Warum kratzen sich Kinder am Kopf? Ursachen, Behandlung und Prävention

Juckreiz am Kopf ist ein häufiges Problem bei Kindern. Wenn Kinder sich ständig am Kopf kratzen, ist Aufmerksamkeit geboten. Es gibt viele verschiedene Ursachen für dieses unangenehme Gefühl, von harmlosen Irritationen bis hin zu behandlungsbedürftigen Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Ursachen für Juckreiz am Kopf bei Kindern, gibt Tipps zur Linderung und erklärt, wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Häufige Ursachen für Juckreiz am Kopf bei Kindern

Kopfläuse

Gerade in jungen Jahren sind Kopfläuse eine häufige Ursache für Kopfjucken. Experten schätzen, dass etwa ein bis drei Prozent der Kinder zwischen drei und zwölf Jahren von Kopfläusen betroffen sind. Ein Grund, warum Kopfläuse im Kindesalter so oft auftreten: Kinder stecken gerne die Köpfe zusammen. So gelangen die Parasiten leicht von einem Kopf zum anderen.

Der Stich und Saugakt einer Kopflaus ist für den Menschen schmerzlos, da ein Speichelsekret der Laus die Einstichstelle örtlich betäubt und die Gerinnung des Blutes während des Saugens verhindert. Dieses Sekret führt nach jedem Saugakt zu heftigen Reizungen der Kopfhaut und damit zu starkem Juckreiz.

Auf einen Kopflausbefall deuten, neben Juckreiz und geröteter Kopfhaut, kleine weiße Punkte am Haaransatz hin. Das sind die Eier, welche Läuse etwa einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt ans Haar kleben. Auch die Läuse selbst sind bei genauem Hinsehen auf der Kopfhaut in der Regel sichtbar.

Was tun bei Kopfläusen?

Bei Verdacht auf einen Kopflaus-Befall sollte ein Hautarzt kontaktiert und die Familien der Freunde des Kindes sowie entsprechende Einrichtungen wie Kindergarten, Schule und Sportverein informiert werden. Es ist wichtig zu wissen, dass "Kopflausbefall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Kopfläuse wollen Blut saugen. Dabei ist es ihnen egal, wie sauber oder fettig die Kopfhaut ist", sagt Dr. Uta Schlossberger, Dermatologin mit eigener Praxis in Köln. Auch die Länge der Haare spiele keine Rolle.

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Um die Läuse schnell zu entfernen, sollten Sie ein spezielles Läusemittel und einen Läusekamm benutzen. Auch das feuchte Auskämmen der Haare bringt Gewissheit: Mit dem Nissenkamm wird das Haar Strähne für Strähne durchgekämmt, sodass die Läuse und Eier - falls vorhanden - in dem feinzinkigen Kamm hängen bleiben.

Trockene Kopfhaut

Normalerweise hat die Kopfhaut eine stabile Schutzbarriere, wird durch selbst gebildetes Fett, Talg genannt, geschmeidig gehalten und ist durch die Haare vor äußeren Einflüssen geschützt. Tägliches Haarwaschen, heißes Föhnen sowie die Verwendung von Haargel und Haarspray können empfindlichen Köpfen zusetzen. Die Kopfhaut wird entfettet und trocken. Die Feuchtigkeitsbalance ist gestört. Trockene Schuppen können entstehen. Ist die Hautbarriere derart geschwächt, steigt außerdem das Risiko für allergische Hautreaktionen, etwa auf bestimmte Duft- oder Konservierungsstoffe in Shampoo, Spülung & Co.

Die Haut von Kindern ist dünner als die von Erwachsenen. Sie produziert weniger Lipide und verfügt über eine schwächere Barrierefunktion. Aufgrund der noch nicht vollständig ausgereiften Hautstruktur ist die Kopfhaut von Kindern anfälliger für Reizungen.

Was tun bei trockener Kopfhaut?

Bei juckender Kopfhaut rät die Hautärztin, im ersten Schritt die Kopfhaut so gut es geht zu entlasten: Lauwarm waschen, ein pH-hautneutrales Shampoo ohne Duftstoffe nutzen und die Haare auch mal lufttrocknen lassen. Viele Haarbürsten haben zudem abgerundete Borsten, um die Kopfhaut zu schonen. Ein geeignetes Shampoo für Kinder mit juckender Kopfhaut verzichtet konsequent auf reizende Stoffe wie Sulfate (SLS/SLES), Duft- und Farbstoffe.

