Das Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) ist mit über 1.000 Mitarbeitern eine der größten Kinderkliniken Deutschlands. Jährlich werden hier rund 16.000 stationäre und teilstationäre sowie 45.000 ambulante Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet versorgt. Das AKK bietet hochmoderne medizinische Versorgung und langjährige Erfahrung über Abteilungsgrenzen hinweg. Spezialisiert auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen, vom Frühgeborenen bis zum jungen Erwachsenen, decken die Experten des AKK alle akuten und chronischen Erkrankungen ab.
Neuropädiatrie: Spezialisten für Nervenerkrankungen im Kindesalter
Die Neuropädiatrie am AKK konzentriert sich auf die Diagnose und Behandlung von Nervenerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Dabei werden Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark) und des peripheren Nervensystems sowie Muskelerkrankungen behandelt. Zusätzlich betreut das Team Patienten der Kinderchirurgie und der Psychosomatik konsiliarisch und unterstützt die neurologische/orthopädische Rehabilitationsstation.
Epilepsie: Vielfältige Anfallsformen und moderne Diagnostik
Epilepsie, vom griechischen Wort für "ergriffen werden", ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch kurzzeitige, vermehrte Entladungen von Nervenzellen im Gehirn. Es ist wichtig zu wissen, dass es viele verschiedene Arten von Anfällen gibt, nicht nur den bekannten "Grand Mal" Anfall.
Diagnostik: Bei einem ersten Anfall im AKK erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch mit den Eltern, um Details des Anfalls zu erfassen und mögliche Auslöser oder familiäre Vorbelastungen zu identifizieren. Eine körperliche Untersuchung und Blutuntersuchung schließen andere Ursachen aus. Die Ableitung der Hirnströme (EEG) ist ein wichtiger Schritt, um Anzeichen einer Epilepsie zu erkennen und die Anfallsform einzuordnen. In manchen Fällen ist eine Kernspintomographie des Kopfes erforderlich, um ein genaues Bild des Gehirns zu erhalten.
Behandlung: Die Behandlung von Epilepsie erfolgt meist mit Medikamenten in Form von Tabletten oder Saft. Ziel ist es, die Anfälle zu kontrollieren und ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Glücklicherweise heilen viele kindliche Epilepsien bis zur Pubertät aus, sodass die Medikamente oft nur für einige Jahre eingenommen werden müssen.
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Fieberkrämpfe: Meist harmlos, aber Abklärung wichtig
Fieberkrämpfe treten bei Säuglingen und Kleinkindern im Zusammenhang mit Fieber auf. Sie ähneln epileptischen Anfällen, sind aber in den meisten Fällen harmlos.
Unterscheidung: Unkomplizierte Fieberkrämpfe dauern weniger als 15 Minuten, treten zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 5. Lebensjahr auf und wiederholen sich nicht innerhalb von 24 Stunden. Komplizierte Fieberkrämpfe dauern länger, treten außerhalb dieses Altersbereichs auf oder wiederholen sich mehrfach.
Abklärung: Während unkomplizierte Fieberkrämpfe in der Regel keine weitere Abklärung erfordern, sollten komplizierte Fieberkrämpfe immer ärztlich untersucht werden, um andere Ursachen auszuschließen. Im AKK erfolgt dies durch ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung und ein EEG.
Behandlung: Selbst häufige Fieberkrämpfe erfordern meist keine dauerhafte medikamentöse Behandlung. Eltern erhalten jedoch ein Notfallmedikament, das sie bei einem erneuten Auftreten eines Fieberkrampfes verabreichen können.
Entwicklungsretardierung / Entwicklungsverzögerung: Ursachenforschung und individuelle Förderung
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Wenn die Entwicklung jedoch langsamer verläuft oder Schwächen in einzelnen Bereichen auftreten, spricht man von einer Entwicklungsverzögerung.
