therapie der Wahl. Eine Radiotherapie ist nur nötig, wenn der Tumor wider Erwarten erneut wächst oder ein aggressiveres Wachstum diagnostiziert wird. Auch bei Tumoren, die bereits von Beginn an ein bösartigeres Verhalten zeigen (niedrigmaligne Gliome), wird nach der Operation häufig abgewartet und nur dann bestrahlt, wenn erneut Symptome entstehen.
Bei der operativen Therapie kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
- Die Gewebsentnahme (Biopsie): Sie dient zur Sicherung der Artdiagnose und Weichenstellung für die weitere Therapie und wird routinemäßig unter Zuhilfenahme der Neuronavigation durchgeführt.
- Die offene, mikrochirurgisch vorgenommene Tumorresektion: Sie erfolgt gegebenenfalls unter Zuhilfenahme der Neuronavigation. In unkomplizierten Fällen dauert der stationäre Aufenthalt etwa eine Woche bis zehn Tage.
Definitiv bösartige Tumoren (hochmaligne Gliome) sollten, wenn möglich, immer operiert und danach radio- und/oder chemotherapiert werden. Diese Kombination führt zu den besten Ergebnissen, allerdings ist die Heilungschance bei diesen Tumoren insgesamt gering. Die Therapie dieser so unterschiedlichen Hirntumoren erfordert natürlich die enge Zusammenarbeit der beteiligten Ärzte. Die konventionelle Radiotherapie dauert zumeist vier bis sechs Wochen und wird fünfmal am Tag durchgeführt. Ist zeitgleich eine Chemotherapie notwendig, erhalten Sie die notwendigen Informationen von uns, während die Chemotherapie vor oder nach einer Bestrahlung von den Hämatoonkologen gegeben wird. Grundlage der Bestrahlung sind die dreidimensionale Planung sowie die Bildfusion von Kernspin- und Computertomographie. In ausgewählten Situationen kann bei Patienten mit Hirntumoren und auch bei schon vorbehandelten Patienten eine stereotaktische Radiotherapie sinnvoll sein, die ambulant in einer oder wenigen Bestrahlungssitzungen ambulant durchgeführt wird.
Die Bedeutung der Rehabilitation nach Hirntumortherapie
Die medizinische Rehabilitation spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherung des Erfolgs der Hirntumortherapie. Sie beginnt in der Regel nach Abschluss der ersten Behandlungsphase, wie Operation oder Strahlentherapie, und ist somit Teil der Nachsorge.
Während der Rehabilitation werden medizinische Behandlungen fortgesetzt oder neu begonnen, um die körperlichen Folgen der Hirntumorerkrankung zu beseitigen oder zu mildern. Darüber hinaus werden Maßnahmen ergriffen, um die Rückkehr zum gewohnten Alltag zu erleichtern. Dazu gehören Physiotherapie, Ernährungsberatung und Unterstützung im Umgang mit Problemen, die durch die Krankheit oder Therapie entstanden sind. Psychoonkologische Beratungsangebote helfen in der Rehabilitationsphase dabei, die Krankheit auch seelisch so gut wie möglich zu bewältigen.
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Für Hirntumorpatienten lassen sich viele Maßnahmen in einer stationären "Anschlussheilrehabilitation" bündeln. Darunter versteht das Sozialrecht einen meist etwa dreiwöchigen Aufenthalt in einer spezialisierten Klinik. In Deutschland gibt es inzwischen auch Tageskliniken, in denen alle Reha-Maßnahmen tagsüber durchgeführt werden, Patienten aber abends nach Hause gehen. Während einer solchen Anschluss-"Reha" bleibt man in der Regel weiter krankgeschrieben.
Therapieschwerpunkte der medizinischen Rehabilitation
Die Rehabilitation nach einem Hirntumor umfasst verschiedene Therapieschwerpunkte, die individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden:
- Logopädie: Verbesserung der Stimm-, Sprach- und Sprechfähigkeiten durch aktive Übungen und Entwicklung von Hilfsstrategien für den Alltag.
- Ergotherapie: Verbesserung und Wiederherstellung beeinträchtigter Körperfunktionen durch praktische und alltagsnahe Übungen, wie Kunsttherapie oder Gruppenaktivitäten wie Kochen.
- Physiotherapie: Verbesserung der Beweglichkeit durch Krankengymnastik, um die Bewegungsfähigkeit für den Alltag wiederherzustellen.