Zudem sollten Sie die Häufigkeit der Haarwäschen reduzieren: 2-3 Haarwäschen pro Woche sind völlig ausreichend.

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Allergische Reaktionen

Eine juckende Kopfhaut kann auch eine allergische Reaktion der Kopfhaut auf ein Pflege- oder Styling-Produkt sein. Besonders Aromastoffe und künstliche Zusätze können bei empfindlicher Haut zu Rötungen und Juckreiz führen.

Viele herkömmliche Shampoos enthalten Stoffe, die für sensible Kinderhaut eine echte Belastung darstellen. Silikone, synthetische Duftstoffe und Farbstoffe sind häufige Reizauslöser. Silikone können die Poren verstopfen und PEG-Verbindungen die Hautbarriere durchlässiger für Schadstoffe machen.

Was tun bei allergischen Reaktionen?

Es ist wichtig, ein mildes, parfümfreies Shampoo zu verwenden. Dadurch beruhigen Sie die gereizte Kopfhaut Ihres Kindes und mildern den Juckreiz. Ein Kindershampoo für juckende Kopfhaut sollte die Kriterien der milden Formulierung erfüllen. Es ist speziell für sensible Kinderhaut entwickelt und verzichtet konsequent auf Sulfate, Silikone, Parfum, Parabene und PEGs. Stattdessen reinigt es mit schonenden Zuckertensiden, unterstützt den natürlichen pH-Wert der Haut und enthält pflegende Komponenten.

Kopfhautpilz

Kopfjucken, das zusammen mit Schuppen und Haarausfall auftritt, kann einen Kopfpilz als Ursache haben. Bei Kopfpilz, medizinisch Tinea capitis, handelt es sich um einen Pilzbefall der Kopfhaut. Verursacht wird die Pilzerkrankung durch Fadenpilze (Dermatophyten). Kopfpilz ist ansteckend.

Geht der Juckreiz mit öligen Schuppen und starken Rötungen einher, dann kann es sich um die Symptome einer Pilzinfektion handeln. Diese Hauterkrankung wird von Hefepilzen verursacht und erfordert unbedingt einen Besuch beim Hautarzt.

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Was tun bei Kopfhautpilz?

Bei Verdacht auf einen Kopfpilz ist ein Besuch beim Hautarzt unerlässlich, um eine geeignete Therapie zu finden.

Schuppen

Eine der häufigsten Ursachen von juckender Kopfhaut sind Schuppen. Die unansehnlichen weißen Plättchen zeigen sich meist am Haaransatz oder auf den Schultern. Schuppen sind nichts anderes als die oberste Hautschicht, die die Kopfhaut abstößt, um neue Haut zu bilden. Oftmals ist das eine Stressreaktion, die durch eine allergische Reaktion oder trockene Haut ausgelöst wird.

Schuppen, wie wir sie von Erwachsenen kennen, treten üblicherweise vornehmlich bei älteren Kindern auf. Besonders bei Jugendlichen sind fettige Schuppen keine Seltenheit. Die hormonelle Veränderung in der Pubertät und die dadurch gesteigerte Talgproduktion ist häufig der Auslöser.

Was tun bei Schuppen?

Um die Kopfhaut zu beruhigen und zu pflegen, eignen sich parfümfreie Shampoos und kurzfristig auch Anti-Schuppen-Shampoos. In der Regel können bei Jugendlichen ab 12 Jahren die Schuppen mit medizinischen Shampoos aus der Apotheke, wie der Terzolin® Lösung mit Ketoconazol, behandelt werden.

Neurodermitis und andere Hauterkrankungen

Bei Neurodermitis ist die Haut der Betroffenen am ganzen Körper trocken und neigt zu Juckreiz und Schuppen. Auch die Kopfhaut macht da keine Ausnahme. Eine sanfte Pflege der Haare kann die Symptome verbessern. Dazu gehört eine gemäßigte Temperatur bei der Haarwäsche und ein mildes Shampoo, welches man nicht zu oft wechseln sollte. Das bedeutet zusätzlichen Stress für die Kopfhaut, was wiederum zu Juckreiz führen kann. Ebenso wie häufiges Haarewaschen.