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Ursachen: Entwicklungsverzögerungen können verschiedene Ursachen haben, wie z.B. Seh- oder Hörstörungen, genetische Ursachen oder Schädigungen des Gehirns.
Abklärung: Eine ärztliche Abklärung ist ratsam, insbesondere bei Rückschritten in der Entwicklung. Im AKK erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch mit den Eltern und dem Kind, gefolgt von einer körperlichen Untersuchung. Je nach Bedarf werden weitere Untersuchungen wie EEG oder Ultraschall des Schädels durchgeführt.
Kopfschmerzen: Vielfältige Ursachen und individuelle Therapieansätze
Kopfschmerzen sind ein häufiges Problem bei Kindern und Jugendlichen. Es gibt viele verschiedene Formen von Kopfschmerzen, die unterschiedliche Ursachen haben können.
Formen: Spannungskopfschmerzen und Migräne sind die häufigsten Formen. Spannungskopfschmerzen werden oft durch Verspannungen, Stress oder Fehlbelastungen ausgelöst. Migräne tritt anfallsartig auf und geht oft mit Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen einher.
Diagnostik: Im AKK erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch, um die Art und den Verlauf der Kopfschmerzen zu erfassen. Ein Kopfschmerztagebuch kann hilfreich sein, um Auslöser zu identifizieren. Weitere Untersuchungen wie EEG oder Magnetresonanztomographie können erforderlich sein.
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Behandlung: Die Behandlung von Kopfschmerzen umfasst sowohl Medikamente als auch nicht-medikamentöse Verfahren wie Entspannungsübungen oder Akupunktur. Bei Bedarf erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Psychosomatik oder dem Schmerzzentrum.
Multiple Sklerose und andere entzündliche Erkrankungen des Gehirns: Frühe Diagnose und moderne Therapie
Entzündliche Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks können vielfältige Symptome verursachen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.
Multiple Sklerose (MS): MS ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Isolierschicht der Nervenzellen angreift. Häufige Symptome sind Sehstörungen, Müdigkeit, unsichere Bewegungen, Schwäche, Lähmungen und Missempfindungen.
Diagnostik: Bei Verdacht auf MS oder eine andere entzündliche Erkrankung des Nervensystems erfolgt eine umfassende Diagnostik, einschließlich neurologischer Untersuchung, Blutentnahme, Magnetresonanztomographie und Nervenwasseruntersuchung.
Behandlung: Viele entzündliche Erkrankungen des Nervensystems können gut mit Medikamenten behandelt werden. Ziel ist es, die Entzündung zu stoppen und die Symptome zu lindern.
Kinderneurochirurgie: Spezialisten für operative Eingriffe am Nervensystem
Die Abteilung für Kinderneurochirurgie am AKK ist auf die Diagnose und Behandlung aller Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und umgebenden Strukturen spezialisiert. Als eine der wenigen Einrichtungen in Deutschland mit dieser Spezialisierung verfügt das Team über große Erfahrung.
Schwerpunkte: Die Kinderneurochirurgie behandelt Verletzungen des Kopfes oder der Wirbelsäule nach Unfällen, Fehlbildungen der Wirbelsäule, Bewegungsstörungen, Fehlbildungen des Schädels und Neubildungen im Nervensystem.
Methoden: Es werden besonders schonende neuroendoskopische Operationsverfahren eingesetzt.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine umfassende Versorgung
Das AKK legt großen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachabteilungen. Dies ermöglicht eine umfassende und individuelle Versorgung der Patienten. So kooperiert die Neuropädiatrie eng mit der Kinderchirurgie, der Psychosomatik, der Orthopädie und anderen Fachbereichen.
Das Team der Neuropädiatrie: Kompetent und engagiert für Ihr Kind
Das Team der Neuropädiatrie am AKK besteht aus erfahrenen Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten, die sich mit großem Engagement um das Wohl der kleinen Patienten kümmern. Sie stehen Ihnen und Ihrem Kind mit Rat und Tat zur Seite.
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