Subdurales Hämatom: Ursachen, Diagnose, Behandlung und neue Therapieansätze

Ein Subduralhämatom (SDH) ist eine Blutung im Subduralraum des Schädels, der sich zwischen der Dura mater (harte Hirnhaut) und der Arachnoidea mater (Spinnwebenhaut, mittlere Hirnhaut) befindet. Diese Blutansammlung kann unterschiedliche Ursachen haben und sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Subduralhämatoms, von den Ursachen und Symptomen über die Diagnose bis hin zu den traditionellen und modernen Behandlungsmethoden.

Definition und Arten des Subduralhämatoms

Ein Subduralhämatom bezeichnet eine Blutansammlung zwischen zwei Schichten der Hirnhäute, der Dura mater und der Arachnoidea, die das Gehirn umgeben. Die Hirnhäute dienen als mechanischer Schutz des zentralen Nervensystems (ZNS), unterstützen die zerebralen und spinalen Blutgefäße und ermöglichen die Passage des Liquor.

Abhängig vom zeitlichen Verlauf der Blutung unterscheidet man:

  • Akutes Subduralhämatom: Dieses tritt innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen nach einem Unfall auf und führt rasch zu Symptomen. Im Falle eines akuten Subduralhämatoms kommt es meistens zu einer raschen Beeinträchtigung des Bewusstseins. Ein akutes Subduralhämatom erfordert eine sofortige chirurgische Intervention, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden.
  • Chronisches Subduralhämatom: Dieses entwickelt sich über mehrere Wochen oder sogar Monate. Die Symptome entwickeln sich meist schleichend und können mitunter erst Wochen nach der Kopfverletzung in Erscheinung treten. Häufig können sich die Betroffenen in einem solchen Fall nicht mehr an das auslösende Ereignis erinnern.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein Schädel-Hirn-Trauma ist die häufigste Ursache für ein SDH, am häufigsten ein geringfügiges Trauma (z. B. ein Sturz vom Boden) bei einer älteren Person.

Subdurale Blutungen und Hämatome entstehen nicht nur bei schweren Schädelverletzungen, sondern auch durch kleinere Kopfverletzungen oder Stürze (sog. Bagatelltraumen). Gerade bei älteren Menschen können aber auch scheinbar leichte Verletzungen oder Stürze ausreichen, um ein Subduralhämatom zu verursachen. Durch die Krafteinwirkung reißen Hirnvenen ein und Blut sammelt sich zwischen den Hirnhäuten an. Dadurch steigt der Druck im Gehirn an.

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Die genaue Ursache eines chronischen Subduralhämatoms ist nicht immer eindeutig, aber häufig wird es durch verschiedene Faktoren begünstigt:

  • Bagatellverletzungen: Eine scheinbar leichte Kopfverletzung kann zu kleinen Blutungen führen, die sich im Laufe der Zeit vergrößern.
  • Alter: Ältere Menschen haben oft dünnere Blutgefäße und ein erhöhtes Sturzrisiko. Zudem ist bei älteren Menschen die Hirnatrophie ein wichtiger Faktor. Durch die altersbedingte Schrumpfung des Gehirns kommt es zu einer erhöhten Spannung auf die Brückenvenen, die zwischen Gehirn und Dura Mater verlaufen. Diese Venen können leichter reißen, was zu einer Blutung führt.
  • Gerinnungshemmende Medikamente: Die Einnahme von Gerinnungshemmern erhöht das Risiko für Blutungen, was die Entstehung eines Subduralhämatoms begünstigen kann. Laut einer Fall-Kontroll-Studie ist sowohl die Einnahme einer Antikoagulation als auch Thrombozytenfunktionshemmung mit dem Risiko assoziiert, ein cSDH zu entwickeln.
  • Alkoholmissbrauch: Alkoholmissbrauch kann ebenfalls das Risiko erhöhen.
  • Demenz: Auch Demenz ist ein Risikofaktor.
  • Epilepsie: Auch Epilepsie kann das Risiko erhöhen.
  • Erhöhter intrakranieller Druck (ICP): Erhöhter intrakranieller Druck (ICP) wird ein Vakuumeffekt erzeugt, der eine Vasodilatation und eine weitere Blutungsneigung verursacht. Vorgang dauert ca. Rezidivierende Traumata können zu Blutungen in ein ansonsten stabiles (d.h.

Symptome eines Subduralhämatoms

Die Symptome eines Subduralhämatoms können je nach Art und Größe des Hämatoms variieren.

  • Akutes Subduralhämatom: Im Falle eines akuten Subduralhämatoms kommt es meistens zu einer raschen Beeinträchtigung des Bewusstseins. Koma, ist eine neurologische Situation, die häufig einen chirurgischen Eingriff erfordert.
  • Chronisches Subduralhämatom: Ein chronisches Subduralhämatom kann sich hingegen vielfältiger äußern. Die Symptome entwickeln sich meist schleichend und können mitunter erst Wochen nach der Kopfverletzung in Erscheinung treten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
    • Kopfschmerzen
    • Konzentrationsschwäche
    • Müdigkeit
    • Schwindel
    • Übelkeit
    • Verwirrtheit und Desorientierung
    • Gedächtnisstörungen
    • Schläfrigkeit
    • Erbrechen
    • Sehstörungen
    • Gleichgewichtsstörungen

Die Diagnose einer SDH sollte bei jeder älteren Person mit Kopftrauma, verändertem mentalem Status, vermindertem Bewusstsein oder neurologischen Symptomen/Anzeichen vermutet werden.

Diagnose

Der Verdacht auf ein Subduralhämatom ergibt sich aus den beschriebenen Symptomen und einer zurückliegenden Kopfverletzung. Viele Betroffene können sich jedoch nicht an eine Verletzung erinnern.

