Die Kinderneurologie, auch Neuropädiatrie genannt, ist ein spezialisiertes medizinisches Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen des Nervensystems bei Kindern und Jugendlichen befasst. In Magdeburg gibt es verschiedene Anlaufstellen für Eltern, die eine umfassende Betreuung für ihre Kinder in diesem Bereich suchen.
Was ist Kinderneurologie (Neuropädiatrie)?
Der Begriff "Neuropädiatrie" setzt sich aus den Worten "Neuro" (Nerven) und "Pädiatrie" (Kinderheilkunde) zusammen. Dies verdeutlicht, dass es sich um ein medizinisches Fachgebiet handelt, das sich mit dem komplexen Netzwerk der Nerven bei Kindern und Jugendlichen auseinandersetzt. Die Neurologie unterscheidet sich je nach Altersgruppe, weshalb es die Erwachsenenneurologie und die Neuropädiatrie gibt. Der Hauptgrund für diesen Unterschied liegt in den verschiedenen Reifestadien des Nervensystems in den einzelnen Alters- und Entwicklungsstufen. Während die Erwachsenenneurologie sich mit einem bereits ausgereiften Nervensystem befasst, berücksichtigt die Neuropädiatrie die spezifischen Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen.
Entwicklungsstörungen bei Babys und Kleinkindern unterscheiden sich von denen bei Schulkindern und Jugendlichen. Bei Verdacht auf eine Entwicklungsstörung oder -verzögerung ist eine klare Diagnosestellung unter Berücksichtigung der Normbereiche unerlässlich, um einen abnormen Befund festzustellen. Liegt eine nachgewiesene Störung in der Entwicklung des kindlichen Nervensystems vor, ist eine Behandlung erforderlich. Diese kann stationär in spezialisierten Kinderkliniken oder ambulant in neuropädiatrischen Ambulanzen erfolgen.
Gründe für eine neuropädiatrische Behandlung
Es gibt vielfältige Gründe für eine neuropädiatrische Behandlung. Dazu gehören:
- Tumore im Bereich des Gehirns: Bösartige oder gutartige Tumore, die das Gehirn oder andere Teile des Nervensystems betreffen.
- Neuromuskuläre Erkrankungen: Erkrankungen, die die Nerven und Muskeln betreffen, wie z.B. Muskeldystrophie oder spinale Muskelatrophie.
- Psychosoziale, pathologische Situationen mit traumatischen Schädigungen des Gehirns: Traumata, die durch Unfälle, Missbrauch oder andere belastende Ereignisse verursacht wurden.
- Erkrankungen des Erbguts: Genetisch bedingte Erkrankungen, die das Nervensystem beeinträchtigen können.
- Frühgeburt: Frühgeborene Kinder haben ein höheres Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen.
- Geburtsprobleme: Komplikationen während der Geburt können zu Hirnschäden führen.
- Stoffwechselerkrankungen: Stoffwechselstörungen können das Nervensystem schädigen.
- Epilepsien: Anfallsleiden, die durch abnorme elektrische Aktivität im Gehirn verursacht werden.
- Infektionen: Infektionen des Gehirns oder der Hirnhäute (z.B. Meningitis oder Enzephalitis).
- Unfälle: Schädel-Hirn-Trauma oder andere Verletzungen des Nervensystems.
Behandlungsmethoden in der Neuropädiatrie
Neben medikamentösen und operativen Therapien (insbesondere bei Tumoren und Hirnerkrankungen) gibt es in der Neuropädiatrie viele nicht-invasive Methoden, um Kinder und Jugendliche auf einen normalen neurologischen Stand zu bringen. Dazu gehören:
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- Physiotherapie: Konzentriert sich auf die Verbesserung der Gehfähigkeit und der Gleichgewichtsfunktion.
- Ergotherapie: Fördert die Entwicklung von feinmotorischen Fähigkeiten und die Selbstständigkeit im Alltag.
- Logopädie: Behandelt Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen.
- Psychologisch-pädagogische Programme: Unterstützen die Kinder und Jugendlichen bei der Bewältigung von emotionalen und sozialen Problemen.
- Frühförderung: Ein umfassendes Förderangebot für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen.
Bei der Behandlung werden Eltern, Geschwister und andere Bezugspersonen aktiv mit einbezogen. Sie erhalten spezielle Anleitungen, wie sie die Arbeit der Ärzte und Spezialisten unterstützen können. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jedes "Nichtbefolgen" von Verhaltensmustern durch Kinder Ungehorsam oder Trotz bedeutet, sondern möglicherweise Ausdruck einer neurologischen Beeinträchtigung sein kann.