- Neurokognitive Trainings-Programme: Förderung der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses durch spezielle Aufgaben.
Zusätzlich können sozialrechtliche Themen Teil der Reha sein, wie:
- Wie finde ich zurück ins Berufsleben?
- Was ist zu tun, wenn ich nicht mehr erwerbsfähig bin?
- Kann ich meine Hirntumorerkrankung als Schwerbehinderung anerkennen lassen?
- Wie plane ich meine häusliche oder unter Umständen stationäre Pflege?
Rehabilitation im Schwarzwald: Eine Option für Hirntumorpatienten
Der Schwarzwald bietet mit seiner malerischen Landschaft und seiner ruhigen Umgebung ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rehabilitation. Es gibt verschiedene Kliniken und Einrichtungen, die sich auf die Rehabilitation von Krebspatienten spezialisiert haben, darunter auch solche mit neurologischem Schwerpunkt.
Katharinenhöhe
Die Katharinenhöhe im Schwarzwald ist eine Einrichtung, die sich auf die Familienorientierte Rehabilitation (FOR) von Familien mit krebskranken Kindern spezialisiert hat. Die Anlage liegt malerisch im Schwarzwald und wird ständig erweitert und erneuert, damit Familien mit krebskranken Kindern sich dort wohl fühlen. Die Mitarbeiter sind mit Herz bei der Sache und versuchen alle Wünsche zu erfüllen. Die therapeutische Behandlung für die Patientenkinder aber auch Geschwisterkinder ist top und nur das zählt.
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Schwarzwaldklinik Bad Krozingen
Die Schwarzwaldklinik in Bad Krozingen bietet neurologische Rehabilitation für Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen des Nervensystems, beispielsweise nach einem Gehirntumor. Die Therapie richtet sich individuell nach dem Ausmaß der neurologischen Erkrankung sowie nach den persönlichen Bedürfnissen des Patienten. Hauptziel der Rehabilitation ist die Wiederherstellung der kognitiven Funktionen und Fähigkeiten sowie eine ganzheitliche Unterstützung, damit Sie Ihren Alltag so eigenständig wie möglich führen können. Abhängig vom Befund arbeiten Spezialisten aus den Fachbereichen Kardiologie, Orthopädie, Neurologie und Geriatrie interdisziplinär zusammen, um ein individuell abgestimmtes Therapieprogramm zu erstellen.
MEDIAN-Kliniken
Die MEDIAN-Kliniken verfügen über große Erfahrung in der Neuroonkologie und setzen bereits frühzeitig in der stationären Reha computergestützte neuropsychologische Behandlungsverfahren ein, die dem Patienten später durch seinen Krankenversicherungsträger als Software zur Nutzung zu Hause zur Verfügung gestellt wird. Auch kann kognitive Ergotherapie stationär entsprechende Leistungsstörungen behandeln.
Umgang mit der Hirntumorerkrankung und ihren Folgen
Ein besonderer Schwerpunkt in der Rehabilitation von Hirntumorpatienten liegt in der Entwicklung und Förderung von Selbstfürsorge und Krankheitsverarbeitung. Zuerst ist Förderung von Nachsicht und die Unterstützung zur Verbesserung von Frustrationstoleranz wichtig. Es gilt „Durchhänger“ zu überwinden und die Fortschritte wertzuschätzen, die Genesung zu fördern zur Vorbereitung auf den Alltag und gleichzeitig die Krankheitsverarbeitung zu unterstützen, um zu akzeptieren, dass sich das Leben ändert. Auch das Lernen, in der Partnerschaft mit der Erkrankung zu leben, offen mit der Erkrankung umzugehen und die veränderte Lebensführung mit gesunder Ernährung spielen eine Rolle. Die Veränderung der Lebensweise bedarf psychologischer Unterstützung, damit Vertrauen in die Zukunft zu finden ist.
Erfolge der Rehabilitation
Durch die stationäre Rehabilitation können Verbesserungen in der Lebensbewältigung wie auch Lebensgestaltung erreicht werden. Wesentliche Behandlungen wie Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie können hier begonnen werden und dann ambulant über weiterbehandelnde Ärzte, also über den Hausarzt oder die beteiligten Fachärzte (Neurologe, Neuroonkologe, Onkologe), weiter veranlasst werden.
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