Die Diagnose umfasst in der Regel:

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  1. Neurologische Untersuchung: Zunächst erfolgt eine ausführliche Untersuchung auf neurologische Symptome.
  2. Blutuntersuchung: Zusätzlich wird Blut abgenommen, um die Gerinnung zu messen und ggf. andere Ursachen auszuschließen.
  3. Bildgebende Verfahren: Bestätigt wird die Diagnose mit einer Computertomografie (CT) des Kopfes, mit der sich mögliche Blutungen gut darstellen lassen. Zudem lässt sich durch die bildgebende Untersuchung beurteilen, ob es sich um eine frische Verletzung oder ältere Blutung handelt. Einseitige SDH verursacht eine offensichtliche Verzerrung der Gehirnkonturen. Bilaterale SDH kann eine symmetrische Verzerrung der Gehirnkonturen verursachen und weniger offensichtlich sein. Kann Duralläsionen (z. B.

Traditionelle Behandlungsmethoden

Bei dem Verdacht auf ein Subduralhämatom erfolgt eine Einweisung ins Krankenhaus. Ziel der Behandlung ist, lebensbedrohliche Schäden am Gehirn zu vermeiden.

Traditionell werden Subduralhämatome operativ entfernt. In den meisten Fällen ist hierzu eine Operation nötig, um die Blutung zu beseitigen und so den Druck auf das Gehirn zu verringern. Heutzutage erfolgt diese neurochirurgische Operation meist über ein kleines Bohrloch in der Schädeldecke. Nach der Entfernung der Blutansammlung kann eine Drainage gelegt werden, die verhindert, dass das Hämatom sich erneut füllt. In 75-90 % führt die Operation zu guten Ergebnissen.

Bei kleinen Subduralhämatomen, die keine Symptome verursachen, kann unter Umständen mit der Behandlung abgewartet werden. Dann sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig.

Embolisation: Eine neue minimal-invasive Behandlungsmethode

Eine aktuelle Studie - veröffentlicht im renommierten New England Journal of Medicine - bestätigt, dass diese minimal-invasive Behandlungsmethode nicht nur schonender ist, sondern auch sehr effektiv und den Betroffenen mit Blutungen im Kopf das Leben leichter macht.

Im Klinikum Fulda wird die Embolisationstherapie bei Patienten mit chronischem Subduralhämatom bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Dabei arbeiten die Experten der Klinik für Neurochirurgie und der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie eng zusammen.

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Bei der Embolisation schiebt der Neuroradiologe einen kleinen Katheter, der über die Leiste eingeführt wird, bis in die Halsschlagadern. Danach wird das meist nur Millimeter messende Gefäß der mittleren Hirnhautarterie sondiert und mit speziellen Substanzen verschlossen. „Wir verwenden dabei ein Material, welches vom Körper mit der Zeit wieder aufgelöst wird, so dass die gesunden Adern wieder normal durchblutet werden, nachdem die erkrankten Gefäße geheilt sind“, so der Neuroradiologe.

Die Vorteile für die Patienten liegen auf der Hand: der minimal-invasive Eingriff bedeutet eine geringere Belastung für den Patienten, eine schnellere Erholung und kürzeren Krankenhausaufenthalt und das Risiko für Komplikationen ist geringer.

Prognose

Die Prognose eines Subduralhämatoms hängt von der Größe und dem Verlauf der Symptome ab. Ein akutes Subduralhämatom ist meist bedrohlicher und erfordert eine dringende Behandlung. Kleine, chronische Hämatome können spontan verschwinden. Wenn ein Hämatom früh behandelt wird, ist die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Genesung groß. Das Risiko für bleibende Schäden ist bei jüngeren Personen geringer. Nach einer Behandlung sind regelmäßige neurologische Kontrollen wichtig, um ein Wiederauftreten der Blutung auszuschließen.

Häufigkeit

Die Häufigkeit eines Subduralhämatoms liegt bei etwa 5 Fällen pro 100.000 Einw. im Jahr. Besonders gefährdet sind dabei ältere und alkoholkranke Menschen. Im Alter zwischen 70 und 79 tritt ein Subduralhämatom 5-fach häufiger auf. Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) für ein chronisches Subduralhämatom beträgt ca. Zusammengefasst erfordert ein akutes Subduralhämatom eine sofortige chirurgische Intervention, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden. Bei chronischen Subduralhämatomen wird die Entscheidung zur Operation abhängig von der Symptomatik und den individuellen Risikofaktoren getroffen. Chronische Subduralhämatome sind relativ häufig. Die Blutansammlungen zwischen den Hirnhäuten innerhalb des Schädels tritt vor allem bei älteren Menschen z.B. nach Bagatellverletzungen oder auch spontan auf. Auch wenn sich diese Blutansammlungen gelegentlich von selbst auflösen, nehmen sie in vielen Fällen langsam an Größe zu und können durch einen steigenden Druck auf das Gehirn zu Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Verwirrtheit und Desorientierung, Schläfrigkeit, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Schwindel führen.

Die Inzidenz scheint mit dem demografischen Wandel zu steigen. Sie variiert jedoch und ist unter anderem abhängig vom Geschlecht (männliche Prädominanz) und der jeweiligen Altersverteilung (1,72 bis 20,6 pro 100 000 Personen/Jahr). So zeigte eine finnische Studie einen drastischen Anstieg der Inzidenzen (pro 100 000 Einwohner) in Abhängigkeit des Alters: In der Altersgruppe von 60 bis 69 Jahren lag die Inzidenz bei 18,2/100 000, zwischen 70 und 79 Jahren bei 52,1/100 000, zwischen 80 und 89 Jahren bei 130,3/100 000 und über 90 Jahren bei 125/100 000 (Untersuchungszeitraum: 2011-2015).

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