Anlaufstellen für Kinderneurologie in Magdeburg
In Magdeburg gibt es verschiedene Einrichtungen, die neuropädiatrische Leistungen anbieten:
- Praxis für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Neuropädiatrie Dr. med. Konstanze Brammer: Bietet ein breites allgemein-kinder- und jugendärztliches Behandlungsspektrum, einschließlich neurologischer Erkrankungen und Entwicklungsauffälligkeiten. Das Team legt Wert auf eine ganzheitliche Betreuung des Systems "Familie" und einen respektvollen Umgang. Zum Leistungsspektrum gehören u.a.:
- Akutbehandlung
- Psychosomatische Grundversorgung
- Kinder- und Jugendvorsorge (U2 bis U11, J1 + J2)
- Unfallmeldungen (Wege-, Kita- und Schulunfall)
- Ausführliche individuelle Impfberatung und Impfungen (auch für Eltern)
- Betreuung von chronisch kranken Kindern, Frühgeborenen und Risiko-Kindern
- Beratung und Therapien bei Kopfschmerzpatienten und Entwicklungsstörungen
- Beratung bei Fieberkrämpfen und Begleitung in der Betreuung von Epilepsiepatienten
- Reisemedizinische Beratung / Reiseimpfungen
- Beratung und Einleitung von Reha- und Kuranträgen
- Laboruntersuchungen (Urin, Stuhl, Streptokokken-Schnelltest, Rachenabstrich, Allergietestung)
- Allgemeine Ultraschall-Untersuchungen (Schädel, Schilddrüse, Abdomen, Genitale)
- Neugeborenen-Hüftsonografie
- EKG, Blutdruckmessung, Sauerstoffsättigung
- EEG-Untersuchungen ab Schulalter
- Hör-, Seh- und Sprachtest
- Wundversorgung und Verbände
- Präoperative Untersuchungen
- Kitauntersuchung
- Sportuntersuchung
- Jugendsprechstunde
- Jugendarbeitsschutzuntersuchung
- Beratung und Therapie von allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Nahrungsallergie, Neurodermitis)
- Ernährungsberatung und Diätberatung bei Gewichtsproblemen
- Hilfe bei Problemen wie Einnässen, Schlafstörungen und Unruhezuständen
- Universitätskinderklinik Magdeburg: Bietet ein breites Spektrum an neuropädiatrischen Leistungen, einschließlich stationärer Behandlung.
- Kinderklinik im Klinikum Magdeburg: Verfügt ebenfalls über eine neuropädiatrische Abteilung.
Die Rolle der Sozialpädiatrie
Die Neuropädiatrie hat enge Verbindungen zur Sozialpädiatrie, insbesondere in den Bereichen Entwicklungsneurologie und Versorgung chronisch kranker Patienten. Die Sozialpädiatrie berücksichtigt die sozialen und familiären Umstände des Kindes und bezieht diese in die Behandlung mit ein.
Diagnostik in der Neuropädiatrie
Um die Ursache einer neurologischen Erkrankung oder Entwicklungsstörung festzustellen, werden in der Neuropädiatrie verschiedene diagnostische Verfahren eingesetzt:
- Klinisch-neuropädiatrische Untersuchungen: Umfassende neurologische Untersuchung unter Berücksichtigung familiärer, genetischer und sozialpädiatrischer Aspekte.
- Genetische Untersuchungen: Zur Abklärung von genetisch bedingten Erkrankungen.
- Radiologische und kernspintomographische Untersuchungen: Bildgebende Verfahren zur Darstellung des Gehirns und des Rückenmarks.
- Stoffwechseluntersuchungen: Zur Abklärung von Stoffwechselstörungen.
- Entwicklungstests: Zur Beurteilung des Entwicklungsstandes des Kindes.
- EEG (Elektroenzephalogramm): Zur Messung der Hirnströme bei Verdacht auf Epilepsie.
- Hör-, Seh- und Sprachtests: Zur Überprüfung der Sinnesfunktionen.
Die Jugendsprechstunde
Für Jugendliche bietet die Praxis Dr. Brammer eine spezielle Jugendsprechstunde an. Hier können Jugendliche ihre Fragen und Sorgen in einem vertraulichen Rahmen besprechen, auch ohne die Anwesenheit ihrer Eltern. Themen können sein:
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- Körperliche Entwicklung
- Unwohlsein
- Wiederkehrende Schmerzen oder Beschwerden
- Sorgen um sich selbst, Freunde oder Familie
- Gefühle von Einsamkeit oder Angst
- Probleme in der Gruppe oder Konflikte
Terminvereinbarung und wichtige Hinweise
Termine in der Praxis Dr. Brammer können telefonisch oder persönlich vereinbart werden. Akut kranke Kinder erhalten in der Regel noch am selben Tag oder spätestens am Folgetag einen Termin. In dringenden medizinischen Notfällen können Eltern selbstverständlich auch während der Sprechzeiten ohne Termin in die Praxis kommen.
Es wird darum gebeten, Termine pünktlich einzuhalten und im Verhinderungsfall rechtzeitig abzusagen. Folgerezept- und Überweisungswünsche können nicht während der Sprechzeit realisiert werden, sondern müssen vorbestellt werden.
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