Gerötete Flecken auf der Kopfhaut und trockene Schuppen sowie Juckreiz können Anzeichen für eine Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, sein. Die entzündliche Hautkrankheit tritt meistens in Schüben auf und kann in ihren Ausprägungen sehr unterschiedlich sein. Bei manchen Betroffenen zeigen sich die Flecken nicht nur im Kopfbereich, sondern auch im Gesicht und an den Händen. Auch die Nägel können betroffen sein.

Bei kleineren Kindern kann hingegen Milchschorf, eine entzündliche Erkrankung der Kopfhaut, den Juckreiz auslösen. Kopfgneis kann bei Säuglingen ebenfalls einen Juckreiz auslösen. Jedoch verschwindet die Kruste meist von selbst und bedarf keiner gesonderten Behandlung.

Was tun bei Neurodermitis und anderen Hauterkrankungen?

Bei Psoriasis wird dazu geraten, sich beim Hautarzt vorzustellen und eine geeignete Therapie zu finden.

Leidet Ihr Baby unter Milchschorf, sollten Sie wachsam bleiben. Behandeln Sie die Symptome, damit Ihr Baby sich wohler fühlt. Seien Sie sich bewusst, dass Milchschorf ein Vorbote von Neurodermitis oder Allergien sein kann.

Unabhängig davon, ob aus einem Milchschorf eine Hautkrankheit wird oder nicht nicht, eines zeigt dir die frühkindliche Schuppenbildung schon jetzt: das Leben hat deinem Kind eine extra sensible Haut geschenkt. Über die Hautsensibilität werden langfristig ungesunde Lebensumstände nach außen kommuniziert, darunter ungesunde Ernährung, Stress, falsche Hautpflege und luftundurchlässige oder schadstoffbelastete Kleidung.

Umwelteinflüsse

Juckt die Kopfhaut im Sommer besonders stark, ist möglicherweise die Sonne schuld. Je nach Hauttyp kann die Kopfhaut sehr empfindlich auf die Sonneneinstrahlung reagieren. Ein Tag ohne Kopfbedeckung in der Sonne führt dann zu Reizungen, Rötungen und Juckreiz.

Winter: Trockene Heizungsluft entzieht der Haut Feuchtigkeit. Sommer: Chlor, Salz, Schweiß und UV-Strahlung reizen die Kopfhaut.

Was tun bei Umwelteinflüssen?

Spezielle Sprays schützen die Kopfhaut vor der Sonne. Es ist ratsam, im Sommer eine Kopfbedeckung zu tragen.

Allgemeine Tipps zur Linderung von Juckreiz am Kopf bei Kindern

  • Kopfhaut schonen: Vermeiden Sie häufiges Waschen, heißes Föhnen und spitze Borsten der Haarbürste.
  • Milde Pflegeprodukte: Verwenden Sie ein pH-hautneutrales Shampoo ohne Duftstoffe und reizende Inhaltsstoffe wie Sulfate, Silikone, Parabene und PEGs.
  • Lauwarmes Wasser: Waschen Sie die Haare mit lauwarmem Wasser.
  • Lufttrocknen lassen: Lassen Sie die Haare nach dem Waschen an der Luft trocknen.
  • Weichborstige Bürste: Verwenden Sie eine Haarbürste mit abgerundeten Borsten.
  • Feuchtigkeit spenden: Tragen Sie mindestens einmal täglich ein nährendes Haarpflegeprodukt auf.
  • Stress reduzieren: Achten Sie auf ausreichend Entspannung und Ruhe für Ihr Kind.
  • Geeignete Kopfbedeckung: Wählen Sie eine Kopfbedeckung aus atmungsaktiven Materialien wie Baumwolle.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn der Juckreiz trotz milder Pflege und eines geeigneten Shampoos anhält, starke Schuppung, nässende Stellen oder kahle Flecken auftreten, kann eine Hautkrankheit wie Neurodermitis (atopisches Ekzem), seborrhoisches Ekzem oder eine Pilzinfektion die Ursache sein. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Hautarzt oder eine Hautärztin aufzusuchen. Sie können sich zudem an einen Dermatologen oder an eine Dermatologin wenden. Dort wird Ihr Kind umfassend untersucht, beraten und behandelt.

Neurodermitis Kopfhaut: Spezielle Pflege und Kleidung

Bei Neurodermitis auf der Kopfhaut ist eine besonders sanfte und auf die Bedürfnisse der Haut abgestimmte Pflege wichtig.

Romy Löffler (nutrischlau) - Mama eines Neurodermitis-Mädchens und erfahrener Couch für betroffene Eltern - empfiehlt folgende Pflegeroutine bei ekzemgeplagter Kopfhaut:

  • Haare waschen nach Bedarf: Jeder Wasserkontakt ist eine zusätzliche Reizung der Kopfhaut. Haare waschen solltest du daher nicht täglich, sondern tatsächlich nur bei Bedarf.
  • Hitze vermeiden: Hitze reizt die Kopfhaut, trocknet sie aus und führt zu Juckreiz. Haare-Waschen daher nur mit lauwarmen Wasser. Anschließend vorsichtig trocknen, z. B. mit einem Handtuch um dem Kopf. Starkes rubbeln und Föhnhitze solltest du vermeiden.
  • Schonende Pflegeprodukte verwenden: Nutze ein möglichst PH-neutrales, parfümfreies Shampoo.

Ein bewährten Tipp aus der Naturheilkunde für entspanntere Nächte weiß Ramona Wanninger (Praxis SENA): Schwarztee kann die Entzündung der Kopfhaut lindern. Dazu lässt man einen Teebeutel zehn Minuten in heißem Wasser ziehen und schüttet den ersten Aufguss weg. Man verwendet einen zweiten Aufguss, der ebenfalls zehn Minuten gezogen hat. Der zweite Aufguss enthält weniger Gerbstoffe als der erste Aufguss. Das macht ihn für Babys / Kleinkinder milder und verträglicher. Am Abend vor dem schlafengehen wird ein in Tee getränkter Lappen / Wickel für 20 Minuten auf die Kopfstelle des Babys gelegt. Nach der Behandlung sollte eine fetthaltige Creme aufgetragen werden, die frei von Wirkstoffen, Duft- und Konservierungsstoffen ist. Wichtig: minimal dosiert!

Neben Schwarztee gibt verschiedene Öle und pflanzliche Tinkturen, die der atopischen Kopfhaut guttun. Lass dich am besten von einem Heilpraktiker des Vertrauens beraten.

Neurodermitis-freundliche Kleidung

Zu einer guten Kopfhaut-Pflege gehört eine Neurodermitis-freundliche Kopfbedeckung. Die einzige Kopfbedeckung, die ein Kind zu jeder Gelegenheit tragen kann, die gut sitzt, Schutz bietet und nicht vom Kopf rutscht, ist eine klassische Schalmütze.

Besonders nachts ist der Neurodermitis Juckreiz am schlimmsten. Ein Grund ist unser natürlicher Cortisolspiegel der abends abfällt.

Das Besondere an einer Neurodermitis Schalmütze:

  • 100% P.I.M.A. Baumwolle (GOTS-zertifiziert): kühlt, liegt kaum spürbar auf der Haut, ist frei von jeglichen Irritatoren
  • Nahtloses Design: keinerlei Reibepunkte, ästhetisch schöne Außennähte
  • Kopfumschließende Passform: der gesamte Kopf, mit Ausnahme des Gesichts, wird sanft umhüllt, sodass schädliche Umwelteinflüsse keinen Weg zur wunden Neurodermitis Kopfhaut finden
  • Halsschutz: clever designter Halsschutz, der sich sanft um den sensiblen Hals legt, ihn schützt vor Provokationsfaktoren und Kälte
  • Ideal für jede Jahres-, Tag- und Nachtzeit: der feine, dezent kühlende und damit hautberuhigende Stoff legt sich wie eine zweite Haut um das Köpfchen, engt nicht ein, verursacht kein Schwitzen und kann alleine oder unter einer weiteren Kopfbedeckung getragen werden.

Auch ein Neurodermitis Loop Schal ist eine flexible Lösung für Kinder ab etwa 2 Jahren. Der Loop-Schal ist nicht nur ein sanfter Schutz für den Hals, sondern kann auch als Kopfbedeckung verwendet werden. Das macht ihn ideal für Kinder, die sowohl im Winter als auch im Sommer empfindliche Haut haben und einen vielseitigen Schutz brauchen.

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